Jerez-Tests: Warum Aston Martin weniger unter Regen litt als

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Jerez-Tests: Warum Aston Martin weniger unter Regen litt als

Beitrag von Redaktion » Sa Mär 09, 2019 10:03 am

Die DTM-Herstellertests in Jerez im Rückspiegel: Wie sich das Regenchaos auswirkte, wie Aston Martin vorankommt und wie es im Duell Audi gegen BMW aussieht

Das Wetter war der große Spielverderber beim Hersteller-Test der DTM, der von Dienstag bis Donnerstag in Jerez über die Bühne ging. "Da fährt man nach Südspanien mit einem umfangreichen Programm, das man abspulen will, und dann ist man mit Regen und Windböen von bis zu 80 km/h konfrontiert", zeigt sich R-Motorsport-Teamchef Florian Kamelger, dessen brandneuer Aston Martin beim Test seine ersten Kilometer abspulte, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' verwundert. "Ja logisch ist da der Ärger groß."

Am Dienstag-Vormittag war es bis Mittag nass - und am Mittwoch fiel abgesehen von der ersten Stunde der ganze Tag ins Wasser. Nur am Donnerstag waren die Bedingungen etwas besser, dafür hatte es am Morgen frostige drei Grad. "Das ist nicht die optimale Testumgebung", weiß Kamelger.

Dabei könnte sein Team im Verhältnis zu den Rivalen Audi und BMW, die bereits Ende des Vorjahres mit den neuen Turbo-Motoren sechs Testtage absolvierten und daher einen Entwicklungsvorsprung haben, von den Wetterkapriolen sogar profitieren. "Uns bringen vor allem die Kilometer was", erklärt der Südtiroler. "Und die kann man auch im Regen fahren, auch da kann man Erkenntnisse erlangen. Da hatten Audi und BMW wahrscheinlich etwas mehr Mühe, weil die schon in einem Stadium sind, in dem es Richtung Performance-Runs geht." Ans Limit konnten die Piloten bestenfalls am Donnerstag gehen, zudem kann man auf nasser Piste kaum Vergleichswerte einholen um am Set-up zu feilen.



Für Aston Martin war es hingegen schon ein Erfolg, dass das in nur 90 Tagen entwickelte Auto überhaupt fuhr. "Es ging um Zuverlässigkeit und Fahrbarkeit und nicht um die Performance auf der letzten Rille", erklärt der Teamchef. Ziel sei es gewesen, "Kinderkrankheiten, auf die man stößt und die klarerweise da sind, zu erkennen und zu beseitigen. Die nötigen Korrekturen und Anpassungen haben wir vorgenommen."

Testzeiten werden bei den Herstellertests nicht veröffentlicht, ein Vergleich mit Audi und BMW sei allerdings derzeit noch nicht repräsentativ: "Ich weiß nicht, wie weit die Konkurrenten sind, deswegen kann ich nicht sagen, ob wir auf Augenhöhe sind. Uns fehlen definitiv diese Testtage."



Doch wie sieht es im Duell Audi gegen BMW aus? Bei den Ingolstädtern spricht man von einem "runden Test", die größten Probleme mit dem neuen Turbo-Triebwerk scheinen ausgemerzt. BMW liegt hingegen etwas im Hintertreffen, weshalb man nicht so viel an den Performance-Runs und am Set-up arbeiten konnte wie ursprünglich geplant.

Das hat auch damit zu tun, dass der neue Zwei-Liter-Vierzylinder-Motor für viel größere Vibrationen sorgt als der bis Saisonende 2018 eingesetzte V8-Sauger, wodurch die Belastung für gewisse Teile deutlich ansteigt.

Unterbrechungen gab es nicht nur bei Aston Martin, sondern auch bei den etablierten Herstellern: Während der Audi von Rene Rast am verregneten Mittwoch lange an der Box stand, lief der M4 von Timo Glock wie ein Uhrwerk und kam auf 125 Runden. Dafür musste Glock am Donnerstag auf wertvolle Kilometer verzichten. Ein Elektronikproblem sorgte für eine Zwangspause.



Trotzdem outet sich Glock nach seiner Premiere als Fan der 2019er-Autos, die rund 100 PS mehr bieten: "Ich muss sagen, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Man spürt das Plus an Motorleistung und das Drehmoment deutlich."

Auch die veränderte Aerodynamik wirke sich auf das Fahrverhalten aus, "aber nach meinen ersten Testtagen kann ich bestätigen, dass der neue BMW M4 DTM richtig Spaß macht." Insgesamt spricht er trotz des schlechten Wetters von einem "produktiven Test".

Während auch Vizemeister Rast am Mittwoch und Donnerstag seine ersten Kilometer im 2019er-Auto abspulte, waren am Dienstag mit BMW-Pilot Bruno Spengler und Audi-Fahrer Nico Müller jene Fahrer zum Einsatz gekommen, die schon im Dezember in Jerez in den neuen Autos saßen. Die Nominierungen geben auch einen ersten Hinweis, auf welche Piloten die Hersteller dieses Jahr besonders setzen.



Bei Aston Martin gab es nach den ersten zwei Testtagen, die Routinier Paul di Resta bestritt, eine Premiere: Am Donnerstag spulte Rookie Jake Dennis seine ersten DTM-Runden überhaupt ab. Zudem buchte das neue Team, das noch sechs Testtage nachholen darf, den Kurs am Freitag für einen privaten, erneut von heftigem Regen überschatteten Test mit Rookie Ferdinand Habsburg.

Der Tag wird allerdings nicht vom Test-Guthaben abgezogen, wie Teamchef Kamelger klarstellt: "Es handelt sich um einen für alle Hersteller mit der ITR abgesprochenen Zusatztest, um Zuverlässigkeitsprobleme bei Einheitsbauteilen auszuschließen." Audi und BMW haben diese Testtage übrigens bereits hinter sich.



Während Aston Martin, wie Teamchef Kamelger gegenüber 'Motorsport-Total.com' bestätigt hat, von 27. bis 29. März in Estoril zumindest drei der noch verfügbaren sechs Testtage nutzt, bevor die Autos am 1. April homologiert werden müssen, stehen von 15. bis 18. April nur noch die offiziellen ITR-Tests auf dem Lausitzring auf dem Programm.

Dann kommen endlich auch die Piloten in den Geschmack der neuen Autogeneration, die bislang nur zuschauen durften: Das sind bei BMW Philipp Eng, Joel Eriksson und Sheldon van der Linde, bei Audi Jamie Green, Loic Duval und Robin Frijns sowie bei Aston Martin Daniel Juncadella. Anfang Mai steigt der Saisonauftakt auf dem Hockenheimring.

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