Bestätigt: McLaren vor Vollzeit-Comeback in der IndyCar-Sais

Hier diskutieren Fans über News und aktuelle Themen rund um den Formelsport wie die Formel 2, 3 und 4, Formel E, Indycar oder GP3
Antworten
Redaktion
Beiträge: 20396
Registriert: Do Nov 08, 2001 1:01 am

Bestätigt: McLaren vor Vollzeit-Comeback in der IndyCar-Sais

Beitrag von Redaktion » Fr Aug 09, 2019 2:07 pm

McLaren wird in der IndyCar-Saison 2020 als Vollzeit-Team an den Start gehen - Der Rennstall geht eine Kooperation mit Schmidt Peterson ein

Lange hat McLaren darüber gesprochen, aber eine Entscheidung blieb bis dato aus. Jetzt hat sich der Traditionsrennstall zu einem Einstieg in die IndyCar-Serie ab der Saison 2020 bekannt. McLaren wird zwei Chevrolets einsetzen und mit Schmidt Peterson zusammenarbeiten. Das IndyCar-Programm wird von Ex-Champion Gil de Ferran geleitet werden.

Genannt wird das Team unter dem Namen McLaren Racing SP. Außerdem wird auch der Motorenlieferant ausgetauscht: Schmidt Peterson war mit Honda-Power unterwegs, aber da McLaren mit den Japanern keinen guten Stand hat, ist die Entscheidung gefallen, zu Chevrolet zu wechseln. Damit endet die Schmidt-Peterson-Honda-Ära, die in der Saison 2011 begonnen hatte.



In einem Statement seitens McLaren heißt es: "Die Infrastruktur von Schmidt Peterson wird als Basis für die Arbeit des Teams dienen, während McLaren seine technische Expertise, kommerzielle Erfahrung und Marktmacht zu Verfügung stellt. So soll ermöglicht werden, auf höchstem Level zu konkurrieren und regelmäßig um Siege sowie den Titel zu fahren. Sam Schmidt und Ric Peterson behalten ihre Rollen im Team."

McLaren-Sportdirektor De Ferran wird in der IndyCar-Serie eine Crew leiten, die unabhängig von der Formel-1-Mannschaft arbeiten wird. McLaren-Geschäftsführer Zak Brown spricht von einer großen Chance, die Marke auch in Nordamerika wieder populär zu machen. Er sieht die IndyCar-Serie als das richtige Betätigungsfeld an, um dieses Ziel zu erreichen.



Brown glaubt außerdem, dass die Kooperation mit Schmidt Peterson schnell Früchte tragen wird: "Sam Schmidt und Ric Peterson haben ein solides Fundament aufgebaut und wir freuen uns, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Zusammen werden wir das Team auf das nächste Level bringen." IndyCar sieht er als große Herausforderung an, weshalb er die Aufgabe mit viel "Respekt" gegenüber dem Sport, der Konkurrenz und den Fans angehen will.

De Ferran, der mit Penske in den Jahren 2000 und 2001 CART-Champion wurde und im Jahr 2003 das Indy 500 gewonnen hat, sagt: "IndyCar und McLaren passen bestens zusammen. Das Team hat ein großes Vermächtnis im internationalen Rennsport und unser Ziel ist es, mit der Zeit um Rennsiege und den Titel zu kämpfen."

Schmidt ist begeistert, eine "Marke wie McLaren" als Partner für die IndyCar-Serie gefunden zu haben. Der Mitbegründer des Team glaubt an die neue Kooperation und hofft, mit den "technischen Ressourcen und kommerziellen Möglichkeiten" ein siegfähiges Team aufbauen zu können. Peterson freut sich, weiterhin als Mitbesitzer des Teams auftreten zu werden und mit McLaren einen neuen Weg zu bestreiten.



Ein Verbleib von James Hinchcliffe, der fünf Jahre für Schmidt Peterson gefahren ist, gilt als sehr unwahrscheinlich. Der Kanadier hat enge Verbindungen zu Honda und wird deshalb wohl in ein Team wechseln, das von den Japanern beliefert wird. Hinchcliffe holte die bisher letzten drei Siege des Rennstalls.

Ex-Formel-1-Fahrer Marcus Ericsson, der seine erste IndyCar-Saison fährt, könnte es ebenfalls an den Kragen gehen, obwohl er immer wieder sein Potenzial in der amerikanischen Formelserie aufblitzen lassen hat. In Detroit wurde er im zweiten Rennen zuletzt Zweiter.

Doch wer sind dann die Favoriten auf die zwei Cockpits bei McLaren? Felipe Nasr, ebenfalls ein Ex-Formel-1-Fahrer, hat vergangene Woche für das Team in Mid-Ohio getestet. Aktuell fährt der Brasilianer in der IMSA-Serie, in der er Titelverteidiger ist.

Ein weiterer Kandidat ist Nicholas Latifi, dessen Vater zu den Investoren bei McLaren gehört. Aktuell ist der Youngster als Reserve- und Testfahrer bei Williams unter Vertrag. Außerdem startet der 24-jährige Kanadier in der Formel 2 für DAMS, wo er mit vier Siegen auf Platz zwei liegt.

Da McLaren mit Carlos Sainz und Lando Norris in der Formel 1 zufrieden ist, scheint für das Talent in der Königsklasse stand jetzt kein Platz zu sein - und Williams ist nicht konkurrenzfähig.

Laut Brown ist Fernando Alonso kein Thema, da der Spanier kein Interesse habe, eine volle IndyCar-Saison zu fahren. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister scheiterte zuletzt beim Indy 500 am Qualifying. Das Ziel von Alonso ist noch immer, die "Triple Crown" zu holen, die aus Siegen in Monaco, Le Mans und Indianapolis besteht. Einzig allein das Indy 500 steht noch auf der Liste des Spaniers.



Zuletzt startete McLaren im Jahr 1979 als Vollzeit-Team in der IndyCar-Serie. In der Saison 2017 versuchten sich McLaren und Honda am Indy 500, in dem Alonso 27 Runden anführte, dann aber wegen eines Motorschadens ausfiel.

In den 1970er-Jahren feierte McLaren als Werksteam und zusammen mit Penske viele Erfolge in Amerika. Während Mark Donohue im Jahr 1972 das Indy 500 gewann, war Johnny Rutherdford in den Jahren 1974 und 1976 für McLaren in Indianapolis siegreich. Roger McCluskey sicherte sich den Titel 1993 und Tom Svena wurde in der Saison 1977 Meister. Nach dem Jahr 1979 beendete McLaren sein Engagement mit 28 Rennsiegen auf dem Konto. Fortsetzung folgt ...

Original-News aufrufen

Axeman
Beiträge: 64
Registriert: Mi Jun 13, 2018 7:13 am

Re: Bestätigt: McLaren vor Vollzeit-Comeback in der IndyCar-Sais

Beitrag von Axeman » Fr Aug 09, 2019 11:15 pm

Als ich sagte, McLaren fährt 2020 eine komplette IndyCar Saison, wurde ich ausgelacht hier im Forum. Jetzt behaupte ich: Lando Norris fährt 2020 eine Saison in der IndyCar Series.

Warum? Es hört sich albern an, aber er ist so oft in iRacing @IndyCar "fixed" in den Ovalrennen unterwegs, was für einen europäischen Monoposto-Fahrer total unüblich ist. Also entweder hat er wie ich einen riesen Spaß am virtuellen Oval Racing oder er trainiert einfach.

Abgesehen davon ist der Ruhm, wenn man einen Titel dort gewinnt, im Vergleich zur F1 immens. IndyCar Fahrer holen sich ihr Geld über Werbung und der junge, sympathische Brite könnte hier ein paar Dollar Werbegeld zusätzlich einstecken.

Abgesehen davon lockt die IndyCar Series mit spannenden und abwechslungsreichen Rennen, die für jeden Fahrer fordernd genug ist. Also ich freue mich für und auf McLaren @ IndyCar.

Kappes74
Beiträge: 3
Registriert: Di Jul 30, 2019 11:42 pm

Re: Bestätigt: McLaren vor Vollzeit-Comeback in der IndyCar-Sais

Beitrag von Kappes74 » Sa Aug 10, 2019 1:48 pm

Axeman hat geschrieben:
Fr Aug 09, 2019 11:15 pm
Jetzt behaupte ich: Lando Norris fährt 2020 eine Saison in der IndyCar Series.
Sorry, aber bei einer McLaren-Saison wie 2018 oder davor hätte ich gesagt das macht er bestimmt. Aktuell müsste er mit dem Klammersack gepudert sein die F1 zu verlassen. McLaren etabliert sich langsam als "best-of-the-rest"-Team. Platz 4 bei den Konstrukteuren ist definitiv in Reichweite, und das auch in den Folgejahren. Damit könnte er sich in seinem Alter und mit seinem absolut vorhandenen Talent ohne Probleme für die Top-3-Teams empfehlen. Gerade weil z. B. RasenBallsport keine brauchbaren Fahrer mehr in der Pipeline hat. Ich glaube er würde eine Reisenchance wegwerfen.

Außerdem hat McLaren nicht wirklich eine Alternative für ihn im F1-Cockpit, läuft also Gefahr in der Teamwertung (Geldwertung) wieder zurück zu fallen.

Zum dritten ist ein Indy-Auto nicht einfach nur eine F1-Kopie. Alonso war aufgrund seines Talents auf anhieb schnell, nicht weil die Autos so ähnlich sind.
Axeman hat geschrieben:
Fr Aug 09, 2019 11:15 pm
Abgesehen davon ist der Ruhm, wenn man einen Titel dort gewinnt, im Vergleich zur F1 immens. IndyCar Fahrer holen sich ihr Geld über Werbung und der junge, sympathische Brite könnte hier ein paar Dollar Werbegeld zusätzlich einstecken.
Der Ruhm beschränkt sich aber auf Nordamerika, in der F1 ist es bis auf die USA aber ein weltweiter Ruhm. Als Brite ist da wohl auch der F1-Ruhm der erstrebenswertere denke ich.
Und Geld braucht der nicht. Die jährlichen Zinseinnahmen seines Vaters werden die Einnahmemöglichkeiten von Norris in der Indy-Szene um einiges übertreffen.


Mein Fazit:
Die Zeiten in denen Indy die F1-Fahrer lockte sind seit Mansel vorbei. Und wenn ein F1-Hinterherfahrer wie Rossi auf einmal dort ein Titelkandidat ist hält sich für mich der sportliche Reiz für Top-Fahrer in Grenzen. Es ist halt auch ein Sammelbecken für gute Fahrer die aber für die F1 nicht gut genug waren. Siehe Robert Wickens (Weiterhin Gute Besserung) der keine Chance auf einen Platz in der F1 hatte aber um ein Haar als Rookie auf Anhieb sein erstes Rennen direkt gewonnen hätte wenn Rossie ihn nicht unfair umgedreht hätte.


Bitte nicht Missverstehen, ich guck Indy auch immer mal wieder im Jahr (Nicht nur die 500) und finds gut.

Aber eine 21-jährigen mit F1-Vertrag für 2020 aus einem potenziellen Top4-Team zu locken, dafür reichts meiner Meinung nach nicht.

Wir können uns ja beide mal überraschen lassen.
Was Krupp in Essen bin ich im Trinken.

Antworten