Bathurst 1000 2020: 52 Jahre Holden-Geschichte enden mit Sieg

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Bathurst 1000 2020: 52 Jahre Holden-Geschichte enden mit Sieg

Beitrag von Redaktion » So Okt 18, 2020 12:37 pm

Shane van Gisbergen und Garth Tander bescheren Holden den letzten Sieg als Werksteam - Triumph und Wehmut nach 52 Jahren Motorsportengagement

Ein Stück Motorsportgeschichte ist mit einem Sieg bei Australiens größtem Rennen zu Ende gegangen: Shane van Gisbergen und Garth Tander bescherten Holden beim 1.000-Kilometer-Rennen von Bathurst den letzten Sieg als Werksteam. Die Marke Holden wird von General Motors (GM) Ende 2020 nach 164 Jahren eingestampft.

Das Bathurst 1000 war das letzte Rennen der Supercars Australia im Coronajahr 2020. Van Gisbergen hat endlich seinen längst überfälligen ersten Sieg beim legendären Rennen auf dem Mount Panorama Circuit feiern können.

"Die letzten drei Stints waren eine Qualifying-Runde nach der anderen, einfach Wahnsinn!", sagt der Neuseeländer, der auf dem fünften Kontinent zu den populärsten Persönlichkeiten zählt.

Eigentlich waren die Ford Mustang die großen Favoriten auf den Sieg, doch das Wetter griff ein: Bei einem Regenschauer kurz vor Rennhälfte stellte van Gisbergen, der auch professioneller Drifter ist, seine Fähigkeiten bei wenig Grip unter Beweis. Binnen weniger Minuten stürmte er an die Spitze, die er und Ex-Meister Garth Tander nicht mehr hergaben.



Deren größter Gegner im eigenen Lager war schon früh im Rennen draußen: Rekordmeister Jamie Whincup, der sich den zweiten Triple-Eight-Holden mit der Supercars-Legende Craig Lowndes teilte, beging einen seltenen Fahrfehler im Zweikampf und stopfte den Commodore #888 in die Mauer im Streckenabschnitt The Cutting.

"Rückblickend betrachtet hätte ich einfach eine weitere Runde warten sollen. Ich hätte ihn sicher auf der Conrod [-Geraden] bekommen", so der Rekordsieger der Supercars. "Ich habe die Asphalttemperatur wohl falsch eingeschätzt."

Als härtester Gegner für van Gisbergen erwies sich in der Schlussphase nicht der DJR-Team-Penske-Ford #17 vom bereits zum dritten Mal in Folge feststehenden Meister Scott McLaughlin und Tim Slade, sondern der Tickford-Mustang #6 von Cameron Waters und Will Davison.

Waters bekam eine Chance nach dem letzten Boxenstopp, weil van Gisbergen wieder Wiederlosfahren Pech hatte, als ein anderes Fahrzeug den davor liegenden Boxenplatz aufsuchte. Waters war direkt dran, fand aber keinen Weg am Holden vorbei.

Platz drei ging mit Chaz Mostert und Warren Luff an einen weiteren Holden aus dem früheren Werksteam Walkinshaw-Andretti-United, ein Zusammenschluss aus den Teams von Ryan Walkinshaw, Michael Andretti und Zak Brown.

Erst dahinter landeten die beiden DJR-Team-Penske-Fords auf den Plätzen vier und fünf. Meister Scott McLaughlin hat aber noch einen Termin: Er wird am nächsten Wochenende in St. Petersburg in Florida sein IndyCar-Debüt feiern.



Der Marke Holden blieb ein würdiger Abschied verwehrt: Aufgrund der COVID-19-Pandemie waren Zuschauer nur in stark begrenzter Zahl (4.000 pro Tag) zugelassen. Van Gisbergen nahm von einem Fan auf der Auslaufrunde eine Holden-Flagge entgegen und hielt diese aus dem Fenster.

"Ich hoffe, dass es gut ausgesehen hat und ein würdiger Abschied für Holden gewesen ist", sagt 31-Jährige. Mit dem Verschwinden der Marke mit dem Löwen im Logo verliert Australien sein letztes Stück Eigenständigkeit im Automobilbau. Das Werk war bereits 2017 geschlossen worden.

Der Holden Commodore ZB, streng genommen ein umgelabelter Opel Insignia, wird 2021 noch einmal bei den Supercars zum Einsatz kommen, allerdings nicht mehr mit Werksunterstützung. Zu den seit heute 570 Siegen können also noch weitere dazukommen. Ab 2022 wird GM über die Marke Chevrolet mit dem Camaro in der neuen Gen.3-Ära wieder vertreten sein.

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