Rowe-Teamchef im Interview: "Haben heißes Interesse an GT3-DTM"

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Redaktion
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Rowe-Teamchef im Interview: "Haben heißes Interesse an GT3-DTM"

Beitrag von Redaktion » Do Jul 30, 2020 6:54 pm

Rowe-Teamchef Hans-Peter Naundorf im Interview: Wieso Gerhard Berger & Co. das Interesse an einer GT3-DTM unterschätzen und wovor er den DTM-Boss warnt

Die DTM, die dieses Wochenende in in Spa-Francorchamps in die Saison startet, steht vor dem möglichen Aus. Wenn es aber nach Rowe-Teamchef Hans-Peter Naundorf geht, wäre die Rettung mit GT3-Boliden nicht nur umsetzbar, sondern auch die ganz große Chance für die DTM-Dachorganisation ITR, die Traditionsserie endlich auf gesunde Beine zu stellen.

Im Interview mit 'Motorsport-Total.com' erklärt der Teamchef, der früher beim Mercedes-DTM-Team Persson für die Technik verantwortlich war, warum eine GT3-DTM nicht nur für seine Truppe äußerst attraktiv wäre, wieso eine Koexistenz mit dem GT-Masters trotz GT3-Autos völlig problemlos wäre - und er schickt eine Warnung an die ITR aus.

Frage: "Herr Naundorf, Sie haben bekanntgegeben, dass Sie mit Ihrem Team an einer GT3-DTM sehr interessiert wären. Wie kommt es zu diesem Schritt?"Hans-Peter Naundorf: "Ich war ja bereits von 2000 bis 2010 in der DTM involviert - und die DTM lässt einen nie los. So eine gute Plattform habe ich in dieser Form nicht wiedergesehen - außer bei ganz großen Events wie dem 24-Stunden-Rennen."

"2011 habe ich ein eigenes Team im GT-Sport gegründet. Seit 2016 machen wir mit BMW GT3 und sind auch in die Entwicklungsarbeit eingebunden. Dadurch ist das Thema DTM wieder konkreter geworden. Wir hatten im Juli 2017 Gespräche über ein gemeinsames DTM-Projekt. Aber dann kam der Mercedes-Ausstieg dazwischen, und BMW setzte auf zwei statt auf drei Teams. Wirklich konkret ist es dann für 2019 geworden."

Frage: "Als BMW-Kundenteam?"Naundorf: "Genau. Aber auch das hat sich Ende 2018 wieder zerschlagen, denn irgendwann ist es einfach zu spät, so ein Paket zustande zu bringen und die involvierten Sponsoren bei der Stange zu halten. Es gibt nicht viele, die bereit sind, so viel Geld zu investieren - aber es gab sie, weil sie eben auch diese Plattform sehen. Da hätte man Abstriche machen müssen hinsichtlich Fahrerqualität. Und da wären wir bei anderen Partnern nicht unbedingt auf Akzeptanz gestoßen."

Frage: "Das wäre bei einem GT3-Format völlig anders."Naundorf: "Das wäre ein völlig anderes Budgetthema. Dann findet man deutlich leichter Geld und deutlich leichter Partner, die das interessiert, wenn die Präsentations-Plattform gleich oder ähnlich bleibt. Und wir gehen davon aus, dass die ITR diesen Anspruch hat."

Frage: "Gibt es Signale in der Szene, dass Interesse an einer GT3-DTM besteht?"Naundorf: "Ich habe noch gar nicht mit anderen Teamchefs darüber gesprochen, aber mit einigen Fahrern, die das gerne sehen würden. Und im Juli, August stellst du normalerweise die Weichen für das nächste Jahr. Zu mir sind Industriepartner gekommen, die das gehört hatten. Sie haben mich gebeten, da mal nachzuforschen. Und sobald von Partnern Interesse besteht, wird sich das jeder Teamchef anschauen. Auch die DTM-Trophy hat da einen gewissen Einfluss."

Frage: "Inwiefern?"Naundorf: "Ich hätte nicht gedacht, dass sie so viel Zuspruch erfährt. Da wird auch Geld in die Hand genommen. Und die ganze Organisation, die Kommunikation mit den Teams - da habe ich sehr viel Positives gehört. Da merkt man, dass jemand mit Struktur dahinter ist, der weiß, wie das funktioniert. Und wenn eine mögliche GT3-DTM dann auch noch auf einem vernünftigen finanziellen Niveau bleibt, dann interessieren wir uns ganz heiß dafür."

Frage: "Von welchen Zahlen sprechen wir bei einem vernünftigen finanziellen Niveau?"Naundorf: "Es ist wirklich schwierig, jetzt Budgetzahlen zu nennen, da wir die Rahmenbedingungen und das Reglement noch nicht kennen. Pro Fahrzeug sollten die operativen Kosten für eine Saison bei 600.000 bis 700.000 Euro liegen. Das wäre eine vernünftige Grundlage. Bei dem Class-1-Konzept, das wir 2018 als potenzielles Kundenteam präsentiert hatten, war ich bei einem Zweifahrerteam bei 5,5 Millionen Euro."

Frage: "Wäre ein Wechsel von Class-1 auf GT3 sportlich ein Rückschritt?"Naundorf: "Ich glaube, dass es vielen Fans nicht so wichtig ist, ob es sich um ein Class-1-Auto oder ein GT-Fahrzeug handelt. Aber wenn ich acht Autos von einem und acht von einem anderen Hersteller habe, dann ist das wie bei einem kleinen Cup. Die Fahrzeuge geben alle zur gleichen Zeit an der gleichen Stelle der Strecke die gleiche Performance ab."

"Wenn ich aber einen Audi, einen Mercedes, einen Porsche, einen BMW und andere habe, dann ist jedes Fahrzeug anders konzipiert - und hat an unterschiedlichen Stellen der Strecke Vor- und Nachteile. Klar kann dadurch passieren, dass ein Auto auf einer Strecke besser funktioniert als das andere - trotz BoP (Balance of Performance; Anm. d. Red.). Das muss man aber akzeptieren."

"Deswegen muss die BoP auf die gesamte Saison für Ausgeglichenheit sorgen. Das funktioniert heute schon sehr gut. Die unterschiedlichen Stärken und Schwächen sorgen aber für viele Überholmanöver, die nicht dadurch erzeugt werden, dass jemand den Flügel flachstellt."

Frage: "Der große Vorteil beim GT3-Konzept ist die Vielfalt an verfügbaren Autos."Naundorf: "Viele Hersteller haben das Investment gescheut, Class-1-Autos zu bauen. Jetzt hätten sie die Autos, auch wenn man die vielleicht ein bisschen umbauen muss. Das Engagement, ein Einsatzteam und Fahrer zu finden, ist natürlich deutlich geringer als wenn man ein Auto konstruieren muss. Und dann der Entwicklung der anderen, die so einen Vorsprung haben, erstmal hinterher läuft. Da ist die Hemmschwelle viel geringer. Das ist also eine Riesenchance für die ITR und auch für den Rennsport in Europa."

Frage: "Sie rechnen also mit großem Zuspruch?"Naundorf: "Wir sind sicher nicht die einzigen. Und ich glaube sogar, dass das Interesse größer ist, als es die ITR-Verantwortlichen derzeit vermuten. Ich habe bereits eine Finanzierung und Partner im Hintergrund, die das gerne machen würden. Andere werden vielleicht versuchen, diese Finanzierung über Fahrer zu generieren."

"Ich kann nur hoffen, dass die ITR nicht auf ein ähnlich starkes Herstellerengagement wie bisher setzt, sondern erst mit den Teams spricht. Das wäre ja das Schöne: eine gewisse Loslösung von den Herstellern - und mehr auf Teamsport zu setzen als auf reine Werksabteilungen."

"Die Rennen wären dadurch weniger politisch motiviert. Das garantiert auch eine gute Motorsport-Show, zu der ein Gerhard Berger auch hin will. Außerdem hätten wir unterschiedliche Fahrzeuge und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen einem Hersteller- und einem Teamengagement."

Frage: "Glauben Sie an echte Werkseinsätze und hätten die Privaten dann noch eine Chance?"Naundorf: "Da muss auch die ITR erst mal schauen, wie das aufgenommen wird. Natürlich könnte es sein, dass Audi oder BMW Team XY oder die bestehenden Teams beauftragt, in dieser Serie an den Start zu gehen. Dann macht man einen vollen Werkseinsatz."

"Das wird aber durch die BoP und die Teammitglieder-Beschränkung ausgehebelt, wodurch es für Teams, die das selbst finanzieren müssen, attraktiv bleibt. Denn die Autos sind grundsätzlich gleich und du kannst keine große Entwicklung betreiben. Sie reagieren auch nicht so sensibel auf Änderungen, daher sehe ich das nicht als großen Kostentreiber. Für mich ist es zweitrangig, welcher Hersteller wie viel bietet."

Frage: "Wäre eine Koexistenz von GT-Masters und einer GT3-DTM möglich würde, oder müsste es zu einem Zusammenschluss kommen?"Naundorf: "Ich sehe das überhaupt nicht so. Das GT-Masters ist für sich erfolgreich und funktioniert. Die DTM darf aber natürlich keine Kopie des GT-Masters machen. Das haben sie auch nicht vor. Wenn sie eine Person fahren lassen und kein Duo, dann gibt es schon mal einen großen Unterschied. Und dann darfst du natürlich auch nicht jeden fahren lassen."

"Du musst schauen, dass du wirklich hochklassige Fahrer wie die Werksfahrer dort hinbekommst. Dann hast du eine motorsportliche hochqualitative Show mit Fahrzeugen, die finanzierbar sind."

Frage: "Haben Sie mit jemandem von der ITR über das Thema gesprochen?"Naundorf: "Nein. Die ITR hatte wegen Corona genug zu tun, um sich auf diese Situation einzustellen. Wir wollten ihnen Zeit geben, das erste Rennen der noch bestehenden DTM zu absolvieren - und irgendwann wird die Zukunft dann auch konkreter werden müssen. Dann wird es definitiv Gespräche geben, sollte es in die richtige Richtung gehen. Wir wissen, wer die Ansprechpartner sind."

Frage: "Wie viele Autos würden Sie einsetzen - und welche?"Naundorf: "Das hängt auch davon ab, was unsere Partner wollen. Es ist nicht gesagt, dass es sich um einen der beiden Fahrzeugtypen (BMW M6 GT3 und Porsche 911 GT3; Anm. d. Red.) handelt, die bei uns momentan in der Halle stehen, auch wenn es naheliegend wäre. Man könnte auch einen Audi oder einen Lamborghini nehmen. Das Ziel des Teams ist immer, zwei Autos zu bringen. Das passt in die angesetzten Arbeitsabläufe."

"Ein Fahrzeug ist immer schwierig, denn da brauchst du mindestens 70 Prozent des Personals für zwei Autos. Bei zwei Autos hast du auch Vergleichbarkeit, wenn du Dinge beim Set-up ausprobierst."

Frage: "Würden Sie zugunsten des DTM-Engagements aus einer anderen Serie aussteigen?"Naundorf: "Wir sehen die Langstreckenrennen auf dem Nürburgring und in Spa als unsere Hauptaufgabe. Das gilt auch für unseren Partner. Das wäre also eine Erweiterung unseres Programms."

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gosac
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Re: Rowe-Teamchef im Interview: "Haben heißes Interesse an GT3-DTM"

Beitrag von gosac » Do Jul 30, 2020 7:34 pm

Der Mann hat Recht !
Class-1 ohne echte Fortentwicklung ist nur aberwitzig teuer, und dabei ziemlich bedeutungslos.
Wenn ein Projekt in Trouble ist (DTM), dann muss man wieder ein paar Schritte zurück und sich neu aufstellen / ausrichten.
Die Varianz an Form & Sound ist es, die die Kids faszinieren und zu Fans machen.
Mit ner Silhouettenserie kannste niemanden mehr vom Hocker hauen.
Die F-e sieht recht cool aus, aber wenn alle Autos gleich oder sehr ähnlich sind, dann kostet das den Gutteil an Attraktivität; keins sticht raus.

Und wenn die neue DTM dann mal am fliegen ist -- dann kann man vielleicht ja irgendwann mal etwas mehr technologischen Spielraum freigeben ... paar Pausbacken erlauben ...

Smokey
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Re: Rowe-Teamchef im Interview: "Haben heißes Interesse an GT3-DTM"

Beitrag von Smokey » Do Jul 30, 2020 9:11 pm

gosac hat geschrieben:
Do Jul 30, 2020 7:34 pm
Der Mann hat Recht !
Class-1 ohne echte Fortentwicklung ist nur aberwitzig teuer, und dabei ziemlich bedeutungslos.
Wenn ein Projekt in Trouble ist (DTM), dann muss man wieder ein paar Schritte zurück und sich neu aufstellen / ausrichten.
Die Varianz an Form & Sound ist es, die die Kids faszinieren und zu Fans machen.
Mit ner Silhouettenserie kannste niemanden mehr vom Hocker hauen.
Die F-e sieht recht cool aus, aber wenn alle Autos gleich oder sehr ähnlich sind, dann kostet das den Gutteil an Attraktivität; keins sticht raus.

Und wenn die neue DTM dann mal am fliegen ist -- dann kann man vielleicht ja irgendwann mal etwas mehr technologischen Spielraum freigeben ... paar Pausbacken erlauben ...
Das Problem ist, dass Kosten nunmal wichtiger als "Attraktivität" sind, deshalb gibt es ja Silhouettenserien. GT3 ist alles andere als billig, vor allem wenn die Kosten pro Auto nur vom Team, tatsächlichen Sponsoren (von denen es in der DTM in den letzten Jahren nicht gerade viele gab) und EINEM Fahrer getragen werden. Die Firma Rowe und ihr Team könnten es sich vielleicht leisten ein oder zwei Autos mit jeweils einem Profi-Fahrer (sprich BMW- oder Porsche-Werksfahrer) an den Start zu bringen, von der Art Team dürfte es aber nicht viele geben. Ansonsten würde es vor allem Fahrer wie Ferdinand Habsburg geben, aber macht das die DTM zu einer attraktiven Serie? Wie viel Interesse wirklich an einer Premium-GT3-Rennserie mit einem Fahrer besteht kann man gut am FIA GT World Cup in Macau sehen, da fahren nie mehr als 15 Pro-Autos mit, trotz eines einzigen Rennwochenendes und offiziellem FIA-Status.

HeinSpassmann
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Re: Rowe-Teamchef im Interview: "Haben heißes Interesse an GT3-DTM"

Beitrag von HeinSpassmann » Fr Jul 31, 2020 8:47 am

Smokey hat geschrieben:
Do Jul 30, 2020 9:11 pm
Wie viel Interesse wirklich an einer Premium-GT3-Rennserie mit einem Fahrer besteht kann man gut am FIA GT World Cup in Macau sehen, da fahren nie mehr als 15 Pro-Autos mit, trotz eines einzigen Rennwochenendes und offiziellem FIA-Status.
Na Super Vergleich - Du musst aber auch erst mal den ganzen Kladeradatsch da hin verfrachten und weisst im Vorfeld, dass ca. 50% der Fahrzeuge in Teilen zurück in die Box kommt. Dass sich das Engagement da in Grenzen hält halte ich nicht für verwunderlich...

Schaut man in diverse Foren und unterhält sich mit Leuten an der Strecke oder auch zu Hause, so hört man immer wieder, dass das "echte" Racing Auto gegen Auto fehlt, die engen Kämpfe Tür an Tür, die Chance nach einem Dreher weiter fahren zu können und, und, und

Wenn man nicht gleich zurück gehen möchte auf eine KLasse ala Cup5 oder SP7, dann böten die GT3 schon am ehesten eine interessante Plattform, in der Motorsport auf hohem Niveau betrieben werden kann.
Die Vielfalt bietet den Markenfetischisten genügend Spielraum sich "ihrem Team anzuschließen und selbst in Japan gibt es Auto's, die ins Reglement passen würden. Man ist also nicht auf die deutschen Hersteller limitiert.

Das einzige Problem sehe ich in der Kannibalisierung des GT-Masters.
Auch die Serie ist mittlerweile nicht mehr "billig". Das sieht man alleine daran, dass dort die ehemals typische Pro/AM Paarung mittlerweile Seltenheitswert hat. Das hat die Serie in der Spitze sicher aufgewertet, positioniert sie aber technologisch und leistungstechnisch zu nahe am DTM Konzept.

Grundsätzlich erscheint eine DTM als "GT3-Pro"-Serie noch am vernünftigsten, um das Format zu "retten".
GT-Masters mit zwei Rennen am Tag, als Pro und Pro/AM Variante wäre aber auch nicht schlecht.
Dann kann der Gerhard halt wieder Golf spielen gehen... 8)

rennfan78
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Registriert: So Jan 26, 2020 10:53 am

Re: Rowe-Teamchef im Interview: "Haben heißes Interesse an GT3-DTM"

Beitrag von rennfan78 » Fr Jul 31, 2020 9:19 am

An sich gebe ich dem Teamchef vollkommen recht: die GT3 ist die einzige Klasse, die für eine DTM in Frage kommt und es ist unbedingt notwendig, wieder in Richtung Teamsport zu kommen bzw Privatteams die Möglichkeit geben, konkurrenzfähig zu sein.
Klar ist auch die GT3 teuer, aber hier stimmt auch mMn der Kosten-Nutzen: die Autos sind spektakulär, es gibt viele Hersteller, man kann als ambitioniertes Team ein konkurrenzfähiges Fahrzeug kaufen (GT3 erfordert vielleicht eine Mio als Budget pro Fahrzeug und hab die Chance auf gute Platzierungen, selbst als Neueinsteiger, bei class 1 investiere ich vielleicht 6 Mio und fahre mindestens 3 Jahre hinterher, weil die Technik so komplex ist nd die anderen einen massiven Wissensvorsprung haben).
Einzig die Nähe zum GT Masters ist ein Problem, hier kann man aber nachhelfen und sich abgrenzen: mit anderem Rennkonzept (wird eh passieren) und vielleicht einer Adaption, zB spektakulärere Aerodynamik zulassen, BOP Einstufungen anders vornehmen, generell die Motoren etwas mehr frei geben: das alles würde die Kosten nicht explodieren lassen, schafft aber Alleinstellungsmerkmale: die DTM muß an der Spitze des deutschen Motorsports stehen, daher wäre es auch wichtig, (semi-)werksbeteiligung mit bekannten Teams zu haben und klingende Fahrernamen: es muß nicht das ganze Feld aus Werksteams und Ex-F1-Fahrern bestehen, aber ein paar klingende Namen brauchts: sowas wie eine DTM in den frühen 90ern oder die DRM der 70er und 80er wäre klasse, eben eine bunte Mischung. Die ITR sollte vermeiden, sich zum Spielball der Werke zu machen und diesen Puderzucker in den Hintern zu blasen: Ziel muß sein, eine gesunde Rennserie zu haben, die auch ohne Werksteams funktionieren kann: ist das Produkt gut, kommen die Werke von allein und mit den GT3-Fahrzeugen wäre es kein Problem von null auf mindestens 20-25 Fahrzeuge zu kommen, unabhängig von irgendwelchen Werken!

Maik Aefer
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Registriert: Mo Jun 04, 2018 9:19 am

Re: Rowe-Teamchef im Interview: "Haben heißes Interesse an GT3-DTM"

Beitrag von Maik Aefer » Fr Jul 31, 2020 11:03 am

Also ich bin bei GT3 Autos immer noch skeptisch. Die Kosten für private Teams sind immer noch sehr hoch vor allem wenn man das Konzept noch mit eher teuren Topfahrern umsetzen will. Außerdem haben private Teams meist bestehende Verpflichtungen. Diese Kapazität für die DTM zu vervielfachen ist für Privatteams sicher häufig problematisch oder man müsste auf Engagements verzichten aber da wären wir wieder beim Thema der Konkurrenzserien die sich gegenseitig etwas wegnehmen.

Die meisten Autobauer werden grad jeden Cent umdrehen und schauen wo sie noch etwas sparen können. Die Autoverkäufe sind auf einem absoluten Tiefpunkt und so schnell wird man nicht zu alten Erfolgen zurückkehren. Dazu kommen in der EU die drohenden Strafen wenn bei den verkauften Autos die Ökobilanz nicht passt. Von daher ist es mir eh schon schleierhaft das gerade die deutschen Autobauer sehr häufig noch viele PS-Protzkisten entwickeln. Nachdem man das Thema Elektrifizierung schon total verpennt hat wird es mit einem weiter so wie bisher jedenfalls nicht funktionieren. Irgendwann werden das auch die deutschen Marken erkennen müssen oder sie werden ein böses Erwachen erleben. Eine DTM mit GT3 Autos und Profifahrern würde daher wohl nur auf lange Sicht funktionieren wenn man es mit einem Konzept für alternative Kraftstoffe oder gar Antriebe verbindet und damit eine Werbeplattform für die Marken schaffen würde. Dazu bräuchte man dann aber wieder klare Kostengrenzen damit Privatteams nicht chancenlos werden.

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