Laureus: Lebensmotto Kickformore

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Laureus: Lebensmotto Kickformore

Beitrag von Redaktion » Sa Aug 10, 2019 11:40 am

Eine Begegnung mit Aydel Haji und Mazen Mirzo verschafft einen nachhaltigen Eindruck. Auch bei dem ehemaligen Nationalfußballer Fredi Bobic

Nein, es handelt sich bei den beiden jungen Männern von Anfang 20 nicht um angehende Profifußballer. Anstatt dem Ruhm nachzueifern konzentrieren sie sich beim Sporttreiben viel mehr auf Fairness und Gleichberechtigung und eröffnen vielen anderen Jugendlichen damit neue Perspektiven.

Als Kinder mit ihren Familien aus dem Irak geflüchtet, fingen sie vor gut zehn Jahren im baden-württembergischen Offenburg an, regelmäßig an dem, von Laureus Sport for Good mitunterstützten, Straßenfußballprojekt Kickformore teilzunehmen und fanden dort nicht nur Freunde, sondern auch eine zweite Familie. "Mazen und ich sind seit zehn Jahren bei dem Projekt, was der Hälfte unseres Lebens entspricht. Dementsprechend kann ich mir mein Leben auch nicht mehr ohne Kickformore vorstellen", erzählt Aydel.

Hinter Kickformore verbirgt sich ein Bildungsprojekt des Trägers Kickfair e.V. mit dem Leitsatz "Im Mittelpunkt steht der junge Mensch", welcher in vollem Umfang umgesetzt wird. Grundsätzlich spielen die Kinder und Jugendlichen Straßenfußball, welcher sie jedoch durch bestimmte Fairness-Regeln fordert. Zusätzlich wird der Sport außerhalb des Spielfeldes mit Bildungsbausteinen verknüpft, um so ihre persönliche Entwicklung zu fördern.

Prominenter Fan der Projektarbeit ist auch der Motorsportler und Laureus Sport for Good Botschafter Maro Engel: "Es ist toll zu sehen, dass neben dem Sportlichen die positiven Werte in den Vordergrund gestellt werden und dass sich die Kinder gegenseitig unterstützen. Sie haben die Mentalität angenommen, dass zum Gewinnen auch faires Verhalten zählt." Darüber hinaus werden die Teilnehmer angehalten, Verantwortung zu übernehmen und an dieser zu wachsen.

Aydel und Mazen haben ihren Weg innerhalb des Projekts, aber auch in ihrem Leben gefunden: Angefangen als Spieler, über die Rollen als Teamer und Organisator bis hin zum Youth-Leader, lernten sie, Verantwortung zu übernehmen, mit dieser umzugehen und an sich selber zu glauben. "Ich freue mich besonders, dass meine Entwicklung so gut zu sehen ist und ich dafür Anerkennung bekomme", sagt Mazen. Und obwohl die beiden Freunde so eng miteinander verbunden sind, findet jeder seine individuellen Stärken und wird in dem Projekt entsprechend gefördert.

So kommt es, dass Mazen inzwischen in ganz Deutschland Vorträge hält und Aydel die Gruppen in seinem Heimat-Ort, zu denen er noch vor wenigen Jahren gehörte, nun selbst leitet. "Die Workshops, die uns damals gegeben wurden, haben mich sehr geprägt und das transportierte Familiengefühl hat mich in meinem Bildungsweg sehr gestärkt", reflektiert Aydel.

"Das Tool Fußballspielen bringt sie zusammen, aber die gemeinsame Zeit, der respektvolle Umgang miteinander und das Abbauen von zwischenmenschlichen und interkulturellen Barrieren sind die Werte, die es ausmacht", schwärmt auch Fredi Bobic, Laureus Sport for Good Botschafter und Sportdirektor des Bundesligavereins Eintracht Frankfurt. Er unterstützt das Projekt seit 2013 als Schirmherr. Und Mazen spezifiziert: "Ob Mädchen, Junge, groß, klein, ob schwarz oder weiß, Kopftuch oder nicht - jeder, der Bock hat, kann bei uns mitmachen" und man spürt, dass er mit voller Überzeugung spricht.

Aydel und Mazen sind Kickformore - und das hat auch Fredi Bobic gemerkt: "Die zwei Jungs sind Stars aus dem realen Leben. Sie sollten stolz darauf sein, wie sie andere Kinder, die denken, sie haben nicht so viele Möglichkeiten oder sie kommen nicht weiter in ihrem Leben, begeistern und mit ihrer eigenen Geschichte überzeugen. Am Ende des Tages bringt ein gemeinschaftliches Ziel auch jeden Einzelnen weiter."

Spendenkonto:Laureus Sport for Good Foundation Germany, AustriaIBAN: DE70600700700171819607BIC: DEUTDESSXXXKreditinstitut: Deutsche Bank Stuttgart

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