Macau-Sieger Ticktum tobt: Formel-3-Ausbootung von Motopark

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Macau-Sieger Ticktum tobt: Formel-3-Ausbootung von Motopark

Beitrag von Redaktion » Do Nov 22, 2018 1:34 pm

Motopark weicht nach der mysteriösen Nichtbeachtung für die neue Formel-3-Serie in die Super Formula aus - Dan Ticktum über FIA-Entscheidung: "Widerlich"

Noch immer sind die Hintergründe zur Ausbootung von Motopark in der neuen internationalen Formel-3-Serie, die die GP3 im Rahmen der Formel 1 beerben wird, undurchsichtig. Das Team von Timo Rumpfkeil hat sich daher, wie von 'Motorsport-Total.com' vorweggenommen, mittlerweile auch offiziell zum Einstieg in die Super Formula entschieden. Dort spannt Motopark mit dem japanischen B-Max-Team zusammen.

Der nunmehr zweimalige Sieger des Macau-Grand-Prix Dan Ticktum geht derweil hart mit der Entscheidung ins Gericht, dass das Team aus Oschersleben nicht an der neuen Internationalen Formel 3 teilnehmen darf. Die FIA hatte im Oktober die Teamliste für die neue Rennserie im Rahmenprogramm der Formel 1 vorgestellt. Seltsamerweise fehlte der Name Motopark.

"Dass Timos Team nicht auf der Liste für die neue Formel 3 steht, ist ein ziemlicher Schock", sagte der 19-Jährige noch am Tag seines zweiten Macau-Sieges. "Es regt mich auf, so etwas zu sehen. Dass es einem solch erfolgreichen Team für welchen Grund abseits der Strecke auch immer nicht erlaubt ist, an der neuen Serie teilzunehmen, ist völlig absurd. Und meines Erachtens auch ziemlich widerlich."

"Das Letzte, was ich für unseren Sport will - für einen Sport, den ich wahrscheinlich mehr liebe als jeder andere - ist, dass die Leute sich anfangen, Gedanken darüber zu machen, dass er noch politischer ist, als wir je dachten", so Ticktum weiter. "Von der Formel 1 weiß man es ja. Aber dass so etwas auf dem Niveau der Formel 3 passiert, ist eine Schande und Katastrophe."



Motopark zieht es daher in die Ferne: Man wird 2019 zusammen mit B-Max Racing in der japanischen Super Formula zusammenspannen. Auch Ticktum wird von Red Bull in die Nachfolgeserie der früheren Formel Nippon geschickt. Eine weitere Zusammenarbeit der beiden Parteien wäre also naheliegend, ist aber noch nicht bestätigt. Für Motopark kommt der Einstieg zum richtigen Zeitpunkt, weil in der Super Formula 2019 turnusmäßig nach fünf Jahren ein neues Fahrzeug eingeführt wird.

Der in der Formel 3 ausgebootete Rumpfkeil lobt die japanische Meisterschaft in höchsten Tönen: "Diese Meisterschaft ist richtig faszinierend und unheimlich hart umkämpft. Man muss sich nur einmal die Autos ansehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was hier abgeht: Über 550 PS bei 660 Kilogramm - nur die Formel 1 ist auf einer Strecke wie Suzuka schneller. Ich konnte mir in Suzuka selbst ein Bild davon machen, wie eng es in dieser Meisterschaft zugeht. In einer solchen Welt kann es wirklich einen Unterschied machen, wenn man Erfahrung, harte Arbeit, gute Simulationen und gutes Coaching zusammenlegt."

B-Max hatte 2017 mit Mitsunori Takaboshi die Japanische Formel 3 gewonnen, konnte in der Super Formula aber noch nicht richtig Fuß fassen: Das Team hat bislang in zwei Jahren keinen einzigen Punkt gesammelt. Das soll sich mit der neuen Kooperation schnell ändern. Diese wird auch auf die japanische Formel-3-Meisterschaft ausgedehnt, eine erste Zusammenarbeit gab es jüngst beim Macau Grand Prix.

B-Max-Chef Ryuji Kumita ist in Japan eine ganz eigene Institution und vergleichbar mit "Eddie the Eagle": Im Alter von 51 Jahren fährt er selbst unter dem Pseudonym "Dragon" in den japanischen Formel-3- und Formel-4-Meisterschaften mit. Beim Macau Grand Prix kam er mit einer Minute Rückstand auf den Vorletzten ins Ziel.

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