Leckerbissen in Genf: (Noch) keine echten Le-Mans-Renner

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Redaktion
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Leckerbissen in Genf: (Noch) keine echten Le-Mans-Renner

Beitrag von Redaktion » Di Mär 06, 2018 4:09 pm

McLaren zeigt den Senna GTR, Aston Martin den Valkyrie AMR Pro: Die mögliche Zukunft von Le Mans unterschiedlich interpretiert - Toyota überrascht mit GTE-Supra

Mit Spannung haben viele Fans der Langstreckenszene am heutigen Dienstag nach Genf geblickt. Auf dem dortigen Automobil Salon 2018 hatten McLaren, Aston Martin und Toyota zu großen Präsentationen gerufen. Die drei Hersteller könnten Teil der neuen Generation in Le Mans und in der WEC sein, wenn zur Saison 2020/21 voraussichtlich ein GTP-ähnliches Konzept für die Topklasse umgesetzt wird, das die bisherige LMP1 ablösen soll.

Die drei Marken präsentierten Tatsächlich Leckerbissen auf ihren Bühnen, ohne jedoch dabei konkrete Aussagen zu zukünftigen Motorsportengagements zu tätigen. Den spektakulärsten Anblick bot ohne Zweifel der Aston Martin Valkyrie AMR Pro. Die 1.100 PS starke Flunder, die in Zusammenarbeit mit Red-Bull-Stardesigner Adrian Newey entstanden ist, könnte die Basis für ein Engagement der Briten in der Topklasse von Le Mans bilden. Aston Martin hatte sein entsprechendes Interesse bereits mehrfach bekundet.

"Es ist großartig zu sehen, dass der Valkyrie AMR Pro in Genf enthüllt wurde. Dieses Auto ist der nächste Schritt in der Zusammenarbeit von Red Bull Racing und Aston Martin", so Red-Bull-Formel-1-Teamchef Christian Horner, der gemeinsam mit Adrian Newey das Tuch vom neuen Gefährt zog. "Schon bei der Straßenversion ist viel aus meiner Formel-1-Erfahrung eingeflossen, aber beim AMR Pro konnte ich abseits der Legalität für den Straßenverkehr natürlich weiter gehen", frohlockt Newey, der "beeindruckende" Rundenzeiten von seiner Schöpfung erwartet.

Rundenzeiten des Aston Martin Valkyrie AMR Pro? Vor dem Hintergrund, dass die Briten mit keiner SWilbe von Renneinsätzen sprechen, ist dies eine hoch interessante Aussage von Newey. Vom Valkyrie AMR Pro werden 2020 nur 25 Stück gebaut. Alle Exemplare sind bereits verkauft. Das Fahrzeug könnte in der WEC der Zukunft unter anderem gegen den McLaren Senna GTR um Gesamtsiege kämpfen. Eine entsprechende Version stellte der Hersteller aus Woking in Genf vor.

Eine Stückzahl von 75 verspricht McLaren für Interessenten am Senna GTR. Das neue Auto soll die Serie von F1 GTR und P1 GTR fortsetzen. Mit 825 PS, einem Leergewicht von unter 1.200 Kilogramm und einem Aeropaket für bis zu einer Tonne Abtrieb soll das Fahrzeug "der schnellste McLaren aller Zeiten abseits der Formel 1" sein, heißt es vom Sportwagenhersteller. Statt GTE gehen die Briten nun offenbar in die Richtung von Aston Martin und Toyota - also GTP, oder wie immer auch die Topklasse in Zukunft heißen mag.

Die Japaner, die in der bevorstehenden Supersaion der WEC 2018/19 weiterhin mit ihrem LMP1-Hybridauto auf Siegesjagd gehen werden, hatten im Januar das "GR Super Sport Concept" vorgestellt. Dieses Fahrzeug, das sogar Testrunden in Fuji absolvierte, gilt als sehr reale Vorschau auf die künftigen Le-Mans-Topautos. Umso überraschender war das, was Toyota am heutigen Dienstag auf der Bühne in Genf enthüllte: GR Supra Racing Concept - eine Rennversion der Neuauflage der Ikone.

Das Konzeptfahrzeug wurde von TMG (Toyota Motorsport GmbH) in Köln auf Basis des aktuellen GTE-Regelwerks entwickelt. Allerdings beschränkte man sich dabei auf das Chassis, im Fahrzeug ist bislang gar kein Antrieb verbaut. Blickt Toyota nun tatsächlich auf die GTE-Klasse? Eher nein. "Wir können keine konkreten Aussagen zu zukünftigen Plänen im Motorsport tätigen. Wir ziehen aber unterschiedliche Optionen in Betracht", heißt es von einem Toyota-Sprecher.

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Mister Le Mans
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LMP1 erwacht erst

Beitrag von Mister Le Mans » Di Mär 06, 2018 6:21 pm

Die LMP1 erwacht gerade erst wieder mit der Teilnahme zahlreicher neuer Privatteams da will man sie schon wieder einstampfen für die GTP? Bisher ist das doch alles nur wunschdenken es gibt noch keine feste Zusage für ein Werk in der GTP. Wen man die GTP einführt weis man noch gar nicht ob jemand teilnimmt in der LMP1hat man mehrere private Teams die fest zugesagt haben. Die fahren 2 Jahre mit ihren LMP1 und dan können sie ihre Autos wieder wegschmeisen weil es die LMP1 nicht mehr gibt? Oder fahren dan private LMP1 gegen Werks GTPs? Währe dan ein DPI ähnliches Reglement auf basis der Privatem LMP1 viel sinvoller?

Cave
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Re: Leckerbissen in Genf: (Noch) keine echten Le-Mans-Renner

Beitrag von Cave » Di Mär 06, 2018 7:39 pm

Erinnert irgendwie an die alten gt1...

Seriennahe supersportwagen würd ich übrigens besser finden als prototypen

ArrowsA10B
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Re: Leckerbissen in Genf: (Noch) keine echten Le-Mans-Renner

Beitrag von ArrowsA10B » Do Mär 29, 2018 9:26 am

Die feuchten Träume diverser Hersteller sollte man lieber keine Beachtung schenken. Dass das "Hersteller-in-den-Allerwertesten-Kriechen" nicht funktioniert, zeigt ja aktuell die Formel 1. Da will jeder sein eigenes Süppchen kochen, die finanzstarken Teams machen die Siege unter sich aus, und die Basis, die für volle Starterfelder sorgt, wird sträflich vernachlässigt.
Am Ende merken dann selbst die Hersteller, dass es ihnen zu teuer ist, und sie verlassen den Laden wieder. Zurück bleibt verbrannte Erde.

Supersportwagen oder Hypercars sind schon mal per se sehr teuer. Dann soll da noch Hybridtechnik rein. Die Fahrzeuge kann schon mal kein Privater bezahlen. Bedeutet, die würden schon mal, wenn der ACO sie im Grid lassen würde, per BoP fahren müssen. Selbiges gilt dann auch für die Hypercars untereinander, da diese aufgrund von Serienidentität eventuelle Aero-/Konzept-Schwächen ausgeglichen bekommen müssten. Sollte man darauf verzichten, führt dies dazu, dass die Hersteller gezwungen wären, ihre Serienpendants permanent zu entwickeln, was natürlich Unsummen verschlingen würde. Und am Ende hätte man wieder Fahrzeuge am Start, die dann doch wieder wie Prototypen aussehen. Einfach weil dies die effizienteste Form eines geschlossenen Sportwagens darstellt. Siehe GT1 Ende der 90er.

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