Ruedi Mueller: Leidenschaft für Autos

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Ruedi Mueller: Leidenschaft für Autos

Beitrag von Redaktion » Do Nov 07, 2019 1:31 pm

Ruedi Müller ist ein bekanntes Gesicht in der Oldtimer-Szene - in seinem Heimatland der Schweiz und weit über die Landesgrenzen hinaus

Aktiv ist er beispielsweise bei der Swiss Historic Vehicle Federation, dem Dachverband der Schweizer Oldtimerclubs, sowie im Schweizer Motor-Veteranen-Club. Darüber hinaus ist er Mitglied der FIVA Events Commission. Im Jahr 2000 rief er die Veranstaltung Oldtimer in Obwalden - kurz O-iO genannt - ins Leben.

Längst ist das Event, das jedes Jahr an Pfingsten im Schweizer Urkanton Obwalden stattfindet, eine Institution - nicht nur in der Oldie-Szene, sondern auch als beliebtes Familienausflugsziel. Zu seinem zwanzigsten O-iO im Juni dieses Jahres wurde er mit dem ersten Kulturförderungspreis seiner Heimatgemeinde Sarnen ausgezeichnet.

Mit der Motorworld Manufaktur Region Zürich, die derzeit in Kemptthal entsteht, arbeitete er für die Open Days im Juni zusammen. Im Interview erzählt Ruedi Müller von seiner Leidenschaft zu Oldtimern.

Wie und wann hat bei Ihnen die Leidenschaft für Oldtimer angefangen?Eines Tages, als ich gerade auf meinem Schiff im Hafen von Sarnen saß, entdeckte ich rein zufällig ein uraltes Gefährt an Land. Eigentlich nur eine Plattform in weiß mit fünf roten Speichenrädern, inklusive Reserverad, zwei ebenfalls feuerroten Sitzen, einer kleinen ovalen Scheibe vor dem Fahrer und einem runden Tank hinter ihm. Beim Anblick dieses Oldtimers war ich sofort hin und weg. Ich sprang vom Schiff und fragte den Fahrer, ob er an einem Verkauf interessiert wäre.

Glücklicherweise stimmte er zu und wir unterzeichneten sofort den Vertrag. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Vehikel um einen 1914er Ford A Speedster, Messingmodell. So kam ich also an mein erstes historisches Fahrzeug. Im Laufe der Zeit gesellten sich dann immer weitere Exemplare dazu.

Haben Sie unter all Ihren alten Schätzen auch einen Favoriten?Nein, einen Favoriten habe ich nicht. Das Auto wähle ich immer nach Bedarf, Lust und Wetterlage -und wie lange es schon nicht mehr bewegt wurde.

2000 fand Ihre allererste Oldtimer-Veranstaltung statt. Hat sich in all den Jahren etwas verändert?Ja, es hat sich schon etwas verändert. Die gesamte Organisation nimmt viel mehr Zeit in Anspruch, da vor allem der Papierkram gewaltig gestiegen ist. Früher konnte man vieles über mündliche Absprachen oder per Handschlag klären, das ist heute nicht mehr der Fall. Außerdem sind die Sicherheitsvorkehrungen bei den Events viel strenger geworden.

Bei unserer Veranstaltung Oldtimer in Obwalden bewegen wir etwa 400 bis 550 historische Fahrzeuge über Strecken bis ca. 70 Kilometer. So eine Verschiebung ist eine große logistische Herausforderung. Hinzu kommt, dass die übrigen Verkehrsteilnehmer, auf die während der Ausfahrten Rücksicht genommen werden muss, heute oftmals ungeduldiger sind als früher. Und natürlich ist auch die Verkehrsdichte heutzutage höher, als noch vor einigen Jahren.

Was sind heute die Anforderungen für eine gute Oldtimer-Veranstaltung?Es gibt zwei Weltverbände, die Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA) und die Fédération Internationale de l'Automobile (FIA), die über Regularien verfügen, wie eine Veranstaltung mit historischen Fahrzeugen zu organisieren ist. Wobei ganz klar die Sicherheit an oberster Stelle steht. Das gilt insbesondere für Events, bei denen gefahren wird. Eine gute Oldtimer-Veranstaltung sollte auch immer ein Anlass für die ganze Familie sein - Kinder sollten immer miteinbezogen werden.

Mit der Motorworld Manufaktur Region Zürich haben Sie ja jetzt bald einen neuen Anlaufpunkt. Bietet das für Sie einen Mehrwert oder ergeben sich hierdurch neue Chancen?Ich freute mich sehr, als ich erfuhr, dass die Motorworld jetzt auch in Kemptthal - in der wichtigsten Wirtschaftsregion der Schweiz - vertreten ist. Als Kind bin ich oft mit meinem Fahrrad, später dann mit dem Mofa auf das Maggi-Areal gefahren. Als ich im Juni an den Open Days der Motorworld Manufaktur Region Zürich teilnahm, war ich sofort überzeugt,

Mehrwert und Chancen ergeben sich mit Sicherheit - nicht nur für mich - sondern für alle, die mit historischen Fahrzeugen unterwegs sind. Die Verantwortlichen der Oldtimer-Clubs sind immer froh, lohnende Ziele oder schöne Zwischenstopps für ihre Ausfahrten zu finden. Zweifellos wird die Motorworld in Kemptthal binnen kürzester Zeit eine bevorzugte Adresse für Oldtimer-Fans, aber auch für viele andere werden. Die besonderen Autos in dieser äußerst passenden Kulisse werden mit Sicherheit ein begehrtes Fotomotiv für etliche Besucher werden.

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