Red Bull in der Formel 1: Verstappen-Strafe "hätte Auswirkun

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Redaktion
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Red Bull in der Formel 1: Verstappen-Strafe "hätte Auswirkun

Beitrag von Redaktion » Sa Jul 06, 2019 8:46 am

Helmut Marko bestätigt: Wenn die FIA Max Verstappen und Dietrich Mateschitz den Sieg in Spielberg weggenommen hätte, wäre das nicht ohne Folgen geblieben

Der Grand Prix von Österreich war ein echtes Volksfest, und das natürlich vor allem aus Red-Bull-Perspektive. Die furiose Aufholjagd von Max Verstappen, die euphorischen Holländer auf den Tribünen, das traumhafte Wetter, das Hollywood-Ende: Spielberg 2019 war ein Event ganz nach dem Geschmack von "Oberbulle" Dietrich Mateschitz.

Letztendlich nahm dann auch die kontrovers diskutierte FIA-Untersuchung wegen Verstappens Überholmanöver gegen Charles Leclerc in der drittletzten Runde ein für Red Bull positives Ende. Aber nicht wenige Beobachter glauben: Wenn die FIA Verstappen diesen Sieg weggenommen hätte, hätte sich Mateschitz, einer der wichtigsten und mächtigsten Player in der Formel 1, gut überlegt, ob er sich diesen Sport weiterhin antun will.

Dem klugen Geschäftsmann eine emotionale Entscheidung aus dem Bauch heraus zu unterstellen, würde seinem Intellekt nicht gerecht. Aber dass eine Strafe das Fass möglicherweise zum Überlaufen gebracht hätte, das aus Red-Bull-Sicht schon seit vielen Jahren immer voller wird, schließt auch Helmut Marko nicht aus.

Eine Formel 1, in der so ein Sieg wegen so eines Manövers aberkannt wird, könnte eine Formel 1 sein, "die uns nicht interessiert", bestätigt Marko die Verschwörungstheorien für den Fall des Falles im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. Und er unterstreicht: "Wenn uns der Sieg genommen worden wäre, hätte das sicher Auswirkungen gehabt."



Welche Auswirkungen das gewesen wären, lässt der 76-Jährige offen. Denkbar etwa, dass Red Bull nach Ablauf des aktuellen Concorde-Vertrags (Ende 2020) aus der Formel 1 ausgestiegen wäre. Und den Österreich-Grand-Prix gleich "mitgenommen" hätte. Oder man sich eine Protestaktion einfallen hätte lassen. Aber das ist letztendlich reine Spekulation.

Er habe mit Mateschitz "nicht konkret darüber gesprochen, was wir tun würden. Aber wir haben gesagt: So ist die Formel 1 nicht interessant", erklärt Red-Bull-Motorsportkonsulent Marko. "Da kann man die Worte von Max verwenden, der gesagt hat: 'Da können wir gleich zu Hause bleiben.'"

Aus seiner Sicht war Verstappens Manöver keinesfalls strafwürdig: "Max war vorne, Leclerc hat völlig offen gelassen. Der hätte ja abdecken und reinfahren können. Der hat genau gewusst, dass er mit seinen schlechten Hinterreifen nicht gescheit rauskommt, und dann wäre Max halt außen rumgefahren."

"Dann hat Leclerc reingezogen, obwohl er wissen musste, dass Max da ist. De facto ist er Max ins Auto gefahren. Aber that's Racing. Endlich haben wir ein Rennen gesehen! Die TV-Quoten rundherum waren toll. Es gab nur positive Reaktionen und Zustimmung. Das war so ähnlich wie damals, als wir unseren ersten Formel-1-Titel gewonnen haben."



Es dauerte nach der Zieldurchfahrt rund drei Stunden, bis Verstappen dann als Sieger feststand. Mateschitz war da schon (mit Verstappens Siegerhelm unter dem Arm) mit dem Hubschrauber abgerauscht, weil er einen Flug erwischen musste. Marko hatte sich mit seinem Aston Martin bereits zu einer Besprechung im nahe gelegenen Zeltweg chauffieren lassen.

Als die Entscheidung feststand, gab Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sofort bekannt, dass man diesmal keinen Protest anmelden werde. Anders als in Montreal, nach der ebenfalls strittigen Situation zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton. Dort verlor Vettel den Sieg wegen einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe.

Die Darstellung, dass Ferrari die Sache in Spielberg gnädigerweise auf sich beruhen hat lassen, stört Marko: "Die können ja gar nicht protestieren. Das ist eine Farce. Was wollen sie denn bringen? Sie brauchen neue Beweise. Aber es war schon alles am Tisch. So. Die konnten gar nichts Neues bringen."

So wie nach Montreal, wo Ferrari als "neuen Beweis" unter anderem eine TV-Analyse des ehemaligen Formel-1-Piloten Karun Chandhok eingereicht und sich damit im Paddock viel Spott zugezogen hat. Marko: "Den Protest in Montreal haben sie ja auch mehr inszeniert. Das ist vom Gesetzgeber schon so konstruiert, dass das nichts passieren kann."



Dabei hatten nach Spielberg viele das Gefühl, dass es nach den Urteilen in Kanada und Frankreich eine Strafe geben könnte. Angesichts der Präzedenzfälle ist die Frage an Marko berechtigt, ob er als Ferrari-Teamchef genauso gelassen reagiert hätte - und der Österreicher gibt zu: "Nein. Aber wir haben ja immer schon gesagt, auch in Monte Carlo, dass die Regeln falsch sind."

"Die Kommissare stecken in einem Korsett. Wenn ein Fall an sie weitergegeben wird, sind sie an die Regeln gebunden und müssen dann vielleicht auch strafen. Das hätte daher gar nicht an sie weitergegeben werden sollen. Aber der neue Mann hat da noch nicht die Souveränität und Erfahrung, die ein Charlie Whiting hatte."

"Klar hätte ich mich auch aufgeregt. Aber ich habe immer gesagt, es müssen andere Regeln her. Erstens sollten gar nicht so viele Sachen zu den Kommissaren kommen, und zum anderen sollten die nicht gezwungen sein, immer gleich eine Strafe auszusprechen. Sondern die sollten viel mehr Spielraum in ihren Entscheidungen haben", findet Marko.

Dazu muss man wissen: Der neue FIA-Rennleiter Michael Masi ist derjenige, der Rennsituationen zunächst mit seinem Team betrachtet und dann an die Kommissare weiterleitet - oder eben auch nicht. Nur wenn die Kommissare mit einem Fall konfrontiert werden, sind sie auch gezwungen, darüber zu urteilen.

In der Urteilsfindung selbst spielt Masi dann keine Rolle mehr - da sind die vier Kommissare komplett unabhängig. Sollte es nach dem Studium aller vorliegenden Beweise und der Anhörung von Zeugen eine 2:2-Pattsituation geben, entscheidet auch nicht Masi, sondern die Stimme des Chefkommissars. Das ist in der Regel der erfahrenste Mann im Team, aber nie der Experten-Kommissar.

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Leberkaesbaron
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Re: Red Bull in der Formel 1: Verstappen-Strafe "hätte Auswirkun

Beitrag von Leberkaesbaron » Sa Jul 06, 2019 12:05 pm

Es ist wie im richtigen Leben: Die Brut der Paragrafenreiter und Juristen bestimmen alles und jedes - auch wenn sie völlig blind sind und keine Ahnung haben. Alles läuft nach vordefinierten Standarts ab, gesunder Menschenverstand hat keinen Platz mehr.

Was ist nur aus dem Rennsport geworden ... eine mit sinnlosen Regeln überfrachtete Veranstaltung für politisch korrekte Weicheier :jupi:
Alles was Räder oder Titten hat, macht früher oder später Probleme

HG-Alarion
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Re: Red Bull in der Formel 1: Verstappen-Strafe "hätte Auswirkun

Beitrag von HG-Alarion » Sa Jul 06, 2019 1:49 pm

Fakt ist das die Entscheidung korrekt war, aber konsequenterweise müsste Vettel auch seinen Sieg zurück bekommen. Hamilton war noch nichtmal mim frontflűgel auf Höhe der Hinterachse.

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Maglion
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Re: Red Bull in der Formel 1: Verstappen-Strafe "hätte Auswirkun

Beitrag von Maglion » Sa Jul 06, 2019 2:51 pm

Leberkaesbaron hat geschrieben:
Sa Jul 06, 2019 12:05 pm
Es ist wie im richtigen Leben: Die Brut der Paragrafenreiter und Juristen bestimmen alles und jedes - auch wenn sie völlig blind sind und keine Ahnung haben. Alles läuft nach vordefinierten Standarts ab, gesunder Menschenverstand hat keinen Platz mehr.

Was ist nur aus dem Rennsport geworden ... eine mit sinnlosen Regeln überfrachtete Veranstaltung für politisch korrekte Weicheier :jupi:
Die ganzen Regeln gibt es, weil sowohl Fahrer, als auch Teamchefs danach gerufen haben, weil sie sich irgendwann mal benachteiligt fühlten und es in Zukunft geregelt haben wollten. Wo viel gejammert wird, muss eben auch viel geregelt werden und in der Formel-Jammerlappen blieb der FIA nichts anderes übrig, als den Jammerlappen die geforderten Regeln zu geben.

Die FIA hat diesen Forderungen nachgegeben, oft auch weil entsprechend Druck gemacht wurde. Es gibt nur wenige Regeln, die die FIA von sich aus eingeführt hat, in erster Linie wenn es um die Sicherhiet ging, aber auch hier ist man oft zu weit gegangen.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass jeder Sport auch den echten Gesetzen unterordnen und sich entsprechend absichern muss, gerade wenn es um schwere Unfälle geht siehe z.B. Bianchi, denn so ein Unfall kann für einen Schuldigen mit enormen finanziellen Folgen verbunden sein UND es kann im schlimmsten Fall sogar passieren, dass sie der Staat in den Motorsport einmischt und ihn im schlimmsten Fall sogar verbietet - siehe Rundstreckenrennen in der Schweiz.

ABER in der Formel 1 möchte man eben in allen Bereichen möglichst professionell sein und da überlässt man nichts dem Zufall und es wird alles bis ins kleinste Detail geregelt.
Man muss auch bedenken, dass die FIA eine riesen Organisation ist und im Bereich Sicherheit arbeiten viele Menschen und die sorgen dafür, dass sie nicht überflüssig werden. Da geht es in meinen AUgen in erster Linie mher um den Selbsterhalt, als dass sie tatsächlich dem Sport dienen, was ihre eigentliche Aufgabe wäre.
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Krampine
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Re: Red Bull in der Formel 1: Verstappen-Strafe "hätte Auswirkun

Beitrag von Krampine » Sa Jul 06, 2019 9:40 pm

Zum Ärgern so was. Drohen, black mailen. Kaum kommens in einer kurzen Episode der F1 vor glauben sie schon sie führen Regie .... ist bei Ferrari und Mercedes auch nicht besser. Und leider auch bei Hamilton und Vettel, im Moment der Enttäuschung wird immer alles in Frage gestellt. Die quatschen auch in letzter Zeit viel zu viel.

Ich würde ja mal eine kleine Trophäe für die Rennkommissare spenden, die sich immer das Gesuder anhören müssen, coolen Kopf bewahren, und meistens die richtige Entscheidung treffen.

:)

edit: hab noch was als Verteidigung gefunden, diese Suderanten helfen natürlich auch den Kommissaren sich immer wieder zu hinterfragen und es noch besser zu machen. Auch ein Kommissar darf sich nicht ausruhen und muss stetig hinzulernen :)

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flingomin
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Re: Red Bull in der Formel 1: Verstappen-Strafe "hätte Auswirkun

Beitrag von flingomin » So Jul 07, 2019 6:38 am

Leberkaesbaron hat geschrieben:
Sa Jul 06, 2019 12:05 pm


Was ist nur aus dem Rennsport geworden ... eine mit sinnlosen Regeln überfrachtete Veranstaltung für politisch korrekte Weicheier :jupi:
Als Kind der 70er würde ich sogar einen Schritt weiter gehen:
Was ist nur aus der Gesellschaft geworden ... eine mit sinnlosen Regeln überfrachtete Veranstaltung für politisch korrekte Weicheier :jupi:
Der Rennsport fügt sich da lediglich ins vorgegebene Raster ein. Ganz so wie das 2019 eben sein muss.

Diese Regeln gibt es übrigens weil Fans, Fahrer und Teamchefs danach verlangt haben. Also nicht drüber beschweren, so wurde es ja gewollt.
Zum Beispiel Vettel jammerte und schrie nach einer „Verstappen Regel“.
Als er sie bekam war er der erste der deswegen verknackt wurde.
War auch wieder nicht recht. :betrunken:

Turrican4D
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Re: Red Bull in der Formel 1: Verstappen-Strafe "hätte Auswirkun

Beitrag von Turrican4D » So Jul 07, 2019 6:48 am

Dass Marko ganz genau um die Illegalität von Verstappens Manöver weiß, sieht man schon allein daran, dass er es nur mit Lügen verteidigen kann.

MotoGPFan1977
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Re: Red Bull in der Formel 1: Verstappen-Strafe "hätte Auswirkun

Beitrag von MotoGPFan1977 » So Jul 07, 2019 9:20 am

flingomin hat geschrieben:
So Jul 07, 2019 6:38 am
Als Kind der 70er würde ich sogar einen Schritt weiter gehen:



Der Rennsport fügt sich da lediglich ins vorgegebene Raster ein. Ganz so wie das 2019 eben sein muss.

Diese Regeln gibt es übrigens weil Fans, Fahrer und Teamchefs danach verlangt haben. Also nicht drüber beschweren, so wurde es ja gewollt.
Zum Beispiel Vettel jammerte und schrie nach einer „Verstappen Regel“.
Als er sie bekam war er der erste der deswegen verknackt wurde.
War auch wieder nicht recht. :betrunken:

Genau so schaut es aus :schumi:

friburger
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Re: Red Bull in der Formel 1: Verstappen-Strafe "hätte Auswirkun

Beitrag von friburger » So Jul 07, 2019 5:55 pm

Hallo, jetzt bestimmt also die Red Bull Mafia wer ein Rennen gewinnt und wer keine Strafe bekommt. Ferrari ist jetzt schon 2 mal in diesem Jahr betrogen wurde. Dieser sogenannte Motosport ist nur noch ein Haufen Elend. Aber es gibt ja auch noch schöne Sportarten ohne daß Österreicher tricksen können.

TH_
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Re: Red Bull in der Formel 1: Verstappen-Strafe "hätte Auswirkun

Beitrag von TH_ » So Jul 07, 2019 8:48 pm

friburger hat geschrieben:
So Jul 07, 2019 5:55 pm
Hallo, jetzt bestimmt also die Red Bull Mafia wer ein Rennen gewinnt und wer keine Strafe bekommt. Ferrari ist jetzt schon 2 mal in diesem Jahr betrogen wurde. Dieser sogenannte Motosport ist nur noch ein Haufen Elend. Aber es gibt ja auch noch schöne Sportarten ohne daß Österreicher tricksen können.
RB war auch nicht für die Vettel Strafe. Die war lächerlich und eine Strafe für Ver wäre noch lächerlicher gewesen. Wo haben da die Österreicher getrickst? Dummes Zeug.

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shuyuan
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Re: Red Bull in der Formel 1: Verstappen-Strafe "hätte Auswirkun

Beitrag von shuyuan » Mo Jul 08, 2019 9:37 am

Turrican4D hat geschrieben:
So Jul 07, 2019 6:48 am
Dass Marko ganz genau um die Illegalität von Verstappens Manöver weiß, sieht man schon allein daran, dass er es nur mit Lügen verteidigen kann.
:lol:
Die beste Idee der Neuzeit ist, das Atmen zu besteuern und es CO2 Abgabe zu nennen

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