Nach Teamumbau: So will WRT-Audi erneut die DTM-Werksteams schrecken

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Nach Teamumbau: So will WRT-Audi erneut die DTM-Werksteams schrecken

Beitrag von Redaktion » Mo Jun 01, 2020 1:21 pm

Neue Farben, neues Glück? Wie WRT-Audi 2020 mit neuen Farben, Fahrern und Leuten in Schlüsselpositionen erneut die Audi-Werksteams herausfordern will

Das Audi-Privatteam WRT lässt eine Woche vor dem letzten Test für die DTM-Saison 2020 beim ersten von drei Boliden die Hüllen fallen: Der RS 5 des Schweizer Rookies Fabio Scherer erstrahlt in ungewohntem Hellblau, nachdem man in der erfolgreichen Premierensaison 2019 auf ein mattes Schwarz als Grundfarbe gesetzt hatte.

Das hat mit Scherers Schweizer Sponsoren aus der Wetterschutz- und Verpackungsindustrie zu tun, die ihm auch in der DTM treu bleiben. Wie die Boliden seiner Teamkollegen Ed Jones und Ferdinand Habsburg aussehen werden, ist noch unbekannt.

Welche Ziele Teamchef Vincent Vosse nach dem starken Einstand 2019 hat, als Jonathan Aberdein und Pietro Fittipaldi immer wieder die Werksteams herausforderten? "Wir wollen uns im Vergleich zu den anderen Audi-Teams verbessern oder gleich gut abschneiden wie im Vorjahr", sagt er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Ob der Audi konkurrenzfähiger oder weniger konkurrenzfähig als im Vorjahr sein wird, wirkt sich also nicht unmittelbar auf uns aus."



Die konservativen Ziele haben einen Hintergrund: Da man als Kundenteam die Funktion hat, als Sprungbrett für junge Piloten zu dienen, die sich mit einer Mitgift einkaufen und sich dann für einen Werksvertrag empfehlen können - wie es Neo-BMW-Pilot Aberdein gelungen ist - , setzt man 2020 auf komplett neue Piloten.

"Ich hätte es mir natürlich gewünscht, dass Jonathan noch eine zweite Saison bei uns bleibt, aber das war nie wirklich ein Thema, weil es unsere Aufgabe ist, jungen Fahrern eine Chance zu geben, um ihr Potenzial zu zeigen", stellt Vosse klar. "Das bedeutet, dass wir jedes Jahr neue Fahrer haben. Wenn wir Fahrer wie Jonathan oder Pietro behalten hätten, dann hätten wir die Möglichkeit, mehr zu erreichen als im Vorjahr."

Mit den neuen Fahrern hoffe man nun, ähnlich stark auftreten zu können wie 2019: "Denn die Fahrer müssen sich auch erst einarbeiten und an die Serie gewöhnen." Dennoch rechnet Vosse damit, dass die Herausforderung für die belgische Truppe dieses Jahr nicht ganz so groß sein wird wie im Vorjahr.



"Wir erwarten eine einfachere Saison, denn jetzt haben wir ein bisschen Erfahrung. Im Vorjahr hatten wir keine. Das gesamte Team war neu. Und ein großer Teil des Teams ist gleich geblieben."

Doch nicht in allen Bereichen kann sich Vosse auf bewährte Köpfe verlassen. Nachdem BMW den Formel-1-erfahrenen Teammanager Maurizio Leschiutta nach nur einem Jahr abgeworben hatte, musste der Teamchef eine neue Lösung finden.

Seine Reaktion? Er hat Renningenieur Jonas Vanpachtenbeke, der 2019 für das Auto von Pietro Fittipaldi zuständig war, zum Teammanager befördert. Zudem wird der Belgier aber auch weiterhin als Renningenieur für Jones' Auto zuständig sein.

Vanpachtenbeke ist in der DTM alles andere als ein Unbekannter: Er fungierte bereits von 2012 bis 2015 beim Mercedes-Einsatzteam HWA als DTM-Renningenieur und wurde 2015 mit Pascal Wehrlein Meister.



Da Senkrechtstarter Aberdein seinen Renningenieur Jerome Woiret zum BMW-Team RBM mitgenommen hat, musste Vosse eine weitere Umstrukturierung vornehmen: Scherers Auto wird diese Saison von Sebastien Viger betreut, der ebenfalls in einer Doppelfunktion tätig sein wird. Seit diesem Jahr fungiert der davor für den GT3-Bereich zuständige Belgier auch als Technikchef bei WRT.

Eine Rolle, in der er schon in der Vergangenheit überzeugte, schließlich holte er mit Scherers Landsmann Fabio Leimer und Racing Engineering 2013 den GP2-Titel.

Mit wem Habsburg, der dieses Jahr ein drittes Auto steuert, arbeiten wird? Mit einem vertrauten Gesicht: Marc-Andre Cote wechselte gemeinsam mit dem Österreicher von HWA zu WRT. 2019 war der Kanadier als Performance-Ingenieur für den Aston Martin von Habsburg-Teamkollege Jake Dennis verantwortlich, der immer wieder für Highlights sorgte. Damit dürfte er auch den 22-jährigen Kaiser-Urenkel beeindruckt haben.

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