BMW rechnet mit Audi ab: "DTM wissentlich in Existenzkrise gestürzt!"

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Redaktion
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BMW rechnet mit Audi ab: "DTM wissentlich in Existenzkrise gestürzt!"

Beitrag von Redaktion » Di Mai 05, 2020 10:18 am

Audis DTM-Aus sorgt bei BMW für großen Ärger: Wieso man im Gegensatz zu Mercedes Professionalität und Wertschätzung vermisst und was man Audi vorwirft

Schon im ersten Pressestatement nach dem Audi-Ausstieg zeigte sich BMW "überrascht", jetzt rechnen die Münchner mit den Rivalen aus Ingolstadt ab. Vor allem die Art und Weise, wie Audi den DTM-Rückzug kommuniziert hat, stößt den Entscheidungsträgern des einzig verbliebenen Herstellers sauer auf.

"Ich finde es nicht nur erstaunlich, sondern auch unsportlich, auszusteigen und mit uns als zweitem Partner davor nicht zu sprechen", sagt ein "enttäuschter" BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich gegenüber der 'Süddeutschen Zeitung'. Das habe ihn "umgehauen, das gibt's einfach nicht!".

Vor allem in Anbetracht der aktuellen "Lage der DTM", die seit dem R-Motorsport-Ausstieg im Januar nur noch aus Audi und BMW besteht, "kommuniziert man im Sinne von Fairness und Sportlichkeit anders und macht das nicht so".



Fröhlich, der Ende Juni in den Ruhestand geht und stets ein Unterstützer der DTM war, zieht seinen Unmut vor allem aus dem Vergleich mit Ex-DTM-Teilnehmer Mercedes. "Als Mercedes ausgestiegen ist, hat mich Ola Källenius (damals Entwicklungsvorstand, heute Daimler-Chef; Anm. d. Red.) persönlich angerufen und mir erläutert, warum und wieso. Das war alles professionell und wertschätzend. Das habe ich hier bei Audi vermisst", findet der 59-Jährige klare Worte.

Und das, obwohl der neue Audi-Boss Markus Duesmann selbst bis zu seinem Wechsel nach Ingolstadt im Jahr 2018 Teil des BMW-Vorstandes war und daher Fröhlichs Telefonnummer habe.

Wie man bei BMW vom Audi-Ausstieg erfuhr? "Unmittelbar vor der öffentlichen Bekanntgabe am 27. April hatte mich DTM-Chef Gerhard Berger über die Ausstiegspläne informiert, mit ihm stehe ich in engem Austausch", sagt Fröhlich. "Und auch er wurde von Audi nicht vom Vorstand, sondern sehr spät auf Arbeitsebene informiert. Wie andere Partner ebenfalls."



Durch Audis Aufgabe "ist die Serie jetzt in eine Existenzkrise gestürzt worden. Und zwar wissentlich und mit vollem Bewusstsein", verstärkt Fröhlich seine Kritik. Und das, obwohl man mit den Verantwortlichen "sehr vertrauensvoll" die nächsten Schritte in Richtung Elektrifizierung vereinbart hatte, spielt er darauf an, dass es keinen Widerspruch zu Audis Konzernstrategie gäbe.

Dass man sich jetzt nicht an die Vereinbarung halte, findet Fröhlich "nicht besonders langfristig gedacht. Aber ich erwarte bei den aktuellen Akteuren auch nicht allzu viel", kann er sich eine weitere Spitze gegen die Audi-Führung nicht verkneifen.



BMW und Berger als Chef der DTM-Dachorganisation ITR stehen jetzt im Ringen um den Weiterbestand der Traditionsserie alleine da. "Es war mir wirklich ein Herzensanliegen, gemeinsam mit Gerhard Berger um eine gute Zukunftsperspektive der DTM zu kämpfen", sagt Fröhlich. "Jetzt sind wir aber in der Situation, dass BMW in der DTM nicht alleine gegen sich selbst fahren kann."

Er und Berger müssen jetzt "überlegen, wie es weitergeht. Wir haben sprichwörtlich keine Chance, jetzt schauen wir mal, ob wir sie nutzen können."



Ob er den Audi-Ausstieg zumindest aus unternehmerischer Sicht nachvollziehen kann? "Es steht mir nicht zu, ein anderes Unternehmen zu bewerten", antwortet Fröhlich. "Aber Audi befindet sich aus meiner Sicht in einem tief greifenden Umbauprozess. Ob es nachhaltig war, das Standbein DTM abzuschneiden, und ob die Formel E langfristig tragfähiger ist, um Elektromobilität zu kommunizieren - da setze ich ein Fragezeichen dahinter."

Obwohl es sich bei der DTM um eine Silhouettenserie handelt, deren Boliden eigentlich Prototypen und keine Tourenwagen sind, könne man beim Endkunden leichter einen Zusammenhang zum tatsächlichen Serienauto herstellen als bei einem Formelauto.

"Die Formel E ist de facto ein Formel-Format mit identischen Silhouetten", erklärt Fröhlich. "Und wir haben schon in der Formel 1 die Erfahrung gemacht, dass es relativ schwierig ist, die Brücke von einem Formelauto zum Realprodukt zu schlagen. Das ist bei einem BMW M4, wie er in der DTM startet, schlüssiger für Kunden und aus unserer Sicht tragfähiger."

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TonyS77
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Re: BMW rechnet mit Audi ab: "DTM wissentlich in Existenzkrise gestürzt!"

Beitrag von TonyS77 » Di Mai 05, 2020 12:09 pm

Mich wundert das Vorgehen seitens Audi überhaupt nicht. Schauen wir uns diesen rieseigen Heuchler-Haufen um ehemals W. Ulrich und nun D. Gass doch mal an. Bzgl. Sportlichkeit, Fairness und Respekt kann man Audi seit jeher nur als Sauhaufen bezeichnen. Wer erinnert sich nicht an die "Schieb ihn raus- Affäre", Festlegen auf Titelfahrer von Saisonbeginn, Abschießen von Titelaspiranten anderer Hersteller, Teamorder usw...

Eigentlich gut dass die sich von der DTM verabschieden...

Highwayman
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Re: BMW rechnet mit Audi ab: "DTM wissentlich in Existenzkrise gestürzt!"

Beitrag von Highwayman » Mi Mai 06, 2020 9:37 am

Vielleicht sollte man BMW mal fragen warum sie nicht ein zusätzliches Auto gebaut haben so wie Audi heuer?
Jetzt Audi als großen Buhmann hinstellen...

staremperio
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Re: BMW rechnet mit Audi ab: "DTM wissentlich in Existenzkrise gestürzt!"

Beitrag von staremperio » Mi Mai 06, 2020 5:26 pm

Audi ist zurecht der Buhmann! Es war einfach asozial, aber man erkennt das Hersteller jede Serie versauen. Hoffentlich fährt Audi künftig in der Formel E nur noch hinterher, damit sie da auch aussteigen müssen.

Hanno
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Re: BMW rechnet mit Audi ab: "DTM wissentlich in Existenzkrise gestürzt!"

Beitrag von Hanno » Do Mai 07, 2020 1:57 pm

Ich muss ihnen widersprechen Herr Marquardt,
die DTM ist schon lange am Arsch......

Woran mag es liegen, natürlich an nur 2 Herstellern,
aber auch an zu perfekten Autos, zu viel Anpressdruck,
vielleicht zu viel Elektronik,
die Wagen kleben auf dem Asphalt,
fahren nur noch zur Prozession......leider.

racer77
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Registriert: Di Apr 28, 2020 11:45 am

Re: BMW rechnet mit Audi ab: "DTM wissentlich in Existenzkrise gestürzt!"

Beitrag von racer77 » Do Mai 07, 2020 2:57 pm

Ach, herrlich, dieses Audi bashing, :dead: dabei wäre, mal angenommen Corona gäbe es nicht, die DTM in ihrer elektronischen Version 2025 super aufgestellt. Spektakulär, super anzuschauen, voller Emotionen. Sie wäre aber immer noch eine lokale Rennserie, ganz im Gegenteil zur Formel E mit ihrem Weltmeisterschaftsstatus. Für eine Randsportart war und ist die DTM einfach unnötig und viel zu teuer. Deshalb: sehr gut gemacht, AUDI. Leider einige Jahre zu spät.

Fairplay
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Re: BMW rechnet mit Audi ab: "DTM wissentlich in Existenzkrise gestürzt!"

Beitrag von Fairplay » Do Mai 07, 2020 5:50 pm

Audi hat unsportlich und unverantwortlich gehandelt.
Wenn ich in einer Position bin, die nur im Miteinander funktioniert, kann ich nicht hergehen und eine langfristige Planung, die auch andere Beteiligte betrifft, einfach so zum Einsturz bringen.
Wenn ich Überlegungen anstelle, eine Symbiose aus Motorsportbeteiligten zu verlassen, dann muß ich einen gemeinsamen Weg suchen.
Wenn dann kein Konsens gefunden wird, dann ist das eben so. Aber einfach den Stecker zu ziehen und die anderen Akteure im Stich lassen, das ist letztklassig.
Der Imageschaden betrifft Gott sei Dank nur Audi. Und wenn sie bei künftigen Auftritten ausgebuht werden, so dürfen sie das der eigenen Unfairness zuschreiben.

racer77
Beiträge: 18
Registriert: Di Apr 28, 2020 11:45 am

Re: BMW rechnet mit Audi ab: "DTM wissentlich in Existenzkrise gestürzt!"

Beitrag von racer77 » Do Mai 07, 2020 10:04 pm

Hat BMW eigentlich den Vertrag schon verlängert? Oder suchen die nur einen Schuldigen für das eigene Versagen? Grade in den heutigen Zeit ist es mehr als verständlich wenn man kosten spart um Arbeitsplätze zu sichern. Da könnte BMW sich mal ein Beispiel dran nehmen..... es gibt schließlich wichtigeres als so ein überteuerten Zirkus.

Maik Aefer
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Re: BMW rechnet mit Audi ab: "DTM wissentlich in Existenzkrise gestürzt!"

Beitrag von Maik Aefer » Sa Mai 09, 2020 5:46 pm

TonyS77 hat geschrieben:
Di Mai 05, 2020 12:09 pm
Mich wundert das Vorgehen seitens Audi überhaupt nicht. Schauen wir uns diesen rieseigen Heuchler-Haufen um ehemals W. Ulrich und nun D. Gass doch mal an. Bzgl. Sportlichkeit, Fairness und Respekt kann man Audi seit jeher nur als Sauhaufen bezeichnen. Wer erinnert sich nicht an die "Schieb ihn raus- Affäre", Festlegen auf Titelfahrer von Saisonbeginn, Abschießen von Titelaspiranten anderer Hersteller, Teamorder usw...

Eigentlich gut dass die sich von der DTM verabschieden...
Na das sind ja mal tolle Argumente. Also wenn ich mich recht erinnere war Mercedes in ihren letzten Jahren die Marke die quasi beim Auftaktrennen ihren vermeintlichen Titelkandidaten Marken intern bevorteilt hat. Was Teamorder angeht gabs sogar einen Dauerbrenner unter den Lachnummern und das war "I need DRS" von Wehrlein der ja bekanntlich auch Mercedesfahrer war. Ich kann mich auch daran erinnern das Audi absolut unfair zustimmte das Mercedes weiter entwickeln durfte während Mercedes als sie auf gleichem Level waren ganz fair weiter ihre Vorteile für richtig erklärten und weiter nutzten anstatt sie zu reduzieren was ja bekannterweise sogar im Titelgewinn endete. In einem vergleichbaren Fall in der F1 war Mercedes in der Führungsrolle aber dort haben sie der Konkurrenz eine weitere Entwicklung verweigert aber das ist bestimmt ein Paradebeispiel für Sportlichkeit und Fairness.

Ach und genau so unfair war Audi als BMW ein Fahrzeug fahren durfte was nicht dem Reglement entsprach weil die bei BMW genau wie Mercedes einfach nur schlecht gearbeitet hatten. Tja und jetzt hält sich Audi an seinen Vertrag aber verlängert ihn nur nicht weil es eine Konzern weite Neuausrichtung gibt und Kosten gespart werden müssen. Das ist echt absolut unfair so was und jeder der sich verändern will aber das auch so macht (egal ob Firma oder Privat) sollte an den Pranger gestellt werden schließlich sind auslaufende Verträge dazu da verlängert zu werden. Ach und BMW hatte beim Ausstieg aus der F1 damals garantiert viel wichtigere Gründe als Neuausrichtung und Kosten sparen obwohl ich mich erinnere das damals unter anderem solche Punkte in den Medien waren aber die lügen wahrscheinlich.

Um wieder zur DTM zu kommen hab Ich übrigens nie von Mercedes oder BMW ein sportliches, respektvolles und faires Danke gehört das man Sonderstellungen bekommen hat die ihnen bessere Platzierungen ermöglichten (damit einhergehend natürlich schlechtere für Audi) aber es ist ja auch absolut unfair das Audi den Gegnern erlaubt besser zu sein als sie in Wirklichkeit waren. Es ist ja auch einfacher immer alles von anderen zu fordern und selbst nichts dergleichen zu tun. Audi hat sicherlich auch genug Mist gebaut aber damit waren sie mit Mercedes und BMW in absolut guter Gesellschaft.
Fairplay hat geschrieben:
Do Mai 07, 2020 5:50 pm
Audi hat unsportlich und unverantwortlich gehandelt.
Wenn ich in einer Position bin, die nur im Miteinander funktioniert, kann ich nicht hergehen und eine langfristige Planung, die auch andere Beteiligte betrifft, einfach so zum Einsturz bringen.
Wenn ich Überlegungen anstelle, eine Symbiose aus Motorsportbeteiligten zu verlassen, dann muß ich einen gemeinsamen Weg suchen.
Wenn dann kein Konsens gefunden wird, dann ist das eben so. Aber einfach den Stecker zu ziehen und die anderen Akteure im Stich lassen, das ist letztklassig.
Der Imageschaden betrifft Gott sei Dank nur Audi. Und wenn sie bei künftigen Auftritten ausgebuht werden, so dürfen sie das der eigenen Unfairness zuschreiben.
Wird es dir nicht langsam lästig die immer gleiche Leier zu erzählen die vollkommen an den Haaren herbei gezogen ist. Ich und andere haben dir schon zig Fakten genannt warum der Ausstieg von Audi etwas ganz normales ist. Interessanter Weise reagierst du aber auf solche Beiträge nicht mehr was mehr als bezeichnend ist.

Also nochmal eine Zusammenfassung für dich. Die DTM ist exorbitant teuer und vollkommen unattraktiv so das selbst Gründungsmitglied Mercedes ausstieg und neue Hersteller einen Bogen um die Serie machen.

Audis Vertrag läuft aus (genau wie der von BMW) und damit muss sowohl der Gegner als auch der Veranstalter damit rechnen das sie aufhören (dafür brauchen die nicht mal Gründe). Da spielen irgendwelche Zukunftsgespräche auch keine Rolle.

Für die Attraktivität der Serie ist der Veranstalter verantwortlich der dafür sorgen muss Bedingungen zu schaffen die bestehende Teilnehmer dabei halten und neue anlocken denn nur so kann er sein Produkt gut vermarkten oder geht halt unter. Das ist quasi Angebot und Nachfrage und ein schlechtes Produkt verkauft sich nur schwer bis gar nicht wie halt die DTM. Wenn der Veranstalter es also nicht schafft eine Plattform zu bieten die es einem Teilnehmer wert ist daran teilzunehmen und er seinen auslaufenden Vertrag (er wurde nicht mal gekündigt) nicht verlängert dann so ein Ausstieg ihr gutes Recht.

Die VAG als Mutter von Audi hat eine Neuausrichtung zur E-Mobilität beschlossen also ist die nur auf nationaler Ebene relevante DTM logischer Weise keine Alternative zur international wirkenden Formel E die sogar eine FIA Weltmeisterschaft wird. Fiktive Zukunftspläne spielen im Jetzt keine Rolle.

Dazu kommt das man auch deshalb Kosten sparen will um Beschäftigte im Kerngeschäft so gut wie möglich zu halten.
BMW dagegen hat vor ein paar Tagen erst bekannt gegeben das sie einen Sparkurs fahren müssen und das dabei auch Leute gekündigt werden während man sich aber weiterhin den Luxus einer nicht relevanten Motorsportserie widmet (wenn ich Geld sparen müßte würde ich auch auf Wasser und Brot verzichten und dafür Wein und Kaviar kaufen).

BMW entrüstet sich über Audi und hat selbst immer nur genommen. Da gab es nicht mal das eine Auto mehr was der Konkurrent Audi der sich weit mehr einsetzte gern gesehen hätte.

Es ist auch Schwachsinn sich in dem angeblichen Zukunftsplan zu verrennen denn entgegen dem ganzen Palaver von BMW ist da eben doch nichts so klar gewesen wie es hier dargestellt wird. Es mag vielleicht eine geplante Zukunft gewesen sein aber ohne Festlegungen in einem Reglement sind das alles nur leere Worte. Wenn die E Zukunft so sicher gewesen wäre hätte man das jedenfalls schon lange so festgelegt und kommuniziert um neue Kunden anzulocken.

Ach und zu guter Letzt noch der Punkt das BMW selbst ihren auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert habt obwohl die Serie und deren Zukunft ja nach ihren Aussagen total genial ist. Da scheint wohl jemand ziemlich scheinheilig zu sein.

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