Kawasaki: "Kämpfen mit einem großen Handicap"

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Kawasaki: "Kämpfen mit einem großen Handicap"

Beitrag von Redaktion » Mo Feb 12, 2018 9:39 am

Weniger Drehzahl als die anderen Vierzylinder-SBKs und die Angst vor weiteren Einschnitten: Die neuen WSBK-Regeln sind laut Kawasaki alles andere als fair

Die kontrovers diskutierten Regeländerungen für die Superbike-WM-Saison 2018 bremsen Kawasaki auf dem Papier am meisten ein. Mehr als 1.000 Umdrehungen mussten die Ingenieure opfern, um die ZX-10RR an das neue Reglement anzupassen. Doch trotz der Änderungen scheint Kawasaki nach wie vor das Maß der Dinge zu sein. Bei den Vorsaisontests gaben Jonathan Rea und Teamkollege Tom Sykes das Tempo vor. Besonders gut zu sprechen ist man im Kawasaki-Lager aber dennoch nicht auf die Änderungen.

Die Budget-Obergrenzen bei diversen Komponenten, wie zum Beispiel der Schwinge und Umlenkung, sind kein Problem, die neuen Vorgaben in Sachen Maximaldrehzahl aber schon: "Das ist eine Maßnahme, ich würde es nicht als Regel bezeichnen, um die teilnehmenden Hersteller in der Superbike-WM aneinander anzugleichen", bemerkt Yoshimoto Matsuda, der WSBK-Verantwortliche von Kawasaki, im Gespräch mit 'Bikesportnews'.

"Alle Vierzylindermaschinen dürfen maximal 14.700 Umdrehungen haben - außer Kawasaki, die nur 14.100 Umdrehungen haben dürfen. Das sind 600 Umdrehungen weniger", ärgert sich Matsuda und betont: "Wir kämpfen mit einem großen Handicap, denn hohe Drehzahlen sind für einen Vierzylindermotor sehr wichtig."

Doch bei 14.100 Umdrehungen ist der Tiefpunkt noch nicht erreich. "Nach drei Events kann es eine weitere Reduzierung von 250 Umdrehungen geben. Das müssen wir akzeptieren. Unser Motorrad dreht aktuell 1.100 Umdrehungen weniger als 2017", schimpft der Kawasaki-Verantwortliche.



Bei den Tests in Jerez und Portimao präsentierte sich Kawasaki in bestechender Form. Doch man ist besorgt im Lager der Grünen: "Wir müssen uns auf eine Reduzierung von weiteren 250 Umdrehungen vorbereiten. Laut den Regeln könnten wir nach zwölf Rennen 750 Umdrehungen weniger haben", kommentiert Matsuda.

Die Balance-Regel ist nicht die einzige Gefahr. Die Dorna kann jederzeit Anpassungen vornehmen. Kawasaki ist besorgt: "Wenn ein Team oft gewinnt, dann hat die Dorna freie Hand", bemerkt Matsuda. "Vermutlich müssen wir früher oder später eine weitere Reduzierung akzeptieren. Die Kalkulation sah von Beginn an diese Reduzierung vor."

Bisher testete Kawasaki nur den Motor, der maximal 14.100 Umdrehungen hat. Die Getriebeübersetzungen kann Kawasaki aber im Laufe der Saison anpassen. "Wir haben das Konzept von einer hoch drehenden zu einer drehmomentstarken Maschine verändert", erklärt der Japaner.



Die Änderungen für die WSBK-Saison 2018 haben das Verhältnis zwischen Kawasaki und der Dorna weiter verschlechtert. Ein Aufstieg in die MotoGP ist nach wie vor kein Thema für Kawasaki. Der japanische Motorradhersteller ist überzeugt, dass die Superbike-WM die bessere Bühne für die Vermarktung und Entwicklung der Sportmodelle ist.

Sollte Kawasaki in der Zukunft weiterhin künstlich eingebremst werden, dann gefährden die WSBK-Verantwortlichen das Engagement der Japaner. Auf Diskussionen mit der Dorna hat Kawasaki schon lange keine Lust mehr: "Ehrlich gesagt sind wir es leid, mit der Dorna darüber zu sprechen. Die Dorna hat die Regel ins Leben gerufen. Wir können sie nicht aufhalten oder ändern", winkt Matsuda ab.

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