Nach WP-Absage bei der "Monte": Toyota wütet und plant Medie

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Nach WP-Absage bei der "Monte": Toyota wütet und plant Medie

Beitrag von Redaktion » Fr Jan 25, 2019 2:43 pm

Toyota-Teamchef Tommi Mäkinen kritisiert FIA und Veranstalter wegen der Absage der dritten WP und will seine Fahrer nicht zur Pressekonferenz schicken

Die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2019 ist noch keine 24 Stunden alt und hat schon ihre erste Kontroverse. Die Absage der dritten Wertungsprüfung (WP) der Rallye Monte Carlo (WRC im Live-Ticker) am Freitagmorgen lässt Toyota-Teamchef Tommi Mäkinen fast schon aus der Haut fahren. Der Finne kritisiert den Automobil-Weltverband FIA und die Organisatoren und kündigt an, dass er und seine Fahrer die obligatorischen Medientermine am Freitagabend aus Protest boykottieren werden.

Was war passiert? Da sich zu viele Zuschauer an unsicheren Stellen aufhielten, war eine sichere Durchführung der WP "Valdrome - Sigottier" nicht möglich, weshalb diese kurzfristig abgesagt werden musste. Das erwischte unter anderem die Toyota-Fahrer rund um Ott Tänak, aber auch viele andere Fahrer auf dem falschen Fuß.

Denn da weite Teile von "Valdrome - Sigottier" vereist waren, hatten sich die meisten Fahrer für drei oder vier Winterreifen mit Spikes entschieden. Ihr Kalkül war: Damit bei der ersten WP mehr Zeit zu gewinnen, als sie auf den beiden folgenden, weitgehend trockenen Prüfungen verlieren würden. Doch diese Taktik wurde durch die Absage durchkreuzt, während Sebastien Loeb (Hyundai), der sich für nur zwei Spikereifen entschieden hatte, ein Nutznießer dieser Entscheidung war.

Für Mäkinen ein Fall von Wettberwerbsverzerrung. "Ich hätte mir gewünscht, dass alle drei Prüfungen heute Morgen abgesagt worden wären", sagt er zu 'Motorsport-Total.com'. "Unsere Strategie war auf die gesamte Schleife ausgerichtet. Wir haben unsere Führung verloren und niemand übernimmt dafür die Verantwortung. Die FIA kümmert sich nicht darum, was das am Ende der Saison für Folgen hat. Was ist, wenn wir deshalb die Meisterschaft verlieren?", wütetet der Finne.

Und kündigt den eingangs erwähnten Medien-Boykott als Reaktion auf diese in seinen Augen Benachteiligung an. "Wir werden heute Abend nicht am 'Meet The Crews' teilnehmen. Ich gehe auf jeden Fall nicht hin und werde auch Ott unterstützen", so Mäkinen. "Wir werden stumm demonstrieren."

"Das ist die einzige Rallye in der Welt bei der man verstehen muss, welche Folgen die Absage eine Prüfung haben kann", begründet Mäkinen seinen Ärger. Das war bei Tänak klar zu sehen. Aus einer Führung von 9,6 Sekunden wurde bei den beiden WP am Vormittag ein Rückstand von 16,9 Sekunden. Andere Fahrer wie Sebastien Ogier (Citroen) hingegen meisterten die Situation besser.

"Wenn das in Schweden passiert, ist es egal, weil alle auf den selben Reifen fahren. Die Organisatoren und die FIA verstehen aber nicht, dass das in Monte-Carlo nicht der Fall ist", sagt Mäkinen. "Niemand übernimmt dafür am Ende des Jahres die Verantwortung, die Organisatoren dieser Rallye nicht und auch nicht die FIA."

Die Schuld an der Situation gibt Mäkinen sowohl den Organisatoren als auch der FIA. "Es war ein Fehler der Organisatoren, all die Zuschauer und Autos in die Prüfung zu lassen. Und es ist unfair, wenn Michele (Mouton, Sicherheitsdelegierte der FIA; Anm. d. Red.) 15 Minuten vor dem Start an der Prüfung ankommt und sagt, dass wir nicht fahren können. Und wenn man jetzt fragt, hat niemand etwas falsch gemacht, aber es versteht auch niemand die Gesamtsituation."

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