Rétromobile: Nachlese aus Paris

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Redaktion
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Rétromobile: Nachlese aus Paris

Beitrag von Redaktion » Fr Mär 13, 2020 11:54 am

Für Oldtimer-Enthusiasten gilt die Rétromobile in Paris als der Saisonauftakt im neuen Jahr. Hier trifft sich das Who is Who der Szene. So war's in diesem Jahr

Die Messe zieht natürlich nicht nur Kunden, sondern auch die bedeutendsten Händler Europas mit entsprechend hochwertigen Fahrzeugen an. Auch in diesem Jahr waren es die Sport- und Rennfahrzeuge, die die Speerspitze bildeten. Darunter Marken wie Bugatti, Talbot, Pegaso und natürlich auch Porsche, McLaren, Maserati, Alfa Romeo und Ferrari.

Wer über die großen Concours D´ Elegance Events der Welt im Bilde ist, konnte auf dieser Rétromobile einige der Fahrzeuge an den Verkaufsständen wiederfinden. Darunter war beispielsweise der Jaguar XK120 Flying Mile Rekordwagen von 1953, der vor einigen Jahren am Concorso D´Eleganza zu sehen war.

Die wohl auffälligste Händlerausstellung war die Alfa Romeo Zusammenstellung am Stand von Lukas Hüni - passend zum 110-jährigen Jubiläum der Marke. Hier versammelten sich die wohl wichtigsten Rennfahrzeuge der frühen Renngeschichte, wie die Alfa Romeo Rennfahrzeuge aus der Scuderia Ferrari oder der Alfa Romeo SF48 Bimotore von 1935.



Beeindruckend weil nur selten zu sehen, war die Aufstellung einer ganzen Reihe von Alfa Romeo Guilletta Sprint Speciale mit Zagato Karosserie. Kein Fahrzeug gleicht dem anderen. Drei absolute Highlights waren der Alfa Romeo Tipo 33TT/3 F1 Rennwagen, der Alfa Romeo Guilia Tubulare Zagato (TZ) von 1964 und das formschöne Alfa Romeo Sportiva Coupé mit einer Karosserie von Scaglione, von dem vermutlich nur zwei Modelle gebaut wurden.

Hinter den ausgestellten Alfa Romeos waren noch drei echte Sportwagenraritäten zu sehen. Ein Ferrari 212 Inter Coupé mit Vignale Karosserie, der orangefarbene Lamborghini Miura und ein Ferrari 250 GT Berlinetta SWB mit Rennhistorie.

Automobile mit echter Rennhistorie waren auch in diesem Jahr im Fokus der Sammler und Interessenten. Das Angebot war groß und es gab für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel das entsprechende Modell. Fiskens zeigte hier mit das größte und exklusivste Angebot. Ein Highlight war der Ferrari 275 Competizione von 1966, der im gleichen Jahr Platz 10 in Le Mans belegte. Es ist das dritte Exemplar von nur zwölf gebauten Competizione Fahrzeugen aus Maranello.



Gleich daneben der Gulf Mirge GR7 Prototyp (mit der Fahrgestellnummer M601) von 1972, mit dem zwischen 1972 und 1975 Graham Bell, James Hunt, Jackie Ickxs und Hobbs namhafte Rennen wie Le Mans, 24h von Daytona und die 1000km auf dem Nürburgring fuhren. Unmittelbar daneben noch ein Ferrari Formel1 Rennwagen mit dem Jackie Ickx auf den Rennstrecken anzutreffen war. 1967 wurde auf dem Genfer Automobilsalon der Ford GT40 mit der Fahrgestellnummer P/1069 präsentiert. Das Fahrzeug wurde an Shelby ausgeliefert und war Teil der Presseflotte.

Zwar überwogen im Großen und Ganzen bei der Messe die Sport- und Rennfahrzeuge aus den 50er bis 80er Jahren, aber natürlich gab es dazwischen auch noch einige Vorkriegsfahrzeuge, wie zum Beispiel den Lago TalbotT26C von 1948, der Supercharged Squire von 1936 oder auch der Bentley 3 ½ Litre von 1925.

Wer ein echtes Mille Miglia Fahrzeug suchte, der wurde ebenfalls bei mehreren Händlern fündig. Zum Beispiel der Siata Diana Grand Sport Mille Miglia von 1951 oder der Fiat 8V MM mit Vignale Karosserie. Ein Ferrari 195 S Inter Superleggera oder der Ferrari 340 Spider America mit Vignale Karosserie und der Ferrari 250 MM am Stand von Simon Kidston. Bei Axel Schütte stand auch der rote BMW 507 mit der Mille Miglia Homologation.



In diesem Jahr feiert die Karosseriebauer und Design Marke Zagato ihr 100 jähriges Bestehen. Sicherlich mit ein Grund, warum auf der diesjährigen Rétromobile mehrere von Zagato veredelte Modelle zu finden waren, wie Aston Martin Modelle oder weitere Alfa Romeo Fahrzeuge, wie der Aston Martin DB4 Zagato am Stand von Simon Kidston.

An einem Stand war an allen Tagen schweres Durchkommen, Wer sich den Weg durch die riesige Menschentraube gebahnt hatte, stand man vor dem Rennwagen, den die Presse im allgemeinen als "The most sexy car" bezeichnete, den Ferrari 330 P4.

Der Rennsportwagen wurde ausschließlich vom Werksteam der Scuderia Ferrari eingesetzt, wie zum Beispiel bei den 1.000 km von Monza oder den 24h von Daytona. Nicht weit weg war der Porsche 917 mit psychedelischer Bemalung zu bestaunen. Weitere Highlights unter den Rennfahrzeugen auf der Messe waren der erste F1 Ferrari von Michael Schumacher, der Bugatti EB110 und der Porsche 917 von 1971.



Richard Mille widmete den McLaren Rennlegenden eine Sonderausstellung. Im Mittelpunkt natürlich der McLaren F1 von 1998. Ältestes Fahrzeug in der Aufstellung war der McLaren M6GT von 1968, der bei McLaren entwickelt wurde, aber nie in Serie ging. Kunstvoll bemalt vom französischen Künstler César ist der McLaren F1 GTR von 1995 ein echtes Unikat. In einem Gulf Design gehüllt ist der F1 GTO20R von 1997. Fast unscheinbar wirkte der MCLaren Senna GTR am Ende der Aufstellung.

Natürlich durften auf einer Messe in Paris die französischen Automobilmarken nicht fehlen, wie Talbot, Facel Vegas, Bugatti und sogar Hispano Suiza Paris.

Wer nun Lust bekommen hatte sich auch einen Oldtimer zu kaufen aber das nötige Kleingeld gerade nicht parat hatte, konnte sich in einer der weiteren Hallen auf der Handelsfläche für Fahrzeuge unter 25.000 Euro das ein oder andere schöne Exemplar in Betracht ziehen.

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