Gerhard Berger: Vettel nicht naiv, "aber zu gutgläubig"

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Redaktion
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Gerhard Berger: Vettel nicht naiv, "aber zu gutgläubig"

Beitrag von Redaktion » Mi Sep 11, 2019 10:34 am

Gerhard Berger fürchtet, dass sich Sebastian Vettel bei Ferrari in einer sehr schwierigen Situation befindet, Toto Wolff glaubt aber an eine Wiederauferstehung

Der Druck auf Sebastian Vettel wird größer. Während sich Charles Leclerc mit seinem jungenhaften, unbeschwerten Charme gerade anschickt, die Herzen der Tifosi zu erobern, noch dazu mit dem ersten Ferrari-Sieg in Monza seit neun Jahren im Gepäck, befindet sich der viermalige Weltmeister in einer der schwierigeren Phasen seiner Formel-1-Karriere.

Erschwerend kommt hinzu, dass Leclerc jetzt auch in der Fahrer-WM vorbeigezogen ist, mit aktuell 182:169 Punkten. Die Chancen der beiden Ferrari-Piloten, 2019 Weltmeister zu werden, sind ohnehin nur noch rechnerischer Natur; aber dass Vettel, der von Teamchef Mattia Binotto am Saisonbeginn zur Nummer 1 erklärt wurde, nun hinter Leclerc liegt, ist ein Signal dafür, wo die Reise hingeht.

Ferrari-CEO Louis Camilleri hat in Monza, angesprochen auf Vettels Nummer-1-Status, angedeutet, dass Dinge sich ändern können. Und der ehemalige Ferrari-Pilot Gerhard Berger, Monza-Sieger von 1988, weiß: "Ferrari setzt immer auf den, der die größten Chancen hat, und das ist derzeit Charles. Weil Sebastian keine tolle Arbeit abgeliefert hat."

Im Interview mit dem Kölner 'Express' erklärt Berger, wie ernst Vettels Lage ist und wie groß die Gefahr, dass sein einst tadelloses Standing als viermaliger Weltmeister ernsthaft beschädigt werden könnte. "Es ist noch nicht Hopfen und Malz verloren", sagt Berger, "aber er muss diese Dinge in den Griff kriegen."



Zum Beispiel die Ego-Spielchen wie im Qualifying in Monza, wo der nette Junge Leclerc im zweiten Q3-Run bewiesen hat, dass er auch schmutzig die Ellbogen ausfahren kann. Etwas, was Vettel vielleicht unterschätzt hat, meint Berger: "Nennen wir es nicht naiv, aber er ist zu gutgläubig. Und Gutgläubigkeit hat im Spitzensport, wo es um die Weltmeisterschaft geht, nur wenig Platz."

Und weiter: "Für mich war eher unverständlich, warum Sebastian so lange gewartet hat und nicht allein auf Pole-Jagd gegangen ist. Ohne Windschatten hätte er vielleicht nicht die Leclerc-Zeit geknackt, wäre aber vielleicht Zweiter oder Dritter geworden. Auf Leclerc darf er sich niemals verlassen." Denn: "Es gibt kein Teamplay auf diesem Niveau in der Formel 1."

Dass sich Vettel im Hinblick auf sein letztes Jahr des Ferrari-Vertrags, 2020, auf eine Nummer-2-Rolle einlassen könnte, hält Berger für ausgeschlossen. Und Toto Wolff betont: "Man sollte nicht den Fehler machen, Sebastian abzuschreiben. Er ist ein viermaliger Weltmeister. Und der Unterschied zwischen den wirklich Großen und den ganz Guten ist, dass die Großen es schaffen, immer wieder aufzustehen."

"Ich habe keinen Zweifel daran, dass Sebastian das schaffen kann", sagt der Mercedes-Teamchef auch nach dem für Vettel desaströs verlaufenen Grand Prix von Italien. "Er hatte ein paar schlechte Rennen hintereinander. Jetzt geht's drum, sich wieder dahin aufzuraffen, wo er hingehört. Aber Monza war sicher ein schlechter Tag für ihn."



Leclerc lässt sich von all dem indes nicht beeinflussen. Er ist weiterhin der nette Junge, dem man den Killerinstinkt nicht ansieht, wenn er zum Beispiel sagt: "Seb ist definitiv der kompletteste Teamkollege, den ich je hatte. Ich habe von ihm schon viel gelernt. Er ist ein erstaunlicher Fahrer, sehr schnell. Er hat auch sehr viel Erfahrung, arbeitet sehr methodisch und detailliert. Davon kann ich mir was abschauen."

"Ich weiß nicht, ob ich die Position vor Seb in der Fahrer-WM bis zum Saisonende halten kann", gibt sich der 21-Jährige bescheiden. "Ich finde, wir müssen zusammenarbeiten und versuchen, die beste Performance aus dem Team rauszuholen. Er will mich schlagen, ich will ihn schlagen, aber das werden wir dann ja am Ende der Saison sehen."

Vettel hat indes die Hoffnung auf seinen fünften WM-Titel aufgegeben: "Wir sind nicht die Favoriten", sagt er und unterstreicht, dass Platz eins "weit, weit weg" sei. "Man muss nicht besonders klug sein, um das auszurechnen", seufzt der Ferrari-Star.

Denn: Selbst wenn Vettel alle verbleibenden Rennen mit schnellster Runde gewinnen würde, reichen Hamilton lauter fünfte Plätze, um Weltmeister zu werden ...

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Mixter
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Re: Gerhard Berger: Vettel nicht naiv,

Beitrag von Mixter » Mi Sep 11, 2019 5:58 pm

Vettel muss jetzt die gute Alte Schumi Methode auspacken und Leclerc in seine Schranken weisen. Man muss sich die Frage aber schon gefallen lassen, ob Vettel überhaupt noch gewillt ist, "alles" zu geben.
Die letzte Saison hat sicherlich schwer an ihn genagt. Diese Saison sieht man ihn eher unsicher/schwach, Kanada mal ausgenommen.
Vielleicht ist Monza aber auch ein Weckruf für ihn. Ellbogen raus strecken und den anderen das Leben schwer machen. Und vielleicht auch mal klare Worte an die Entwicklungsabteilung von Ferrari schicken, dass die ihre Arbeit gefälligst richtig machen sollen.

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Maceo
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Re: Gerhard Berger: Vettel nicht naiv,

Beitrag von Maceo » Mi Sep 11, 2019 7:09 pm

Ich glaube nicht, dass Vettel gerade in der Position ist, anderen zu sagen, sie sollen ihre Arbeit richtig machen...
Ich schreibe hier kurze Kommentare und werde nur selten darüber diskutieren.

Elch75
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Re: Gerhard Berger: Vettel nicht naiv,

Beitrag von Elch75 » Mi Sep 11, 2019 7:25 pm

Vettel, der wurde zu Red Bull Zeiten, von Riccardo abgeledert und jetzt von Leclerc vorgeführt. Der kann doch mit einem Hybrid Formel 1 nichts anfangen!

102030
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Re: Gerhard Berger: Vettel nicht naiv,

Beitrag von 102030 » Do Sep 12, 2019 8:07 am

Vettel macht in dem späten Herbst seine Fahrerkarriere zu viele Flüchtigkeitsfehler. Er ist bestimmt kein Frühbremser geworden, sondern er fährt entweder unkonzentriert, oder er ist mit dem Multimedialenkrad seines Ferraris überfordert. Ich meine, dass das Autofahren heutzutage eher einem multitasking Videospiel ähnelt, bei dem ein guter Popometer kaum noch zum Tragen kommt.

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Maceo
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Re: Gerhard Berger: Vettel nicht naiv,

Beitrag von Maceo » Do Sep 12, 2019 9:28 pm

102030 hat geschrieben:
Do Sep 12, 2019 8:07 am
Ich meine, dass das Autofahren heutzutage eher einem multitasking Videospiel ähnelt, bei dem ein guter Popometer kaum noch zum Tragen kommt.
Aber Vettel ist doch eigentlich bekannt als "technischer Fahrer" und als "Streber". Ein "natürlich schneller" ist er nicht. Sein Speed kommt eben nicht vom "Popometer" sondern alleine von Setup und Fahrzeugcharakteristik. Das beweist seine F1 Karriere eigentlich auch. (Und kommt mir jetzt keiner mit dem lausigen Race Of Champions als Gegenbeweis)
Ich schreibe hier kurze Kommentare und werde nur selten darüber diskutieren.

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