Rometsch Beeskow: Ein VW Käfer im Sonntagskleid

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Redaktion
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Rometsch Beeskow: Ein VW Käfer im Sonntagskleid

Beitrag von Redaktion » Do Mär 14, 2019 9:23 pm

Sagt Ihnen der Rometsch Beeskow etwas? Unter diesem Namen entstanden zwischen 1950 und 1961 in West-Berlin bildschöne Coupés und Cabriolets

Beim Amelia Island Concours d'Elegance in den USA treffen sich alljährlich Oldtimer-Enthusiasten aus aller Welt, um seltene Schätze zu bewundern. 2019 standen die Karosseriebauer vergangener Jahrzehnte im Zentrum, neben "Carozzerias" aus Italien auch Karosseriebauer aus Deutschland. Zwölf Fahrzeuge zeigten besondere Umbauten auf der Plattform des VW Käfer.

Einen Preis erhielt das seltene Rometsch Beeskow Coupé aus dem Jahr 1951 respektive sein Besitzer, Traugott Grundmann aus dem deutschen Oldendorf. Rometsch? Beeskow? Nie gehört! Also der Reihe nach: Rometsch war ein im Jahr 1924 gegründeter Karosseriebauer in Berlin, das erste Projekt auf VW-Basis ein viertüriger Taxi-Käfer.

Dafür verantwortlich zeichnete Johannes Beeskow (1911-2005), der vor dem Krieg elegante Aufbauten bei der Firma Erdmann & Rossi entworfen hatte. Während dem Taxi kein rechter Erfolg beschieden war, da es durch den teuren Umbau auf Mercedes-Niveau lag, legte Rometsch nach: 1951 glänzte in Genf ein kleiner Sportwagen mit Aluminium-Karosserie auf Käfer-Basis.

Das offiziell "Rometsch Beeskow" genannte Modell taufte die Berliner Schnauze aufgrund der Seitenline bald "Banane". Die meisten Exemplare waren offen, das auf Amelia Island prämierte Coupé schuf Beeskow für seine Frau. Trotz des ab 1955 dominierenden Karmann-Ghia, der über die VW-Händler verkauft wurde, entstanden bei Rometsch insgesamt 585 Fahrzeuge inklusive des Nachfolgemodell "Lawrence". Bereits 1953 wechselte Beeskow zu Deutsch nach Köln, 1956 schließlich zu Karmann. 1961 bedeutete der Mauerbau das Ende für die Firma Rometsch, die auf einen Schlag die Hälfte ihrer 90 Angestellten verlor.

Neben diversen Rometsch-Oldtimern und einem seltenen VW Käfer Cabriolet von Hebmüller sorgte der sogenannte "Wedding Beetle" für Aufsehen. Der Wagen aus Eisengeflecht hat seinen Ursprung bei Raphael Esparza Prieto, einem Schweißer und Schmied aus Mexiko-Stadt. Er bildete die typische Käfer-Silhouette nach und setzte sie als Werbeträger auf das Dach eines VW-Teilehändlers.

Das weckte das Interesse von Volkswagen, sodass bei Prieto zwei fahrfähige Autos bestellt wurden. Sie dienten während der Olympischen Sommerspiele 1968 in Mexiko-Stadt zu PR-Zwecken. Rund 20 dieser Gefährte sollen schlußendlich entstanden sein, die meisten davon nach Bestellungen von VW-Managern rund um den Globus.

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