Penske übernimmt von Hulman-Familie: Die Hintergründe zum In

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Penske übernimmt von Hulman-Familie: Die Hintergründe zum In

Beitrag von Redaktion » Di Nov 05, 2019 4:20 pm

Tony George, Mark Miles und Roger Penske über die Hintergründe des Mega-Deals in Indianapolis: Binnen weniger Wochen alles eingetütet - erste Ideen für die Zukunft

Mit der Bekanntgabe vom Montag, wonach eine Schwesterfirma des Penske-Teams neuer Besitzer der IndyCar-Serie und des Indianapolis Motor Speedway ist, geht in Indianapolis eine 74-jährige Ära zu Ende. Die legendäre Rennstrecke, deren Herzstück das Indy 500 ist, war seit 1945 im Besitz von Hulman & Company - jenes Familienunternehmens, das heute von Tony George vertreten und von Mark Miles geleitet wird.

Am Montag wurde bekanntgegeben, dass George und Miles den Speedway im Namen der Hulman-Familie an Roger Penske und dessen Penske Entertainment Corporation verkauft haben. Die Besitzrechte an der NTT IndyCar Series wurden bei dieser Gelegenheit gleich mit verkauft.

Roger Penske ist nach Carl Fisher, Eddie Rickenbacher und der Familie Hulman nun der vierte Besitzer in der Geschichte des Indianapolis Motor Speedway (IMS). Wie kam es zu diesem historischen Besitzerwechsel, dem ersten seit fast einem Dreivierteljahrhundert?



Am Montag gaben die drei wichtigsten Personen in diesem Zusammenhang - Tony George, Roger Penske und Mark Miles - eine Pressekonferenz am IMS, um Einblick in den Entscheidungsprozess und auch in die zukünftigen Pläne zu geben.

"Das hat für uns eine immense Bedeutung", so George, während er mit den Tränen kämpft: "Für Nancy [seine Schwester] und mich ging es ja damals direkt vom Krankenhaus nach Hause, nur ein paar Meter von hier entfernt. Für unsere Kinder und Enkelkinder trifft auf deren Geburt das Gleiche zu."

"Somit ist es für uns ein bittersüßer Moment, aber auch ein aufregender. Wir wissen, dass wir die Fackel an jemanden übergeben, der nicht nur ein großartiges Unternehmen aufgebaut hat, sondern der auch genau der Richtige ist", so George mit Verweis auf Roger Penske.



Die ersten Gespräche zwischen George und Penske über einen Verkauf hat es laut George erst vor sechs Wochen im Rahmen des IndyCar-Saisonfinales am Laguna Seca Raceway gegeben: "Ich bin beim letzten Rennen der Saison auf ihn zugegangen, wollte ihn aber nicht von der eigentlichen Aufgabe abhalten, die da hieß, einen weiteren Titel zu erringen."

"Ich traf ihn kurz in der Startaufstellung und sagte ihm, dass ich mich gerne mit ihm zusammensetzen würde, um über das Thema Führung zu sprechen", so George. Penske habe dabei "mit einem äußerst ernsten Gesicht reagiert". Und nach kurzem Austausch via E-Mail setzte man sich einige Tage später tatsächlich zusammen. Auch Mark Miles, seines Zeichens Geschäftsführer von Hulman & Company und jahrelang Chef der IndyCar-Serie, war bei diesem Treffen dabei.

"Dann ging alles ganz schnell", sagt George und freut sich ganz besonders über einen Aspekt: "Es trifft mittlerweile nicht mehr auf viele Sachen in dieser Szene zu, aber diese Sache blieb erstaunlicherweise tatsächlich geheim, bis wir sie heute Morgen (Montag; Anm. d. Red.) verkündet haben."

Mark Miles ist ebenfalls zufrieden und ergänzt: "Für uns besteht kein Zweifel daran, dass wir [mit der IndyCar-Serie] das weltweit aufregendste Racing bieten. Und mit Roger und Penske Entertainment als unsere neuen Anführer werden wir von nun an nichts anderes als weiteren Wachstum erleben."



Roger Penske selbst fühlt sich angesichts der Lobeshymnen geschmeichelt und erklärt: "Ich muss an das Jahr 1951 zurückdenken. Ich war damals 14 Jahre alt, als mich mein Vater zum ersten Mal zum Indy 500 mitgenommen hat. Das war der Moment, in dem ich vom Motorsportvirus infiziert wurde. Ich hoffe, dass mein Vater heute von da oben herunterschaut, diese Gruppe hier sieht und sagt: 'Sohn, das hast du gut gemacht.'"

Doch bei aller Sentimentalität weiß der inzwischen 82-jährige Boss des Penske-Imperiums auch um die enorme Verantwortung, die nun noch zusätzlich auf ihm lastet: "Ich sehe als meine Verpflichtung an, das fortzuführen, was die Hulman-Familie über so viele Jahrzehnte hinweg aufgebaut hat. Die Tatsache, dass man nun uns als Nachfolger auserkoren hat, ist einfach unglaublich. Dafür möchte ich Tony und allen Beteiligten einfach nur danken", so der "Captain" im Namen der gesamten Penske Corporation.



"Anfang Januar", so hofft Penske, soll der Mega-Deal offiziell abgesegnet werden. Einig sind sich aber schon jetzt alle, weshalb man am Montag damit an die Öffentlichkeit gegangen ist. Über den Kaufpreis für die Besitzrechte am Indianapolis Motor Speedway und der IndyCar-Serie schweigt sich aber Penske aus. "Nun, wir sind ein privates Unternehmen und die Hulman Company ist ebenfalls ein privates Unternehmen. Details geben wir zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt", sagt er. Unbestätigte Gerüchte sprechen von 500 Millionen US-Dollar.

Angesprochen auf die Agenda für die Zukunft des Indianapolis Motor Speedway wirft Penske ein paar Schlagworte in den Raum, deutet aber an, dass man sich derzeit natürlich noch in der Findungsphase befindet: "Dieser Ort hat im Laufe der Zeit weitreichende Veränderungen gesehen. Und natürlich denken auch wir über solche nach."

"Können wir hier ein 24-Stunden-Rennen fahren? Können wir hier [wieder] ein Formel-1-Rennen fahren? Sollten wir hier in eine Flutlichtanlage oder in etwas anderes investieren, um die [wirtschaftlichen] Ergebnisse zu erzielen, die wir erwarten?", so Penske.

Wie auch immer die Zukunft am Indianapolis Motor Speedway konkret aussehen wird: Mit der Bekanntgabe vom Montag ist am Brickyard eine neue Ära angebrochen.

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