Motorworld: Christoph Hodgson - den Raum zum Kunstwerk machen

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Motorworld: Christoph Hodgson - den Raum zum Kunstwerk machen

Beitrag von Redaktion » Do Okt 08, 2020 10:51 am

Christoph Hodgsons überlebensgroße Werke sind kaum zu übersehen und in zahlreichen Hotels sowie an Fassaden deutschlandweit zu bestaunen

Die Motorworld Group arbeitet schon seit mehreren Jahren eng mit dem Künstler zusammen: So ist Christoph Hodgson unter anderem für den besonderen Look der 26 Themenzimmer im V8 Hotel der Motorworld Region Stuttgart verantwortlich. Im Interview verrät er, an welches Zimmer er besonders gern zurückdenkt und an welchem Projekt er gerade in der Motorworld München arbeitet.



Ich bemale nicht nur Wände, Decken und Böden, sondern arbeite auch viel mit Licht, Klang und Ausstattung in einem Raum. Wenn ich also ein Zimmer gestalten soll, bestimme ich oftmals, wie die Möbel aussehen sollen, wie das Licht zu sein hat und idealerweise auch was für Musik gespielt wird. All das ist Teil meiner Arbeit. Der Betrachter meiner Kunst, z.B. ein Gast eines Hotelzimmers, läuft quasi in das Bild hinein und wird in das Kunstwerk eingebunden. Das Drumherum, also das Ambiente und die Atmosphäre spielen bei meinen Arbeiten eine große und wichtige Rolle. Oftmals geht es über das "einfache" Bild an der Wand hinaus.



In der Motorworld München arbeite ich aktuell an verschiedenen Projekten. Zum einen habe ich die Hotelfassade des AMERON Hotels gestaltet. Die Idee dafür habe ich gemeinsam mit Andreas Dünkel, dem Geschäftsführer der Motorworld Group, entwickelt. Da es sich in München um das ehemalige Bahnausbesserungswerk handelt, war uns klar, dass sich das Thema auch unbedingt auf der Fassade des Hotels widerspiegeln muss.

Deshalb habe ich Laufwerke von historischen Eisenbahnzügen in Originalgröße auf die Außenwand gemalt. Insgesamt sind es zwischen 60 und 70 Bahn-Motive, die nun die Fassade des Hotels zieren. Es wurden außerdem noch etwa zwei Meter hohe gewellte Chromplatten angebracht, was einen tollen Effekt hat, wenn sich das Licht darauf spiegelt. Jetzt muss die Fassade nur noch lackiert werden, dann ist sie komplett fertig.

Als nächstes wende ich mich den Konferenzräumen zu. Wie auch an anderen Motorworld-Standorten stehen diese alle unter einem anderen Thema beziehungsweise sind berühmten Rennfahrern gewidmet. Für den Rallyefahrer Walter Röhrl entwickeln wir beispielsweise gerade einen Konferenzraum - sein langjähriger Beifahrer Christian Geistdörfer hat uns erst kürzlich in der Motorworld München besucht und mit uns zusammen Ideen entwickelt, wie der Raum am Ende aussehen kann. Auch den Rennfahrern Hans-Joachim Stuck und Leopold Prinz von Bayern werden jeweils eigene Meeting-Räume gewidmet.



Im V8 Hotel habe ich die Themenzimmer gestaltet. Dieser Job hat mir sehr viel Freude bereitet, gerade auch weil die Motorworld mir freie Hand bei der Umsetzung gegeben hat. Für jedes Zimmer habe ich ca. vier bis fünf Tage gebraucht. Die Decken- und Wandgestaltung war sehr aufwändig, weil sich die Motive teilweise über die gesamte Fläche erstrecken. Im Rennsport-Zimmer habe ich z.B. eine Rennstrecke mit verschiedenen Sportwägen aufgemalt und im Zimmer "Route 66" eine Panoramawand geschaffen, auf der man den berühmten amerikanischen Highway sehen kann.

Auch die Böden habe ich teilweise bemalt oder Vorlagen für den 3D-Druck erstellt. Auf manchen Böden sieht man jetzt Reifenspuren oder Gebetsbücher, die man aus dem Rallye-Sport kennt. Passendes Zubehör, Accessoires und Original-Teile, wie eine echte alte Zapfsäule oder alte Ölfässer, runden jedes Zimmer thematisch perfekt ab.



Das ist schwer zu sagen, denn jedes Zimmer hat seinen eigenen, individuellen Charme. In Erinnerung ist mir unter anderem das Jaguar-Zimmer geblieben, das wir in dem unverkennbaren British Racing Green gehalten haben. Auch das Zimmer "Pan Am" hat seinen Reiz. Hier haben wir die einstige amerikanische Fluggesellschaft wieder auferstehen lassen. Über dem Bett habe ich ein überlebensgroßes Pan Am-Logo angebracht und von der Wand lächelt den Hotelgästen eine Flugbegleiterin zu.

Müsste ich mich jedoch auf ein Zimmer festlegen, wäre das Flugfeld-Zimmer meine persönliche Nummer Eins. Für das Zimmer, das die Geschichte des Böblinger Flugfeldes aufgreift, habe ich eine riesige Junkers, eines der legendärsten Flugzeuge, auf die Wand gebracht. Die Gäste wachen also direkt neben diesem "großen Vogel" auf. Das Zimmer ist schön kompakt und hat mit den ganzen Einrichtungsgegenständen einfach eine tolle Atmosphäre.

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