Honda-Fahrer am Aragon-Samstag (fast) geschlossen stark

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Honda-Fahrer am Aragon-Samstag (fast) geschlossen stark

Beitrag von Redaktion » Sa Okt 17, 2020 9:32 pm

Cal Crutchlow erstmals seit April 2019 in Reihe 1, aber unsicher, ob es am neuen Öhlins-Dämpfer liegt - Alex Marquez erstmals im Q2 - Stefan Bradl frustriert

Im zweiten und entscheidenden Qualifying-Segment für den Aragon-Grand-Prix der MotoGP-Saison 2020 waren drei Honda-Fahrer vertreten. Und einer von ihnen hat es sogar in die erste Startreihe geschafft. LCR-Pilot Cal Crutchlow nämlich ist mit der drittschnellsten Rundenzeit genau das gelungen. Teamkollege Takaaki Nakagami hat sich für den siebten Startplatz qualifiziert.

MotoGP-Rookie Alex Marquez unterstreicht mit seinem ersten Q2-Einzug (noch dazu direkt über die Trainings) und P11 in der Startaufstellung seinen jüngsten Aufwärtstrend im Honda-Werksteam. Lediglich Stefan Bradl, der auf der zweiten Werks-Honda mit einer grundlegend anderen Abstimmung experimentierte, fällt mit dem 21. und damit letzten Startplatz deutlich ab.

Für Crutchlow bedeutet der dritte Startplatz, dass er zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren aus der ersten Reihe startet. Zuletzt war ihm das beim Grand Prix von Amerika 2019 in Austin gelungen. "Toll, mal wieder in der ersten Reihe zu stehen, denn Austin liegt wirklich lange zurück", atmet der Routinier aus Großbritannien auf.



"Ich bin eigentlich kein guter Qualifyer. Ich hatte in den vergangenen zwei, drei Jahren selten richtig gute Qualifyings. Dass ich jetzt mal wieder auf eine Runde richtig schnell war, ist natürlich großartig", freut sich Crutchlow und merkt an, dass es seinem beim Saisonauftakt im Juli in Jerez verletzten Arm "inzwischen auch ein bisschen besser" geht.

Technisch gesehen haben die Honda-Fahrer seit dem Misano-Test im September einen neuen Hinterrad-Stoßdämpfer von Öhlins zur Verfügung. Crutchlow will sein starkes Qualifying aber nicht diesem Bauteil zuschreiben, sondern rätselt noch, ob es überhaupt eine Verbesserung darstellt: "Das Problem ist, dass ich den neuen Dämpfer immer mit der Reifenmischung fahre, die nicht so gut funktioniert. Somit weiß ich nicht, ob der Reifen oder der Dämpfer schlechter ist."



Während Crutchlow meint, dass der neue Öhlins-Dämpfer "sicherlich nicht das Wunderheilmittel ist, für das ihn alle zu halten scheinen", glaubt LCR-Teamkollege Nakagami, dass die gute Honda-Vorstellung am Samstag eher auf die Strecke zurückzuführen ist: "Die Honda funktioniert in Aragon ziemlich gut. Marc [Marquez] hat hier viele Rennen gewonnen. Die Charakteristik der Strecke passt einfach zu diesem Bike."

Dazu sei allerdings gesagt, dass Nakagami bekanntlich der einzige der vier diesjährigen Honda-Fahrer ist, der mit der 2019er-Maschine fährt. Zum neuen Stoßdämpfer, den er genau wie Teamkollege Crutchlow ebenfalls verwenden kann, sagt Nakagami: "Wir hatten ihn im FT3 und im FT4 montiert und werden wohl dabei bleiben. Ein massiver Vorteil ist er nicht, aber das Gefühl am Kurvenausgang ist damit ein kleines bisschen besser."



Alex Marquez geht nach dem ersten Q2-Einzug seiner Karriere in der Königsklasse aus der vierten Startreihe ins Rennen. Zur Strategie für sein erfolgreiches Qualifying befragt, antwortet der jüngere Bruder von Marc Marquez: "Ich habe auf dieser Strecke vom ersten Moment an ein richtig gutes Gefühl. Als es heute Vormittag sehr kalt war, haben wir es direkt ins Q2 geschafft. Im Q2 hatte ich dann aber mit etwas mehr Grip gerechnet. Ich war überrascht, dass ein neuer Reifen nicht besser war als ein gebrauchter."

In Rennabstimmung lief es für den jungen Marquez besser. Im FT4 war er Zweitschnellster hinter Petronas-Yamaha-Pilot Franco Morbidelli, der sich Siegchancen ausrechnet. Während man im Lager des Petronas-Teams bezüglich der Reifenwahl für das Rennen noch offene Fragen hat, legt sich Alex Marquez schon am Samstag fest.

"Wir müssen mit unserem Bike am Vorderrad die Medium-Mischung fahren", sagt der Honda-Werkspilot aus Spanien und weiter: "Ich denke, das gilt auch für KTM. Am Hinterrad müssen wir mal schauen. Die Soft-Mischung scheint ein bisschen besser zu sein, aber ob das auch auf die Distanz der Fall sein wird, wollen wir im Warm-Up herausfinden."



Indes gibt Bradl nach P21 im Q1 offen zu: "Mein Qualifying war heute richtig schlecht. Ich habe die Runde, die meine beste gewesen wäre, einfach nicht zusammenbekommen. Das ist natürlich frustrierend. Wir haben aber auch die Abstimmung radikal modifiziert, um das Bike für mich ein bisschen einfacher fahrbar zu machen."

"Ich verstehe das Bike besser und besser", meint Bradl und stellt heraus: "Im vierten Freien Training (P16; Anm. d. Red.) war mein Rhythmus nicht so schlecht. Deshalb rechne ich für das Rennen damit, dass ich zumindest ein paar Positionen gutmachen kann. Im Qualifying habe ich aber wirklich keine gute Leistung gezeigt und bin deshalb ein wenig frustriert."

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