Müller kritisiert Rennleitung scharf: Safety-Car war "nicht akzeptabel"

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Redaktion
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Müller kritisiert Rennleitung scharf: Safety-Car war "nicht akzeptabel"

Beitrag von Redaktion » So Okt 11, 2020 6:50 pm

Wieso DTM-Leader Nico Müller der Rennleitung vorwirft, in Sachen Safety-Car nicht gleichmäßig zu agieren und warum es in Zolder nicht zu einer Slow-Zone kam

Frust und Ärger bei Nico Müller nach dem enttäuschenden neunten Platz beim Sonntagsrennen der DTM in Zolder: Der DTM-Leader hält die Entscheidung der Rennleitung für "nicht akzeptabel", dass nach dem Crash von Abt-Audi-Teamkollege Robin Frijns in der zwölften Runde am Ende der Boxengasse keine Slow-Zone ausgerufen wurde, sondern eine Runde später das Safety-Car auf die Strecke geschickt wurde.

Denn da in der DTM Reifenwechsel während der Safety-Car-Phase nicht als Pflichtstopps zählen und der spätere Sieger und Titelrivale Rene Rast diesen bereits absolviert hatte, war das Rennen des Schweizers zerstört.

"Es gibt eine ungeschriebene Regel, dass bei einem Safety-Car-Risiko alle Fahrer im Feld die Chance bekommen, an die Box zu kommen, damit es fair bleibt und niemand einen großen Vorteil hat", holt Müller aus und verweist auf Loic Duvals Crash beim Samstagsrennen auf der Nürburgring-Sprintstrecke.



"Damals hat der Rennleiter so lange gewartet, bis jeder zumindest einmal an der Box vorbeigefahren ist und die Chance hatte, den Pflichtboxenstopp vor dem Safety-Car abzuleisten. Aber heute war das nicht der Fall. Ich war in Sektor zwei unterwegs, als mein Team mir sagte, ich solle an die Box zu kommen. Das Safety-Car wurde aber vorher auf die Strecke geschickt."

Das kann Müller nicht nachvollziehen: "Für mich ist das unverständlich, dass zwei identische Situationen ganz anders behandelt werden. Mit solchen Entscheidungen wird die Meisterschaft beeinflusst."



Das sei für ihn "in dieser Phase der Saison nicht akzeptabel. Ich muss leider akzeptieren, dass uns heute mindestens 13 Punkte geklaut wurden und wir sie nicht zurückbekommen werden." Sich selbst habe er nichts vorzuwerfen. "Ich habe Robins Auto da stehen sehen, aber es gab keine gelbe Flaggen, als ich das erste Mal dort vorbeifuhr", schildert er die Situation.

"Er stand an einer sicheren Stelle, da gab es nichts, worüber wir uns hätten Sorgen machen müssen. Ich bin noch eine weitere Runde gefahren. Als ich dann die gelben Flaggen gesehen habe, habe ich sofort mein Team angefunkt und gesagt, dass ich an die Box kommen werde, um dem Safety-Car zuvorzukommen." Doch da war es bereits zu spät.



Aber wieso hat Rennleiter Stoppe tatsächlich nicht gleich reagiert wie beim Samstagsrennen auf der Nürburgring-Sprintstrecke vor nicht ganz einem Monat, als er nach Duvals Crash in der Kurzanbindung wartete, ehe alle Boliden ihren Pflichtstopp absolviert hatten?

Zudem sei das Auto im Bereich des Boxenausgangs gestanden. "Es war daher nicht klar, ob am Boxenausgang gearbeitet werden muss. Also war es das Ziel, die Boxengasse zu schließen. Das ist mit einem Safety-Car am einfachsten."



Doch Müller, der sich laut eigenen Angaben nach den Rennen mit Rennleiter Stoppe unterhalten habe, reicht diese Erklärung nicht aus. "Ich bin nach dem kurzen Meeting nicht schlauer geworden, wenn ich es so sagen darf", meint der Abt-Audi-Pilot, der am Nürburgring im Gegensatz zu seinen Rivalen Frijns und Rast bereits an der Box gewesen war, aber davon nicht profitiert hatte.

"Ich habe gesagt, dass ich enttäuscht bin, dass zwei identische Situationen anders gelöst wurden. Das war damals richtig, versteht mich nicht falsch. Es war die richtige Entscheidung, er wollte das Rennen fair halten. Der schnellste Fahrer sollte gewinnen. Ich hätte heute sicher nicht gewonnen, wenn er gewartet hätte, aber ich wäre mit unserer Pace zumindest auf Platz drei gelandet."

Doch in Zolder habe ihn die Entscheidung besonders hart getroffen, weil man bei einem Boxenstopp durch die lange Boxengasse 50 Sekunden verliere. Zudem hätten die Piloten, die zum Zeitpunkt der Neutralisierung des Rennens bereits an der Box waren, nicht auf ein Safety-Car-Phase spekuliert.



"Sie haben sich einfach dazu entschieden, ein bis zwei Runden früher an die Box zu kommen. Genau in diesem Fenster hat er das Safety-Car auf die Strecke geschickt, obwohl einige noch nicht beim Service waren. Das ist für mich total unverständlich."

Wie Stoppe auf Müllers Ausführungen reagiert habe? "Jetzt teilt er meine Meinung noch nicht, vielleicht wird er das noch später tun, das weiß ich nicht. Ich war nach dem Rennen etwas hitzig, wie ihr vielleicht verstehen könnt. Ich habe nicht so viel Energie da reingesteckt, die ganze Situation komplett zu erklären. Ich wollte nur, dass er weiß, dass ich das völlig unakzeptabel fand."

Die Entscheidung könnte für Müller weitreichende Folgen haben: Während er vor dem Rennen in der Meisterschaft auf Rast noch 33 Punkte Vorsprung hatte, sind es nun vier Läufe vor Schluss nur noch zehn Zähler. Und der Rosberg-Audi-Pilot kommt in Zolder, wo in einer Woche erneut zwei Rennen stattfinden, besonders gut zurecht, wie er mit seinen zwei Siegen unter Beweis gestellt hat.

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Junior9
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Re: Müller kritisiert Rennleitung scharf: Safety-Car war "nicht akzeptabel"

Beitrag von Junior9 » So Okt 11, 2020 10:51 pm

Die DTM ist in Sachen Strafen und Willkur der F1 Längen voraus. Aber Rennleiter Stoppe, nicht die hellste Birne, bekommt Konkurrenz von Michael Masi.

vandamm
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Re: Müller kritisiert Rennleitung scharf: Safety-Car war "nicht akzeptabel"

Beitrag von vandamm » Mo Okt 12, 2020 9:32 am

Außer andere zu beleidigen fällt dir auch nichts konstruktives ein.....

Das Auto von Frijns fing an zu rauchen und die Chance auf ein Feuer war groß. Zusätzlich für ein Wartungsfahrzeug über die Strecke....

Dann da ich glaube, dass du Zolder noch nie gesehen hast, geschweige denn da mal mit irgendwas gefahren bist, kannst du die Strecke nicht mit dem Nürburgring vergleichen...

Müller ist einer, der gerne so einen Vorteil nimmt aber wie ein Hamilton heult.... Sehr sportlich

Btw hat er auf der Strecke einfach versagt und ich würde mein Geld auf Rast setzen....
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Hr. Gesheimer
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Re: Müller kritisiert Rennleitung scharf: Safety-Car war "nicht akzeptabel"

Beitrag von Hr. Gesheimer » Mo Okt 12, 2020 8:05 pm

vandamm hat geschrieben:
Mo Okt 12, 2020 9:32 am
Müller ist einer, der gerne so einen Vorteil nimmt aber wie ein Hamilton heult.... Sehr sportlich

Btw hat er auf der Strecke einfach versagt und ich würde mein Geld auf Rast setzen....
Oha. Okay, ich fall mal drauf rein. Müller hat in der Vergangenheit im Titelkampf gegen Rast Beherrschung und Fairness gezeigt. In dieser Saison hat er mehr als einmal Punkte auf Grund fragwürdiger SC-Entscheidungen und technischer Defekte verloren. Zugegeben auch wegen falscher teamtaktischen Entscheidungen.

Ich würde mein Geld auch auf Rast setzen. Der profitiert irgendwie nämlich immer von SC-Phasen, den ereilen technische Probleme höchstens mal außerhalb des Rennens, irgendwie der Gustav Gans der DTM. Gönnen würde ich es aber Müller oder Frijns.

vandamm
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Re: Müller kritisiert Rennleitung scharf: Safety-Car war "nicht akzeptabel"

Beitrag von vandamm » Mo Okt 12, 2020 8:45 pm

Rast hatte in der Saison stellenweise extrem schlechte Boxenstopps. Na und Mund abgeputzt und weiter....

Kein mega Geheule und sorry Müllers Teamkollege ist in die Mauer gefahren. Es war ja ordentlich am Rauchen und sobald ein Fahrzeug der Streckenwacht auf der Strecke ist, gehört sich ein SC....
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Maik Aefer
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Re: Müller kritisiert Rennleitung scharf: Safety-Car war "nicht akzeptabel"

Beitrag von Maik Aefer » Mo Okt 12, 2020 9:56 pm

Ich hab das Rennen nur nebenbei verfolgt und kenne daher die Zeitunterschiede nicht wirklich. Ich hatte nur im Hinterkopf das Rast vorn war und Müller auf Platz 4 oder 5. Wenn das simmt wären die Abstände für mich interessant denn wenn Müller nicht sehr viel Rückstand hatte hätte er doch genau wie Rast direkt an die Box kommen können. In dem Fall wäre es eine klare Fehlentscheidung vom Team.

Das natürlich viele SC Entscheidungen in der DTM ziemlich ungleich gefällt werden ist aber auch ein Problem. Daher muss es einfach passieren das einzelne Fahrer Vor- bzw Nachteile haben. Hier sollte die Rennleitung wirklich versuchen fairere Entscheidungen zu treffen um solche Ungleichheiten deutlich zu minimieren.

vandamm
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Re: Müller kritisiert Rennleitung scharf: Safety-Car war "nicht akzeptabel"

Beitrag von vandamm » Di Okt 13, 2020 12:02 am

Unter SC zählt der Boxenstopp nicht als Pflichtstop.

Rast war sehr kurz hinter Frijns geplant in der Box. Rennleitung ruft SC aus, nachdem der Koffer von Frijns ordentlich Qualm erzeugt und ein Sicherngsfahrzeug über die Strecke fährt.

Feld ist zusammen geführt und Müller führt. Muss aber zum Stop. Da die Einfahrt richtig Oldschool ist verliert er gegen Rast fast 50 Sekunden....
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Hr. Gesheimer
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Re: Müller kritisiert Rennleitung scharf: Safety-Car war "nicht akzeptabel"

Beitrag von Hr. Gesheimer » Di Okt 13, 2020 7:16 am

vandamm hat geschrieben:
Mo Okt 12, 2020 8:45 pm
Rast hatte in der Saison stellenweise extrem schlechte Boxenstopps. Na und Mund abgeputzt und weiter....

Kein mega Geheule und sorry Müllers Teamkollege ist in die Mauer gefahren. Es war ja ordentlich am Rauchen und sobald ein Fahrzeug der Streckenwacht auf der Strecke ist, gehört sich ein SC....
Rast hat - zumindest soweit ich mich erinnere - diese Saison nicht einen Platz auf Grund SC/Boxenstop/Defekt/unverschuldete Kollision verloren. Natürlich muss das SC in dieser Situation hinaus. Damit kann man aber warten, bis alle an der Box waren oder zumindest die bewusste Chance hatten und bis dahin gelb schwenken. So geschehen ja auch am Nürburgring. Hier war Müller bereits zum Stop gewesen, die Entscheidung bis zum SC dauerte aber ziemlich lange. Nämlich so lange, bis auch Rast abgebogen war.

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Joshzi
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Re: Müller kritisiert Rennleitung scharf: Safety-Car war "nicht akzeptabel"

Beitrag von Joshzi » Di Okt 13, 2020 7:58 am

Immerhin tut man alles, um den Sport interessant für den Zuschauer zu gestalten. Das kann nicht jede Rennsportserie von sich behaupten.
©joshzi

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