DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus: "Brauchen wir noch Motorsport?"

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Redaktion
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DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus: "Brauchen wir noch Motorsport?"

Beitrag von Redaktion » Mi Feb 19, 2020 1:18 pm

DTM-Boss Gerhard Berger im Interview über den möglichen Audi-Ausstieg: Warum er nicht dementiert und der Motorsport abseits der Formel E auf dem Spiel steht

Der mögliche DTM-Ausstieg von Meister Audi nach der Saison 2020 hält die traditionsreiche Rennserie in Atem. Weil der Vertrag der Ingolstädter mit der DTM-Dachgesellschaft ITR Ende des Jahres ausläuft und ein paralleler Verbleib in DTM und Formel E wegen geplanter Sparmaßnahmen und der Transformation des Volkswagenkonzerns in Richtung Elektromobilität als sehr unwahrscheinlich gilt, müssen sich die Ingolstädter nach der Saison 2020 für eine der beiden Rennserien entscheiden.

Alles spricht für die Formel E, wie wir gestern berichtet haben. Doch wie sieht DTM-Boss Gerhard Berger die angespannte Lage? 'Motorsport-Total.com' hat den Österreicher, der seit 2017 ITR-Vorsitzender ist, im ausführlichen Interview in seinem Büro in Wörgl mit den Entwicklungen hintern den Kulissen Audis konfrontiert, die die Zukunft der DTM gefährden. Und Berger dementiert nicht.

Frage: "Herr Berger, wir haben aus sicherer Quelle erfahren, dass bei Audi nach dieser Saison DTM und Formel E parallel nicht mehr vorstellbar sind. Intern wird die Formel E extrem gepusht, der Werkssport wird vom Entwicklungsbereich in die Audi Sport AG ausgelagert. Steigt Audi 2021 aus der DTM aus?"Gerhard Berger: "Dass die DTM jetzt der Audi Sport AG unterstellt ist, sehe ich überhaupt nicht als Problem, aber es ist in der Tat die Diskussion im Gange, ob wir überhaupt noch Motorsport brauchen."

"Ich als Hardcore-Motorsportler würden die Formel E nicht unbedingt in die Kategorie Motorsport einordnen. Wir schätzen sie als Marketingplattform und der Promotor macht einen guten Job. Ob diese E-Mobilität auch so nachhaltig und so toll ist, das ist wieder ein eigenes Thema, aber abgesehen davon, muss man das jetzt einfach den Konzernen überlassen. Nur die Konzern-Insider wissen, was sie für ihre Marke langfristig als richtig ansehen. Dazu will ich mich eigentlich nicht äußern."

Frage: "Wie wichtig ist die DTM für eine Marke wie Audi aus Ihrer Sicht?"Berger: "Audi ist nicht nur ein Teilnehmer auf unserer Plattform, sondern über die ITR auch ein voll verantwortliches und mitgestaltendes Mitglied. Und die DTM ist nach der Formel 1, der NASCAR und der MotoGP eine der größten Plattformen, die es überhaupt im Motorsport gibt."

"In Europa ist die DTM mit Sicherheit mit Abstand die größte. Wir haben im Jahr 600.000 Leute, die auf der Rennstrecke die Rennen ansehen. Wir haben jedes Rennen fast eineinhalb Millionen TV-Zuschauer - alleine im deutschsprachigen Raum."

"Das ist ein Gut, das Audi und BMW besitzen, das natürlich auch in diese Entscheidung miteinzubeziehen ist. Letztlich müssen die Hersteller entscheiden, wie sie diese Plattform bespielen möchten. Wenn man sie aufgeben würde, wäre das nicht ersetzbar."

Frage: "Wenn es weg ist, ist es weg."Berger: "Genau. Für mich ist das nicht nur die Entscheidung: Mache ich Formel E oder DTM? Sondern man würde auch jedes zweite Wochenende auf eineinhalb Millionen Leute - und somit Kontakte - verzichten, die meine Marke anschauen. Und auf 600.000 Leute vor Ort, die jedes Jahr auf die Plattform kommen, um meine Marke zu bewundern. Das hat also schon eine größere Tragweite."

Frage: "Auch Mercedes hat sich für die Formel E und gegen die DTM entschieden."Berger: Ja, aber dort war die Argumentation, dass man sich nicht mehr drei Motorsport-Projekte leisten will, sondern nur noch zwei. Man hat also sinngemäß gesagt: 'Die Formel 1 ist gesetzt, das ist die Plattform, auf der wir Emotion und Sportlichkeit bewerben. Die DTM erfüllt einen ähnlichen Bereich, aber die Formel E erfüllt etwas Anderes. Darum ist es sinnvoll, auf Formel 1 und Formel E zu setzen, weil sich das ergänzt. Darum müssen wir die DTM aufgeben.'"

Frage: "Wie sehen Sie das bei Audi? "Berger: "Wenn man auf die DTM alleine zugunsten der Formel E verzichten würde, schwächt man womöglich seine Sportlichkeit - und schwächt damit auch den Bereich, in dem du die Emotion mitnimmst. Denn das Thema Emotionalität, Leidenschaft ist bei der Formel E meiner Meinung nach momentan nur sehr begrenzt vermittelbar."

"Die Autos sind heute noch zu langsam und dadurch zu unspektakulär. Außerdem sind sie Formel-Fahrzeuge, wodurch der klare optische Bezug zum Serienmodell fehlt. Dann schränkst du die sportliche Basis einer Marke ein."

"Natürlich kannst du dann sagen: 'Das interessiert mich in Zukunft nicht mehr, wir brauchen die Sportlichkeit und die Emotion nicht mehr. Stattdessen setzen wir nur noch auf Elektromobilität.' Das könnte eine Herangehensweise sein, aber das ist nicht meine Entscheidung."

Frage: "Wie laufen die Gespräche mit Audi?"Berger: "Gut. Ich habe mit allen ein gutes Verhältnis und muss sagen, dass ich bei Audi und bei BMW immer offene Türen eingerannt bin. Ich gehe aber mit offenen Augen durchs Leben und stelle mich auch der grundsätzlichen Frage: Braucht man in der Zukunft überhaupt noch Motorsport?"

Frage: "Wie lautet Ihre Antwort?"Berger: "Ein ganz eindeutiges Ja! Das ist eine interessante Diskussion, denn ich bin der Meinung, dass Emotion und Sportlichkeit bei einer Automarke erst über den Motorsport kommen. Das ist auch der Grund gewesen, warum Mercedes irgendwann entschieden hat, richtig Formel 1 zu machen und heute so ein sportliches Image hat."

"Ich habe meine Zweifel, ob man eine Automarke ausschließlich durch Sport-Sponsorings außerhalb des Motorsports mit Sportlichkeit aufladen kann. Das gelingt nur über den Automobilrennsport - egal ob Formel 1, DTM oder IndyCar. Ich verfolge die Diskussionen über die Zukunft des Verbrennungsmotors und des Motorsports sehr interessiert. Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht."

Frage: "Sind Sie zuversichtlich, dass sich Audi weiterhin für die DTM entscheidet?"Berger: "Ja. Dazu fällt mir etwas Lustiges ein: Als Kind war der Audi für mich das schlimmste Auto. Jeder kennt das mit dem Hut hinten auf der Ablage. Heute ist der Audi eines der tollsten Autos überhaupt. Und eine sportliche Marke. Jedes Mal, wenn ich mir in Kitzbühel die Audi-Palette anschaue, bin ich begeistert. Wenn ich mich zurückerinnere: Wann ist Audi bei meinen Freunden und in meinem Kopf plötzlich eine coole Marke geworden?"

Frage: "Vermutlich mit Walter Röhrl Anfang der 1980er-Jahre ..."Berger: "Mit Walter Röhrl - keine Frage! Und wenn man sich anschaut, wie Audi die Sportlichkeit gewonnen hat - Aluminium, Audi quattro, Rallye, Pikes Peak, DTM -, dann sollte man so etwas nicht ignorieren, wenn man nach vorne denkt. Denn dann macht man die Rechnung ohne Wirt. Ich persönliche glaube, das geht schief."

Frage: "Ist es ein Argument für Audis DTM-Verbleib, dass man eigentlich mit Porsche eine Schwesternmarke in der Formel E hat und sich so gegenseitig bekriegt?"Berger: "Das ist eine Philosophiefrage. Das muss der Konzern selbst entscheiden, wo die Vorteile liegen, wenn zwei eigene Marken gegeneinander antreten. Das hat im VW-Konzern ja Tradition: Porsche fuhr schon früher in Le Mans gegen Audi."

"Ich habe es nie so richtig verstanden, denn einer wird immer der Verlierer sein, und der andere hat das Geld umsonst ausgeben. Aber es kann natürlich sein, dass man Ingenieure beflügelt, weil sie untereinander im Wettbewerb mehr leisten und bessere Ideen haben. Ich kenne die Hintergründe zu wenig. Andere Marken machen das nicht."

Frage: "Ist die DTM tot, wenn Audi aussteigt?"Berger: "Nein. Man muss hier auch unterscheiden. Die DTM ist eine starke Plattform. Was ich damit meine: An einem DTM-Rennwochenende fahren neben der Rennserie DTM auch zahlreiche andere Rennserien - mit einer großen Markenvielfalt. Dieses Jahr kommt unsere eigene DTM-Trophy noch dazu."

"Wir sprechen hier also nicht ausschließlich über die DTM mit Class-1-Fahrzeugen. Sollte Audi eine negative Entscheidung treffen, dann rechne ich damit, dass sie es wie Mercedes machen und uns ordentlich Vorlaufzeit einräumen. Auch in ihrem eigenen Interesse, denn es ist ja auch ihre Plattform."

Frage: "Bis wann wäre eine Entscheidung notwendig?"Berger: "Ich kenne die Entscheidungsprozesse und die damit verbundenen Timings bei Audi nicht. Ich bin aber immer zuversichtlich - das liegt in meinem Naturell. Und beschäftige mich dann damit, wenn es anders kommt als ich hoffe und glaube. Ich glaube aber, dass die DTM eine unglaublich starke Fangemeinde hat. Das hat man beim Mercedes-Ausstieg gesehen."

"Wenn ich sage, dass dieser gar nichts ausgemacht hat, dann stimmt das nicht, denn ich glaube, mit Mercedes wären wir heute noch viel weiter. Wir sind aber zumindest dank der treuen DTM-Fans nicht zurückgefallen."

Frage: "Kann man das Thema Motorsport überhaupt isoliert betrachten? Die DTM ist schließlich eng mit der deutschen Automobilindustrie verbunden."Berger: "Ganz richtig. Ich finde es interessant zu beobachten, wie in Deutschland in der Diesel- und Abgasthematik eine Dynamik in Gang gekommen ist, mit der man so viel kaputt macht."

"Kein Mensch kann mir erzählen, dass ausgerechnet das Land mit der über viele Jahre besten Technik im Automobilbau plötzlich nicht mehr in der Lage war, diese Bestimmungen zu leisten, während das alle anderen - die Amerikaner und die anderen Europäer - perfekt hinbekommen haben. Trotzdem existiert das Thema gefühlt nur in Deutschland."

"Und es weitet sich aus und richtet so einen Schaden an, auch wenn es um viele Arbeitsplätze geht, dass es schon fast nicht mehr im Verhältnis zu dem steht, was wirklich falsch gemacht wurde. Keine Frage, das war alles nicht in Ordnung und die Fehler, die passiert sind, gehören geahndet. Dennoch haben die Automobilhersteller auf der ganzen Welt mit der gleichen Problematik gekämpft, aber richtig unter die Räder kommt die deutsche Automobilindustrie."

"Die DTM-Plattform ist ein Glied in der deutschen Automobilindustrie, auf der man sich und seine Technik präsentieren kann. Und die eine Reichweite hat, auf der man die Kunden in einer Größenordnung trifft, wie es sie nur zwei, drei Mal im Automobil-Rennsport auf der Welt gibt. Und auch da ist es aus meiner Sicht so, dass man sein Gut zu wenig schätzt - ein bisschen wie der Prophet im eigenen Land."

Frage: "Sie haben nach dem R-Motorsport-Ausstieg gesagt, es gäbe gute Gespräche mit Herstellern."Berger: "Ja, wobei das alles wenig nützt, solange keiner sagt, er macht jetzt DTM. 2022 startet bei uns durch den Hybrid eine neue Generation. Vielleicht ist das nochmal ein zusätzlicher Anreiz für neue Hersteller, auch im Zusammenspiel mit einem synthetischen Kraftstoff. Das ist auch eine große Chance für uns alle."

Frage: "Müssen Sie bis Mitte des Jahres einen dritten Hersteller finden?"Berger: "Nein, aber ich bemühe mich gerne. Im Prinzip sind wir - Audi, BMW und ich - ein Dreiergremium in der ITR. Wir können das Thema DTM nur gemeinsam vorantreiben. Darum wehre ich mich ein bisschen dagegen, dass das nur meine Aufgabe ist."

"Klar tue ich mein Möglichstes, aber meine Aufgabenbeschreibung war ursprünglich, Audi, BMW und Mercedes zu unterstützen, das Thema voranzubringen - nicht, neue Hersteller zu finden. Dennoch ist es für mich okay, dass das noch dazukommt."

Frage: "Gibt es eine Deadline? Denn die Hersteller müssen sich für 2021 auch entscheiden, ob sie dabeibleiben."Berger: "Ich glaube, man muss die Sache umdrehen: Wenn Audi und BMW sagen: Wir stehen hinter der DTM, weil sie ein tolles Produkt ist, von dem wir profitieren und mit dem wir unsere Marken sportlich aufladen, dann könnte das auch bei anderen für Interesse sorgen."

"Die sagen dann: Wenn Audi und BMW das so sehen, dann sollten wir uns das auch einmal genauer ansehen. Wenn einer aber überlegt, nur noch Elektro zu machen, dann erzeugt das eine Außenwirkung, bei der man sich das als potenzieller Neueinsteiger noch einmal überlegt. Wichtig wird, Mitte des Jahres einmal zu sehen: Wie stark stehen Audi und BMW zur DTM?"

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quattro122
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von quattro122 » Mi Feb 19, 2020 5:29 pm

Ich bin seit Jahren begeisterter Quattrofahrer und seit 1980 gibt es keine Marke die im Motorsport auf breiter Ebene erfolgreicher war als Audi. Egal wo, Audi kam, sah und siegte. Die technische Überlegenheit wurde häufig über das Reglement eingebremst und 1996 wurde der Quattro im Motorsport verboten, da die Konkurrenz nicht in der Lage war ein konkurrenzfähiges Fahrzeug mit Allrad zu bauen. Ich persönlich kann mich mit heckgetriebenen Audis nicht anfreunden, aber gerade letztes Jahr hat Audi mal wieder seine technische Überlegenheit gezeigt als jede Marke ein neues Auto bauen musste und BMW keinen Gewichtsvorteil mehr hatte. Leider wird die Marke Audi, über Jahre die Lichtgestalt im VW Konzern nun im eigenen Konzern totgespielt. Technologietransfer zu Porsche und Lamborghini. Einstellung von R8 ( super erfolgreich im Motorsport) und TT. Ich fahre einen R8 und ich kann den Konzernhäuptlingen nur mitteilen, ich werde nicht bereit sein einen überteuerten und im Innenraum billiger wirkenden Lambo zu kaufen und dafür 40000 € mehr zu bezahlen, zumal mir persönlich der R8 auch optisch mehr zusagt. Auch Porsche kommt für mich nicht in Frage (hatte mal einen Carrera 4, gutes Auto, aber der Allrad schlechter als beim Quattro) und optisch immer noch ein langweiliger plattgedrückter Käfer ( Entschuldigung an alle 911-er Fans, ist meine persönliche Meinung und ich möchte damit niemanden zu Nahe treten).
Dieser Kommentar geht besonders an die Verantwortlichen im VW- Konzern. Mich werden sie als Kunden verlieren, zumal auch der A8 bis heute keinen 8-Zylinder Diesel bekommen hat. Ich fahre den Vorgänger, für mich das sparsamste und beste Auto in dieser Klasse. Elektromobilität kommt für mich nicht in Frage, da umweltschädlich (riesige Akkus, Lithium, Kobalt, kurze Reichweite und nach 5-8 Jahren Massen an Akkumüll, dazu die menschenverachtende Förderung der Rohstoffe und Wüsten die durch Lithiumförderung entstehen).
Tschau Audi, tschau Motorsport.

JollyRoger666
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Registriert: Mi Feb 19, 2020 8:06 pm

Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von JollyRoger666 » Mi Feb 19, 2020 8:31 pm

Natürlich ist die Formel E Marketing, das ist die DTM doch auch, und NASCAR, Indycar usw.
Ich war 1995 in Singen zum ersten Mal bei der DTM. Da hatte man noch das Gefühl dies hätte Substanz. Als ich bei der Wiedereinführung in Hockenheim 2000 auf der Tribüne saß ließ sich diese Substanz schon vermissen. Es ist eine Retortenveranstaltung welche seit 20 Jahren versucht dem Fan ein Gefühl der "Good Old Times" wieder zu geben. Das hat leider nie funktioniert. Brauchen wir Motorsport noch? Ja, aber die DTM kann dem Fan nichts mehr bieten, es ist ja nicht nur das nach Mercedes nun auch Audi geht, es kommt nichts nach. Da kann auch ein privater Super Gt Wagen nichts mehr daran ändern auf den man krampfhaft wartet. Die Super Gt braucht die DTM nicht, sie funktioniert hervorragend. Eine Zusammenarbeit mit der Australischen Supercars Serie würde den DTM Fan eher ansprechen. Man hätte weiterhin Siluetten Autos, diese wären auch von Privatteams zu händeln und evtl hätte man auch noch bei den Amis einen Fuß in der Türe denn die haben ja alle DTM Ambitionen, sofern da mal welche tatsächlich waren, fallen gelassen. Ganz ehrlich. Die Marke DTM hat ausgedient. Daran sind aber nicht nur die Autos oder gar die Fahrer schuld, die oft so herbei gepredigte Fan Nähe ist nur erzwungene Kulisse, die Rennen bis auf Ausnahmen automobiles Wrestling. Mein Live Programm dieses Jahr lautet VLN um die Leidenschaftlichen Hinterbänkler anzufeuern, die noch ihre Rennwagen mit viel Herzblut einsetzen, Euro Nascar auf dem Oval im niederländischen Venray wg der Action und der Fan Nähe und die weil ich auch High End Boliden sehen möchte die Formel E in Berlin, weil guter Rennsport mehr als nur Sound ist...

Mr_q
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von Mr_q » Do Feb 20, 2020 1:03 am

JollyRoger666 hat geschrieben:
Mi Feb 19, 2020 8:31 pm
Natürlich ist die Formel E Marketing, das ist die DTM doch auch, und NASCAR, Indycar usw.
Ich war 1995 in Singen zum ersten Mal bei der DTM. Da hatte man noch das Gefühl dies hätte Substanz. Als ich bei der Wiedereinführung in Hockenheim 2000 auf der Tribüne saß ließ sich diese Substanz schon vermissen. Es ist eine Retortenveranstaltung welche seit 20 Jahren versucht dem Fan ein Gefühl der "Good Old Times" wieder zu geben. Das hat leider nie funktioniert. Brauchen wir Motorsport noch? Ja, aber die DTM kann dem Fan nichts mehr bieten, es ist ja nicht nur das nach Mercedes nun auch Audi geht, es kommt nichts nach. Da kann auch ein privater Super Gt Wagen nichts mehr daran ändern auf den man krampfhaft wartet. Die Super Gt braucht die DTM nicht, sie funktioniert hervorragend. Eine Zusammenarbeit mit der Australischen Supercars Serie würde den DTM Fan eher ansprechen. Man hätte weiterhin Siluetten Autos, diese wären auch von Privatteams zu händeln und evtl hätte man auch noch bei den Amis einen Fuß in der Türe denn die haben ja alle DTM Ambitionen, sofern da mal welche tatsächlich waren, fallen gelassen. Ganz ehrlich. Die Marke DTM hat ausgedient. Daran sind aber nicht nur die Autos oder gar die Fahrer schuld, die oft so herbei gepredigte Fan Nähe ist nur erzwungene Kulisse, die Rennen bis auf Ausnahmen automobiles Wrestling. Mein Live Programm dieses Jahr lautet VLN um die Leidenschaftlichen Hinterbänkler anzufeuern, die noch ihre Rennwagen mit viel Herzblut einsetzen, Euro Nascar auf dem Oval im niederländischen Venray wg der Action und der Fan Nähe und die weil ich auch High End Boliden sehen möchte die Formel E in Berlin, weil guter Rennsport mehr als nur Sound ist...
Wie bitte? Formel E bezeichnen Sie als High End Boliden? Das sind Einheitsfahrzeuge ohne jegliche Aerodynamikentwicklungen(Selbst wenn vorne der Pseudofrontsplitter abreißt, macht das quasi null Unterschied bei den Kurvengeschwindigkeiten im Vergleich zu den anderen Fahrzeugen.), anspruchsarme Elektromotoren, immerhin endlich mal Akkus die ein Rennen mit einer Länge von einer mickrigen Stunde halten, Null-Boxenstrategie, ein Einheitsreifen, Unterschiede gibt es lediglich bei der Software und den Getrieben...

Wenn man eine Motorsportklasse mit politischen Systemen vergleichen würde, dann wäre diese Klasse Sozialismus pur... Alles nahezu identisch. Diese Motorsportentwicklungen(vor allem Kosteneinsparungen durch Vereinheitlichung) ist nur eins, Rückschritt bei der Entwicklung von innovativen Lösungen und Arbeitsplatzabbau sowie Vernichtung von KM-Unternehmen weltweit, die als Zulieferer oder Dienstleister tätig waren/sind. Dazu werden die Rennstrecken eine nach der anderen verschwinden.

Jedes Rennen ist prinzipiell das Selbe. Alle zusammen auf die erste enge Kurvenkombination und Karacho. Wer ürbig bleibt und haushaltet hat Siegchancen. Trotz kaum vorhandener Aerodynamik gibt es die meisten Überholmanöver auch nur mit dem künstlichen Trick der Mehrleistung. Was in anderen Klassen ja meist, der Klappflügel ist. Wären die Rennen nicht in den Großstädten direkt, wären die Tribühnen leer. Und auch so ist mehr bei den Nebenveranstaltungen los, wie Konzerten und Co., als dass wirklich aktiv Leute das Rennen sehen.

Aber so ist die Klasse natürlich in aller Munde bei den Herstellern. Vorort im urbanen Raum, hippe Locations mit Unterhaltung, planwirtschaftlich gehypte Elektromobilität und billig(nahezu kein Entwicklung), billig(kaum Mitarbeiter) sowie billig(Markenzeichen raufgeklebt den Rest machen die Privatteams, welche Partner sind.).

Das Elektrofahrzeug gefolgt vom autonomen Fahren wird den Massentod der Automobilhersteller und Zulieferer weltweit bedeuten und der Motorsport ist quasi schon das erste Opfer. Sie haben Recht, dass Sound nicht guter Rennsport ist, aber guter Rennsport war schon immer abhängig von (guten bzw. aufmerksamkeitserregenden) Sound. Der transportiert Emotionen und weckt die Aufmerksamkeit auf den Rängen, weg vom Geglotze auf die Smartphones.

Aber die Formel E macht auch Sachen gut. Sie ist Vorort und bindet die Zuschauer ein. Nichtsdestotrotz da sehe ich mir lieber die Nachwuchsfahrer in den unteren Formel-Klassen an. Aber jedem wie er es mag.

JollyRoger666
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von JollyRoger666 » Do Feb 20, 2020 9:22 am

Würden Sie dann die Indycars, welche ebenfalls mit Einheitsautos fahren als Sozialismus bezeichnen? Oder den Porsche Carrera Cup? Oder die ganzen Nachwuchsserien, die sie ja bevorzugen?

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Maglion
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von Maglion » Do Feb 20, 2020 10:08 am

Das Problem ist, dass das Auto als Emotionsträger allgemein immer mehr an Wert verliert. Das Auto wird immer mehr vom Statussymbol zum reinen Fortbewegungsmittel. Die heutige Jungend, das sind die Menschen, die über die Zukunft des Motorsports entscheiden, haben kaum noch eine emotionale Bindung zum Auto - immer weniger machen Führerscheine und immer weniger investieren Zeit in das Hobby Auto. Die jugend hat andere Interessen und da ist der Motorsport ganz weit hinten. Der Motorsport lebt aktuell von der Generation Ü30, wahrscheinlich Ü40 und Nachwuchs bei den Zuschauern gibt es immer weniger.

Alle Hersteller, die auf E-Motorsport setzen, setzen auf ein totes Pferd, denn der Motorsport hat so wie er überwiegend betrieben wird keine Zukunft in der breiten Masse, sondern nur in der Nische, die wohl eher von kleinen Privatiers, als von großen Konzernen gestaltet wird - das nennt man backt to the roots.

Motorsport hat nur als Megashow eine Chance, in der nicht die Technik, sondern die Fahrer im Mittelpunkt stehen und zu Megastars aufgebaut werden können. Und genau hier stehen die Konzerne der nötigen Entwicklung im Weg und sorgen so für den Niedergang des Motorsports.
Man kann als Motorsportfan am Ende froh sein, wenn es weltweit EINE Rennserie gibt, die noch großen weltweiten Motorsport für die Masse bieten kann.

Ich bin mir sicher, dass die elektifizierung des Motorsports ihm genau die Emotionalität nehmen, die seine Zukunft sichern könnte. Denn in einer Welt, die immer vernünftiger wird und die Autos immer weniger Emotionen transportieren können, wird der unvernünftigen und emotionale aufgeladene Motorsport einen Ausgleich bieten können. Viele Konzernbosser ignorieren, dass der Mensch sich überwiegend von Dingen unterhalten lassen, bei denen die Akteure Dinge machen und erleben, die sie nicht können, sich taruen oder Dinge, die sie einfach nur gerne selbst mal erleben würden. Viele Leute schauen ganz wenigen Leuten zu, wie sie irre Dinge machen - egal ob im Film, auf der Bühne oder beim Sport - je extremer, desto besser.
Das Problem für die Autokonzerne ist klar, sie wollen/müssen immer langweiligere und emotionslosere Produkte verkaufen und müssen ihre Kunden dazu überreden "vernünftige" Autos mit Hybrid- oder E-Antrieb zu kaufen und das geht natürlich schlecht, wenn man das mit atemberaubenden Autos machen möchte, die genau das Gegenteil von dem sind, was sie verkaufen wollen/müssen.

Die Zukunft die Motorsport liegt bei unabhängigen/privaten Teams, die damit gutes Geld verdienen können, indem sie dem Menschen das liefren, was im Alltage vermissen und was ihnen die Automobilhersteller nicht mehr bieten wollen.
Motorsport weckt und ziel auf Urinstinkte, die über zig tausende Jahre im Menschen verankert wurden und die man nicht einfach abschalten kann. Deshalb wird es für einen urgewaltigen Motorsport immer einen Markt geben, sofern man ihn so spektakulär und unvernünftig wie nur möglich gestaltet und wenn man einen Rahmen schafft, in dem die Fahrer wieder zu echten Helden aufsteigen können, für die sich viele Menschen jeden Alters interessieren.

Das Problem dabei ist aber, dass die aktuellen Protargonisten im Motorsport völlig andere Ziele verfolgen und sie werden das Pferd Motorsport so lange reiten, bis es tot ist und es ist die große Frage, ob es danach noch mal möglich wird etwas neues zu erschaffen, das sich nicht an den Interessen von Konzernen ausrichtet, sondern an den Interessen der Zuschauer.
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Cave
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von Cave » Do Feb 20, 2020 11:23 am

Mittelfristig wird der Motorsport, wie ihn Berger haben will, sterben. Ganz einfach weil es da um Milliarden geht und die die Milliarden haben momentan keinen Motorsport wollen.

Langfristig wird's womöglich wieder Motorsport geben. Aber nicht mehr so wie wir ihn heute kennen. Nicht als technologieträger, sondern rein als werbeveranstaltung in einer zeit in der die Leute einfach nur mit gutem alten Motorsport unterhalten werden wollen.

JollyRoger666
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von JollyRoger666 » Do Feb 20, 2020 12:01 pm

Der DTM geht's schlecht, der Motorsport stirbt aber nicht mit der DTM. Volle Ränge wie z B beim 24h Rennen auf der Nordschleife zeigen das es anders geht. Die DTM ist schon seit Jahren angezählt, daran ist nicht die Formel E schuld sondern das Produkt DTM. Ich hab schon so ziemlich alles gesehen, was in Europa "im Kreis fährt" und die Formel E ist besser als ihr Ruf... Emotionen weckt GT4 nun auch nicht wirklich mehr, aber keiner würde diese Autos in Frage stellen und da Motorsport Show ist muss ich echt sagen, die Unterhaltung passt. Auch weil der Event als ganzes Stimmen muss. Da ist doch das nächste Problem der DTM mit dem Rahmenprogramm. Vielleicht wird ja der Sport in den unteren Klassen wieder besser wenn sich dieses Jahr beim DMSB das Personal ändert... Wenn die Basis wieder stimmt geht's mit dem Spitzensport auch wieder aufwärts.

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Maglion
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von Maglion » Do Feb 20, 2020 8:08 pm

JollyRoger666 hat geschrieben:
Do Feb 20, 2020 12:01 pm
Der DTM geht's schlecht, der Motorsport stirbt aber nicht mit der DTM. Volle Ränge wie z B beim 24h Rennen auf der Nordschleife zeigen das es anders geht. Die DTM ist schon seit Jahren angezählt, daran ist nicht die Formel E schuld sondern das Produkt DTM. Ich hab schon so ziemlich alles gesehen, was in Europa "im Kreis fährt" und die Formel E ist besser als ihr Ruf... Emotionen weckt GT4 nun auch nicht wirklich mehr, aber keiner würde diese Autos in Frage stellen und da Motorsport Show ist muss ich echt sagen, die Unterhaltung passt. Auch weil der Event als ganzes Stimmen muss. Da ist doch das nächste Problem der DTM mit dem Rahmenprogramm. Vielleicht wird ja der Sport in den unteren Klassen wieder besser wenn sich dieses Jahr beim DMSB das Personal ändert... Wenn die Basis wieder stimmt geht's mit dem Spitzensport auch wieder aufwärts.
Leider nützen volle Ränge vor Ort nichts, wenn die Veranstaltung in den restlichen Medien abkackt - auf Dauer werden sich solche Veranstaltungen nicht halten und finanzieren können. Langsteckenrennen sind tolle Events vor Ort, aber für TV und Streaminganbieter eher die Hölle und nur für Hardcore-Motorsportfans vor dem TV interessant. Die Frage ist, wer in Zukunft diese Rennen prägen soll? Die Hersteller ziehen sich zurück, weil die Investitionen zu hoch und der erreichbare Gegenwert zu niedrig ist. Siege bei 24h Rennen sind doch inzwischen nur noch eine Randnotiz in den Medien, falls sie überhaupt noch groß erwähnt werden. Die Prototypen von Le Mans & Co. könnten in Sprintrennen, wie der F1 ein viel größeres Publikum erreichen und überzeugen. Vom Speed her ist ohne große Upgrades F1-Niveau möglich und das zu einem deutlich günstigeren Preis, wodurch auch die Preise für die Karten vor Ort massiv reduziert werden könnten. Die beliebtesten 24h Rennen könnten zudem ja im Programm bleiben und mit doppelten oder dreifachen Punkten auch für die Fans der Sprintrennen interessant werden.

Die kleinen Klassen, zu denen ich auch Formel-E oder GT4 zähle, sind nicht spektakulär genug, um eine große Fangemeinde zu gewinnen, die eben nicht zur Gruppe der eingefleischten Motorsportfans gehören.
Motorsport auf niedrigen Niveau für die Nische, wird es so lange geben, so lange es sich genugend Leute finden, die Spaß haben sich auf einer Rennstrecke zu messen. Aber davon wird ansonsten niemand Notiz nehmen.

Hier geht es aber um den Motorsport für die große Bühne, der Millionen Zuschauer erreichen soll und das sind eben KEINE eingefleischten Motorsportfans, die von Rennstrecke zu Rennstrecke pilgern wollen oder die zig Stunden vor dem TV sitzen wollen, um EIN Rennen ganz zu sehen. Die heutige Zeit ist schnellebig und auf Superlative ausgerichtet und diese liefert selbst der aktuelle Spitzen-Motorsport nicht mehr. Das Problm ist, dass die Ansprücher der Zuschauer gestiegen sind und Formel 1 & Co. sich eher in die andere Richtung entwicklet haben, obwohl sie immer teurer und abgehobener geworden sind.

Ich denke die Zukunft liegt in hochklassigen Rennserien mit Einheitsautos, die für kleines Geld alles bieten, was der Fan sich wünscht und am Ende geht es doch nur daraum, welcher FAHRER DER BESTE IST und je klarer das ist, desto größer ist die Anerkennung und der Ruhm und genau DAS schafft man nur mit Rennen, bei denen alle Fahrer mit dem gleichen Material antreten. Die Leistung der Teams becshränkt sich dann nur noch auf die möglichst effektive Nutzung des Materials. Man stelle sich mal vor, alle F1 Piloten fahren z.B. einen den aktuellen Mercedes-Boliden, ich denke dann wäre die WM deutlich spannender und das obwohl das auktuelle Reglement an vielen Stellen viel Luft für besseres Racing und Unterhaltung bietet.

Ich würde für so eine Formel 1 auch gerne auf ALLE Werksteams verzichten, wenn die keinen Bock darauf haben. Rennwagen, die die aktuellen F1 Rennwagen in den Schatten stellen, kann man für deutlich weniger Geld ins Grid stellen, dazu braucht es keine Hersteller im Gegenteil, das geht nur ohne Hersteller mit Einheitsautos und dann wird die F1 auch wieder ein Geschäftsmodell, mit dem ALLE an der F1 etwas verdienen können - vom kleinen Rennstall bis hin zu den Veranstaltern der einzelnen Rennstrecken.

Bei der DTM sieht es ganz ähnlich aus, aber man sollte aus der DTM und deren Vettern in den anderen Ländern eine Weltserie machen, wo die besten Teams in einem World-Champions-Wettbewerb antreten und die besten Teams aus den Nationalen Meistersagen um einen Platz für den World-Champions-Wettbewerb kämpfen - die besten steigen auf, die schlechtesten steigen ab. Und alle fahren mit dem gleichen Material, damit der Wechsel zwischen den eigenen Klassen reibungslos funktioniert.
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alfatino
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von alfatino » Do Feb 20, 2020 9:14 pm

Maglion hat geschrieben:
Do Feb 20, 2020 8:08 pm
Leider nützen volle Ränge vor Ort nichts, wenn die Veranstaltung in den restlichen Medien abkackt - auf Dauer werden sich solche Veranstaltungen nicht halten und finanzieren können. Langsteckenrennen sind tolle Events vor Ort, aber für TV und Streaminganbieter eher die Hölle und nur für Hardcore-Motorsportfans vor dem TV interessant. Die Frage ist, wer in Zukunft diese Rennen prägen soll? Die Hersteller ziehen sich zurück, weil die Investitionen zu hoch und der erreichbare Gegenwert zu niedrig ist. Siege bei 24h Rennen sind doch inzwischen nur noch eine Randnotiz in den Medien, falls sie überhaupt noch groß erwähnt werden. Die Prototypen von Le Mans & Co. könnten in Sprintrennen, wie der F1 ein viel größeres Publikum erreichen und überzeugen. Vom Speed her ist ohne große Upgrades F1-Niveau möglich und das zu einem deutlich günstigeren Preis, wodurch auch die Preise für die Karten vor Ort massiv reduziert werden könnten. Die beliebtesten 24h Rennen könnten zudem ja im Programm bleiben und mit doppelten oder dreifachen Punkten auch für die Fans der Sprintrennen interessant werden.

Die kleinen Klassen, zu denen ich auch Formel-E oder GT4 zähle, sind nicht spektakulär genug, um eine große Fangemeinde zu gewinnen, die eben nicht zur Gruppe der eingefleischten Motorsportfans gehören.
Motorsport auf niedrigen Niveau für die Nische, wird es so lange geben, so lange es sich genugend Leute finden, die Spaß haben sich auf einer Rennstrecke zu messen. Aber davon wird ansonsten niemand Notiz nehmen.

Hier geht es aber um den Motorsport für die große Bühne, der Millionen Zuschauer erreichen soll und das sind eben KEINE eingefleischten Motorsportfans, die von Rennstrecke zu Rennstrecke pilgern wollen oder die zig Stunden vor dem TV sitzen wollen, um EIN Rennen ganz zu sehen. Die heutige Zeit ist schnellebig und auf Superlative ausgerichtet und diese liefert selbst der aktuelle Spitzen-Motorsport nicht mehr. Das Problm ist, dass die Ansprücher der Zuschauer gestiegen sind und Formel 1 & Co. sich eher in die andere Richtung entwicklet haben, obwohl sie immer teurer und abgehobener geworden sind.

Ich denke die Zukunft liegt in hochklassigen Rennserien mit Einheitsautos, die für kleines Geld alles bieten, was der Fan sich wünscht und am Ende geht es doch nur daraum, welcher FAHRER DER BESTE IST und je klarer das ist, desto größer ist die Anerkennung und der Ruhm und genau DAS schafft man nur mit Rennen, bei denen alle Fahrer mit dem gleichen Material antreten. Die Leistung der Teams becshränkt sich dann nur noch auf die möglichst effektive Nutzung des Materials. Man stelle sich mal vor, alle F1 Piloten fahren z.B. einen den aktuellen Mercedes-Boliden, ich denke dann wäre die WM deutlich spannender und das obwohl das auktuelle Reglement an vielen Stellen viel Luft für besseres Racing und Unterhaltung bietet.

Ich würde für so eine Formel 1 auch gerne auf ALLE Werksteams verzichten, wenn die keinen Bock darauf haben. Rennwagen, die die aktuellen F1 Rennwagen in den Schatten stellen, kann man für deutlich weniger Geld ins Grid stellen, dazu braucht es keine Hersteller im Gegenteil, das geht nur ohne Hersteller mit Einheitsautos und dann wird die F1 auch wieder ein Geschäftsmodell, mit dem ALLE an der F1 etwas verdienen können - vom kleinen Rennstall bis hin zu den Veranstaltern der einzelnen Rennstrecken.

Bei der DTM sieht es ganz ähnlich aus, aber man sollte aus der DTM und deren Vettern in den anderen Ländern eine Weltserie machen, wo die besten Teams in einem World-Champions-Wettbewerb antreten und die besten Teams aus den Nationalen Meistersagen um einen Platz für den World-Champions-Wettbewerb kämpfen - die besten steigen auf, die schlechtesten steigen ab. Und alle fahren mit dem gleichen Material, damit der Wechsel zwischen den eigenen Klassen reibungslos funktioniert.
Hört sich irgendwie nach V8-STAR an. Und dann stelle ich mit einer Träne im Auge fest, dass diese tolle Serie ihrer Zeit weit voraus war.

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Maglion
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von Maglion » Fr Feb 21, 2020 9:05 pm

Das Problem ist, dass es jede neue Rennserie ohne Image und Historie heute extrem schwer hat.
Da müssten dann jemand mit richtig viel Geld dahinter stehen, der das Ganze anschiebt und bekannt macht.

Deshalb sieh ich da nur bei den bereits etablierten Rennserien eine Chance, wenn sich diese mehr auf den Fan / Zuschauer konzentrieren würden und nicht auf die eigenen INteressen oder die Interessen Dritter, die für die Zukunft eh nicht relevant sind.
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gth12
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von gth12 » Mo Feb 24, 2020 10:56 pm

quattro122 hat geschrieben:
Mi Feb 19, 2020 5:29 pm
Ich fahre einen R8
[...]
Mich werden sie als Kunden verlieren, zumal auch der A8 bis heute keinen 8-Zylinder Diesel bekommen hat. Ich fahre den Vorgänger, für mich das sparsamste und beste Auto in dieser Klasse.
ja was nun, R8? Oder A8 Vorgänger?

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danseys
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von danseys » Di Feb 25, 2020 2:37 pm

R8 mit Diesel vllt.? :wink2:

Beckspistol
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von Beckspistol » Di Feb 25, 2020 4:47 pm

Man kann auch durchaus zwei Autos besitzen...

Hanno
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Re: DTM-Boss Berger über mögliches Audi-Aus:

Beitrag von Hanno » Fr Mär 06, 2020 7:26 pm

Die DTM ist doch schon lange Tod......
Die Autos sind zu perfekt, sorry, zu viel Anpressdruck, fahren alle hintereinander her,
und wie viel Millionen werden da verbrannt?!

Genau so lächerlich wie die Toyota auf der Langstrecke, die größte Witz Serie....

Dagegen hat die ADAC GT volles haus, zig Marken, gutes Race, und auch mal
ein paar Ausritte....

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