Aprilia: Iannone gestürzt, Espargaro krank, Smith muss es ri

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Aprilia: Iannone gestürzt, Espargaro krank, Smith muss es ri

Beitrag von Redaktion » Fr Nov 30, 2018 4:24 pm

Für Aprilia gab es beim letzten MotoGP-Test 2018 in Jerez zahlreiche Rückschläge, die der neue Testfahrer Bradley Smith so gut es ging ausgleichen musste

Für das nicht nur fahrerisch im personellen Wandel befindliche Aprilia-Werksteam war der zweitägige Jerez-Test zum Abschluss des MotoGP-Kalenderjahres 2018 ein schwieriger. Dies liegt weniger daran, dass die beiden Stammfahrer Andrea Iannone und Aleix Espargaro sowie die beiden Testfahrer Bradley Smith und Matteo Baiocco in der kombinierten Zeitenliste der beiden Tage in den hinteren Regionen auftauchen.

Die Rundenzeiten sind bei Testfahrten ohnehin mit Vorsicht zu genießen, weshalb die Positionen 16 (Iannone), 20 (Espargaro), 21 (Smith) und 25 (Baiocco) nicht der Grund sind, dass Aprilia mit dem Ausflug nach Südspanien nur bedingt zufrieden sein kann. Vielmehr sind es die vergleichsweise wenigen zurückgelegten Kilometer der Stammfahrer, die Anlass zur Sorge geben.

Der von Suzuki gekommene Aprilia-Neuzugang Iannone begann den Jerez-Test am Mittwoch mit einem Sturz in Kurve 5 und hat es daher an beiden Tagen zusammen nur auf 60 Runden gebracht. Zum Vergleich: Suzuki-Werkspilot Alex Rins fuhr mit deren 150 Runden zweieinhalb Mal so viele.



"Es war ein richtig großer Crash bei hoher Geschwindigkeit. Ich verlor einfach die Kontrolle", nennt Iannone den Grund für seinen Absteiger in der langgezogenen Sito-Pons-Kurve, die auf die Gegengerade führt. "Das Positive ist aber, dass das Bike schnell ist", meint der Italiener, der beim Valencia-Test in der Woche zuvor erstmals auf der RS-GP saß. Als Schwachpunkte macht der Neuzugang im Team derzeit vor allem "die Richtungswechsel und die Anbremsphase für die Kurven" aus. Letztgenannter Schwachpunkt habe schließlich zum Crash geführt, der "am Eingang von Kurve 5 passierte", wie Iannone präzisiert.

Espargaro drehte in Jerez sogar noch deutlich weniger Umläufe als sein neuer Teamkollege. Am ersten der beiden Tage fuhr der Spanier aufgrund einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) gar nicht. Am Donnerstag stieg er zwar auf das Bike, beließ es aber bei elf Runden und äußerste sich anschließend nicht zu seinem Kurzauftritt.

So kam Smith als neuem Aprilia-Testfahrer der Großteil der Arbeit beim zweiten Test in Vorbereitung auf die Saison 2019 zu. Mit der für ihn noch wenig vertrauten RS-GP, die er erstmals beim Valencia-Test fuhr, legte der Brite in Jerez 128 Runden zurück. Hinzu kommen noch 97 Runden von Baiocco, dessen Hauptaufgabengebiet die Spanische Superbike-Meisterschaft ist. Welche Erkenntnisse nimmt Aprilia nun neben den von Iannone geschilderten Schwachpunkten mit in die Winterpause?



"Ich weiß, wie wichtig es im Falle von verletzten Stammfahrern ist, dass der Testfahrer das Programm abarbeitet", sagt Smith und führt an: "Mein Job ist es, Runden abzuspulen und nicht so schnell wie möglich zu fahren, dann aber im Kiesbett zu landen. Ich glaube, dass ich in einer sehr guten Position bin, um die Richtung vorzugeben. Ich war jahrelang in dieser Meisterschaft aktiv und weiß, was die anderen Hersteller auf der Strecke leisten können."

"Ich hatte hier schon ein deutlich besseres Gefühl als in Valencia. Wenn es in solchen Schritten weitergeht, sollten wir gut aussehen", meint Smith und spricht von "riesigen Schritten", die ihm und dem gesamten Team gelungen seien. In Jerez fuhr der Testfahrer das Bike von Espargaro und verweist in diesem Zusammenhang auf den "ständigen Datenaustausch zwischen Testteam und Rennteam".

Im Mittelpunkt dessen steht die Frage, welche Motorenspezifikation für 2019 ausgewählt wird. "Ich habe wieder Vergleichsfahrten absolviert, um die Entscheidung, in welche Richtung es gehen soll, zu bestätigen", sagt Smith und bezeichnet den aus seiner Sicht größten Schwachpunkt der Aprilia im Gegensatz zu Iannone mit dem "mangelnden Grip am Hinterrad".

Neben dem einen oder anderen Wildcard-Einsatz für Aprilia in der MotoGP-Klasse wird Smith im Jahr 2019 auch im neuen MotoE-Weltcup Rennen fahren. In der Elektrorennserie geht der Brite für den malaysischen Rennstall One Energy Racing an den Start und war Schnellster beim ersten gemeinsamen Test, der kurz vor dem MotoGP-Test ebenfalls in Jerez über die Bühne ging.

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