BMW und Ford erwägen WEC-Aus: GTE Pro droht Einbruch

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Redaktion
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BMW und Ford erwägen WEC-Aus: GTE Pro droht Einbruch

Beitrag von Redaktion » Mo Feb 04, 2019 2:36 pm

BMW überlegt, nach nur einer Saison das WEC-Programm schon wieder einzustellen - Auch über Ford schweben Fragezeichen - GTE Pro bald mit nur noch sechs Autos?

Die GTE-Pro-Kategorie war in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) bislang die Vorzeigekategorie. Aktuell kämpfen zehn werkseingesetzte oder werksunterstützte Fahrzeuge von fünf verschiedenen Herstellern um die GT-Weltmeisterschaft. Doch dem Le-Mans-Veranstalter ACO könnte nach dem LMP1-Schock bald eine neue Baustelle drohen: Schon zur Saison 2019/20 könnten vier Fahrzeuge wegfallen.

BMW könnte nach nur einer Saison der WEC gleich wieder den Rücken kehren. Jens Marquardt bestätigt am Rande der 12 Stunden von Bathurst gegenüber 'Motorsport-Total.com', dass das Programm neu bewertet und eine Entscheidung nicht vor den 24 Stunden von Le Mans 2019 erfolgen werde. Somit wird ein Engagement in der Saison 2019/20 eine extrem kurzfristige Entscheidung, denn der Prolog für die neue Saison steht bereits fünf Wochen nach Le Mans auf dem Programm.

"Wir müssen uns in der WEC viele Dinge ansehen", so der BMW-Motorsportchef. "Bislang haben wir nicht das Maximum aus unserem Paket herausholen können. Darauf werden wir uns in den kommenden Rennen konzentrieren. Wenn wir das alles hinter uns haben, werden wir uns hinsetzen und entscheiden, was wir in Zukunft machen werden."

"Wir sind in der komfortablen Situation, dass wir immer erst das letzte Rennen einer Saison absolvieren und uns dann hinsetzen können, um zu entscheiden, was wir tun werden. Wir müssen keinerlei Entwicklung betreiben. Das Auto ist da und wir haben ein Einsatzteam. Das macht es sehr einfach für uns." Selbiges gelte auch für das Engagement in der IMSA SportsCar Championship: "Wir werden bis zum Petit Le Mans fahren und uns dann zusammensetzen."

Das BMW-Team MTEK hat in der WEC in den bisherigen Rennen einen schwierigen Start mit dem neuen Fahrzeug gehabt. Erst bei den 6 Stunden von Fuji gelang Antonio Felix da Costa und Tom Blomqvist der erste Podiumsplatz. Der M8 GTE ist außerdem aufgrund seiner physischen Größe Zielscheibe von Spottkommentaren und -bildern von Fans in den sozialen Medien geworden. In der IMSA lief es besser: Dort hat der M8 GTE schon im Debütjahr zwei Saisonsiege einfahren können, allerdings wurden dort auch bereits mehr als doppelt so viele Rennen absolviert wie in den spärlich gesäten Läufen der der WEC-"Supersaison" 2018/19.



Auch das Engagement von Ford über die jetzige Saison hinaus ist unklar. Das Programm mit der Neuauflage des Ford GT war 2016 zunächst auf zwei Jahre ausgelegt und wurde noch einmal um zwei Jahre bis Ende 2019 verlängert. Doch die Umstellung auf den Winterkalender stellt Ford und Chip Ganassi Racing nun vor die Wahl: Schon nach der jetzigen Saison aussteigen oder noch ein Jahr dranhängen und bis Le Mans 2020 fahren?

Auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' antwortet ein Ganassi-Sprecher: "Momentan gibt es bezüglich unserer Pläne über die 'Supersaison' hinaus nichts zu berichten." Auch Ford wurde mit einem möglichen DPi-Programm in Verbindung gebracht, allerdings gilt das für eine ganze von Herstellern. Der US-amerikanische Autokonzern geht derzeit durch finanziell turbulente Zeiten, sodass auch eine komplette Einstellung der Sportwagen-Aktivitäten im Bereich des Möglichen liegt. Auch gibt es noch keine Entscheidung darüber, den Ford GT an ein Kundenteam zu verkaufen.

Sollte es zum Schlimmsten kommen, also vier Fahrzeuge wegfallen, würde die GTE-Pro-Klasse wieder auf den Stand von 2015 mit sechs Autos zurückfallen. Lediglich Ferrari, Porsche und Aston Martin würden als involvierte Hersteller übrig bleiben. Je nach Entscheidung der beiden Wackelkandidaten sind auch acht oder wieder zehn Autos möglich. 2020/21 will Brabham mit dem BT62 in die GTE Pro einsteigen, allerdings hat David Brabham in der Vergangenheit bereits mehrere Ankündigungen von LMP2 über LMP1 bis Formel E gemacht, die er nie einhalten konnte.

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Boltar
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Re: BMW und Ford erwägen WEC-Aus: GTE Pro droht Einbruch

Beitrag von Boltar » Di Feb 05, 2019 9:58 am

Marquardt fehlte es schon immer am klaren Plan und Konzept, aber jetzt macht er sich endgültig zum Volldepp.

Unter seiner Ägide wurde die Fehlentscheidung getroffen, den M6 zum GT3 aufzubauen - statt dem sportlicheren M4 - was bei mehreren Teams zu großem Unmut geführt hat. Unvergessen die Bilder, als sich der 4.4L Biturbo live im Fernsehen auf der Döttinger Höhe in Rauch aufgelöst hat. Glückliche Siege, wie auch beim M8 GTE, konnte man einfahren. Aber mehr war nicht drin. Im GT Masters lief nicht viel zusammen, aber anstatt endlich wieder ein funktionierendes Rennfahrzeug zu konstruieren, tauscht man das fahrende Personal aus.

Das stets wohlklingende aber substanziell dünne Gerede des Herrn Marquardt kann auch nicht darüber hinweg täuschen, dass er es geschafft hat mit sechs angetretenen Fahrzeugen am Nürburgring nicht zu gewinnen. Man schämte sich schon fremd, als er die Konkurrenz für die Erfolglosigkeit verantwortlich machte: Es seien von dort Zusagen gemacht worden was den M8 GTE betraf die später nicht eingehalten wurden. Das ist ein unwürdiges Schauspiel und ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei BMW noch lange hingenommen wird.

Nicht zuletzt das traurige Schauspiel um ein DTM Kundenteam verdeutlicht die Inkompetenz in Sachen Management des Ingenieurs Marquardt. Während bei Audi schon seit Monaten alles entschieden ist und man konzentriert mit WRT an der neuen Saison arbeitet, kann Marquardt wieder ein mal nichts vorweisen. Das grenzt an Arbeitsverweigerung.

Nun hat er zig Millionen ausgegeben um den M8 GTE auf die Räder zu stellen und will ihn nach zwei Jahren schon wieder einstampfen. Vielleicht ist das der von BMW Fans herbeigesehnte letzte Tropfen, der im Vierzylinder am Olympiapark das Fass zum Überlaufen bringen wird.

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