Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

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Redaktion
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Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Redaktion » Do Mai 21, 2020 1:18 pm

Der Bundesrat fordert von der Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen gegen die Lärmbelästigung von Motorrädern - Auch Fahrverbote werden vorgeschlagen

Nach dem Willen des Bundesrates sollen Motorräder im Straßenverkehr künftig weniger Lärm verursachen. Auch Strafen bei der Manipulation der Soundkulisse sowie bei Geschwindigkeitsübertretungen sollen deutlich höher ausfallen. Die Länderkammer schlägt der Bundesregierung auch Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen vor.

Der Bundesrat ist ein Verfassungsorgan der Bundesrepublik Deutschland. Darüber wirken die Länder bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Bundes mit. Der Bundesrat hat neben der Bundesregierung und dem Bundestag das Recht zur Gesetzesinitiative. Entwürfe sind dem Bundestag vorzulegen.

Am 15. Mai 2020 hat der Bundesrat den Beschluss zur "wirksamen Minderung und Kontrolle von Motorradlärm" gefasst (hier das Dokument als pdf). Darin sind zehn Punkte aufgelistet, mit denen sich die Bundesregierung befassen muss. Vorgeschlagen wird, dass die Geräuschemission von Neufahrzeugen in allen Fahrzuständen maximal 80 dB betragen darf.

Außerdem fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf, Lösungen zu finden, damit "Raser" einer Strafe nicht entgehen können. "Motorradfahrer sind aufgrund der Helmpflicht und eines fehlenden Frontkennzeichens am Motorrad nicht zu identifizieren und können somit bei einem Verstoß nicht belangt werden", heißt es in dem Beschluss unter Punkt acht.



Zusätzlich sieht der Bundesrat "dringenden" Handlungsbedarf, um "Geschwindigkeitsbeschränkungen und zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen aus Gründen des Lärmschutzes zu ermöglichen". Diese Forderung ist unter Punkt sieben aufgelistet.

In seiner Begründung schreibt der Bundesrat, dass Motorradfahren für viele Menschen in der Bundesrepublik ein Freizeitvergnügen und Hobby ist. "Für viele Anwohner bedeutet das Freizeitvergnügen jedoch eine Lärmbelästigung, wenn diese die Geschwindigkeitsbegrenzung überschreiten oder auf extra laut getunten Motorrädern unterwegs sind."

"Im Rahmen der Freizeitgestaltung sind Motorräder oft an Ruhetagen unterwegs, wo sie durch absichtlich erzeugten Lärm auch als Einzelfahrzeuge extrem belästigen können", heißt es in dem Beschluss. "Dabei sind ein rücksichtsvolles Miteinander, die Einhaltung geltender Gesetze und Geschwindigkeitsregelungen Voraussetzung, um Interessenskonflikte und Verbotszonen zu vermeiden."

Es wird auch festgehalten, dass es gilt, "die Interessen der Anwohner und Motorradfahrer in einen fairen Ausgleich zu bringen". Zusätzlich fordert der Bundesrat, dass die Polizeibehörden der Länder ein "wirkungsvolles Instrumentarium" in die Hand bekommen, um die betroffenen Fahrzeuge "unmittelbar aus dem Verkehr ziehen zu können".



Der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) kritisiert den Beschluss des Bundesrates. "Der BVDM setzt sich seit rund drei Jahrzehnten für eine Reduzierung des Verkehrslärms ein", heißt es in einer Stellungnahme. "Was wir ablehnen und nicht nachvollziehen können, ist die einseitige Fokussierung beim Thema Lärm auf die Motorräder."

"Hier sehen wir ganz klar eine Diskriminierung der Motorradfahrer. Mehr als vier Millionen Motorradfahrer wegen Fehlverhaltens einer Minderheit über einen Kamm zu scheren, ist ein Unding. Bei Autofahrern, etwa bei den illegalen Straßenrennen in Städten, geht man auch gezielt gegen die Verursacher vor."

"Hier muss gleiches Recht für alle gelten", schreibt der BVDM. "Insbesondere gegen Streckensperrung als vermeintlich einfaches Mittel gegen Lärm wehrt sich der Verband, der seit mehr als 60 Jahren die Interessen der Motorradfahrer vertritt, mit Nachdruck. Streckensperrungen sind keine Lösung, sie verlagern nur das Problem."

Bei den Motorradfahrern stoßen die Vorschläge des Bundesrates auf wenig Gegenliebe. Deshalb wurde eine Online-Petition gegen die geforderten Maßnahmen eingerichtet, die in kürzester Zeit mehr als 70.000 Unterstützer gefunden hat. 50.000 Unterschriften waren nötig, um das Quorum zu schaffen und somit eine Anhörung zu erreichen.

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Maglion
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Maglion » Do Mai 21, 2020 3:17 pm

Da hattem wohl einige im Bundesrat langeweile oder einige haben ein persönliches Problem mit lauten Motorradfahrern und wollen soll ihre privaten Probleme auf dem Dienstweg lösen.

Wenn man die Argumentation des Bundesrates liest, sieht man ja, dass das ein riesen Haufen Unsinn ist. Wenn das Problem Motorradfahrer sind, die zu schnell fahren und deren getunten Motororrad zu laut sind, dann erkennt man doch sofort, dass es hier schon ZWEI Gesetze und Reglementierungen gibt, die man nur durchsetzen müsste - 1. Geschwindigkeitsbegrenzung 2. Zulässige Lautstärke.

Anstatt jetzt allen, die legal Motorrad fahren, das Fahren am Sonntag zu verbieten, sollte man vielleicht mehr und besser kontrollieren und dazu sollte man vielleicht mal mehr Polizisten einstellen. Statt dessen fordert man eine große Anzahl an korrekten Bikern zu schikanieren, nur weil der Staat selbst unfähig ist, die eigenen Gesetzte durchzusetzen, weil sie genau an diesen Stellen massiv am Personal sparen.

Nur mal eine Info am Rand: Wer nicht fähig ist, Geschwindigkeitsbeschränkungen und das EInhalten von Maximallautstärken durchzusetzen, wird auch nicht in der Lage sein das Einhalten eines Sonntagfahrverbotes durchzusetzen. Das Problem ist nur, dass dann genau diejenigen gegen das fahrverbot verstoßen, die auch auf Geschwindigkeitsbeschränkungen und sonstige Dinge pfeifen und damit wäre das Problem noch immer da...... ;)

Im Übrigen kommen meiner Meinung nach auf 1 zu lautes Motorrad locker 10 zu laute Autos, gerade in den Städten, wo die ganzen Poser meinen, sie müssten mit ihren Protzkarren alle beeindrucken.

Dass die landbevöklerung jetzt jammern, dass an zwei Tagen in der Woche es etwas lauter wird, weil die Biker unterwegs sind, halte ich für ein Luxusproblem. Sie können ja gerne den Stadtlärm gegen ihre ländliche Idylle tauschen, denn in der Stadt sind kaum Motorräder unterwegs, demnach MUSS es da ja angenehm leise sein...... *Bundesratlogik*

Sorry, aber man sollte lieber mal untersuchen, wer diesen Blödsinn ins Rollen gebracht hat und welche Hintergründe das hat. Ich bin mir sicher, dass da dann schnell heraus kommt, dass hier jemand seine Position missbraucht, um seine persönlichen Anliegen durchzusetzen.

Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Gesetzgebenden Organe die aktuellen Lautstärken, die alle Fahrzeuge verursachen dürfen, SELBST so geregelt haben. Und wenn sie der Meinung sind, dass das zu laut ist, können sie ja die Grenzwerte weiter reduzieren. Aber am Ende kommt es immer darauf an, dass Gesetze nur so gut sind, wie die Exicutive diese auch durchsetzen kann und ich denke, dass HIER das Problem liegt.

Ich wohne in eine ländlichen Gegend und natürlich hört man hin und wieder laute Motorrader, genauso wie laute Autos oder den Rasenmäher vom Nachbarn. Aber das ist alles im Rahmen und ich bevorzuge leben und leben lassen, als zu neiden und sich gegenseitig das Leben schwer zu machen.
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TifosiF40
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von TifosiF40 » Do Mai 21, 2020 8:47 pm

Bei den Motorrädern läuft schon so einiges falsch. Die sind teilweise so laut wie ein Auto ohne Endschalldämpfer und der Gestank von manchen Motorrädern deutet auf manipulierte Abgasanlagen hin.
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Voyager1
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Voyager1 » Do Mai 21, 2020 10:15 pm

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Was die Lärmbelästigung betrifft:

Motorräder sind eine Pest!

Die wenigen leisen Motorräder am Tag kann man an einer Hand abzählen.

Diese positiven Einzelfälle werden aber locker wieder wettgemacht, von Idioten die beim Warten an der Ampel im Leerlauf bis in den Begrenzer aufheulen lassen. Am liebsten im Duett.
Und beim Ampelstart bleibt so gut wie keiner im 50km/h-Limit. Nach hundert Metern wird dann widerwillig vom Gas gegangen und mit möglichst viel Gebollere zur nächsten roten Ampel gerollt. Und dann das selbe Spiel nochmal ... .

Diese Belästigung der Mitmenschen ist nicht mit Gedankenlosigkeit zu erklären, geschweige denn zu entschuldigen - Es sind Asoziale!

Nebenbei gesagt, die Fahrer von Quads haben oftmals sogar einen noch grösseren Nagel im Kopf.

(Langzeit-Beobachtung über viele Jahre an einer gross-städtischen Hauptstrasse mit ca. 100 vorbeifahrenden Motorrädern / Tag. Bei schönem Wetter, an Sonn-und Feiertagen deutlich mehr - und dann auch noch mit überproportional gesteigertem Idiotenanteil).

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.
Zuletzt geändert von Voyager1 am Do Mai 21, 2020 11:33 pm, insgesamt 2-mal geändert.

Turrican4D
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Turrican4D » Do Mai 21, 2020 10:59 pm

Motorradfahrer sind wie Raucher. Sie haben ihren Spaß auf Kosten der anderen!

Hoffentlich kommt das Verbot. Alleine heute weiß ich berhaupt nicht, warum ich mich auf den Feiertag gefreut habe. Kaum wird es sonnig und arm, holen die Vollidioten ihre Dreckschleuern aus dem Keller!

Einer war heute besonders lustig und ist hier an meinem Schlafzimmerfenster alle 20 Minuten vorbeigedonnert, natürlich mit rhythmischer Gashand. :mad: Den Scheißt hat der bis grad eben noch durchgezogen udn wenn ich Pech habe, hat der sich n Brückentag genommen und macht dieselbe Scheiße morgen direkt nochmal.

Ein KFZ ist dazu da, um möglichst schnell und leise von A nach B zu kommen, erst Recht am Feiertag sollte man möglichst auf Lärm verzichten.

Maik Aefer
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Maik Aefer » Fr Mai 22, 2020 12:16 am

Ich kann Maglion nur zustimmen. Es gibt Vorschriften die jeder kennt und dafür verantwortlich ist sie einzuhalten. Ich selbst fahre ein Sportmotorrad und habe sogar einen Zubehörauspuff montiert welcher aber zugelassen ist und den ich immer wieder neu stopfen muss damit er weiterhin legal betrieben werden darf. Das ich wegen der im Verhältnis zu allen Motorradfahrern wenigen Dumpfbacken mit ihren Krawallkisten eine Kollektivbestrafung aufgedrückt bekomme ist ja wohl absolut lächerlich. Noch dazu wo die Lösung wie von Maglion beschrieben auf der Hand liegt. Man muss eben nicht nur Vorschriften erlassen sondern sie auch durchsetzen. Wenn dann neben ausreichend Kontrollen das Strafmaß auch noch stark abschreckt erledigt sich die Sache bis auf wenige Ausnahmen von selbst.

Es ist einfach jämmerlich das immer wieder solche Vorschläge von den vermeintlichen Volksvertretern kommen. Wo fängt man denn an und wo hört man auf? Warum sollen denn nur Motorräder an Sonn- und Feiertagen verboten werden wo es doch auch Autos gibt die zu laut sind. Da muss man doch so konsequent sein und auch den Autoverkehr an diesen Tagen verbieten. Hier geht es ja noch nicht mal um die direkte Verkehrssicherheit sondern um eine eventuelle Lärmbelästigung.

Aber wenn wir schon bei nicht haltbaren Vorschlägen sind hätte ich auch ein paar Ideen. Ich würde da zum Beispiel ein Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen für die typischen "Sonntagsfahrer" empfehlen die meist älteren Kalibers sind und die mit ihren oft großen Autos mit 40 auf der Landstrasse rumtuckern um ihren Frauchen die schöne Aussicht zu zeigen und gar nicht checken das sie als Verkehrshindernis nicht nur eine Behinderung sind sondern sogar eine Gefahr bedeuten.

Es wäre ja auch super wenn wir auf dreispurigen Autobahnen die mittlere Spur sperren denn so begreifen die Leute vielleicht das Rechtsfahrgebot nicht bedeutet immer in der Mitte zu fahren weil rechts ja die "LKW-Spur" ist. So wird man wenn man überholen will nicht mehr genötigt von ganz rechts über alle Fahrspuren nach nach ganz links zu wechseln um anschließend wieder einmal komplett die Autobahn gefährlich zu kreuzen.

Wie wäre es denn außerdem mit einem kompletten Fahrverbot am Wochenende für alle denn da haben die Discos und Clubs geöffnet und wie allseit bekannt ist steigt da auch das Unfallrisiko also wäre es doch spitze das zu verhindern. Wenn also niemand fahren darf kann es ein angetrunkener oder mit Drogen vollgepumpter Fahrer auch nicht mehr an den Baum schaffen (höchstens zum pinkeln).

Ich weiß ich übertreibe jetzt aber man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen. In Deutschland gibt es für jeden kleinen Furz eine Regel aber anstatt alles dafür zu tun das diese Regeln auch eingehalten werden kommt immer öfter gleich ein Verbot ins Gespräch. Da braucht man die Sachen ja gar nicht erst reglementieren. Das einzige was wirklich in Deutschland angepaßt werden müßte ist das Strafen jeglicher Art sich nach dem Einkommen richten müßten. Es ist schließlich ein Unterschied ob ein Bürger auf Grundsicherungsniveau 300€ Strafe zahlen muss oder ob es ein gut bis sehr gut verdienender Bürger ist obwohl das Vergehen identisch ist.

@Voyager1
Du solltest dein subjektives Empfinden nicht als Fakt darstellen. Da du deutlich gemacht hast das lautere Motorräder dir mißfallen ist eigentlich klar das du nicht objektiv sein kannst. Ich selbst wohne jetzt 43 Jahre in einem Ort direkt an einer stark befahrenen Bundesstrasse und der Ort endet etwa 100m weiter zu einem Berg hin mit einer für Motorräder sehr guten Strasse. An einem schönen Tag fahren hier weit weit mehr als deine 100 Motorräder lang und beschleunigen bzw touren ab und da sind nicht nur 5 Prozent der Fahrer normal laut unterwegs.

Ich will ja nicht behaupten das die von dir beschriebenen Prollfahrer eine absolute Seltenheit oder Ausnahme sind (ich hab da nämlich auch mein subjektives empfinden) aber sie sind bei weiten nicht so stark vertreten wie du das hier den Leuten weiß machen willst. Am Ende gibt es klare Vorgaben vom Gesetzgeber für die Hersteller welche auch mit Zubehörauspuffanlagen eingehalten werden müssen. Bei manipulierter und zu lauter Abgasanlage erlischt die Betriebserlaubnis also ist das schon nicht ohne. Jetzt sollte der Gesetzgeber auch mal etwas dafür tun das diese Grenzen auch eingehalten werden. So würden die schwarzen Schafe aussortiert werden und Leute wie ich mit legalen Auspuffanlagen würden nicht mehr schief angekuckt werden.

@Turrican4D
Das ist ähnlich gelagert wie bei Voyager1. Du hast ein Problem mit dem einen Typen der angeblich alle 20min bei dir vorbei donnert (hmm war das jetzt 2 mal oder 20 mal) und projezierst deinen Unmut gleich auf alle Motorradfahrer. Ich könnte dir auch genug Beispiele bringen die mich aufregen (wahrscheinlich wären da auch Dinge die dich betreffen dabei) aber ich werde da nicht gleich nach Kollektivstrafen schreien. In deinem Fall wäre eine Konsequenz sogar einfach gewesen denn unnützes Fahren ist eine Ordnungswiedrigkeit die mit bis zu 100€ bestraft werden kann. Blöd nur das man dann auch mal selbst in diese Verlegenheit kommen könnte (egal ob Motorrad oder Auto) denn auch der ziellose Sonntagsausflug fällt eigentlich unter diese Regel. Es läuft aber wieder darauf hinaus das es an der Durchsetzung von Recht und Ordnung fehlt.

Im übrigen ist deine Aussage das ein KFZ schnell und leise von A nach B kommen muss falsch. Zum einen gibt es festgelegte Höchstgeschwindigkeiten an die man sich halten muss und man muss auch den Bedingungen angepaßt fahren. Zum anderen ist leise subjektiv. Daher hat der Gesetzgeber auch die Lautstärken für Fahrzeuge festgelegt und so lange diese eingehalten werden ist alles rechtens. Es mag Leute geben (du könntest so ein Fall sein) die bei der Lautstärke empfindlicher reagieren aber dann bitte auch so fair sein und den Gesetzgeber anhalten ALLE Fahrzeuge in der Lautstärke stärker zu reglementieren und nicht nur eine Kategorie die dir persönlich mißfällt bestrafen.

Ach und wenn du alles verbieten würdest was auf Kosten anderer passiert dann schließ dich lieber im Keller ein. Da könnte man um im Verkehr zu bleiben auch die Autos einschließen. Ein anderes Thema wären alle Sportarten mit potentiellen Unfallrisiko wie z.B. Fußball, Skifahren Skaten denn bei Verletzungen kuriert man sich auch auf Kosten anderer Krankenkasseneinzahler aus. Man könnte auch alle zig Themen ansprechen die mit unnötiger Luftverschmutzung bzw Geruchsbelästigung (z.B. Kamin, Grillen oder Hobbies wie RC-Cars mit Verbrennungsmotoren oder Garteneisenbahn) zu tun haben. Selbst ein Haus kann man manchmal auf Kosten anderer bauen wenn man zum Beispiel dem Nachbarn die Aussicht versaut oder das Sonnenlicht blockiert. Es gäbe noch unzählige Beispiele aber alle haben eins gemein. Es gibt dafür vom Gesetzgeber Vorgaben und Regeln und nur weil dir einzelne nicht gefallen sind sie trotzdem Fakt. Tja und nur weil in manchen Bereichen mehr und anderen weniger stark kontrolliert wird ändert sich an der Gesetzeslage nichts sondern sie muss einfach durchgesetzt werden.

Voyager1
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Voyager1 » Fr Mai 22, 2020 1:35 am

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@ Maik Aefer

Was du schreibst, enthält viele Allgemeinplätze ist aber in Teilen auch richtig. Insofern stimme ich einigem davon zu.

Als jemand der bis vor kurzem sein gesamtes Erwachsenenleben im Motorsportgeschäft tätig war, weiss ich sehr gut was Lärm ist. Und rein subjektiv fand ich diese Art von Lärm durchaus wohlklingend.

Aber:
Das findet an Rennstrecken statt, die (nicht immer, ich weiss) mehrheitlich abseits von bewohntem Gebiet liegen. Und wenn Anwohner etwas von der Geräuschkulisse mitbekommem, ist es doch gedämpfter als direkt vor dem Gartentor. Und die Menschen können sich zumindest damit trösten, dass ab Montag wieder Ruhe herrscht.
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Die Ruhestörung die im Strassenverkehr von einzelnen Fahrzeugen (über den "normalen Verkehrs-Geräuschpegel" hinaus) verursacht wird, ist ganz anders zu werten. Dieser Lärm kommt unverhofft, unregelmässig und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das heisst, er ist immer(!) störend, er kommt immer zur falschen Zeit.

Und wenn dies mehrfach stattfindet, dann wird es je nach individueller Toleranzgrenze nach einiger Zeit zur ärgerlichen Belästigung. Für Kranke, Ältere, kleine Kinder, ... ist es eine Beeinträchtigung ihres physischen bzw. psychischen Zustandes. Welchem Baby tut es gut, ständig auf diese Weise aus dem Schlaf gerissen zu werden?

Auch ich, als durchaus dezibel-gestählter Mensch, hasse diese Art von Ruhestöhrung vor meinem Wohnhaus und vor meinem Büro.

Die Motorradhersteller sollten also gefälligst dafür sorgen, dass der Geräuschpegel ihrer Maschinen unauffällig im "normalen Verkehrsrauschen" untergeht. Und zwar in allen Fahrzuständen. Damit die Proleten unter den Motorradfahrern dies auch nicht durch ihren "speziellen Fahrstil" ausser Kraft setzen können.

Dass all dies auch auf gewisse Autos und vor allem die hier hinterm Steuer sitzende Klientel zutrifft, sei der Vollständigkeit wegen auch erwähnt. Auch hier besteht Handlungsbedarf.
(Aber der Gesprächsgegenstand ist das zu laute Motorrad).

Voyager
.

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Maglion
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Maglion » Fr Mai 22, 2020 1:58 am

Turrican4D hat geschrieben:
Do Mai 21, 2020 10:59 pm
Motorradfahrer sind wie Raucher. Sie haben ihren Spaß auf Kosten der anderen!

Hoffentlich kommt das Verbot. Alleine heute weiß ich berhaupt nicht, warum ich mich auf den Feiertag gefreut habe. Kaum wird es sonnig und arm, holen die Vollidioten ihre Dreckschleuern aus dem Keller!

Einer war heute besonders lustig und ist hier an meinem Schlafzimmerfenster alle 20 Minuten vorbeigedonnert, natürlich mit rhythmischer Gashand. :mad: Den Scheißt hat der bis grad eben noch durchgezogen udn wenn ich Pech habe, hat der sich n Brückentag genommen und macht dieselbe Scheiße morgen direkt nochmal.

Ein KFZ ist dazu da, um möglichst schnell und leise von A nach B zu kommen, erst Recht am Feiertag sollte man möglichst auf Lärm verzichten.
ABer es ist totaler Schwachsinn, wenn Du Dich jetzt über einen Motorradfahrer ärgerst, der etwas verbotenes macht und fordert, dass deshalb ALLE Motorradfahrer bestraft werden, die sich korrekt verhalten. Dann müsste man am Sonntag JEDEN Verkher verbieten, denn es gibt genauso viele bzw. mehr Idition mit Autos, die mit illegalen Abgasanlagen durch die Stadt bretten und dort die Menschen nerven und die fahren auch immer wieder hin und her. Das Problem ist nicht das Fahrzeug, sondern der Idiot, der es fährt und Idioten kann man nicht verbeiten, genauso wenig wie unüberlegte, pauschalisierende Hasskommentare von einem User, der nicht mehr in der Lage ist sich objektiv und sachlich zu einer Sache zu äußern, nur weil er einige Minuten am Feiertag genervt wurde....... :wink2:

Wenn Dich dieser EINE Biker so gestört hat, wieso hast Du Deinen Arsch nicht hoch bekommen und hast etwas unternommen? Geh vor die Tür, schau nach einem zeugen, schreib das Kennzeichen auf und mach eine Anzeige. Das wird Dir vielleicht nicht heute und morgen helfen, aber wenn der Biker Post von der Polizei bekommt, besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass er das in Zukunft vor Deinem Haus unterlässt.
Wie ich schon geschrieben habe, Verbote bringen nichts, wenn man sie nicht durchsetzt . das was der Biker bei dir gemacht hat, IST VERBBOTEN und er macht es trotzdem. Denkst Du im ernst der hält sich ausgerechnet an ein Fahrverbot? Und wenn nicht, was hast Du dann von dem Verbot? NICHTS ! Wenn Du sogar zu Faul bist, um vor Deiner Haustür selbst etwas für Ordnung zu sorgen, weil Dich etwas extrem ärgert, kannst Du ja wohl auch nicht erwarten, dass das jemand anderes für Dich übernimmt, oder? Immer nur zu jammer, wie böse andere sind und darauf zu warten, dass andere sich um DEINE Probleme kümmern ist ja sowas von erbärmlich. :naughty: :lol:
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2CV
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von 2CV » Fr Mai 22, 2020 5:56 am

Turrican4D hat geschrieben:
Do Mai 21, 2020 10:59 pm
Sie haben ihren Spaß auf Kosten der anderen!
:eh: Das ist ein Satz mit Echo und Tragweite -- wir leben nämlich unseren gesamten modernen Konsumluxus so (auf Kosten der Menschen in der sogenannten "3. Welt", und auch auf Kosten des kompletten Planeten, was der Menschheit das Leben kosten könnte...). Mögen die Menschen deinen Satz sich wirklich mal durch den Geist gehen lassen. Mir scheint das jedenfalls bitter nötig.

Zum konkreten Thema, Lärm durch zu laute Auspuffanlagen: Also erstmal war ich auch mal jung. Und habe Respekt erst mit zunehmendem Alter erlernt. Hoffen wir mal, daß Alle schnell lernen, aber was soll ich kritisieren, was ich selber auch gemacht hab als ich jung war?

Und zweitens liegt es am Gesetzgeber, wasserdichte Gesetze für Auspufflautstärke zu machen (ohne sich dabei von der Lobby der Industrie "lenken" zu lassen) ...und dann an TÜV und Polizei, die Einhaltung dessen zu kontrollieren. Ein Sonntagsfahrverbot zur Lösung dieses Problems ist bestenfalls ein (weiterer) schlechter Aprilscherz :jupi:
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Doitright » Fr Mai 22, 2020 9:13 am

@Voyager1 Ich denke, du hast dich als BMW-Fahrer hervorgehoben, da diese in deinen Augen die vernünftigen Motorräder sind. Dann schau dir mal die neuen Modelle an. Fast alle BMW-Motorräder mit Klappenauspuff. Was meinst du, wie die brüllen, wenn die Klappe aufmacht? Es gehören allgemein (Auto und Motorrad) solche Systeme verboten.

Ein generelles Fahrverbot zu fordern ist der falsche Weg. Bei uns stören die Autos mit Klappenauspuffanlagen viel mehr als die Motorräder. Werden nun auch Fahrverbote für Autos eingeführt? Werden alle Menschen mit einem Ausgangsverbot belegt, da es ein paar Idioten gibt? Wer ein allgemeines Fahrverbot fordert, hat das Differenzieren verlernt. Wie schon erwähnt wurde, gibt es bereits Gesetze und Vorschriften. Diese brauchen nur umgesetzt werden.

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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Voyager1 » Fr Mai 22, 2020 9:48 am

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Ich verlange kein Fahrverbot. Ich verlange eine Reduzierung des Lärmpegels.

Und ja, ich habe mir ein Motorrad gekauft mit dem ich möglichst "leise" unterwegs sein kann. Das war für mich eines meiner Kriterien beim Kauf.

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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von posaunix » Fr Mai 22, 2020 10:04 am

Es geht doch a) nur um einzelne Strecken. Und b) leise Mopeds haben weiter freie Fahrt.

Streng genommen wäre das eine verbesserung zur heutigen Lage.
Man muss nur schauen, dass man einen sanften Übergang schafft, sodass es eine Art Bestandsschutz gibt.
Es kann natürlich nicht sein, dass Mopeds, die derzeit legal zu haben sind, dann schon ohne Zubehör zu laut sind.

Da muss man noch nachbessern. Auch ist völlig unklar, wie man das kontrollieren will. Mit Personal? Haha! Technisch? In 15 Jahren vielleicht.

Lärmreduktion für Unbetroffene ist erstmal nichts schlechtes. Das WIE ist mal wieder das Problem.

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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von staremperio » Fr Mai 22, 2020 10:16 am

Im Verhältnis zur Fahrzeuggröße machen Motorräder wesentlich mehr Lärm als Autos. Darüber hinaus halten sich Motorradfahrer wegen ihrer Nichtidentifizierbarkeit kaum an Regeln. Daher sind diese Maßnahmen alle vollkommen gerechtfertigt. Habe selbst mal an einer Straße gelebt an deren Ampel Motorradfahrer meinten um 3 Uhr Nachts Vollgas zu geben. Ich kann diese Bewohner zu 100% verstehen. Wenn Ihr geilen Sound wollt, dann baut Euch Lautsprecher in die Helme und belästigt nicht Dritte damit.

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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von robertx66 » Fr Mai 22, 2020 11:09 am

Bin dafür dass man Politiker abschaffen sollte. Verursachen nur Kosten und verpesten die Umwelt mit ihrem geistigen Dünnschiss. Also weg damit.

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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Doitright » Fr Mai 22, 2020 11:16 am

@staremperio Das gleiche Problem hab ich mit Autofahrern. Und nun? Verbieten wir alles? Dafür gäbe es eine einfache Regelung. Besitzerhaftung. Ist der Fahrer nicht ermittelbar, wird der Halter bestraft.

Was ich bspw. manchmal überhaupt nicht verstehe, wie so manche Quads eine Zulassung bekommen haben.
Zuletzt geändert von Doitright am Fr Mai 22, 2020 11:19 am, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von 2CV » Fr Mai 22, 2020 11:19 am

Doitright hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 9:13 am
Klappenauspuff. Was meinst du, wie die brüllen, wenn die Klappe aufmacht? Es gehören allgemein (Auto und Motorrad) solche Systeme verboten. [...] Wie schon erwähnt wurde, gibt es bereits Gesetze und Vorschriften. Diese brauchen nur umgesetzt werden.
Klappenauspüffe sind erlaubt. Und gehören verboten. Da bedürfen die Gesetze also nicht nur der Umsetzung, sondern der Nachschärfung.

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Die Industrie macht hier einen auf sozial und zwingt uns - per gesetzesbeeinflussender Lobby - Batteriescheissdreck aus Ökogründen auf (in Wahrheit nur neue Autos verkaufen) und dort bedient sie a(nti)sozial ihre pubertäre Kundschaft mit der Durchdrückung solch libidovergrößern sollender Dinge wie Klappenauspuff und freier Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen. Nicht nur der Coronavirus zeigt, daß der freie Kapitalismus nicht für Alles eine Antwort hat. Man kann natürlich warten, bis er den Planeten als Überlebensfundament der Menschheit zerstört hat, aber das wäre extrem volltrottelig.

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@robertx66: Nicht die Politiker sind das Problem, die Lobby ist es. Aber am Ende ist es jeder Einzelne. Der Mensch muß sich ändern, speziell der der sogenannten "modernen Zivilisation" (es ist nicht der Urwaldbewohner, der die Erde zerstört oder Andere lärmbelästigt).
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flingomin
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von flingomin » Fr Mai 22, 2020 11:48 am

Das Problem ist ja nicht gottgegeben.
Gäbe es diese dB-Protzerei nicht, dann würde heute kein Hahn nach Fahrverboten oder Maximallautstärken rufen.
Es ist nicht so, als sei die Lautstärke dieser Maschinen ein notwendiges Übel, vielmehr ist sie eine gelebte Weltanschauung (oder Schwanzverlängerung).
Manche sind lauter als ein Auto ganz ohne Auspuff.
Was macht der geneigte Käufer als erstes? Er schmeißt die serienmäßigen Schwuchtelauspuff weg und montiert „was ordentliches“. Am besten mit schraubbarem „dB-Killer“.
Es wird absichtlich und gezielt „geballert“. An jeder Ampel, an jeder Kreuzung, erst recht nach jedem Ortsschild.


Fahrverbote halte ich aber für blödsinnig.
Wer Spaß am Mopedfahren haben will, der soll ihn haben. Das Leben ist langweilig genug.

Für sinnvoller hielte ich einen maximalen Schallpegel, den aber knallhart kontrolliert und sanktioniert.
Möglich ist das. Schon meine erste Honda 1995 war kaum lauter als ein Auto.

Maik Aefer
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Maik Aefer » Fr Mai 22, 2020 1:30 pm

flingomin hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 11:48 am
Für sinnvoller hielte ich einen maximalen Schallpegel, den aber knallhart kontrolliert und sanktioniert.
Tja genau so eine Grenze gibt es ja und die sollte so weit ich mich erinnere bei 78 dB liegen. Blöd nur wenn sich die Politik wieder hat belabern lassen und sich auf fragwürdige Messzyklen eingelassen hat. Es ist nämlich ein trauriger Fakt das viele von den vermeintlich legalen Klappenauspuffanlagen erkennen ob das Motorrad in Bereichen fährt wo gemessen würde und dann die Klappe immer zu ist. Anstatt einfach festzulegen das die maximale Lautstärke in jeglichen Fahrsituationen nicht überschritten werden darf hat man komplizierte Messungen vorgeschrieben die aber nur Teilbereiche abdeckt. Sollte also der Auspuff in anderen Bereichen lauter sein ist das eigentlich legal. Hier liegt doch auch das eigentliche Problem.

Ich zum Beispiel habe einen Zubehörauspuff ohne Klappen oder ohne einen demontierbaren dB-Killer. Dieser Auspuff verändert nur die Tonlage von nervig blechern zu angenehm dumpf aber die Lautstärke ist ähnlich. Mein Rasenmäher der mit 90dB angegeben ist macht jedenfalls weit mehr Krach und klingt auch noch unangenehmer. Ähnlich ist das auch bei anderen Werkzeugen wie bei einer Motorsense, einer Kettensäge oder auch einer Kreissäge im Sägebetrieb wo teils sogar noch deutlich höhere Lautstärken erreicht werden.

Die Politik hat es somit zwar gut gemeint indem man eine gerechtfertigte Geräuschreduzierung umsetzen wollte aber zugleich hat sie die Tür für Tricksereien der Hersteller aufgemacht. Also wäre die fairste Lösung nicht das allgemeine Motorradverbot sondern die Festlegung auf die maximale Lautstärke in ALLEN Fahrbereichen denn das ist dann auch für die Polizei zu kontrollieren.

meineinerseiner
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von meineinerseiner » Fr Mai 22, 2020 1:34 pm

Der Bundesrat will auch die Prostitution verbieten... alles nur Nebelkerzen.

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Maglion
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Maglion » Fr Mai 22, 2020 2:08 pm

Die Motorräder sind in den letzte Jahren eh immer leiser geworden, was nicht nur an gesetzlichen Lautstärkevorgaben liegt, sondern auch an den immer strenger werdenden Abgasnormen und die dafür nötige Abgasreinigung. Zusätzlich wurde 2016 die maximal zulässige Lautstärke deutlich reduziert:

"Schlechte Nachrichten für alle Freunde röhrender Auspuffe und soundstarker Motoren: seit dem 1. Januar 2016 begrenzt eine neue Lärmvorschrift den maximalen Schallpegel auf 73 bis 77 dB(A) je nach Leistung-Masse-Verhältnis der Maschine und zieht damit den Unmut vieler Motorradfahrer auf sich."

Wenn man dafür sorgen würde, dass die Vorgabe n eingehalten werden, würde das schon vollkommen reichen. Natürlich kann man die zulässige Maximallautstärke auch immer weiter reduzieren, so wie es auch bein den PKWs vorgesehen ist.

Was ich einen völligen Schwachsinn finde, sind die Klappenauspuffanlagen, die ja in erster Linie dazu da sind, um das Auto lauter und den Klang agressiver zu machen. Wieso wird so ein Schachsinn zugelassen? Ich finde ja einen geilen Motorsound ja auch toll, aber ich muss den nicht jederzeit und überall um mich haben.

Ich habe zwar selbst kein Motorrad, fahre aber jedes Jahr mit Leih-Motorrädern und ganz ehrlich, die aktuellen (leisen) Motorräde sind für mich laut genug und zu laute Motorräder nerven auf Dauer nur - ich fahre ja nicht Motorrad um Krach zu machen, sondern weil das Fahren an sich Spaß macht.

Also mein letzter 2-Takt Rasenmäher hatte 99dB haben und ich denke, dass dieser meine Nachbarn mehr nervte, als Motorräder, die am Haus vorbei gefahren sind.

Hier mal eine Infos, was bei Rasenmäher erlaubt ist:
"Seit dem Jahr 2006 dürfen Rasenmäher je nach Nutzleistung einen Lärmgrenzwert zwischen 94 und 103 Dezibel nicht mehr überschreiten."

Da wird so mancher Gartenfreund am Wochenende zum Radaubruder, der es mit jedem Motorrad aufnehmen kann. Das sind dann auch die Mitbürger, die sich dann über den Krach der anderen aufregen, wenn sie auf ihrem frisch gemähten Rasen relaxen und die Ruhe geniesen wollen. ;) :D

Ich bevorzuge das Motto "Leben und leben lasse." das heißt ich mach keinen Aufstand, wenn meine Nachbarn mal zu laut sind oder am Sonntag kurz mit dem Bohrhammer zwei Löcher in die Wand bohren. Dafür erwarte ich auf der anderen Seite auch mal etwas Toleranz, wenn es bei uns mal etwas lauter ist oder ich am Sonntag kurz etwas bohre, damit ich eine Sache abschließen kann und nicht alles bis zum Monatag liegen lassen muss.

Das Problem ist doch viel eher, dass aller Toleranz einfordern, aber immer weniger bereit sind tolerant zu sein. Das gibt dann in Kombination mit steigender Rücksichtslosogkeit eine unschöne entwicklung, die man aber leider kaum durch immer mher Gesetze in den Griff bekommt, denn dazu gibt es viel zu wenig Polizei und Ordnugsämter und ich denke nicht, dass jeder einen Staat wünscht, der einen total überwacht umd für Ordnung zu sorgen, weil man selbst nicht mher in der Lage ist, korrekt mit den Mitmenschen umgehen zu können.
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robertx66
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von robertx66 » Fr Mai 22, 2020 4:27 pm

meineinerseiner hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 1:34 pm
Der Bundesrat will auch die Prostitution verbieten... alles nur Nebelkerzen.
:top: :D
Jeder prostituiert sich irgendwie. Klingt lustig - ist aber so. Noch lustiger im Sinne von Schwachsinnig ist jedoch das älteste Gewerbe der Menschheit abschaffen zu wollen. :jupi: :lol:

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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von robertx66 » Fr Mai 22, 2020 4:31 pm

2CV hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 11:19 am

@robertx66: Nicht die Politiker sind das Problem, die Lobby ist es. Aber am Ende ist es jeder Einzelne. Der Mensch muß sich ändern, speziell der der sogenannten "modernen Zivilisation" (es ist nicht der Urwaldbewohner, der die Erde zerstört oder Andere lärmbelästigt).
MUSS er das ? Warum ? Weil es eine Minderheit so will in D ? Der Rest der Welt lacht sich schlapp über soviel Dummheit ,siehe Diesel zb und schlägt SEINEN nutzen daraus -und unterm Strich ändert sich nichts weil das kleine D nicht relevant ist.
Sch.... muss er und sterben muss er - einfach mal fünfe gerade sein lassen und keine Meinungsdiktatur egal ob von ganz links oder ganz rechts durchdrücken wollen wäre toll und schon ein Anfang.

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2CV
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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von 2CV » Fr Mai 22, 2020 6:00 pm

robertx66 hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 4:31 pm
sterben muss er
Solange er keinen Anderen dabei "mitnimmt", ist das auch völlig in Ordnung -- hier geht's aber um Andere.
Halo ist nicht Sicherheits- od.Schönheits-,sondern Prinzipfrage: F1 sind offene Monoposti, der einzigartige Mix v.Mopped&Auto: Ungefährlicher als Mopped, gefährlicher als Auto; wem's zu gefährlich ist, ab zu Sport-&Tourenwagen. Nein zu Halo i.d.F1

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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von Doitright » Fr Mai 22, 2020 6:49 pm

Bezogen auf die Fahrzeuggröße befördern Autos weit weniger Personen als Motorräder. Bezogen auf Stellflächen in Städten nehmen Autos wesentlich mehr Platz ein als Motorräder. Bezogen auf Haltbarkeit halten Motorräder wesentlich länger als Autos. Dadurch Ressourceneinsparung.

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Re: Lärmbelästigung: Bundesrat will Motorrad-Fahrverbote an Sonntagen

Beitrag von robertx66 » Fr Mai 22, 2020 7:15 pm

2CV hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 6:00 pm
Solange er keinen Anderen dabei "mitnimmt", ist das auch völlig in Ordnung -- hier geht's aber um Andere.
Nein? Die deutsche Sprache und deren Redewendungen ist dir wohl nicht geläufig?
HIER gings um meine Antwort,das bezieht sich dann NATÜRLICH auch auf mich. ;)

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