De Tomaso P72: Eine Kultmarke kehrt zurück

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De Tomaso P72: Eine Kultmarke kehrt zurück

Beitrag von Redaktion » Do Jul 11, 2019 2:40 pm

Die Marke De Tomaso kehrt zurück: Auf dem Goodwood Festival of Speed 2019 zeigt man den P72, der an einen mit Shelby entwickelten Prototypen erinnern soll

Die legendäre Marke De Tomaso kehrt offiziell zum 60-jährigen Jubiläum zurück. Und zwar in Gestalt einer rasenden Zeitmaschine, dem P72. Er wird im Rahmen des Goodwood Festival of Speed 2019 offiziell vorgestellt.

Die Marke wurde 1959 vom Rennfahrer und Visionär Alejandro de Tomaso gegründet. Bekannt wurde De Tomaso durch sein beliebtestes Modell, den Pantera. Die italienische Zeitschrift "Quattroruote" schrieb einst, dass Alejandro "einer der umstrittensten und aktivsten Männer im italienischen Industriepanorama" war.

Zum einen produzierte er einige der weltweit ersten Mittelmotoren. Dazu kamen Straßenautos, die Entwicklung von Formel-1-Fahrzeugen mit Dallara für Frank Williams und die Anhäufung eines Konglomerats von Industriebeteiligungen bestehend aus Ghia, Innocenti, Vignale, Moto Guzzi, Benelli und anderen. Auch Maserati war von 1975 bis 1993 im Besitz von De Tomaso. Seit Alejandros Tod im Jahr 2003 befindet sich die Marke De Tomaso aber im Tiefschlaf.

Nun also das Comeback mit dem P72, eine Hommage an den originalen P70. Das Design des P72 ist inspiriert von den frühen 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Fahrzeuge aus der Prototypen-Ära wie der Sport 1000, Sport 2000 und P70, einige der ersten Autos, die von De Tomaso entwickelt wurden.

Der P72 ist eine Zusammenarbeit zwischen De Tomaso und Wyn Design. Man spricht vom"durchgängigen Fluss aller Flächen, schönen, kräftigen Linien, betonten kraftvollen Radkästen" und einer niedrigen Nase. Technische Basis ist das hochmoderne Vollcarbon-Chassis des Apollo IE bestehend aus dem Monocoque sowie dem Hilfsrahmen und Crashstrukturen, die den jeweiligen FIA-LMP-Sicherheitsanforderungen entsprechen.

Der P72 soll sehr exklusiv bleiben, es werden nur 72 Fahrzeuge produziert. Die Preise werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben. Man prognostiziert einen Basispreis von zirka 750.000 Euro und nimmt bereits Reservierungen und Anzahlungen entgegen.

Den Verkauf in Westeuropa übernimmt Louwman Exclusive. Die Außen- und Innenarchitektur werden weitgehend gleich bleiben, man wird aber in den nächsten Monaten letzte Details zum Antriebsstrang und andere strategische Partnerschaften verkünden.

Der P70, die Inspiration für den neuen De Tomaso, ist ein Fall für Kenner. Das P steht für "Prototipi" und bezieht sich auf eine besondere Zeit und ein besonderes Projekt. Ein Projekt, von denen die meisten keine Ahnung haben, dass es jemals existiert hat.

"1964 entstand die unwahrscheinliche Paarung von Carroll Shelby und Alejandro de Tomaso, zwei der stärksten Egos im internationalen Motorsport, die sich verschworen, ein Auto zu bauen, von dem sie glaubten, dass es die Besten im internationalen Motorsport besiegen könnte. Also schufen sie den P70.", so Peter Brock, Designer des Shelby Daytona Coupés, der Corvette Stingray und des originalen P70.

Die Abmachung war, dass Shelby die Finanzierung übernehmen würde, Alejandro die Entwicklung des Autos und Peter Brock das Design. Gefertigt werden sollte der P70 von der Firma Fantuzzi. Die Zusammenarbeit begann mit der Hoffnung, dass De Tomaso das Fahrwerk liefern würde und den 289er-Ford/Cobra-Motor von Shelby auf sieben Liter Hubraum umrüstet.

Der Shelby-De Tomaso "Prototipi" wurde wegen seines geplanten 7-Liter-Motors als "P70" bezeichnet. Beide starken Persönlichkeiten erlebten natürlich eine gewisse Spannung. Das fing an, nachdem Carroll Shelby seinen Designer Peter Brock nach Modena geschickt hatte, um das Projekt zu betreuen. Alejandro war beleidigt, dass jemand seine Fähigkeiten in Frage stellt, und so begann sich die Beziehung langsam aufzulösen.

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Diverse weitere Motive führten zur Auflösung der Beziehung am Vorabend der Fertigstellung der Autos. Shelby zog sich aus dem Projekt zurück, als er umworben wurde, um seinen Fokus auf das Ford-GT40-Rennprogramm zu richten.

Zudem war Shelby unzufrieden damit, dass er seinen versprochenen 7-Liter-Motor noch nicht gesehen hatte. De Tomaso ließ den P70 mit Hilfe des Karosseriebauers Ghia (eine Firma, die er später übernehmen würde) fertigstellen. Das Fahrzeug wurde 1965 auf der Turiner Automobilausstellung ausgestellt, und in Ghia-De Tomaso Sport 5000 umbenannt.

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