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Die TT-Veranstalter arbeiten nach Mercer-Unfall am Sicherhei

Verfasst: Sa Apr 20, 2019 5:07 pm
von Redaktion
TT-Veranstalter ACU will den Unfallbericht zwischen einem Streckenfahrzeug und Steve Mercer nicht veröffentlichen - Neues Sicherheitskonzept für die TT 2019

Im Zuge der schweren Unfälle bei der Isle of Man TT 2018 hat der Veranstalter ACU einige Änderungen vorgenommen, um die Sicherheit bei diesem berühmten Straßenrennen zu verbessern. Die Auto-Cycle Union (ACU) ist der Verband für den Motorradsport in Großbritannien, auf den Kanalinseln und auf der Isle of Man - aber nicht von Nordirland. Rund 550 Motorradclubs sind Mitglied der ACU. Dieser Verband organisiert seit 1911 die TT-Rennen auf der Isle of Man.

Reagiert wurde vor allem auf einen Zwischenfall im Vorjahr. Als Dan Kneen mit seiner Tyco-BMW im Training tödlich verunglückte, kam es zu einem Unfall zwischen einem Streckensicherungsfahrzeug und Steve Mercer, der dabei schwer verletzt worden war. Als unmittelbare Reaktion führte man damals ein neues Prozedere bei roter Flagge ein. Die Teilnehmer durften erst zurück zum Fahrerlager zurückkehren, wenn sie von fahrenden Sportwarten geleitet wurden.

Mercer befand sich nach dem Unfall mit dem Streckenfahrzeug in kritischem Zustand. Seine Genesung dauert an, denn er wird immer noch wegen Verletzungen an einem Bein und der Wirbelsäule behandelt. Anfang April meinte Mercer in einem Interview mit dem 'Isle of Man Examiner', dass immer noch die Gefahr einer Beinamputation bestehen würde. "Ich habe Rückenmarksverletzungen. Ich sitze im Rollstuhl. Ich kann weder stehen noch gehen. Es ist sehr schwierig", so Mercer.



Der Unfall hätte vermieden werden können, denn nach Kneens Unfall wurden einige Fahrer von einem Sportwart angewiesen zu wenden und entgegen der Fahrtrichtung zum Fahrerlager zurückzufahren. "Man macht, wozu man von ihnen aufgefordert wird", so Mercer. Einige Fahrer der Gruppe wurden dann von einem anderen Streckenposten gestoppt, aber nicht die Fahrer ganz vorne. Das war Mercer. Plötzlich tauchte das Streckenfahrzeug auf. Der Crash konnte weder von Mercer noch vom Autofahrer verhindert werden.

Die ACU setzte eine unabhängige Untersuchungskommission ein, die von Anwalt Rob Jones geleitet wurde. Jones war bis Ende Mai 2018 Chef der Motor Sports Association (MSA) gewesen, die in Großbritannien für den Motorsport auf vier Rädern zuständig ist. Der Abschlussbericht wurde bis heute nicht veröffentlicht. Auch Mercer, der bezüglich des Unfalls rechtliche Schritte überlegt, durfte keine Einsicht in den Bericht nehmen.

"Mir wurde der Zugang zu diesem Bericht nicht gewährt. Ich bin der Meinung, dass ich ihn sehen sollte. Ich habe die ACU gefragt, aber nichts hat sich ergeben. Ich habe bis heute keine Ahnung, was eigentlich passiert ist und was falsch gelaufen ist", so Mercer im 'Isle of Man Examiner'. "Es gab offensichtlich ein Kommunikationsproblem. Das ist für jeden offensichtlich. Ich bin von der ganzen Sache einfach nur geschockt. Jemand hat einen ernsthaften Fehler gemacht, der uns alle töten hätte können."



Am Donnerstag (18. April) veröffentlichte die ACU ein Statement zu dem Untersuchungsbericht: "Die Auto-Cycle Union möchte einige wichtige Änderungen im Zuge der Jones-Untersuchung bekannt geben, die von der ACU nach einem unglücklichen Zwischenfall bei der TT am 30. Mai des vergangenen Jahres in Auftrag gegeben worden war. Die Direktoren der ACU Ltd. und der ACU Events Ltd., die die TT gemeinsam mit der Regierung der Isle of Man organisieren, haben den Bericht gelesen und nehmen den Inhalt sehr ernst."

"Allerdings befasst sich der Bericht nicht ausschließlich mit Sachverhalten der TT-Veranstaltung. Viele Inhalte behandeln die Struktur, das Management und Arbeitsweisen der ACU. Die Direktoren haben deshalb Veränderungen vorgenommen, aber einige Inhalte sind sensible Geschäftsthemen. Deswegen wurde entschieden, dass diese Pressemitteilung die letzte Kommunikation diesbezüglich ist. Indem alle relevanten Punkte aufgelistet werden, ist man der Hoffnung, dass alle Fragen beantwortet sind."

Dieses ACU-Statement listet Punkte wie "verbessertes Training für alle Offiziellen" und ein "besser strukturiertes" Training für die Sportwarte auf. Auch die Besprechungen mit den Fahrern sollen "ausführlicher" werden. Streckenfahrzeuge und andere offizielle Fahrzeuge werden mit GPS-Trackern ausgestattet sowie mit einer Lichtanlage auf dem Dach. Außerdem wird es für die Streckenfahrzeuge eine Geschwindigkeitsbegrenzung geben. Man will auch einen "deutlich umfassenderen" Sicherheitsplan für die Veranstaltung erarbeiten.

Die TT auf der Isle of Man findet 2019 vom 25. Mai bis zum 7. Juni statt.

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