Le Mans eSports Serie 2019: Warum der Finalsieg nicht alles

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Le Mans eSports Serie 2019: Warum der Finalsieg nicht alles

Beitrag von Redaktion » Do Jun 13, 2019 12:14 pm

Es locken ein hohes Preisgeld und ein Platz auf dem echten Podium, aber nicht alle Teams fahren beim Finale der Le Mans eSports Serie voll auf Sieg

Eine Preisgeld von insgesamt 100.000 US-Dollar und ein Platz auf dem vielleicht berühmtesten Treppchen im Motorsport winken den Teilnehmen beim Finale der Le Mans eSports Serie 2019. Trotzdem sind einige Teams am Wochenende nicht auf den Gesamtsieg aus.

Das liegt vor allem an den einmaligen Rahmenbedingungen im sogenannten Superfinale der Meisterschaft: Die zwölf Teams, die jeweils mit drei Fahrern an den Start gehen, haben für ihre Teilnahme nur ein begrenztes Budget zur Verfügung. Und mit diesem Budget müssen sie ihr komplettes Fahrzeug-Line-up bestreiten.

Über den Zeitraum von 24 Stunden hinweg werden vor dem bekannten 24-Stunden-Rennen in Le Mans insgesamt neun virtuelle Rennen ausgetragen. Dabei kommen sieben unterschiedliche Autokategorien zum Einsatz: von modernen Prototypen über die legendäre Gruppe C bis hin zu Le-Mans-Klassikern aus den 1960er-Jahren.



In den ersten acht Läufen geht es für die Sieger um ein Preisgeld von jeweils 3.000 US-Dollar. Die in all diesen Rennen gesammelten Punkte werden anschließend addiert und ergeben so die Startaufstellung sowie die Zeitabstände für das Finalrennen. Und in diesem Finalrennen darf sich das Siegertrio über insgesamt 25.000 US-Dollar Preisgeld freuen.

Aus strategischen Gründen haben es manche Teams nur auf das Preisgeld in den ersten acht Läufen abgesehen. Sie verwenden ihr Budget hauptsächlich zugunsten der Fahrzeuge, die dabei verwendet werden, und nicht für die modernen GT-Rennautos im Finalrennen.

Diese Strategie verspricht bessere Erfolgschancen in den Vorläufen. Denn andere Teams, die besonders im Finale glänzen wollen, müssen einen Großteil ihres Budgets für die schnellen, modernen und vor allem teuren GTs reservieren.



Tobin Leigh aus dem Team "Keep it Simple Racing" zählt gemeinsam mit seinen Teamkollegen Paul Arevalo und Iori Ohki zu den Piloten, die sich für eine aggressive Taktik zu Beginn des Finalwochenendes entschieden haben.

"Wir wissen, dass es stärkere Teams geben wird, deshalb nutzen wir die Auswahl der Fahrzeuge zu unseren Gunsten", sagte Leigh gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Der Grundspeed unseres Teams ist nicht so gut wie bei anderen Mannschaften. Daher sind Einzelsiege unser Ziel."

In den Rennen zwei bis acht erfolgt die Startaufstellung in umgekehrter Reihenfolge der Gesamtwertung. Doch laut Leigh wird das die Teams mit einem Autovorteil nicht lange zurückhalten, wenn die zwei bis dreistündigen Rennen erst einmal begonnen haben.



"Die umgedrehte Startaufstellung dürfte kein großes Problem werden", sagt er. "Durch die Auswahlmöglichkeit bei den Autos wird es große Unterschiede bei den Fahrzeugen geben. Eines unserer Fahrzeuge zum Beispiel wird sehr stark aussehen, zweifelsohne. Deshalb glaube ich: Selbst wenn du von weiter hinten losfährst, wirst du mit einem schnelleren Auto so gut abschneiden, dass man gar nicht von einem echten Rennen sprechen kann."

Doch Leighs Team ist nicht die einzige Mannschaft, die sich eine eben solche Strategie zurechtgelegt hat. Und: Acht von zwölf Rennställen haben sich beim Finalrennen für den BMW M8 GTE entschieden. Kostenpunkt nur für dieses Fahrzeug: 40 Millionen Euro - von insgesamt 150 Millionen Euro, die für das komplette Rennwochenende reichen müssen. Der BMW kommt jedoch auch im sechsten Rennen zum Einsatz.

Leigh und seine Mitstreiter haben sich indes für den kostengünstigeren Porsche 911 RSR entschieden, der nur mit 22 Millionen Euro zu Buche schlägt. So bleibt noch etwas mehr Budget für die Vorläufe, in denen sich das Team gute Chancen auf die Preisgelder ausrechnet.

Die Budgetfrage ist ein einmaliger Faktor in diesem eSports-Wettbewerb. Doch genau wie bei den echten 24 Stunden von Le Mans kommt es auch beim virtuellen Racing eben nicht nur auf den reinen Speed an.



Motorsport.tv zeigt das gesamte Superfinale der Le Mans eSports Serie im kostenlosen Live-Stream. Außerdem sind die Rennen über die YouTube- und Twitch-Kanäle der FIA WEC abrufbar. Das erste Rennen beginnt am Freitag (14. Juni) um 11 Uhr. Es wird zusätzlich live auf Facebook übertragen.

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