Schwarzes Heimrennen: Hat sich Daniel Ricciardo zu viel zuge

Hier diskutieren Fans über News und aktuelle Themen rund um die Formel 1
Antworten
Redaktion
Beiträge: 15863
Registriert: Do Nov 08, 2001 1:01 am

Schwarzes Heimrennen: Hat sich Daniel Ricciardo zu viel zuge

Beitrag von Redaktion » So Mär 17, 2019 1:13 pm

Daniel Ricciardo wirkt nach seinem Ausfall im Heimrennen leer und erschöpft - Ein Schlagloch wird ihm auf Start-Ziel zum Verhängnis

Bereits nach wenigen Metern wurden alle Erwartungen von Daniel Ricciardo in seinem Heimrennen (Formel-1-Paddock 2019: Der Sonntag in Melbourne!) zerschlagen. Ein großes Schlagloch neben der Start-Ziel-Geraden bereitete dem Rennen des Australiers ein jähes Ende. Der harte Aufschlag beschädigte die Frontpartie des Renault, wodurch Ricciardo nach einem unplanmäßigen Boxenstopp ans Ende des Feldes zurückkatapultiert wurde. In Runde 28 wurde er schließlich rückwärts in die Garage geschoben, der Schaden am R.S.19 war zu groß. Mit null Punkten und emotionaler Leere verlässt er seine Heimat Richtung Bahrain.

"Es ist so schnell passiert", sagt der 29-Jährige nach seinem verkürzten Arbeitstag. Ricciardo habe im Cockpit sofort verstanden, was passiert war. "Ich habe mir nun die Wiederholung angesehen. So habe ich das auch hinter dem Lenkrad schon empfunden. Ich kann die Schuld nur dem Gras und einer Bodenwelle aus Beton - oder was auch immer das war - geben." Er traf das Schlagloch wenige Meter nach dem Start mit voller Wucht.

Auslöser dafür war Racing-Point-Pilot Sergio Perez. Der Mexikaner startete zwei Positionen vor Ricciardo auf Rang zehn und befand sich direkt vor dem Australier. "Sergio erwischte keinen guten Start. Ich hatte einen ganz guten Run. Er hat ein wenig gezuckt. Als ich seine Bewegung sah, habe ich automatisch darauf reagiert. Dadurch kam ich auf das Gras. Aber man weiß natürlich nie, wie weit er sich bewegen wird."



Ricciardo dachte sich nichts dabei und hielt auch auf der Wiese seinen Fuß auf das Gaspedal gedrückt. "Ich dachte, ich würde einfach drüberfahren und hätte genügend Schwung, um mich neben ihm zu positionieren. Aber da war dieser kleine Graben." Das Schlagloch kam für den Lokalmatador völlig unerwartet. "Das war wirklich ein harter Schlag. Ich wollte zunächst nicht auf das Gras rausfahren, aber dann habe ich Perez angegriffen. Für mich war die Innenseite die bessere Seite, dann habe ich gesehen, dass er sich etwas nach rechts bewegt. Da reagiert man automatisch auch und ich bin noch ein bisschen weiter rübergefahren."

Mit zwei Reifen auf der Wiese erwischte er den Schlag, just an jener Stelle, an der ein kleines Asphaltband von der Boxenausfahrt zur Strecke die Wiese quert. In der Mulde löste sich der filigrane Frontflügel sofort. Ricciardo hatte Mühe, das Auto in Kurve 1 abzubremsen, um mit keinem anderen Auto zu kollidieren. In weiterer Folge wurde er durchgereicht und musste sich mit einem Boxenstopp in Runde eins von hinten wieder an das Feld herankämpfen.

Bis zu seinem Ausscheiden schaffte er es an den beiden Williams-Piloten, Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) und dem ausgefallenen Carlso Sainz (McLaren) vorbei. Auf Rang 16 liegend wurde er schließlich an die Box gerufen. "Das war wirklich schade, dass es so schnell vorbei war." Dass er das Rennen aufgeben musste, versteht Ricciardo nachträglich nicht ganz. " Ich weiß nicht, warum. Ich glaube, wir hatten ein Problem. Ich denke, dass sie auf Nummer sichergehen wollten. Wir hatten augenscheinlich ein paar Schwierigkeiten."



Im Teamfunk war nur zu hören, dass er kurz davor an die Box gerufen wurde, um das Auto abzustellen. Daraufhin funkte er: "Ich weiß nicht, was da heute am Start passiert ist. Tut mir leid, dass es nicht geklappt hat." Renault-Teammanager Cyril Abiteboul sieht das Grundproblem im Qualifying, wo Ricciardo den Q3-Einzug knapp verpasst hat. "Wir verlassen Australien mit gemischten Gefühlen. Das Qualifying hat Daniels erstes Rennen sehr komplex gestaltet. Er hat versucht, am Start Positionen gut zu machen, aber leider mussten wir das Auto aufgrund des Schadens schließlich aus dem Rennen nehmen."

Insgesamt wirkte der ansonsten so strahlende Ricciardo nach dem ersten Saisonwochenende emotional aufgewühlt. "Ich weiß gerade gar nicht, warum ich eigentlich lächle", gestand er. "Diese Woche war so unglaublich lang. Ich hatte keine Pause. Ich war zu sehr damit beschäftigt, anderen zu gefallen und habe dabei auf mich vergessen." Das große Heimspiel mit dem neuen Team hat unnatürlich hohen Druck auf Ricciardo aufgebaut, dem er nicht standhalten konnte.

Er fühle sich leer und ausgelaugt, schilderte er am Sonntagnachmittag. "Ich fühle mich leer. Es ist wirklich schwierig hier, alles richtig hinzubekommen. Heute hatte ich wirklich Pech. Ich weiß es nicht. Ich fühle mich aus mehreren Gründen einfach leer." Der erschöpfte Pilot möchte für kommendes Jahr eine Lehre daraus ziehen und sein Programm in Zukunft anders gestalten.

Was ihm Hoffnung gibt, ist die Leistung von Nico Hülkenberg am Sonntag. Der Deutsche schaffte Platz sieben und war im vorderen Mittelfeld präsent. "Dort gehört das Auto hin. Ich denke, wir sollten in der ersten Saisonhälfte dauerhaft in die Top 8 fahren. Und danach sollte es hoffentlich besser werden. Bahrain wird bestimmt um einiges einfacher. Darauf kann ich mich dann ordentlich vorbereiten." Denn der große Rummel um seine Person habe ebenfalls zu dem schwierigen Auftakt beigetragen.

Original-News aufrufen

Benutzeravatar
ICH biNs
Beiträge: 316
Registriert: Di Jan 16, 2018 9:25 pm

Re: Schwarzes Heimrennen: Hat sich Daniel Ricciardo zu viel zuge

Beitrag von ICH biNs » So Mär 17, 2019 8:34 pm

Zitat Ricci:
Ich kann die Schuld nur dem Gras und einer Bodenwelle aus Beton - oder was auch immer das war - geben." Er traf das Schlagloch wenige Meter nach dem Start mit voller Wucht.
Auslöser dafür war Racing-Point-Pilot Sergio Perez.
Zitat Ende:

Heißt es da nicht etwa, dass Selbsterkenntnis er erste Weg zu Besserung sei?!?
Dem Schlagloch - neben der Strecke - sowie dem Perez, sollte Ricci also besser nicht die Schuld zuweisen wollen!
Tipp: Zukünftig einfach mal die Bremsen benutzen, das sollte jedenfalls dabei helfen, solch einen total unnötigen
Ausfall künftig vermeiden zu können.

Seltsam keinerlei Kommentare hier zu Ricchis Kurzschlussaktion?!?
Ich stelle mir gerade was hier los wäre, wenn der VET so ein dämliches Manöver abgeliefert hätte?

vampiresclub
Beiträge: 122
Registriert: Do Okt 18, 2018 6:09 pm

Re: Schwarzes Heimrennen: Hat sich Daniel Ricciardo zu viel zuge

Beitrag von vampiresclub » Mo Mär 18, 2019 10:16 am

ICH biNs hat geschrieben:
So Mär 17, 2019 8:34 pm
Zitat Ricci:
Ich kann die Schuld nur dem Gras und einer Bodenwelle aus Beton - oder was auch immer das war - geben." Er traf das Schlagloch wenige Meter nach dem Start mit voller Wucht.
Auslöser dafür war Racing-Point-Pilot Sergio Perez.
Zitat Ende:

Heißt es da nicht etwa, dass Selbsterkenntnis er erste Weg zu Besserung sei?!?
Dem Schlagloch - neben der Strecke - sowie dem Perez, sollte Ricci also besser nicht die Schuld zuweisen wollen!
Tipp: Zukünftig einfach mal die Bremsen benutzen, das sollte jedenfalls dabei helfen, solch einen total unnötigen
Ausfall künftig vermeiden zu können.

Seltsam keinerlei Kommentare hier zu Ricchis Kurzschlussaktion?!?
Ich stelle mir gerade was hier los wäre, wenn der VET so ein dämliches Manöver abgeliefert hätte?
Sorry, sehe ich nicht so.
Wenn man sich an die Onboard Aufzeichnung erinnert, würde ich sagen von einem F1 Piloten muss ich erwarten, dass er das Risiko nimmt und sich daneben setzt.
it´s a sad day for formula one when privateers really do go.
But I think we are entering a new era where the privateers are the Red Bulls.
They are really well funded. ------Paul Stoddart-----

Benutzeravatar
ICH biNs
Beiträge: 316
Registriert: Di Jan 16, 2018 9:25 pm

Re: Schwarzes Heimrennen: Hat sich Daniel Ricciardo zu viel zuge

Beitrag von ICH biNs » Mo Mär 18, 2019 1:08 pm

vampiresclub hat geschrieben:
Mo Mär 18, 2019 10:16 am
Sorry, sehe ich nicht so.
Wenn man sich an die Onboard Aufzeichnung erinnert, würde ich sagen von einem F1 Piloten muss ich erwarten, dass er das Risiko nimmt und sich daneben setzt.
Klar, kann man auch natürlich auch anders sehen...
Na ja, diese Risikoaktion (Off-Road-Manöver neben der Piste) ging aber halt leider schwer in die Hose.
Das Problem jedoch, was ich vielmehr in seinen Aussagen glaube zu erkennen, ist Riccis Mangel an Selbstreflexion!
Das Schlagloch, bzw. der Perez, sind, jedenfalls für diesen Nuller, nicht in die Verantwortung zu nehmen.
Hülkenberg also 7. und Ricci raus.
Das hat seine Postion im Team sicher nicht gestärkt.

Steff0111
Beiträge: 3
Registriert: Mi Mär 13, 2019 2:43 pm

Re: Schwarzes Heimrennen: Hat sich Daniel Ricciardo zu viel zuge

Beitrag von Steff0111 » Mo Mär 18, 2019 2:20 pm

Die Fahrer kennen jede Unebenheit auf und neben der Strecke- oder sollten sie zumindest kennen...
Das hier gezuckt und darauf reagiert wurde, ist nur menschlich und den guten reflexen der Fahrer geschuldet.
Daniel hätte aber vor dem Start schon daran denken müssen, dass dort diese Vertiefung ist und sich dann eine entsprechende Strategie überlegen müssen.
Sinngemäß: "Wenn ich innen vorbei will, darf ich nur bis zum Strich!".
Insofern sehe ich schon die Schuld bei seiner schlechten Vorbereitung- lag wohl an seiner harten Woche!

Antworten