Fiat 124 Spider (2018) im Test: Ist der Italo-Roadster der b

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Fiat 124 Spider (2018) im Test: Ist der Italo-Roadster der b

Beitrag von Redaktion » Sa Dez 01, 2018 9:33 am

Der aktuelle Fiat 124 Spider basiert auf der Technik des Mazda MX-5. Ist der Italo-Japaner womöglich die bessere Wahl? Das zeigt unser Test

Exakt 50 Jahre nach dem Debüt des 124 Spider brachte Fiat im Jahr 2016 erneut einen Roadster mit diesem Namen auf den Markt. Allerdings nicht als eigene Entwicklung, sondern mit Schützenhilfe aus Japan. Im Vorfeld hatte sich der FCA-Konzern mit Mazda darauf geeignet, die Plattform des 2015 erschienenen MX-5 als Grundlage für einen neuen Alfa Spider zu verwenden. Doch dieses Projekt wurde abgeblasen, um die Alfisti nicht auf die Barrikaden zu treiben. Vertrag ist aber Vertrag und so haben wir das Vergnügen mit dem Fiat 124 Spider. (Nebenbei warten die Fans bis heute auf einen neuen Alfa Spider.)



Sowohl die Höhe (1,23 Meter) als auch der Radstand (2,31 Meter) übernimmt der Fiat 124 Spider ohne Veränderungen vom Mazda MX-5 (ND). Allerdings gibt es in der Länge rund 15 Zentimeter mehr, weil man dem 124 Spider ein Blechkleid im Stil seines Ahnen aus den 1960er-Jahren geschneidert hat. Größere Überhänge als beim MX-5 lassen den Fiat die Vier-Meter-Marke überschreiten. Zugegebenermaßen war auch ich lange skeptisch gegenüber dem 124er-Design, doch in der Realität steht es dem Wagen vorzüglich. Dazu passt das dunkle "Italia Blau" bestens. Überhaupt hat Fiat knalligere Farben im Programm als Mazda, was für den 124 Spider spricht.

Vom Fahrersitz aus gefällt mir der Blick über die Rundungen der Motorhaube sehr gut, am Heck ist der Zugang zum 140 Liter großen Kofferraum besser gelöst als beim Mazda: Beim Fiat befindet sich das Kennzeichen höher, der Entriegelungsknopf ist logischer direkt unterhalb des Deckels angebracht. Allerdings gibt es beim Fiat 124 Spider weder die schicke RF-Version des MX-5 mit Klappdach, noch greifen hier nicht die Maßnahmen der jüngsten MX-5-Modellpflege. Soll heißen: Das Lenkrad ist nicht tiefenverstellbar, Assistenzsysteme fehlen weitestgehend. Eng bleibt es im Fiat so oder so, wobei mir persönlich der Italiener aus Hiroshima im Vergleich zum Mazda einen Hauch geräumiger vorkam. Das Cockpit als solches entspricht abgesehen vom Fiat-Emblem auf dem Lenkrad dem des MX-5. Ein positiver Unterschied beim Fiat sind die vollverkleideten Türen.



Neben der Optik befindet sich der maßgebliche Unterschied zum Mazda MX-5 unter der Haube. Während der Japaner auf einen hochverdichteten Saugbenziner setzt, weist sein italienischer Bruder einen Turbobenziner mit 1,4 Liter Hubraum und 140 PS Leistung auf. Seine Eckdaten: 240 Newtonmeter bei 2.250 U/min und 7,5 Sekunden auf 100 km/h. Demgegenüber hat der kleine 1,5-Liter im MX-5 das Nachsehen: 152 Nm bei 4.500 U/min und 8,3 Sekunden auf 100. Um den Fiat abzuhängen, sollte es im Mazda schon der Zweiliter mit 184 PS sein: Er zieht in 6,5 Sekunden auf Tempo 100.



In der Praxis gefällt der kräftige Anzug des Fiat 124 Spider, auf Langstrecken zeigt sich aber, dass das Geräuschniveau mit geschlossenem Verdeck nur bis 120 km/h erträglich ist. Apropos Geräusch: Beim Klang versucht sich der Fiat zwar an einer sonoren Ausdrucksweise, doch spektakulär geht anders. (Tipp: Wer akutisch und optisch auf den Putz hauen will, sollte sich den Abarth 124 Spider mit 170 PS ansehen ...) Das Sechsgang-Schaltgetriebe erfreut mit kurzen Wegen, allerdings gibt sich der Gangwechsel etwas knorpeliger als beim Mazda, der handliche Knüppel will mit Nachdruck geführt werden. Grund ist die Verwendung des Getriebes vom alten MX-5 (NC), denn nur dieses verträgt das Drehmoment des Turbos. 

Und sonst? Die exakte Lenkung ist tadellos und bläst zur Kurvenhatz. Pluspunkte sammelt das Fahrwerk des Fiat 124 Spider: Es ist komfortabler abgestimmt als beim recht straffen MX-5.



Der Fiat 124 Spider startet bei 24.990 Euro in der Karo-Einfach-Ausstattung mit manueller Klimaanlage und Radio. Beides bietet auch der Einstiegs-MX-5 für 2.000 Euro weniger, hat aber bereits ab Werk LED-Scheinwerfer an Bord. Letztere lässt sich Fiat selbst in der edleren Lusso-Ausstattung unseres Testwagens (erkennbar am silbernen Rahmen der Frontscheibe) zusätzlich bezahlen. 1.500 Euro kostet das sogenannte Sicht-Paket. Hinzu kamen in unserem Fall noch Dinge wie die Metallic-Lackierung, das Navi samt Rückfahrkamera oder eine Sitzheizung vorne. Unter dem Strich standen 32.510 Euro. Zum Vergleich: Für rund 1.000 Euro weniger bietet Mazda den MX-5 mit 184 PS und beinaher Vollausstattung an.

Pluspunkte sammelt der Fiat 124 Spider beim Verbrauch: Mit 6,9 Liter lagen wir im Mittel nur 0,5 Liter über der Werksangabe von 6,4 Liter. Auf der Langstrecke konnte sie mit 6,36 Liter sogar minimal unterboten werden.



Fiat 124 Spider oder Mazda MX-5? Diese Frage dürfte vor allem der persönliche Geschmack entscheiden. Optisch ist der Fiat hinreißend, der Mazda jedoch mehr auf den Punkt gebracht. Wer auf satten Turbo-Durchzug steht, kommt am teureren 124 Spider aber nicht vorbei. Im Gegenzug ist der Fiat aber gut 100 KIlogramm schwerer als der Mazda. Lassen Sie es mich so sagen: Der Fiat 124 Spider verhält sich zum Mazda MX-5 wie ein Degen zum Florett. Beides sind gute Werkzeuge, aber jeweils mit eigenem Charakter.



Motor: Vierzylinder-Turbobenziner, 1.368 ccmLeistung: 103 kW (140 PS) @ 5.000 U/minMax. Drehmoment: 240 Nm @ 2.250 U/minGetriebeart: Sechsgang-SchaltgetriebeAntrieb: HinterradantriebBeschleunigung 0-100 km/h: 7,5 sHöchstgeschwindigkeit: 217 km/hVerbrauch: 6,4 Liter/100 kmEmission: 148 g/kmLänge: 4.055 mmBreite: 1.740 mmHöhe: 1.233 mmKofferraumvolumen: 140 LiterLeergewicht: 1.125 kgBasispreis: 26.990 Euro (124 Lusso)

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