Tragische Figur Esteban Ocon: Zwei Angebote, kein Cockpit?

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Redaktion
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Tragische Figur Esteban Ocon: Zwei Angebote, kein Cockpit?

Beitrag von Redaktion » Mo Aug 27, 2018 11:50 am

Bei McLaren war er zur Sitzanpassung, bei Renault lag der Vertrag so gut wie vor - und jetzt steht Esteban Ocon plötzlich ohne Cockpit in der Formel 1 da ...

Esteban Ocon könnte zur tragischen Figur der "Silly Season" in der Formel 1 werden. Beim Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps sensationell Qualifying-Dritter (und Sechster im Rennen), droht er sein Cockpit bei Racing Point (Force India) noch während der laufenden Saison an Lance Stroll zu verlieren. Und auch sonst sind für ihn in den vergangenen Wochen Türen zugefallen.

Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' war sich Ocon mit dem McLaren-Team schon so gut wie einig - so weit, dass er sogar zu einer Sitzanpassung in Woking war. Hinter den Kulissen wurde aber gleichzeitig die Variante Renault sondiert, und die schien dem Ocon-Management attraktiver als McLaren.

"Es gab einen nahezu fertigen Deal mit Renault", erklärt Mercedes-Teamchef Toto Wolff, in dessen Verantwortlichkeit die Zukunft von Mercedes-Junior Ocon fällt. "In Budapest dachten wir, seine Zukunft sei geklärt." Doch dann hat überraschend Daniel Ricciardo bei Renault unterschrieben, und weil auch Nico Hülkenberg für 2019 gesetzt ist, war dieser Wechsel plötzlich kein Thema mehr.

"Es ist wirklich schade, wie sich das entwickelt hat", bedauert Wolff. "Genauso, wie Red Bull überrascht war, sind auch wir überrascht worden von der Situation." An Renault übt er leise Kritik: "Man kann das nachvollziehen, wenn Renault die Möglichkeit hat, einen Ricciardo zu kriegen, dass man das macht. Aber es war vielleicht nicht ganz so, wie man es im ordentlichen Geschäftsleben tut."



Dazu muss man wissen: Erstens wäre Ocon als Franzose ein perfekter Kandidat für ein französisches Werksteam gewesen. Zweitens wäre auch seine Mercedes-Kaderzugehörigkeit kein Problem gewesen - ganz im Gegenteil: Renault und Mercedes verbindet auf Konzernebene eine strategische Allianz.

Irgendwann kristallisierte sich heraus, dass Lawrence Stroll das Force-India-Team aus der Insolvenzmasse herauskaufen würde, und weil Sergio Perez smart genug war, seinen Vertrag frühzeitig zu verlängern, könnte das bedeuten, dass Ocon bald auf der Straße steht. Die Möglichkeit, noch 2018 zu McLaren zu wechseln, ist eher dünn: Bei der Sitzanpassung hat sich herausgestellt, dass er mit seinen 1,86 Metern für den MCL33 zu groß ist.

Racing Point und Renault sind also keine Möglichkeiten mehr, und McLaren erscheint zumindest für den Rest der Saison 2018 unrealistisch. Bliebe noch Williams, aber dort gilt Robert Kubica für das Stroll-Cockpit als gesetzt. Der Pole hat einen Vertrag, der ihm Renneinsätze garantiert, sollte einer der Stammfahrer ausfallen. Darf er nicht fahren, muss er um teures Geld entschädigt werden.

Aber: "Aber Esteban ist so gut, der wird seinen Platz finden, bei irgendeinem anderen Team", ist Wolff überzeugt. "Und wenn nicht, dann parken wir ihn und bereiten ihn für Größeres vor." Als Testfahrer bei Mercedes. Für Wolff wäre das "der absolute Worst Case". Er hofft daher: "Vielleicht finden wir irgendein anderes Engagement." Zum Beispiel - interimsmäßig - in der Formel E?

Dabei sind sich alle einig, dass Ocon als eines der aufstrebenden Talente der Zukunft in die Königsklasse gehört. Wolff unterstreicht: "Ich bin überzeugt, dass er mit der Leistung, die er in den letzten Jahren gezeigt hat, seinen Platz in einem Topteam der Formel 1 finden, Rennen gewinnen und vielleicht eines Tages um eine Meisterschaft fahren wird."

Sollte Stroll wirklich schon in Monza im Force India sitzen, ist es an Wolff und Ocons Management, "einige Schachfiguren" richtig zu ziehen. Wie die Plan-B-Szenarien aussehen könnten, sei "momentan aber noch nicht klar".



Klar ist hingegen: Wenn Ocon verfügbar ist, wird im Hinblick auf 2019 für Stoffel Vandoorne die Luft bei McLaren ziemlich dünn. Auch wenn McLaren-Rennleiter Gil de Ferran versichert: "Ich kann bestätigen, dass wir momentan keine anderen Pläne haben und Stoffel für den Rest des Jahres im Auto sitzen wird." Wobei dem geschulten Beobachter in diesem Zitat sofort das Wort "momentan" ins Auge sticht ...

Selbst wenn Ocon nicht kommen sollte, hat Vandoorne noch einen starken Gegner um das zweite McLaren-Cockpit, nämlich Lando Norris. Norris hat sich am Freitagmorgen im direkten Shootout gegen Vandoorne um knapp eine Zehntelsekunde durchgesetzt, obwohl er im Formel-1-Auto viel weniger Erfahrung vorweisen kann.

Das Team ist vom Formel-2-Fahrer begeistert: "Er stellt sich sehr schnell auf neue Situationen ein", sagt de Ferran. "Das haben wir bei den Tests gesehen und jetzt auch in Spa. Norris habe "keine Fehler gemacht und seine Arbeit fein erledigt". Und wird in Monza im ersten Training wieder zum Einsatz kommen - diesmal nicht neben, sondern statt Vandoorne.

Kleine Randnotiz: Wenn es stimmt, was Helmut Marko sagt, muss McLaren Norris bis September ein Formel-1-Cockpit besorgen - sonst wäre er frei. Zum Beispiel für Toro Rosso. Gut möglich also, dass McLaren Ocon absagen wird, um das hauseigene Zukunftstalent Norris nicht zu verlieren. Dann stünde Ocon wieder ohne Team da.

Vandoornes Management, angeführt von Alessandro Alunni Bravi, streckt indes schon die Fühler aus. Naheliegend wäre etwa Sauber: Alunni Bravi sitzt bei der Islero Investments AG, die das Sauber-Team kontrolliert, im Vorstand. Neben Frederic Vasseur, unter dessen Regie Vandoorne 2015 bei ART GP2-Champion geworden ist. Man kennt sich also.

Auch bei McLaren gibt es eine persönliche Connection für den Belgier: Seine Freundin Anna (als DJane und Musikerin bekannt) ist die Tochter von Rennleiter de Ferran. Aber das spricht im Zweifel eher gegen Vandoorne. Schließlich wird man sich als McLaren-Manager ungern nachsagen lassen, den Schwiegersohn in spe nur des Vitamin B wegen nicht entlassen zu haben ...

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SpeedManiac
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Registriert: Di Feb 27, 2018 4:55 pm

Re: Tragische Figur Esteban Ocon: Zwei Angebote, kein Cockpit?

Beitrag von SpeedManiac » Mo Aug 27, 2018 1:10 pm

Es wird schön langsam ekelhaft - da kauft Daddy ein Formel 1 - Team, nur
um seinem talentfreien Sprössling ein Spielzeug in die Hand zu geben.

Ein anderer Fahrer legt sich mit der Tochter seines Chefs (...bekannte DJane und Musikerin - wofür
bekannt? Noch nie gehört von der Besten, und offensichtlich keine Bildungslücke) ins Bett, nur um sein
Cockpit behalten zu können.

Talentierte Fahrer bekommen keine Chance oder werden eliminiert,
nur damit solche Wurschteln weiterfahren können?

Die Formel 1 wird immer unverständlicher..... :jupi:

Kein Wunder, dass sich Alonso, der nicht zu unrecht als einer der besten Fahrer
der Welt gilt, abwendet und ab nächstem Jahr Rennen in weitaus seriöseren Serien
bestreiten wird. Diese Serien (nicht Teams, sondern Serien) rennen ihm die
Türen ein, er muss lediglich auswählen.

Solche Luxusprobleme haben die Bezahlfahrer nicht. Gut so!

Cannibals
Beiträge: 37
Registriert: Fr Mai 04, 2018 7:07 pm

Re: Tragische Figur Esteban Ocon: Zwei Angebote, kein Cockpit?

Beitrag von Cannibals » Mo Aug 27, 2018 4:12 pm

@SpeedManiac
Ich finde nicht, dass der Stoffel bleiben soll, aber wenn ich das richtig im Kopf habe, war er schon mit der DJane... (kenn i a ned) zusammen, bevor De Ferran zu McLaren kam.

https://www.motorsport-total.com/formel ... n-18071110.
Da stehts auch drin. Und greislich ist den seine Tochter ja auch ned grad :D

netterman
Beiträge: 53
Registriert: Do Mai 17, 2018 11:40 am

Re: Tragische Figur Esteban Ocon: Zwei Angebote, kein Cockpit?

Beitrag von netterman » Mo Aug 27, 2018 6:38 pm

obwohl ich auch absolut kein Freund der Paydriver bin - im Falle von Stroll und Force India sollte man nicht vergessen das der ekelhafte Daddy somit nebenbei noch min 500 anderen Menschen den Job und ihr Einkommen rettet.

da kann ich gut damit leben das sein nicht ganz so talentierter Sohnemann eines der beiden Autos pilotieren wird und Ocon kann ja vielleicht noch bei Torro Rosso andocken - er hat halt das Pech das Wolf nicht sonderlich gut mit dem alten Marko kann und Lauda aktuell nicht mitmischen kann...

Maik Aefer
Beiträge: 167
Registriert: Mo Jun 04, 2018 9:19 am

Re: Tragische Figur Esteban Ocon: Zwei Angebote, kein Cockpit?

Beitrag von Maik Aefer » Mo Aug 27, 2018 8:25 pm

SpeedManiac hat geschrieben:
Mo Aug 27, 2018 1:10 pm
Kein Wunder, dass sich Alonso, der nicht zu unrecht als einer der besten Fahrer
der Welt gilt, abwendet und ab nächstem Jahr Rennen in weitaus seriöseren Serien
bestreiten wird. Diese Serien (nicht Teams, sondern Serien) rennen ihm die
Türen ein, er muss lediglich auswählen.

Solche Luxusprobleme haben die Bezahlfahrer nicht. Gut so!
Komm lass stecken. Wenn Alonso fürs nächste Jahr einen Vertrag von Ferrari oder Mercedes bekommen hätte würde der die F1 in den Himmel loben und erzählen wie super es doch in der geilsten Rennserie der Welt so ist. Alonso ist sicherlich noch ein sehr guter Fahrer aber es gibt mitlerweile eben bessere. Das ist der Lauf der Dinge und hat auch etwas mit dem Alter zu tun. Alonsos Vorteil ist halt das er schon reichlich Geld verdient hat und er machen kann was er will. Tja und wenn er keinen Vertrag bei einem Top Team bekommt dann nutzt er seinen Namen um sich noch halbwegs gut zu verkaufen siehe Indycar bzw die WEC. Dort verdient er zwar garantiert nicht ansatzweise die Gelder die er in der F1 bekommen hat aber Dank seines Privatvermögen kann er seinen Spaß am Rennfahren weiter leben und die Teams bzw Serien nutzen den Namen um ihre mitlerweile stark schwächelnden Serien wieder populärer zu machen.

Das führt dann so weit das Toyota in der WEC ihrem neuen "Starfahrer" den LeMans Sieg schenkt und wahrscheinlich auch den WEC Titel. Dafür werden sogar die Regeln von der FIA so gedreht das Toyota uneinholbar ist obwohl es die EoT gibt. Bleibt abzuwarten ob diese Manipulation entgegen gutem Motorsport nicht mehr Schaden an der eh schon schwer gebeutelten und von nur wenig Zuschauern gesehenen Serie anrichtet als der Name Alonso als Gegenpol wieder einbringen kann.

Für die Indycar wäre Alonso sicherlich ein Pluspunkt aber der Serie geht es auch nicht gerade super. Zu guten Zeiten gab es sogar Rennen in Europa (auch Deutschland) doch mitlerweile gibt es hier kaum noch Interesse an dieser Rennserie (was ich persönlich schade finde, ich war damals auch mal auf dem Lausitzring live dabei). Genau aus diesem Grund würde sich die Indycar auch über den Namen Alonso freuen denn mehr Popularität auch außerhalb Amerikas können die gut gebrauchen.

Am Ende sind aber beide Rennserien nicht annähernd mit der F1 zu vergleichen. Ich würde zwar sagen das in der Indycar Serie der ehrlichere Motorsport gezeigt wird aber dafür würde Alonso nicht auf die PR und das Geld der F1 verzichten. Ihm geht es nachdem ihn in der F1 kein Top Team mehr haben will einzig darum die Triple Crown zu erreichen und Dank Toyota und Porsche hat er dieses Jahr einen größeren Schritt dahin gemacht. Der Indy 500 Sieg wird aber viel schwerer weil bei Indycar Rennen durch die vielen Überholmanöver auch mehr passieren kann und ihm dieser Sieg auch nicht geschenkt wird.

meineinerseiner
Beiträge: 239
Registriert: Mo Feb 05, 2018 6:57 pm

Re: Tragische Figur Esteban Ocon: Zwei Angebote, kein Cockpit?

Beitrag von meineinerseiner » Di Aug 28, 2018 11:17 am

...ein Pluspunkt aber der Serie geht es auch nicht gerade super. Zu guten Zeiten gab es sogar Rennen in Europa (auch Deutschland) doch mitlerweile gibt es hier kaum noch Interesse an dieser Rennserie (was ich persönlich schade finde, ich war damals auch mal auf dem Lausitzring live dabei)

Ich auch. Da hat man ja auch gesehen wie die Fans zu den Rennen kamen (und das nach 9/11 wo niemand wusste ob die Amis überhaupt fahren)

Ich weiß nicht ob es der Serie gut geht oder nicht... ich denke aber das sie hier in D nicht fahren liegt schlicht und ergreifen am Geld. Wer leistet sich denn eine Überfahrt nach nur einen Rennen wo doch D nicht eben der ganz große Markt ist füe die Amis.
Und.. siehe F1... wer kann sich das denn überhaupt noch leisten. (und ich meine nicht die Eintrittsgelter)

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