Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

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Redaktion
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Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von Redaktion » Do Mai 28, 2020 10:30 am

Nach dem Statement von Daniel Abt zu seiner Suspendierung: Wie aus einem lustigen Bubenstreich a la Joko & Klaas ein Formel-E-Skandal und PR-Debakel für Audi wurde



meine erste Reaktion, als ich, inhaltlich normalerweise auf die Formel 1 spezialisiert, vom Fall Daniel Abt und seiner anschließenden Suspendierung durch Audi erfahren habe, war: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?" Und ich meinte damit nicht Abt und den "Komplizen", den er bei seiner in diesen Tagen heiß diskutierten Aktion in der virtuellen Race-at-Home-Challenge der Formel E an seiner Stelle hat fahren lassen. Sondern ich meinte damit Audi.

Ich habe meine Meinung seither nicht geändert. Aber der Reihe nach ...

Die Race-at-Home-Challenge ist der gut gemeinte Versuch, den Fans in Zeiten der Coronavirus-Pandemie, in der echter Motorsport mit echten Autos und echten Fahrern auf echten Strecken nicht möglich ist, etwas Unterhaltung zu bieten. Genau wie die Formel 1 fährt auch die Formel E virtuelle "Autorennen", die live gestreamt werden und ein Ersatzprogramm darstellen sollen.



Angenehmer Nebeneffekt: Die engagierten Hersteller haben so wenigstens ein bisschen Medienpräsenz, und man kann den Sponsoren, die für ihr Geld sonst nichts bekommen würden, immerhin irgendeine Plattform bieten.

Das machen auch andere Rennserien so. Die Formel 1 ist ein Beispiel. Die 24 Stunden von Le Mans sind ein anderes. Und eben die Formel E.

Mit professionellem Sim-Racing oder gar echtem Rennfahren hat das, was uns da in regelmäßigen Abständen in diversen Livestreams aufgetischt wird, aber nichts zu tun. Wirklich rein gar nichts. Die virtuellen Rennen werden in der Regel ohne Schadensmodell in einem Arcade-Modus gefahren, was dazu führt, dass sie eher an ein "Demolition-Derby" erinnern als an einen ernst gemeinten Versuch, den besten Sim-Racer unter den echten Racern zu identifizieren.

Das ist bei der Formel E nicht anders als bei den virtuellen Grands Prix der Formel 1. Ich verwende für die virtuellen Veranstaltungen bewusst das abwertende Label "Computerspiel". Denn für professionelle Sim-Racer (ja, damit kann man heutzutage Geld verdienen!) wäre es eine Beleidigung, die Events mit virtuellen Autos, aber Rennfahrer-Stars aus Fleisch und Blut als etwas anderes zu bezeichnen.



Max Verstappen hatte den Mut, genau das offen auszusprechen. Er verweigert bis heute die Teilnahme an den virtuellen Grands Prix der Formel 1 und turnt stattdessen bei anderen Sim-Events rum wie etwa dem virtuellen Porsche-Supercup oder weniger öffentlichen Rennen auf der Plattform iRacing.

Andere, Daniel Abt gehört dazu, dachten sich zwar das Gleiche wie der Formel-1-Star von Red Bull. Sie spielten das Spielchen aber mit, schließlich helfen sie damit ihrem Arbeitgeber in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit und tun obendrein, zumindest im Fall der Race-at-Home-Challenge, auch noch was für den guten Zweck. Preisgelder oder Pokale gibt's schließlich nicht. Spenden aber schon.

Vor dem "virtuellen Heimrennen" in Berlin kam Abt bei einer privaten Verabredung mit echten Sim-Racern eine pfiffige Idee: Er könnte doch bei der nächsten Race-at-Home-Challenge nur so tun, als würde er selbst fahren - und stattdessen einen professionellen Sim-Racer unter seinem Namen antreten lassen. Hinterher würde man ein Video drehen, den Streich aufklären und sich über die herzhaften Lacher der Community und hunderttausende YouTube-Klicks freuen.

Schließlich ist die Race-at-Home-Challenge ohnehin eine nicht ernstzunehmende Spaßveranstaltung, bei der es nichts zu gewinnen gibt. Niemand würde zu Schaden kommen. Wenn überhaupt würde man mit so einem "Prank" (so nennen das die jungen Menschen neudeutsch) viral viele Menschen erreichen, die sich sonst gar nicht groß für das Thema interessieren. Denn ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der von der Race-at-Home-Challenge sonst groß Notiz nehmen würde.



Ich strapaziere ein Beispiel: In meinem ganzen Leben habe ich noch nie die "Goldene Kamera" geschaut. Als Joko & Klaas aber einen (nicht besonders echt aussehenden) Ryan-Gosling-Doppelgänger dort einschleusten, machte das im großen Stil Schlagzeilen. Und ich zog mir nicht nur das "Prank"-Video selbst rein, sondern sogar das Making-of. Eine geile Aktion, über die Deutschland ein paar Tage lang gelacht hat und bei der in Wahrheit, sind wir mal ganz ehrlich, niemand nachhaltig zu Schaden gekommen ist.

Dass so eine Aktion geplant war, hat Abt erst am Dienstagabend in einem YouTube-Statement aufgeklärt. Da hatte er schon 10.000 Euro freiwillige Strafe für einen guten Zweck gespendet und war von Audi suspendiert worden. Sein Audi-Werksvertrag wäre am Saisonende ohnehin ausgelaufen. Es ist ziemlich offensichtlich, dass man aus dem Bubenstreich einen Vorwand konstruiert hat, um ihn vorzeitig abschießen zu können.

Man hört, dass Teamchef Allan McNish einer der Treiber hinter der Aktion war. Nicht der einzige. Im offiziellen Statement von Audi zur Suspendierung heißt es, dass Werte wie "Integrität, Transparenz und die konsequente Einhaltung geltender Regeln" für die Marke oberste Priorität haben. "Gerade im Hinblick auf die Vergangenheit."

Das ist bis zu einem gewissen Grad verständlich. Audi ist wahrlich keine der Marken, die beim Brainstorming unter Motorsport-Fans zuallererst genannt wird, wenn Themen wie "Integrität" und "Transparenz" auf der Tafel stehen.



Audi ist die Marke, bei der man seine Karriere trotz "Schieb-ihn-raus!"-Befehl nach einer im Verhältnis zum Tatbestand kosmetischen Sanktion fortsetzen kann. Und Volkswagen ein Konzern, in der sich Manager von "Dieselgate"-Vorwürfen mit Millionenzahlungen, die ihnen dank der großzügigen Boni vorangegangener Jahre nicht besonders wehtun, aus ihrer Verantwortung stehlen und weitermachen können.

Wenn aber ein kleiner Rennfahrer aus dem Allgäu auf die Idee kommt, man könnte ein sonst stinklangweiliges Computerspiel-Event mit einer wirklich witzigen Aktion etwas aufpeppen, dann, ganz klar, dann ist es "alternativlos" (Zitat Audi), dessen Vertrag sofort zu kündigen und möglicherweise seine Rennfahrer-Karriere zu zerstören. Die Herren Diess und Pötsch werden aufatmen, dass bei ihnen nicht der gleiche moralische Maßstab angelegt wird!

Dabei ist Audi eine in der Selbstwahrnehmung tolle und tolerante Marke, die von sich behauptet: "Wir stehen zu einer offenen Fehlerkultur." Abts geplanter "Prank" sei aber kein Fehler gewesen, "sondern die bewusste Entscheidung, gegen die Regeln zu handeln. Das macht für uns den großen Unterschied."

Liebe Audi-Entscheider: Dass ihr Joko & Klaas noch nie gesehen habt, gut, das kann ich bei den angegrauten Altersstrukturen in den höheren Ebenen solcher Konzerne ja noch halbwegs nachvollziehen. Aber Guido Cantz vielleicht, "Die versteckte Kamera"?



Zugegeben: Am Abt-Video von Dienstag hat mich im ersten Moment etwas irritiert. Warum, dachte ich mir, rückt der Junge erst jetzt mit dieser "Prank"-Nummer raus? Hätte er das gleich gesagt und sich so erklärt, hätte doch niemand mit halbwegs gesundem Menschenverstand seine Karriere zerstört?

Sollte man meinen.

Ein paar Anrufe später bin ich schlauer. Abts "Prank"-Version erscheint glaubwürdig. Es gibt mehrere Zeugen dafür, dass die Aktion von langer Hand geplant war und später mit einem lustigen Video (sowas dauert halt ein paar Tage) aufgeklärt werden hätte sollen. Nicht nur den Komplizen aus der Sim-Racer-Szene, sondern mehrere weitere Sim-Racer, die eingeweiht waren und die Absprache mitbekommen haben. Das habe ich für diesen Kommentar gründlich recherchiert und überprüft.

Und auch Audi kann man nicht damit in Schutz nehmen, dass Abt mit seinem "Prank" nicht rausgerückt wäre. Der 27-Jährige schwört, dass er mit der Nummer gleich ausgepackt hat, als er deswegen kontaktiert und zur Rede gestellt wurde. Aber das wollte niemand hören.

Man wollte Abt ohnehin loswerden, und mit dieser Aktion hatte man endlich einen (vermeintlich) guten Grund, ihn zu feuern, zu diskreditieren und ihm auch noch, vor den Augen der breitesten Öffentlichkeit, die die sonst moderat interessierende Formel E je hatte (das belegen unsere Zugriffszahlen ganz eindeutig), richtig eine in den Bauch zu treten.



Bei meinen Recherchen für diesen Kommentar habe ich ehrlich nach Argumenten gesucht, wie man Audi für die völlig überzogene Reaktion verteidigen könnte.

Ich habe keine gefunden.

Was man allerdings sagen muss: Nicht alle bei Audi Sport haben den Verstand verloren. Bei einigen stehen die Tassen noch heil im Schrank. Aber die, die über den Fall Abt zu entscheiden hatten, haben es bravourös geschafft, das ohnehin angekratzte Image der Marke in einer Zeit, in der nicht einmal Rennen gefahren werden, weiter zu beschädigen.

Keine guten Zeiten für die vier Ringe. In der Motorsport-Öffentlichkeit steht man ohnehin schon wie der Totengräber der DTM da. Ob das nun eine berechtigte Wahrnehmung ist oder nicht, das ist ein anderes Thema. Die großen Fische, die Wolfgang Ullrichs dieser Welt, die kommen bei Audi offenbar mit einem blauen Auge davon. Aber die kleinen Fische, die Daniel Abts, die werden gnadenlos fertiggemacht.

Nur gut, dass das nicht nur ich so sehe.



Man hätte den Fall Abt auch ganz anders abwickeln können. Wenn man schon Spaßbremse sein möchte, dann bleibt man bei den 10.000 Euro Strafe für den guten Zweck. Das hilft Menschen, die das Geld brauchen, und tut jemandem wie Abt nicht weiter weh.

Man hätte über die Aktion lachen, das geplante Video über alle Channels der Formel E und Audi viral gehen lassen können. Viel, viel mehr Menschen hätten sich dafür interessiert als für alle Rennen der Race-at-Home-Challenge zusammen. Die Fans hätten gelacht, die Nicht-Fans auch - und vielleicht wäre der eine oder andere sogar bei der Formel E hängen geblieben.

Man hat es anders abgewickelt. Und zur Verteidigung der Formel E sei gesagt: Während Audi nicht einen Funken Humor oder Gnade gezeigt hat, hat Alejandro Agag Größe bewiesen. Er hat Abt eine SMS geschrieben, als einer der Ersten, und ihn aufgemuntert. Wenn er etwas braucht, solle er sich melden.

Auch ein Weg, damit umzugehen.

Ihr#w22#

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McWurst
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von McWurst » Do Mai 28, 2020 11:43 am

Sehr gut geschrieben :top:

Die ganze Sache hat dem Event viel mehr Aufmerksamkeit gebracht, als es vorher hatte. Audi hätte davon profitieren und ihre beschriebenen Attribute damit unterstreichen können. Aber mit genau solchen Aktionen tretten sie eben diese mit Füßen und geben sich der gesamten Motorsportgememeinde zur Lächerlichkeit preis.

Chapeau Audi :schumi:

jerry74
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von jerry74 » Do Mai 28, 2020 12:01 pm

Diese Meinung teile ich eher nicht!
Wenn man als Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gegenüber Schaden zufügt, dann wird das dementsprechend auch ausgelegt. Ja und auch Fahrer sind Arbeitnehmer, und nicht Leute die sich alles erlauben können, während Otto Normalverbraucher bei kleinsten Vergehen schon mal beurlaubt wird. Große Firmen sind zudem um einiges sensibler wenn es um Imageschaden geht als wenn einfach ein Schaden von 50.000€ entsteht.
Abt ist für Audi unterwegs gewesen, nicht für Abt Racing, keiner hat ihn dazu gezwungen und deswegen hat er auch eine Verantwortung Audi gegenüber. Wenn er aber sagt er macht mit, dann sollte das auch bedeuten dass er sich auch seriös verhält und nicht alle zum Narren hält. Ihn jetzt so zu verteidigen finde ich in dieser Form total daneben, genauso ist es bei Fußballern denen auch immer alles durchgelassen wird.

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B#2K
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von B#2K » Do Mai 28, 2020 12:06 pm

Ich werde ab sofort auch einfach jemand anderen für mich an die Arbeit schicken und hock mich auf Terrasse.
Und wenn es auffliegt, behaupte ich einfach, das alles Spaß war.

Man ist der Typ rum...
LG Marcel

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aivm
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von aivm » Do Mai 28, 2020 12:27 pm

Die verantwortlichen grauen Herren haben Audi einen weitaus größeren Schaden zugefügt als Abt, jetzt gibts nicht nur den Abgasskandal, sondern sie müssen sich auch noch vorwerfen lassen einen Rennfahrer wegen eines Videogames gefeuert zu haben. Das ist alles so absurd.

Führt euch das doch mal vor Augen, Abt sitzt im Allgäu auf dem Balkon und stößt mit seiner Familie auf das neue Jahr an. Da macht man sich natürlich auch Gedanken, was man denn im neuen Jahr so machen wird. Hätte jemand Abt da gesagt, ein Virus wird die komplette Welt befallen, wir sind gezwungen drinzubleiben und Masken zu tragen und übrigens, du wirst wegen eines Videogames als Werksfahrer gefeuert, jeder hätte ihn für verrückt erklärt...

Ich stimme dem Artikel voll und ganz zu....10k Strafe für den guten Zweck und alles wäre gut gewesen.

Cave
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von Cave » Do Mai 28, 2020 12:38 pm

aivm hat geschrieben:
Do Mai 28, 2020 12:27 pm
Die verantwortlichen grauen Herren haben Audi einen weitaus größeren Schaden zugefügt als Abt, jetzt gibts nicht nur den Abgasskandal, sondern sie müssen sich auch noch vorwerfen lassen einen Rennfahrer wegen eines Videogames gefeuert zu haben. Das ist alles so absurd.

Führt euch das doch mal vor Augen, Abt sitzt im Allgäu auf dem Balkon und stößt mit seiner Familie auf das neue Jahr an. Da macht man sich natürlich auch Gedanken, was man denn im neuen Jahr so machen wird. Hätte jemand Abt da gesagt, ein Virus wird die komplette Welt befallen, wir sind gezwungen drinzubleiben und Masken zu tragen und übrigens, du wirst wegen eines Videogames als Werksfahrer gefeuert, jeder hätte ihn für verrückt erklärt...

Ich stimme dem Artikel voll und ganz zu....10k Strafe für den guten Zweck und alles wäre gut gewesen.
Hmm... Kann dem ganzen bericht nur bedingt zustimmen.

Was hat sich daniel abt nur dabei gedacht? Selbst wenn es nur ein doofes computerspiel ist, so wird das ganze meines wissens offiziell veranstaltet und er ist in seiner position als werksfahrer angetreten. Auch wenn es witzig gemeint war, muss er in dem fall damit rechnen dass der verband und audi tätig werden MÜSSEN.
Es mag dann schlussendlich stimmen, dass es eine willkommene ausrede war um so hart zu zu schlagen, aber wenn er keinen bock drauf hatte hätte er es bleiben lassen sollen oderes vorher mit allen beteiligten absprechen.

frankW
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von frankW » Do Mai 28, 2020 12:46 pm

Clever wäre halt gewesen, wenn er die Aktion mit Audi vorher abgestimmt hätte... Aber auch wenn die Aktion in der Form doof war (er ist halt kein Enthüllungsjournalist), die Reaktion von Audi ist gnadenlos überzogen. Gerade beispielsweise im Vergleich zu Dr. Ullrich.

Wurz
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von Wurz » Do Mai 28, 2020 12:58 pm

Ich stimme der Aussage voll und ganz zu, dass man Abt los werden wollte und das ein guter Vorwand war. Abt hats ihnen leider auch nicht schwer gemacht, wenn er diese Aktion zu mindest mit der PR Abteilung von AUDI abgestimmt hätte.

Audi sammelt eh gerade keine Pluspunkte - offenbar ist ihnen ihr Motorsport-Ruf gerade egal.

RD-White
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von RD-White » Do Mai 28, 2020 1:29 pm

Redaktion hat geschrieben:
Do Mai 28, 2020 10:30 am

"ein kleiner Rennfahrer aus dem Allgäu"

Der Kommentar mag ja insgesamt seine Berechtigung haben, selbst wenn keiner von uns weiß wie die vertraglichen Verpflichtungen des Daniel Abt waren. Aber ausgerechnet den Abt als armen kleinen Rennfahrer zu bezeichnen ist nun wirklich zu dick aufgetragen und macht das ganze ziemlich lächerlich.
Was "Fairness" und "Sportsmanship" angeht, passte er natürlich schon zu Audi, keine Frage.

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vollkornnudel
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von vollkornnudel » Do Mai 28, 2020 2:29 pm

So unterschiedlich können also Definitionen von "eine pfiffige Idee" aussehen. :emb:

Wenn daran wenigstens irgendetwas lustig oder aufsehenerregend gewesen wäre, dann könnte man darüber diskutieren. War es aber nicht. Ein "Profi" ist dritter, nein, sechster geworden. Oho, ganz toll. Wenn wenigstens einfach ein Bot für ihn gefahren wäre ...

Es war eine unfassbar lahme, langweilige und von vorne bis hinten schlechte Idee. So einfach ist das. Und wenn es bei e-Sports überhaupt eine goldene Regel gibt, dann die, dass man wenigstens selbst aufs Knöpfchen drückt. Sonst könnte man wirklich gleich alles der KI überlassen.

Wer Mist bauen will, muss auch bereit sein, mit den Konsequenzen zu leben. Und damit sage ich ausdrücklich nicht, dass Audi auf jeden Fall so reagieren musste oder sollte. Aber sie konnten und durften es.

gth12
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von gth12 » Do Mai 28, 2020 3:36 pm

Bei einer offiziellen Veranstaltung der Formel-E einen "Profirennfahrer" in's Cockpit setzen - dann erzählen, es wäre ja "nur Spaß" gewesen.
Es war (meiner Meinung nach) 1. nicht lustig - und 2. verstehe ich nicht, wieso man bei einer sportlichen Veranstaltung (ist doch vollkommen egal, ob es am PC war) einen "Witz" machen muss, indem man andere Leute um ihre Arbeit und Erfolg bringen will, weil man sich einen eigenen Vorteil durch Unsportlichkeit verschafft.

ArrowsA10B
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von ArrowsA10B » Do Mai 28, 2020 4:32 pm

Eigentlich ist das Verhalten von Audi nicht anders, als zu erwarten war.
Im Netz gibt es etliche Berichte, wie es im VW-Konzern überhaupt zum Diesel-Skandal kam, wie Unternehmenskultur und die starken Hierarchien und Eitelkeiten dazu führten, dass die Manipulationen zu Stande kamen, und intern niemand den Finger hob.

Der VW Konzern präsentiert sich Neuerdings im Namen der Nachhaltigkeit. Diess setzt ausschließlich auf Elektro. Andere Antriebstechnogien scheinen verpönt, auf der anderen Seite laufen durch Softwareprobleme Golf 8 und id.3 nicht richtig an. Meiner Meinung nach hat sich scheinbar in Sachen Unternehmenskultur nicht viel geändert. Zur Nachhaltigkeit gehören auch Menschen. Im Fall Abt wäre Nachsichtigkeit die Art von Nachhaltigkeit gewesen, die man hätte beweisen müssen, wenn man sich "verbessert" präsentieren wollte. Aber scheinbar sitzt immer noch der gleiche Schlag Menschen an den Schalthebeln, bzw. die Kultur des Angst getränkten Handelns bestimmt weiterhin die Entscheidungen im Konzern.

Insofern offenbart sich auch die einzige Serie, an der Audi noch internationl teilnehmen wird, als reiner Marketing-Humbug. Da gehts nicht um Präsentation der Mobiltität der Zukunft, nicht um Sportlichkeit, nicht um Racer-Herzen, nicht um Leidenschaft (zumindest damit kann man Ullrichs damalige "Schieb-ihn-raus"-Aktion noch entschulden).
Es geht um Dinge wie Beliebtheit, gesellschaftliche Akzeptanz, bei den "Guten" zu sein, und die "Bösen" zu verachten, um Leute, denen mit einem Fan-Boost ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom anerzogen wird (warum hat in unserer wehledigen Gesellschaft eigentlich noch niemand aufgemuckt, dass das diskrimienierend und unsportlich ist? Bekommt demnächst der beliebteste Leichtathlet eine Spritze mit Doping zugestanden?). Ironischerweise wird dieses Aufmerksamkeitsgehabe nun Abt zum Verhängnis.
Es geht um Dinge, wie den Aufbau eines (fake-) Images, um gutgläubige Konsumenten an der Nase herum zu führen. Vielleicht der Grund, warum etwas Offensichtliches wie der Abt-Prank so auf die empfindlich-eitlen Audi-Nerven drückt. Man könnte ja das Nachdenken anfangen, also jene Gehirntätigkeit, die ausgesprochen oder ausgeschrieben heutzutage zu Shitstorms und sozialer Isolation führen.

dickx1605
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von dickx1605 » Do Mai 28, 2020 7:33 pm

Sehr geehrter Herr Nimmervoll,
ich kann Ihrem Artikel nur voll und ganz zustimmen.
Dass Ihre Recherche nicht den Hauch einer Entlastung zu Gunsten von Audi gebracht hat, mantifestiert den ersten Eindruck:
Bei Audi haben Sie nicht mehr alle Tassen im Schrank!!
Nach all den fauxpas, die sich Audi in den letzten Jarhen geleistet und aktuell mit der sehr kurzfristigen DTM-Absage, wäre man alles andere als in der "Saubermann" Position!
Wer bitte schön kann sich da noch ruhigen Gewissens Audi-Fan nennen?
Mit so viel "Dreck am Stecken" verspielt man sich seine letzten Sympatien gänzlich!
Ich bin mir sicher, das nicht jeder im Team hinter dieser Entscheidung steht, was widerum zu Spannungen führt die letztendlich in schlechteren Ergebnissen münden.
Meiner Meinung nach: Absolutes Eigentor! :wuerg:

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Maglion
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von Maglion » Do Mai 28, 2020 11:39 pm

jerry74 hat geschrieben:
Do Mai 28, 2020 12:01 pm
Diese Meinung teile ich eher nicht!
Wenn man als Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gegenüber Schaden zufügt, dann wird das dementsprechend auch ausgelegt. Ja und auch Fahrer sind Arbeitnehmer, und nicht Leute die sich alles erlauben können, während Otto Normalverbraucher bei kleinsten Vergehen schon mal beurlaubt wird. Große Firmen sind zudem um einiges sensibler wenn es um Imageschaden geht als wenn einfach ein Schaden von 50.000€ entsteht.
Abt ist für Audi unterwegs gewesen, nicht für Abt Racing, keiner hat ihn dazu gezwungen und deswegen hat er auch eine Verantwortung Audi gegenüber. Wenn er aber sagt er macht mit, dann sollte das auch bedeuten dass er sich auch seriös verhält und nicht alle zum Narren hält. Ihn jetzt so zu verteidigen finde ich in dieser Form total daneben, genauso ist es bei Fußballern denen auch immer alles durchgelassen wird.
Das Problem ist aber, das nicht Abt Audi geschadet hat, sondern Audi sich selbst durch ihre überzogene Reaktion.
Welchen Schaden soll denn Abt verursacht haben?

Wenn gerade eine Firma wie Audi, mit all den Skandalen an den Hacken, hier den Moralapostel spielt, ist das lächerlich.
Soviel ich weiß, sind die meisten Führungskräfte, die an den diversen Audi-Skandalen mitbeteiligt waren, noch auf der Gehaltsliste von Audi. Wirklich konsequent ist das nicht, oder?!

Schon der kurzfristige Ausstieg von Audi bei der DTM, war vielleicht juristisch korrekt, aber ansonsten sehr grenzwertig - man kann auch sagen unsportlich oder rücksichtslos. Dass man jetzt unter einem Vorwand in der Formel E Platz für die arbeitslosen DTM-Piloten macht, passt genau zum inzwischen stark angeknacksten Image von Audi.
Audi braucht keinen Abt, um sich zu schaden, denn Abt ist auf diesem Gebiet ein viel zu kleines Licht. Bei Audi sitzen genügend Leute, die auf diesem Gebiet echte Profis sind. ;) :naughty: :lol:
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Rotato
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von Rotato » Fr Mai 29, 2020 12:11 am

Wie unglaublich naiv und kindisch der Herr Nimmervoll sein kann, erstaunt mich doch.
Ich kann mich hier nur einigen der anderen Kommentierer anschließen, das war eine strunzdumme Aktion, bei der ich auch beim besten Willen nicht verstehe, was daran lustig sein soll. "Oh welch Erkenntnis, ein Sim-Profi ist schneller als ein 'echter' Profi"? Dafür brauchts solch eine Aktion nicht; das sieht man in jedem der zahllosen Events über die letzten zwei Monate, dass die echt-Pros - bis auf wenige - ihre Mühen haben können, mitzuhalten.

Abts "Prank" dann mit Joko und Klaas oder verstehen Sie Spaß (oder versteckte Kamera? G. Cantz hat VSS moderiert, nicht VK) ist einfach nur dämlich. Versteckte Kamera hat IMMER alle eingeweiht, die es wissen mussten. Und J&Ks grenzwertige Aktionen trafen auch nicht immer auf volle Zustimmung. Letztendlich werden die beiden aber genau dafür bezahlt!

Das Rennen mag zur Unterhaltung der Zuschauer sein - welch Wunder aber auch, haben die echten Rennen einen anderen Zweck? - ist aber ein offizieller Event der Formel E, mit den Werksfahrern am Start und den offiziell gesponserten Boliden. Man merkt, wo es hin geht, oder? Hier geht es um einen Angestellten, der bei einem offiziellen Event auf eigene Faust loszieht und seinen Arbeitgeber sowie die Sponsoren vor vollendete Tatsachen stellt.
Es spielt absolut keine Rolle, ob die Fahrer das letztendlich ernst nehmen oder die Rennen ein schlechter Witz sind... mittlerweile weiß man ja, dass die meisten Pros sich anstellen wie im Autoscooter und eigentlich nur die Pros ernsthaft fahren, die auch sonst im Sim-Sport unterwegs sind... etwa ein Kelvin van der Linde.

Und dann wiedermal mit "Schieb ihn raus" vergleichen. Ich kanns nicht mehr hören. Das war eine Affektsituation und nichts was von langer Hand geplant war. Ich kann auch ebenso nicht ausstehen, wie jeder vergisst, dass dem ganzen die absolut dreckige und verachtenswerte Aktion von Wickens vorausgegangen ist, der in der Tat VORSÄTZLICH auf der Geraden auf die Bremse getreten ist, um Scheider zu blockieren und Wehrlein so passieren zu lassen. Da redet niemand drüber... nur über Scheider und Ullrich, denen - absolut zu Recht - der Kragen geplatzt ist. Ich will damit sicher nicht gutheißen, was Scheider gemacht hat, aber emotional sollte jeder ein Revanchefoul nachvollziehen können. Hier ist emotionale Unsportlichkeit auf vorsätzliche Unsportlichkeit gefolgt! Scheider war nicht der Initiator des ganzen, sondern Wickens selbst. Hätte der sich wie ein anständiger Fahrer verhalten, wäre nichts passiert.

Was Abt angeht, hat das nichts mit Affekt oder Unsportlichkeit zu tun, sondern schlichtweg mit Betrug... und hier meine ich nicht Betrug gegenüber den Fans/Zuschauern, sondern ggü. Audi, den Sponsoren und der Formel E. Wenn das offizielle Events sind, dann wird auch Abt in offizieller Angelegenheit mitmachen, kurzum, er ARBEITET für Audi! Nun hat er das nicht getan, sondern dies jemand anderen tun lassen und ich weiß nicht, ob sowas in anderen Jobs mit einer Abmahnung abgegolten wäre oder auch hier schlimmeres folgt, aber es rechtfertigt Audis Maßnahmen durchaus. Dass es sich hier um "nur ein Videospiel" handelt, spielt nichtmal ansatzweise eine Rolle.
Wie hier schon jemand schrieb, hätte er die Aktion einfach mit Audi abgesprochen, wäre das vermutlich kein Problem gewesen, aber so geht das schlichtweg nicht.

SpeedManiac
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von SpeedManiac » Fr Mai 29, 2020 9:22 am

Audi hatte vollkommen recht.

Regeln sind dazu da, um eingehalten zu werden.
Eine von langer Hand vorbereitete Aktion, die Regeln zu umgehen bzw. zu brechen, rechtfertigt
eine Entlassung allemal.
Und gerade dort, wo es - um es mit Herrn Nimmervolls Worten auszudrücken - um nichts geht.

Die heutige Spaßgeneration glaubt, mit einem "lustigen Video" alles wieder zurechtrücken zu können.
Das Gegenteil ist der Fall.
Und das beste an diesem Beispiel: Wenn der Plan nicht durchgeht und man konsequent durchgreift, stellt
man sich sofort als Opfer hin, das von uneinsichtigen Betonköpfen fertig gemacht wird.

Gut so. Herr Abt hätte sich eben vorher überlegen sollen, was dabei herauskommen könnte - oder
auch die diversen Entscheidungsträger bei Audi im Vorhinein informieren sollen. Hätten die das
abgesegnet - kein Problem. So aber.... :jupi:

Gibt es eine Moral in dieser Geschichte? Selbstverständlich - haltet Euch einfach an die Regeln, dann
wird Euch nix passieren.

vierringe
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von vierringe » Fr Mai 29, 2020 9:40 am

Ich finde es auch interessant, das ein Teil derer (nicht alle), die zunächst schrieben "typisch Audi" sich jetzt über Audi aufregen, die Abt suspendieren. Bei diesen kann man also davon ausgehen, dass es eh nur wichtig ist, gegen Audi schreiben zu können.

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Maglion
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von Maglion » Fr Mai 29, 2020 10:57 am

Das Problem ist nicht, dass das Verhalten von Abt bestraft wird, sondern die Verhältnismäßigkeit der Strafe.

Verstappen darf ind er Formel 1 einen anderen fahrer vor laufender Kamera körperlich angehen, was zig Millionen Zuschauer sehen und seine Strafe hat maximal einen symbolischen Charakter.

Das Event, bei dem Abt sich daneben benommen hat, war kein offizieller Wettkampf, hatte kaum Zuschauer und war mehr eine private Spaßveranstaltung der Fahrer, an die sie die Formel E drangehängt hat. Dieses rumgegurke im Arcade-Modus hat absolut nichts mit E-Sport zu tun. Auch hier spiene das einige User unverhätnismäßig hoch. Wenn man do so manchen Freizeitspaß andere Motorsportler dagen vergleicht, die in den sozialen Medien gepostet werden, müsste so manche Rennserie auf einige Fahrer verzichten.....

Schon dass die kamera die ganze Zeit aus war, war ja schon ein eindeutiges Zeichen, dass da was nicht stimmt - bei einem echten Betrugsversuch, hätte Abt sich beim Fake Fahren gefilmt, aber der Profi wäre tatsächlich gefahren. Dass das Ganze auch wohl tatsächlich als Scherz geplant war, kristallisiert sich ja immer weiter heraus und ich farge mich, wieso Audi dem nicht so nachgegangen ist, wie Herr Nimmervoll. Würde man als Arbeitgeber nicht erst mal den Fahrer fargen und ihm glauben, um dann gemeinsam den Schaden so gering wie möglich zu halten, anstatt ihn auf die Schlachtbank zu führen, um für den maximalen Schaden für ALLE zu sorgen? Diesen gedanklichen Ansatz habe ich noch nirgends gelesen, wo dieser doch klar zeigt, dass Audi gar kein Interesse daran hatte, die Sache professionell zu lösen, sondern man eskalierte die Sache, um eigene Interessen gegen Abt durchzusetzen.

Mir kan niemand erzählen, dass Audi auch so gehandelt hätte, wenn es einen fahrer betroffen hätte, den sie unbedingt im Team haben wollen. Meiner Meinung nach hätte man bei der Bestrafung auch viele andere Wege gehen können, bei denen sich Audi nicht selbst so geschadet hätte.
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Purple200
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von Purple200 » Fr Mai 29, 2020 11:18 am

jerry74 hat geschrieben:
Do Mai 28, 2020 12:01 pm
Diese Meinung teile ich eher nicht!
Wenn man als Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gegenüber Schaden zufügt, dann wird das dementsprechend auch ausgelegt. Ja und auch Fahrer sind Arbeitnehmer, und nicht Leute die sich alles erlauben können, während Otto Normalverbraucher bei kleinsten Vergehen schon mal beurlaubt wird. Große Firmen sind zudem um einiges sensibler wenn es um Imageschaden geht als wenn einfach ein Schaden von 50.000€ entsteht.
Abt ist für Audi unterwegs gewesen, nicht für Abt Racing, keiner hat ihn dazu gezwungen und deswegen hat er auch eine Verantwortung Audi gegenüber. Wenn er aber sagt er macht mit, dann sollte das auch bedeuten dass er sich auch seriös verhält und nicht alle zum Narren hält. Ihn jetzt so zu verteidigen finde ich in dieser Form total daneben, genauso ist es bei Fußballern denen auch immer alles durchgelassen wird.
Wo und in welcher Form hat der Herr Abt Audi auch nur einen Cent schaden zugefügt ? Audi hat sich selbst geschadet. Ich schreib es jetzt hier mal unter deinen Text weil ich es schon öfters gelesen habe. Audi hat mit diesem Event nix zu tu gehabt aber auch gar nix, das war ein Charity Event bei dem die Fahrer der Formel E dabei waren die Rennställe oder Sponsoren der Fahrer habe damit NICHTS zu tun. Das wäre so als würden ein paar Profifußballer ein Fifa Tunier veranstalten und Spenden sammeln. Soll Juve dann Ronaldo rauswerfen, weil er aus Spaß einen Fifa E Sportler spielen lassen hat ????
Dumm einfach dumm, sorry das dieser Text auch evt etwas ausfallend wird aber sowas macht mich einfach aggressiv.

Man merkt einfach das viele Unternehmen noch altmodisch geführt werden. Es wird mal zeit das jüngere Menschen die Führung übernehmen und zwar in ganz vielen Bereichen.
Ich finde deine Sichtweise völlig daneben. Hier mal noch ein anderes Beispiel:
Fussball Oldies, machen ein Freundschaftsspiel bei dem sie Spenden sammeln. (Oldies = alte Fußballprofies die schon etwas älter sind ) , in einem Team ist der als ältere Mann verkleidete Messi und nimmt die andere Mannschaft komplett auseinander, danach zieht er die Maske ab und alle lachen darüber, haben Spaß, gut ist. Ist das schlimm ? Nein . Sollte Barca ihn nun rauswerfen , da er ja so ein schlechtes Licht auf den Verein wirft ? Nein.
Denk mal darüber nach.

Purple200
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von Purple200 » Fr Mai 29, 2020 11:23 am

B#2K hat geschrieben:
Do Mai 28, 2020 12:06 pm
Ich werde ab sofort auch einfach jemand anderen für mich an die Arbeit schicken und hock mich auf Terrasse.
Und wenn es auffliegt, behaupte ich einfach, das alles Spaß war.

Man ist der Typ rum...
Ja das ist doof, vorfallen wenn man sich die Tatsache vor Augen hält, dass es sich nicht um „Arbeit“ gehandelt hat sondern ein Spaßevent war. :naughty:

rush2208
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von rush2208 » Fr Mai 29, 2020 12:46 pm

SpeedManiac hat geschrieben:
Fr Mai 29, 2020 9:22 am
Audi hatte vollkommen recht.

Regeln sind dazu da, um eingehalten zu werden.
Eine von langer Hand vorbereitete Aktion, die Regeln zu umgehen bzw. zu brechen, rechtfertigt
eine Entlassung allemal.
Und gerade dort, wo es - um es mit Herrn Nimmervolls Worten auszudrücken - um nichts geht.

Die heutige Spaßgeneration glaubt, mit einem "lustigen Video" alles wieder zurechtrücken zu können.
Das Gegenteil ist der Fall.
Und das beste an diesem Beispiel: Wenn der Plan nicht durchgeht und man konsequent durchgreift, stellt
man sich sofort als Opfer hin, das von uneinsichtigen Betonköpfen fertig gemacht wird.

Gut so. Herr Abt hätte sich eben vorher überlegen sollen, was dabei herauskommen könnte - oder
auch die diversen Entscheidungsträger bei Audi im Vorhinein informieren sollen. Hätten die das
abgesegnet - kein Problem. So aber.... :jupi:

Gibt es eine Moral in dieser Geschichte? Selbstverständlich - haltet Euch einfach an die Regeln, dann
wird Euch nix passieren.
Naja, da hast du nicht so ganz unrecht, aber ist es denn verhältnismäßig, sollte man sich doch auch bei so einer Geschichte fragen. Das ähnelt ja langsam dem Verkehrsrecht...Falschparker hat nicht bezahlt, Beugehaft, Punkte in Flensburg und Auto beschlagnahmen....mit 120 durch die Stadt und einen Radfahrer über den Haufen fahren, da kommt das gleiche raus...da hätte man auch mit Augenmaß interne Disziplinarmaßnahmen bei Audi durchführen können....machen "normale" Arbeitgeber auch so...nun bekommt man tatsächlich den Eindruck, auf so eine Gelegenheit hat Audi nur gewartet...und so ein Verhalten ist meiner Meinung nach auch unmoralisch. :-|

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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von B#2K » Fr Mai 29, 2020 1:18 pm

Purple200 hat geschrieben:
Fr Mai 29, 2020 11:23 am
Ja das ist doof, vorfallen wenn man sich die Tatsache vor Augen hält, dass es sich nicht um „Arbeit“ gehandelt hat sondern ein Spaßevent war. :naughty:
Woher wollen Sie das wissen? Kennen Sie die Arbeitsverträge der Rennfahrer?
LG Marcel

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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von Schumi_Fan_1990 » Fr Mai 29, 2020 2:14 pm

Ich finde Abts Rauswurf ehrlich gesagt völlig übertrieben. Das Ganze war nur virtuell, das ist doch eigentlich völlig egal. Was hat das, was er dort gemacht hat, mit seinen Leistungen auf der Strecke im realen Leben zu tun? Diese ganzen e-Sports-Veranstaltungen sind für die echten Rennfahrer während der Corona-Krise doch nur eine Art Zeitvertreib, um halt die Wartezeit zu überbrücken. Das hat doch nichts mit seiner eigentlichen Tätigkeit zu tun.
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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von gth12 » Fr Mai 29, 2020 6:19 pm

Schumi_Fan_1990 hat geschrieben:
Fr Mai 29, 2020 2:14 pm
Ich finde Abts Rauswurf ehrlich gesagt völlig übertrieben. Das Ganze war nur virtuell, das ist doch eigentlich völlig egal. Was hat das, was er dort gemacht hat, mit seinen Leistungen auf der Strecke im realen Leben zu tun? Diese ganzen e-Sports-Veranstaltungen sind für die echten Rennfahrer während der Corona-Krise doch nur eine Art Zeitvertreib, um halt die Wartezeit zu überbrücken. Das hat doch nichts mit seiner eigentlichen Tätigkeit zu tun.
Und das weißt du woher?
Das ist ein Marketingevent gewesen - das steht schon im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit bei Audi. Noch dazu hatte es schon einen sportlichen Charakter. Ich kann es irgendwo verstehen - es war einfach super unsportlich, sich über andere Fahrer in dem Rahmen "lustig" zu machen. Soll er sowas machen, wenn er das mit seinen Kumpels in der Freizeit macht.
Schlussendlich ist es eine offizielle Meisterschaft - wer daran teilnimmt, sollte nicht betrügen. Wer betrügt, sollte sich nicht wundern, wenn ihm sein Vertrag gekündigt wird. Nur weil's "nur am Computer war" hat man keine Narrenfreiheit.
Setzt doch auch keiner nen Lewis Hamilton heimlich in nen Formel 3 Auto und sagt am Ende: "War doch nur n Spaß, hier geht's doch nur um paar Euro und nicht um Millionen wie in der F1".

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Re: Kommentar zum Fall Daniel Abt: "Haben die noch alle Tassen im Schrank?"

Beitrag von vollkornnudel » Sa Mai 30, 2020 2:22 pm

Purple200 hat geschrieben:
Fr Mai 29, 2020 11:18 am
Ich finde deine Sichtweise völlig daneben.
Ich finde die Sichtweise von @jerry74 ganz genau auf den Punkt und sehr differenziert und durchdacht vorgetragen. Der Umkehrschluss liegt auf der Hand.
Hier mal noch ein anderes Beispiel:
Fussball Oldies, machen ein Freundschaftsspiel bei dem sie Spenden sammeln. (Oldies = alte Fußballprofies die schon etwas älter sind ) , in einem Team ist der als ältere Mann verkleidete Messi und nimmt die andere Mannschaft komplett auseinander, danach zieht er die Maske ab und alle lachen darüber, haben Spaß, gut ist. Ist das schlimm ? Nein . Sollte Barca ihn nun rauswerfen , da er ja so ein schlechtes Licht auf den Verein wirft ? Nein.
Denk mal darüber nach.
Wenn du selbst einmal über dein Beispiel nachgedacht hättest, wäre dir vermutlich aufgefallen, dass der Vergleich auf beiden Plattfüßen hinkt. Abt hat sich gerade nicht als ein anderer ausgegeben und an seiner Stelle eine Leistung für einen guten Zweck erbracht, er hat nichts getan. Mit Messie wäre also höchstens Lorenz Hörzing zu vergleichen. Aber auch dann passt alles hinten und vorne nicht zusammen. Die Die "Race at Home"-Serie wird von aktiven Profis bestritten, nicht von irgendwelchen ausgemusterten "Oldies". Das sind alles Leute, die aktiv auf der Gehaltsliste stehen. Also alles an den Haaren herbeigezogen.

Wenn es in dieser Konstellation hätte lustig sein sollen, dann hätte sich Daniel Abt schon von Hans-Joachim Stuck vertreten lassen müssen ...

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