Steuer/Elster-Fred

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renegade80
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Beitrag von renegade80 » Do Nov 18, 2010 12:54 am

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Francisco Scaramanga:
P.S. Und mal ganz ehrlich: Für so Riester- oder Rürup-Dingens brauchst Du keinen Steuerberater, da gibt es nicht viel zu beraten.</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Viele haben das Zeugs abgeschlossen, ohne genau zu wissen, wieviel sie exakt zurückbekommen. Wer befasst sich schon genau mit dem Grenzsteuersatz? Was ändert sich bei geänderten Einnahmen oder wenn sich die Steuerklasse ändert und und und.
Und viele vergessen es, tatsächlich anzugeben. Abgeschlossen und vergessen.

Oder der Steuerberater sagt: "Sie können den Riester nicht ansetzen, weil Ihr Vorsorgetopf schon voll ist" Bild Bild
Und da dem Steuerberater eher geglaubt wird, als dem Pfarrer, passierts dann eben.

Francisco Scaramanga
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Beitrag von Francisco Scaramanga » Fr Nov 26, 2010 1:41 pm

Auszug aus einem heute veröffentlichtem Schreiben von Wolfgang Schäuble respektive des Bundesfinanzministeriums:

"
6.2. Besonderheiten bei mehrstöckigen Gesellschaften

Bei mehrstöckigen Mitunternehmerschaften sind bei der Ermittlung des Ermäßigungshöchstbetrags nach § 35 EStG die Einkünfte aus der Obergesellschaft (einschließlich der Ergebnisse der Untergesellschaft) als gewerbliche Einkünfte zu berücksichtigen. Es sind zudem die anteilig auf die Obergesellschaft entfallenden Gewerbesteuer-Messbeträge sämtlicher Untergesellschaften den Gesellschaftern der Obergesellschaft nach Maßgabe des allgemeinen Gewinnverteilungsschlüssels zuzurechnen (§ 35 Absatz 2 Satz 5 EStG). Dies gilt auch für die Zurechnung eines anteiligen Gewerbesteuer-Messbetrags einer Untergesellschaft an den mittelbar beteiligten Gesellschafter, wenn sich auf der Ebene der Obergesellschaft ein negativer Gewerbeertrag und damit ein Gewerbesteuer-Messbetrag von 0 Euro ergibt. Ein Gewerbesteuer-Messbetrag der Unter- oder Obergesellschaft, dem jedoch negative Einkünfte auf Ebene der Obergesellschaft unter Berücksichtigung der Einkünfte aus der Untergesellschaft zu Grunde liegen (z. B. aufgrund von Hinzurechnungen), ist nicht zu berücksichtigen (vgl. Rz. 10). Für die Berücksichtigung der tatsächlich zu zahlenden Gewerbesteuer (§ 35 Absatz 1 Satz 5 EStG) gelten die Sätze 1 bis 4 entsprechend.

Die Berechnung der Beschränkung des Anrechnungsvolumens auf die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer (§ 35 Absatz 1 Satz 5 EStG) (Vergleich zwischen dem mit dem Faktor 3,8 vervielfältigten Gewerbesteuer-Messbetrag und der tatsächlich zu zahlenden Gewerbesteuer) ist bei mehrstöckigen Mitunternehmerschaften ausschließlich in Bezug auf die (anteiligen) Gewerbesteuer-Messbeträge der Ober- und Untergesellschaft(en) und die (anteilige) tatsächlich zu zahlende Gewerbesteuer der Ober- und Untergesellschaft(en) des anrechnungsberechtigten Mitunternehmers der Obergesellschaft vorzunehmen (vgl. Rz. 10).
"

Bild Bild Bild

Francisco Scaramanga
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Beitrag von Francisco Scaramanga » Mo Jan 31, 2011 6:33 pm

FG-Urteil zur Berücksichtigung von Kosten eines Laptop als Arbeitsmittel

Aufteilungsmaßstab beruflich/privat: 50/50 ohne große Nachweispflicht... sehr liebliches Urteil! Bild

Geklagt hat übrigens ein Berufspilot... Bild

GoaSunrise
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Beitrag von GoaSunrise » Mo Jan 31, 2011 6:38 pm

Oh... schön Bild

Berufspiloten Bild

Francisco Scaramanga
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Beitrag von Francisco Scaramanga » Do Dez 22, 2011 5:47 pm

Sachverhalt
Ich habe eine GmbH & Co. KG, der einzige Kommanditist ist eine natürliche Person, die zu 100% am Gesellschaftsvermögen beteiligt ist und dazu noch steuerliches Sonderbetriebsvermögen (Grundstück mit aufstehendem Gebäude, wird vermietet) an der GmbH & Co. KG als Eigentum nennt.

Handelsbilanziell haben wir jetzt die Abschreibungen auf das Anlagevermögen gestreckt, während wir in der Steuerbilanz ergebnisjustierend Sonderabschreibungen angesetzt haben, ergo ist das Steuerbilanzergebnis niedriger und es ist grundsätzlich eine Rückstellung für latente Steuern in der Handelsbilanz zu bilden, da ich hier eine temporäre Differenz habe, die sich in Folgejahren zwingend umkehrt.

Sowohl das Handelsbilanz- wie auch das Steuerbilanzergebnis liegen natürlich über Euro 24.500, so dass Gewerbesteuer anfallen würde.

Aber jetzt kommt der Knackpunkt, durch das negative Ergebnis der Sonderbilanz des Sonderbetriebsvermögen rauscht der steuerliche Gewinn, wie von uns gewollt, unterhalb die Freigrenze, so dass allein deshalb keine Gewerbesteuer mehr anfällt.

Frage
Muss ich jetzt in der Handelsbilanz trotzdem eine Rückstellung für latente Steuern bilden, ich meine mal gelesen zu haben, dass Sonderbetriebsvermögen nicht in die Berechnung von latenten Steuern hineinfliessen darf. Und dieses außer Ansatz gelassen, würde ja Gewerbesteuer anfallen.

Aber von welcher Bezugsgröße soll ich die Berechnung der latenten Steuern dann "starten", die Gewerbesteuerbelastung ist insgesamt ja nicht vorhanden in diesem Jahr. Soll ich eine Gewerbesteuerberechnung ohne SonderBV nebenbei erstellen - und der ermittelte Wert ist dann die Bezugsgröße.

Meine Vermutung ist, dass keine Rückstellung zu bilden ist, obwohl es temporäre Differenzen gibt, allerdings finde ich keine Quelle dazu, die im Steuermetier zwingende Voraussetzung ist, um überhaupt für voll genommen zu werden.

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Beitrag von Benutzername » Do Dez 22, 2011 10:38 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Francisco Scaramanga:
<strong> Sachverhalt
Ich habe eine GmbH & Co. KG, der einzige Kommanditist ist eine natürliche Person, die zu 100% am Gesellschaftsvermögen beteiligt ist und dazu noch steuerliches Sonderbetriebsvermögen (Grundstück mit aufstehendem Gebäude, wird vermietet) an der GmbH & Co. KG als Eigentum nennt.

Handelsbilanziell haben wir jetzt die Abschreibungen auf das Anlagevermögen gestreckt, während wir in der Steuerbilanz ergebnisjustierend Sonderabschreibungen angesetzt haben, ergo ist das Steuerbilanzergebnis niedriger und es ist grundsätzlich eine Rückstellung für latente Steuern in der Handelsbilanz zu bilden, da ich hier eine temporäre Differenz habe, die sich in Folgejahren zwingend umkehrt.

Sowohl das Handelsbilanz- wie auch das Steuerbilanzergebnis liegen natürlich über Euro 24.500, so dass Gewerbesteuer anfallen würde.

Aber jetzt kommt der Knackpunkt, durch das negative Ergebnis der Sonderbilanz des Sonderbetriebsvermögen rauscht der steuerliche Gewinn, wie von uns gewollt, unterhalb die Freigrenze, so dass allein deshalb keine Gewerbesteuer mehr anfällt.

Frage
Muss ich jetzt in der Handelsbilanz trotzdem eine Rückstellung für latente Steuern bilden, ich meine mal gelesen zu haben, dass Sonderbetriebsvermögen nicht in die Berechnung von latenten Steuern hineinfliessen darf. Und dieses außer Ansatz gelassen, würde ja Gewerbesteuer anfallen.

Aber von welcher Bezugsgröße soll ich die Berechnung der latenten Steuern dann "starten", die Gewerbesteuerbelastung ist insgesamt ja nicht vorhanden in diesem Jahr. Soll ich eine Gewerbesteuerberechnung ohne SonderBV nebenbei erstellen - und der ermittelte Wert ist dann die Bezugsgröße.

Meine Vermutung ist, dass keine Rückstellung zu bilden ist, obwohl es temporäre Differenzen gibt, allerdings finde ich keine Quelle dazu, die im Steuermetier zwingende Voraussetzung ist, um überhaupt für voll genommen zu werden. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Don't drink and post Bild

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Alboreto
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Beitrag von Alboreto » Fr Dez 23, 2011 9:32 am

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Francisco Scaramanga:
<strong>
Muss ich jetzt in der Handelsbilanz trotzdem eine Rückstellung für latente Steuern bilden, ich meine mal gelesen zu haben, dass Sonderbetriebsvermögen nicht in die Berechnung von latenten Steuern hineinfliessen darf. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Also das wäre mir neu. Da Du dazu keine Quelle finden kannst, spricht ja auch viel dafür, dass das nicht zutrifft.
</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Francisco Scaramanga:
<strong> Meine Vermutung ist, dass keine Rückstellung zu bilden ist, obwohl es temporäre Differenzen gibt, allerdings finde ich keine Quelle dazu, die im Steuermetier zwingende Voraussetzung ist, um überhaupt für voll genommen zu werden. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Ohne jetzt das Ergebnis auswendig zu kennen: Bei der Berechnung von Latenzen darf man nicht den Fehler machen die Ergebnisse zu vergleichen, sondern es wird auf die Abweichung der Bilanzpositionen geschaut und somit auf die darin gespeicherten künftigen Ergebnisunterschiede. Du hast zumindest die Differenz im Ansatz des Anlagevermögen, die sich irgendwann in der Zukunft auswirken wird, wenn auch nicht im laufenden Jahr. Daher würde ich vom Gefühl her ausgehen, dass Du die Latenz bilden musst.

Andererseits: auf dem Gebiet bestehen soviele Unklarheiten bei Beratern, beim FA, bei WP´s, dass sich vermutlich keiner daran stört, wenn Du´s nicht machst.

P.S. Ist die Gesellschaft überhaupt mittelgroß? Bei kleinen müssen keine latenten Steuern gebildet werden.

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Beitrag von Francisco Scaramanga » Fr Dez 23, 2011 10:52 am

Auch für kleine KapG sind latente Steuern zu berechnen – und zwar immer dann, wenn ein Vergleich der künftigen Steuerbe- und entlastungen einen Überhang der künftigen Steuerbelastungen ergibt. Dieser Überhang ist dann in Form einer Rückstellungsbuchung nach § 249 HGB zu erfassen, darum geht es auch bei meiner Fragestellung. Selbiges gilt übrigens auch für den im HGB eingetragenen Einzelkaufmann, der z. B. einen Investitionsabzugsbetrag in Anspruch nimmt, auch da ist dann eine Rückstellung einzubuchen.

Ich weiß, dass in der Literatur wie von dir erwähnt über den ganzen Schmonsens darüber gestritten wird, aber lassen wir das jetzt einmal so stehen.

Du schreibst, nach deinem Gefühl ist eine Latenz zu bilden. Jetzt stellt sich mir nur die Frage in welcher Höhe?

Beispiel:

Buchwert Kfz lt. Handelsbilanz:T€ 10.000
Buchwert Kfz lt. Steuerbilanz: € 5.000

temporäre Differenz also: € 5.000,00 – darauf aktuelle Ertragsteuerbelastung, von mir aus 20% = € 1.000,00

Rückstellung bzw. Latenz somit: € 1.000,00 (?)

Na ich weiß nicht, du schreibst ja selbst, entgegen meiner momentanen Auffassung, dass allein steuerliches SonderBV, was mit einer Handelsbilanz mal gar nichts zu tun hat (somit auch keine unterschiedlichen Wertansätze), in die Berechnung von latenten Steuern hineinfließt, das wäre dann aber bei meinem Beispiel dennoch nicht (!) berücksichtigt worden.

Jedenfalls mal ein Dank für deine Antwort Bild

P.S. Mein Bauchgefühl stört einfach, dass ich in diesem Fall keine Gewerbesteuerrückstellung habe, aber dennoch eine Steuerrückstellung für latente Steuern bilden soll.

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Alboreto
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Beitrag von Alboreto » Sa Dez 24, 2011 12:01 am

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Francisco Scaramanga:
<strong> Auch für kleine KapG sind latente Steuern zu berechnen – und zwar immer dann, wenn ein Vergleich der künftigen Steuerbe- und entlastungen einen Überhang der künftigen Steuerbelastungen ergibt. Dieser Überhang ist dann in Form einer Rückstellungsbuchung nach § 249 HGB zu erfassen, darum geht es auch bei meiner Fragestellung. Selbiges gilt übrigens auch für den im HGB eingetragenen Einzelkaufmann, der z. B. einen Investitionsabzugsbetrag in Anspruch nimmt, auch da ist dann eine Rückstellung einzubuchen.</strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Also wenn Du wirklich eine kleine Gesellschaft hast, würde ich (und habe ich auch bislang) keine RSt bilden unter Hinweis auf § 274a HGB. Zumindest reden wir dann nicht über "latente Steuern", und dann kommt IDW ERS 27 und der ist zumindest mal umstritten. Daher sehe ich da nach derzeitigem Stand überhaupt keine Verpflichtung, schon gar nicht bei Popelbeträgen, die bei kleinen KapGes zusammenkommen.

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Francisco Scaramanga:
<strong>
Jetzt stellt sich mir nur die Frage in welcher Höhe?

Beispiel:

Buchwert Kfz lt. Handelsbilanz:T€ 10.000
Buchwert Kfz lt. Steuerbilanz: € 5.000

temporäre Differenz also: € 5.000,00 – darauf aktuelle Ertragsteuerbelastung, von mir aus 20% = € 1.000,00

Rückstellung bzw. Latenz somit: € 1.000,00 (?)
</strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Exakt, wenn Du bei dem HB-Wert T€ 10 meinst und nicht T€ 10.000 Bild .

Und zu Deinem Thema mit dem Sonder-BV (wie gesagt, den Fall hatte ich noch nicht, also alles nach eigener Herleitung):
Du schreibst es doch oben selber: man vergleicht die Handelsbilanzwerte mit denen der Steuerbilanz; der Begrifflichkeit nach ergibt sich aber die Steuerbilanz bei PersGes als die Gesamthandsbilanz, also inklusive ettwaiger Ergänzungs- und Sonderbilanzen. Warum es dafür für die Bestimmung der Höhe von latenten Steuern eine Ausnahme geben soll, würde sich meiner Logik zumindest nicht erschließen.

Aber mit "menschlicher Logik" muss man bei diesen Themen im Regelfall gar nicht argumentieren, insofern würde ich mal kein Geld darauf verwetten Bild .

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Beitrag von Francisco Scaramanga » Fr Dez 30, 2011 9:12 pm

Ich habe jetzt keine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten eingebucht und finde mich damit auch in ganz guter Gesellschaft, der DStV sieht das in Schreiben nämlich auch so. Bild Bild

Weiter würde ich argumentieren, dass ja vorhandene Verlustvorträge bei Vorliegen eines fünfjährigen Planungszeitraum als Latzenz aktiviert werden können. Wenn meine Planung allerdings zu dem Ergebnis kommt - was natürlich so ist- dass ich unter dem Gewerbesteuerfreibetrag bin mit den Gewinnen, sich somit für die Gesellschaft sowieso keine Steuerbelastung ergibt, dann muss ich doch bitte auch keine Rückstellung einbuchen... oder so.

Und mal ganz ehrlich, diese Verwirrung mit einer etwaigen Notwendigkeit einer Rückstellungsbildung ist hauptsächlich durch die Gesetzesbegründung der Bundesregierung zum BilMoG entstanden, was für uns Praktiker bedeuten würde, dass Gesellschaften, die sowieso Verluste machen, bei strenger Auslegung, die wir beide verneinen, einen möglichen handelsbilanziellen Verlust dadurch nochmals erhöhen allein wegen dieser Bilanzpostenvergleichsrechnung... ich müsste meine Verlust also nochmals erhöhen, obwohl ich sowieso schon Verluste mache Bild

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Feldo
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Beitrag von Feldo » Sa Dez 31, 2011 11:21 am

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querdenker
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Beitrag von querdenker » So Jan 01, 2012 12:55 am

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Feldo:
<strong> Paul Kirchhof Bild
Friedrich Merz Bild
Bierdeckel Bild

Diebische Elster Bild </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Feldo Bild
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Beitrag von Francisco Scaramanga » Mi Mär 28, 2012 6:26 pm

Sachverhalt:

Ich habe eine in 2011 errichtete Projektgesellschaft in der Rechtsform einer UG, die wird jetzt in 2012 ein Wohngrundstück kaufen, es entsprechend umbauen, danach Eigentumswohnungen daraus machen und verkaufen.

So weit, so gut...

Wir haben jetzt entschieden, dass das Objekt, welches jetzt bald gekauft wird, als Anlagenzugang erfasst wird, also kein Umlaufvermögen. Ob das jetzt richtig ist, möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren.

Es sind in 2011 schon erhebliche Projekt- und Planungskosten angefallen (Architekt, Vermesser), welche wir jetzt folgerichtig unter den "Anlagen im Bau" 2011 ausweisen, soweis sie denn schon bezahlt sind.

Frage:

Es sind im Wirtschaftsjahr 2011 einige Leistungen erbracht worden, die erst 2012 abgerechnet werden. Der Bandit bezieht sich wieder einmal auf das EStG und sagt, dass Rückstellungen auch handelsbilanziell nicht gebildet werden dürfen, wenn diese in zukünftigen Jahren zu AHK von Wirtschaftsgütern führen werden, was hier der Fall ist -> Nachaktivierung auf Anlagevermögen

Da wir bald den Bericht fertigstellen, jetzt die "einfache" Frage: Wir haben die in 2011 angefallenen und noch nicht abgerechneten Projektkosten somit weder als Verbindlichkeit noch als Rückstellung in der Bilanz stehen, muss ich da jetzt eine Angabe im Anhang 2011 machen, dass da noch etwas auf die Gesellschaft zukommt, was Einfluss auf die VFE-Lage hat?

Ich habe im Banditen die Ausführungen zu den "sonstigen finanziellen Verpflichtungen" durchgelesen, aber irgendwie kann ich das nicht so zusammenführen.

Wenn dem Architekt schätzungsweise (!) noch 100.000 Euro an Kohle zustehen für Leistungen, die er im Wirtschaftsjahr 2011 erbracht hat, muss ich dann in diesem Fall eine Angabe im Anhang machen oder nicht, das ist hier die Frage?

Mit dem Architekt ist ein vereinfachtes Beispiel, wir erwarten konkret einfach, dass ein Gesellschafter der UG seine im Rahmen der Gründung ihm in Rechnung gestellten und von ihm selbst getragenen Projektkosten an die Gesellschaft weiterberechnet.

Bild

<small>[ 28.03.2012, 19:18: Beitrag editiert von: Francisco Scaramanga ]</small>

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Beitrag von bnlflo » Do Mär 29, 2012 9:08 am

Scaramanga hat mal wieder seine Accounts und Foren verwechselt? Bild

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Beitrag von renegade80 » Do Mär 29, 2012 1:19 pm

Das passiert, wenn man auf Arbeit den internen E-Mail-Verteiler offen hat und gleichzeitig hier surft. Wahrscheinlich bekommen die Kollegen als Entschädigung jetzt die neuesten Infos aus Malaysia. Bild

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Beitrag von querdenker » Do Mär 29, 2012 2:53 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von renegade80:
<strong> Das passiert, wenn man auf Arbeit den internen E-Mail-Verteiler offen hat und gleichzeitig hier surft. Wahrscheinlich bekommen die Kollegen als Entschädigung jetzt die neuesten Infos aus Malaysia. Bild </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Hmmm, auf Arbeit surfen, ist das nicht ein geldwerter Vorteil, den man versteuern muss?

Falls ja, glaub man ja nicht, dass der geldwerter Vorteil nur in den Verbindungsgebühren liegt. Der Staat können folgende Rechnung erstellen:

Anteileige Kosten für
gesamtes Firmennetzwerk Hardware p.a.
Softwarekosten
Abnutzung der Tasatur.

Wenn man es geschick anstellt, beträgt der geldwerte Vorteil bestimmt 25,- € per Stunde, der
dann von dir zu versteuern ist.
Bild

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Beitrag von Francisco Scaramanga » Di Jun 11, 2013 9:05 pm

Frage zur Gewerbesteuer, anbei die Kurzdarstellung des Sachverhalt:

Ich habe eine GmbH & Co. KG, die ein Gebäude errichtet und dann weiterveräußert.

Ein Kommanditist gibt der Gesellschaft ein Gesellschafterdarlehen sowie übernimmt die Projektsteuerung. Die Zinsen und Kosten sind unstreitig als Herstellungskosten zu aktivieren, schuldrechtliche Verträge sind geschlossen.

Unstreitig ist auch, dass dem Gesellschafter die Zinsen etc. als Sondervergütungen im Rahmen der gesonderten Feststellung zuzuweisen sind und er sie versteuern muss.

Jetzt die Frage:
Da diese Kosten den Gewinn nicht gemindert haben, weil sie aktiviert worden sind, muss ich dann dennoch diese bei der Gewerbesteuer noch einmal hinzurechnen, um auf den gewerbesteuerlichen Gewinn zu kommen?

Oder kann darauf verzichtet werden, schließlich haben sie das Ergebnis ja gar nicht gemindert und sind somit gewerbesteuerlich schon "erfasst"?

Wenn ich sie noch einmal hinzurechne - ich meine ausschließlich hier nicht (!) nach §8 GewStG - habe ich doch eine Doppelbesteuerung, was die Gewerbesteuer angeht?

<small>[ 11.06.2013, 21:10: Beitrag editiert von: Francisco Scaramanga ]</small>

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Beitrag von Benutzername » Di Jun 11, 2013 10:18 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Francisco Scaramanga:
<strong> Frage zur Gewerbesteuer, anbei die Kurzdarstellung des Sachverhalt:</strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Falscher Fred, das gehört hier rein

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Beitrag von Francisco Scaramanga » Sa Dez 12, 2015 12:06 am



Aktenzeichen: I R 61/15

Normen: KStG § 5 Abs 1 Nr 9, AO § 52 Abs 2 S 1 Nr 2, AO § 54 Abs 1

Schlagwörter: Gemeinnützigkeit, Allgemeinheit, Religionsgemeinschaft

Rechtsfrage:

Verfolgt eine Freimaurerloge, deren Zweck, die Förderung der Religion und der Unterstützung
hilfsbedürftiger Personen, durch die Abhaltung ritueller Arbeiten und freimaurischen Unterricht, die Pflege freimaurischen Liedgutes sowie die Verwaltung des Armenwesens und die Unterhaltung einer Sterbe- und Unterstützungskasse verwirklicht wird, und nach deren Satzung nur Männer Mitglieder werden können, gemeinnützige Zwecke?

-- Zulassung durch FG --
Rechtsmittelführer: Steuerpflichtiger
vorgehend: Finanzgericht Düsseldorf 23.6.2015 6 K 2138/14 K



Bin gespannt, wie der Bundesfinanzhof entscheidet! Bild

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Beitrag von Francisco Scaramanga » Do Sep 22, 2016 6:48 pm

Eine GmbH & Co. KG formwechselt in eine GmbH. Die Eintragung der Umwandlung ins Handelsregister erfolgte im Juli 2016.

Als steuerlicher Übertragungsstichtag wird der 31.12.2015 beantragt. Die Umwandlung erfolgt steuerlich zu gemeinen Werten, die stillen Reserven von ca. 0,7 Mio. Euro werden dabei aufgedeckt, erklärt und besteuert.

Das Stammkapital der GmbH beträgt 100.000 Euro, das steuerliche Eigenkapital durch die Aufdeckung der stR zum 31.12.2015 aber insgesamt 0,8 Mio. Euro.

Nach meiner Meinung sind die das Stammkapital übersteigenden 0,7 Mio. Euro dem steuerlichen Einlagekonto der GmbH zum 31.12.2015 gutzuschreiben UND die GmbH muss sich diesen Wert auf dieses Datum auch gleich gesondert feststellen lassen, also bereits für VZ 2015 eine Erklärung zur gesonderten Feststellung des steuerlichen Einlagekontos abgeben!

Es kann gar nicht anders sein, auch wenn es irgendwie absurd ist, oder?

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