Tod von Jo Gartner: "Strietzel" Stuck in TV-Show den Tränen

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Tod von Jo Gartner: "Strietzel" Stuck in TV-Show den Tränen

Beitrag von Redaktion » Mi Jul 10, 2019 5:55 pm

Auch 33 Jahre nach dem tragischen Unfalltod von Jo Gartner in Le Mans 1986 kämpft Hans-Joachim Stuck mit den Erinnerungen an den Verlust seines Freundes

Etwas mehr als 33 Jahre ist es her, als der Österreicher Jo Gartner in den Nachtstunden des 24-Stunden-Rennens von Le Mans 1986 bei einem schweren Unfall sein Leben ließ.

Aufgrund eines technischen Defekts kam der Kremer-Porsche mit der Startnummer 10, den er sich mit dem Südafrikaner Sarel van der Merwe und dem Japaner Kunimitsu Takahashi teilte, bei mehr als 250 km/h von der Piste ab. Auf der Hunaudieres-Gerade, die damals noch keine Schikanen aufwies, überschlug sich der schwarze 962C nach Einschlag in die Leitplanke, fing Feuer und brannte aus. Gartner, der nur 32 Jahre alt wurde, hatte keine Überlebenschance.

Einer, der Gartner sehr gut kannte, ist Hans-Joachim "Strietzel" Stuck. Nur drei Monate vor Gartners tragischem Tod hatten die beiden zusammen mit Bob Akin die 12 Stunden von Sebring gewonnen. In Le Mans fuhr Stuck als damals amtierender Sportwagen-Weltmeister für das Porsche-Werksteam und errang zusammen mit Derek Bell und Al Holbert den Sieg. Es war Stucks erster von zwei Le-Mans-Siegen.



Angesichts des mitten im Rennen passierten Unfalls von Gartner war Stucks Freude allerdings extrem getrübt. Mehr noch: "Strietzel" stand kurz davor, das Rennen auf dem Weg zum Sieg aufzugeben. "Ich habe in der Nacht einen Unfall gesehen und [über Funk] bei der Box gefragt, was das passiert ist. Sie wussten es aber nicht genau", erinnert sich Stuck in der TV-Show "Sport und Talk im Hangar-7" von 'ServusTV' an die frühen Morgenstunden des 1. Juni 1986 in Le Mans.

"Ich saß während der Pace-Car-Phase eineinhalb Stunden im Auto", so Stuck, der das Rennen zu diesem Zeitpunkt anführte. "Als ich dann zum Fahrerwechsel an die Box kam, hat mich der Rennleiter Peter Falk zur Seite genommen und gesagt: 'Du, ich muss dir sagen, dein Freund Jo Gartner hatte einen Unfall.' Als ich dann gefragt habe, wie schlimm es ist, sagte er: 'Er ist leider tot.'"

Stucks erste Reaktion war demnach, das Rennen aufgeben zu wollen. Als ihn Rennleiter Falk auf die Führungsposition hinwies und sich mit den Worten "du musst fahren" auf den Vertrag bezog, konnte sich "Strietzel" nur ganz schwer davon überzeugen lassen: "Ich hatte in meiner ganzen Karriere nie so ein scheiß Gefühl, ins Auto einzusteigen wie es nach diesem Unfall der Fall war. Ich musste es aber machen."



Im Cockpit konnte Stuck die schlimme Nachricht verdrängen, wie er sagt. Sobald er aber wieder ausstieg, überkamen ihn wieder die Emotionen. Und das ist auch heute, 33 Jahre später, noch so; "Ich kriege heute noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Der Jo war so ein super Typ. Der war sowas von lustig und schnell und alles."

In seiner Zeit als Formel-1-Fahrer von 1974 bis 1979 war es Stuck gewohnt, "viele Kollegen zu verlieren", wie er sagt. Dennoch setzte ihm der Tod von Gartner, nicht zuletzt aufgrund der engen Freundschaft, noch mehr zu. "Beim Jo hat es mich wirklich besonders getroffen", bekennt Stuck den Tränen nahe. "Es tut mir heute noch wahnsinnig leid um ihn. Das berührt mich wirklich zutiefst."

Gartner fuhr 1984 seinerseits acht Formel-1-Rennen, wobei er beim Grand Prix von Italien in Monza auf dem fünften Platz ins Ziel kam. WM-Punkte bekam der Österreicher dafür aber nicht, weil der Osella, mit dem er antrat, als zweites Autos des Teams nicht für die Weltmeisterschaft eingeschrieben war.

In Le Mans hatte Gartner bei seinem Debüt im Jahr 1985 - zusammen mit dem heutigen TV-Kommentator David Hobbs und Guy Edwards, dem Vater des 2013 tödlich verunglückten Sean Edwards - auf Anhieb den vierten Platz belegt. Ein Jahr später wurde ihm die 170. Runde im Rennen zum Verhängnis.

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