Marc Janko über soziale Verantwortung

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Marc Janko über soziale Verantwortung

Beitrag von Redaktion » Sa Nov 30, 2019 12:46 pm

Die Verleihung der Laureus World Sports Awards wird am Montag, den 17. Februar 2020 in Berlin stattfinden

Im Jubiläumsjahr von Laureus, in dem die Organisation ihr 20-jähriges Bestehen feiert, wird die Verleihung der Laureus World Sports Awards am Montag, den 17. Februar 2020 in Berlin stattfinden. Dies wurde am 07. Oktober im Stadion "An der Alten Försterei", der Heimstätte des 1. FC Union Berlin, verkündet.

Im Rahmen der offiziellen Verkündung fand ein Fußballevent für junge Teilnehmer/-innen der Laureus-Förderprojekte KICK on Ice, KICK im Boxring, Kicking Girls und wirmachenwelle statt. An dem Event nahmen neben dem Fußballstar und Laureus Sport for Good Botschafter Marc Janko auch die Olympialegenden und Laureus Academy Mitglieder Katarina Witt und Nadia Com?neci teil. Im Rahmen dieser Veranstaltung sprach Marc Janko über soziale Verantwortung und respektvolles Miteinander.

Seit 2016 sind Sie Laureus Sport for Good Botschafter - was möchten Sie als Botschafter vermitteln?Marc Janko: Ich war von Laureus Sport for Good sofort begeistert. Ich finde es sehr gut gelungen und auch sehr glaubwürdig, wie die Brücke zwischen Sport und Gutes tun für junge Menschen geschlagen wird. Und es ist inspirierend, dass so viele weltbekannte Sportler sich zusammengetan haben und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Sport kann wirklich die Welt verändern und Menschen zusammenbringen.

Er hat viele Facetten, die positiv auf die Menschen, aber auch auf die ganze Gesellschaft einwirken können. Sport ist einfach sehr wertvoll, daher ist Laureus Sport for Good eine tolle Organisation, bei der ich mit Leib und Seele dabei bin.

Wie sehen Sie als ehemaliger Fußballspieler die soziale Verantwortung, die durch Fußball entsteht? Welche Werte sollten durch Fußball vermittelt werden?Janko: Ich würde es nicht nur auf Fußball reduzieren, sondern den Sport generell betrachten. In kaum einer anderen Tätigkeit lernt man so schnell etwas für das Leben wie beim Sport, egal ob Mannschafts- oder Einzelsport. Es ist eine Turbo-Lebensschule, die extrem wichtig für jeden Einzelnen ist.

Sport zu treiben bereichert jeden Menschen - zumindest mittelfristig. Man merkt es vielleicht nicht immer direkt, aber "hinten raus" spürt man, dass es dich als Mensch, als Persönlichkeit und als Charakter verändert. Es gibt viele Dinge, die du mit oder durch den Sport lernst: Resilienz, Zusammengehörigkeitsgefühl, Respekt, Umgang mit Niederlagen oder auch mit Siegen. Das alles sind Werte, die jedem Menschen gut zu Gesicht stehen und von denen man nie genug bekommen kann.

Wie haben Sie sich nach Rückschlägen motiviert?Janko: Ich habe es immer relativ pragmatisch gehalten. Nicht nur als Sportler, sondern als Mensch generell gibt es immer die Chance, in Momenten, in denen es vielleicht nicht so toll läuft, "rechts oder links" abzubiegen. Rechts ist der Weg des Selbstmitleides und des Haderns und links ist der Weg das Beste draus zu machen, nach vorne zu schauen und zu probieren, da wieder raus zu kommen. Wenn du die Situation pragmatisch siehst, dann hilft es niemandem, wenn du in Selbstmitleid zerfließt und anderen die Schuld für Dinge gibst, die du nicht beeinflussen kannst.

Ein älterer Spieler hat einmal zu mir gesagt, man solle sich immer auf die Dinge konzentrieren, auf die man Einfluss nehmen kann. Und man hat nicht auf alles Einfluss, das gilt im normalen Leben genauso und man muss gewisse Sachen einfach hinnehmen. Man kann es auch als Herausforderung nehmen, dass man gewisse Unwägbarkeiten in den Weg gestellt bekommt. Was ich aber jedem definitiv sagen kann: Es ist ein unglaublich stärkendes Gefühl, aus so einem Loch wieder herauszukommen und es macht dich selbstbewusster. Es zeigt dir, dass dich so schnell nichts umhauen kann und macht auch Mut für den weiteren Werdegang.

Auf Instagram sind Sie mit dem Hashtag #regardlesshappy unterwegs. An wen ist dieser Hashtag gerichtet?Janko: Ursprünglich an die jungen Leute. Aber ich musste das dann im Laufe der Zeit nachschärfen: an unreflektierte Leute. Und in den meisten Fällen sind das nun mal auch junge Leute, weil denen einfach Erfahrungswerte fehlen, die man im Laufe des Lebens sammelt. Mich hat es angefangen zu nerven, dass man auf Facebook und speziell Instagram ständig nur Perfektion vorgehalten und gezeigt bekommt.

Ich habe dann für mich beschlossen, Instagram anders zu nutzen. Ich möchte den Menschen, die es interessiert, zeigen, dass man, speziell auch wenn man in der Öffentlichkeit steht, genügend Momente hat, die nicht so prickelnd sind oder, dass man nicht immer so perfekt ausschauen kann, wie man bei einem Shooting in Szene gesetzt wird. Man soll sich nicht ständig über Perfektion definieren.



Janko: Mein Credo ist immer - und das probiere ich auch meinen Kindern beizubringen: Behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest! Man sollte sich selbst und sein Verhalten immer wieder hinterfragen. Was ich nicht erleben möchte, sollte ich auch keinem anderen antun.

Damit wäre schon viel geholfen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dann solche Ausschreitungen und Anfeindungen gäbe. Niemand möchte so etwas gerne erfahren.

SpendenkontoLaureus Sport for Good Foundation Germany, AustriaIBAN: DE70600700700171819607BIC: DEUTDESSXXXKreditinstitut: Deutsche Bank Stuttgart

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