Marquardt: Weniger Werksautos pro Hersteller als Zukunftsper

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Redaktion
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Marquardt: Weniger Werksautos pro Hersteller als Zukunftsper

Beitrag von Redaktion » Di Okt 29, 2019 9:42 am

Warum sich BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt vorstellen könnte, in Zukunft in der DTM weniger Werksautos einzusetzen, und was er sich von Class 1 erhofft

Ab der kommenden Saison wäre es für ein Super-GT-Team mit ein paar Anpassungen möglich, in der DTM an den Start zu gehen - und umgekehrt. BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt sieht darin langfristig die Chance, Werksautos in der DTM zu reduzieren.

"Wir haben sechs Hersteller, die ab dem kommenden Jahr extrem ähnliche Autos haben", verweist Marquardt im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' auf BMW, Audi, Aston Martin sowie Honda, Nissan und Toyota.

"Und wenn ich jetzt die Fans frage: 'Was ist euch lieber - drei Hersteller mit je sechs Autos, oder eben sechs Hersteller mit drei neuen Marken aus Japan und vielleicht noch einem Privatteam hier und da?' Ich glaube, die Antwort ist relativ klar."



Daher müsse es für die DTM das oberste Ziel sein, für mehr Markenvielfalt zu sorgen und neue Hersteller anzulocken. "Bei der Internationalisierung und Verbreitung des Reglements ist nach Japan ja eine zweite Stoßrichtung die USA", verweist Marquardt auf die Versuche, auch die US-amerikanische IMSA-Serie ins Class-1-Boot zu kriegen, was zuletzt für positive Reaktionen gesorgt hat.

"Und wenn ich es so hinkriege, dass die Hersteller auch untereinander in den Serien aktiv sind, dann würde das dazu führen, dass sich die individuelle Anzahl der Werksfahrzeuge in der jeweiligen Serie reduziert, aber der Wettbewerb damit sogar steigt", prophezeit der BMW-Motorsportdirektor, der in der kommenden Saison laut eigenen Angaben sechs Werksautos einsetzen will.

Für vollere Starterfelder könnten auch die Kundenautos sorgen, die DTM-Boss Gerhard Berger seit dieser Saison forciert. "Gerhard will langfristig Privatteams etablieren, die eine Chance haben und vorne mitfahren können, wenn sie einen ordentlichen Fahrer an den Start bringen", sagt Marquardt. "Ich glaube, dass ist für die DTM ein sehr guter Ansatz."



Während die Münchner diese Saison daran scheiterten, ein Kundenteam an den Start zu bringen und mit dem Schweizer Porsche-Supercup-Rennstall Fach Auto Tech einen potenziellen Kandidaten für 2020 bereitstehen haben, hat Audi bereits diese Saison mit WRT-Audi gezeigt, dass Überraschungen möglich sind.

"Dass du das als Außenseiter vorne mitspielen kannst, ist doch super", sagt Marquardt. "Das zeigt aber auch die Herangehensweise von Audi - dass WRT das Gleiche kriegt wie die Werksteams. Das ist auch für uns wichtig, dass das nicht irgendwie Second-Hand ist."

Das Konzept mit den Jahreswagen, wie es sie in der DTM bis Ende 2011 gab, ist laut Marquardt überholt. "Das haben wir mit Gerhard durchdiskutiert, und das macht einfach keinen Sinn", sagt er.

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John Thyssen
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Re: Marquardt: Weniger Werksautos pro Hersteller als Zukunftsper

Beitrag von John Thyssen » Di Okt 29, 2019 10:29 am

Herr Marquardt, das klingt ja alles ganz toll. Wenn man uns Fans fragt, ist die Antwort natürlich klar.
Aber Sie können nicht im Voraus etwas versprechen, was noch gar nicht eingetreten ist.
Stand jetzt weiß noch keiner ob es jemals dazu kommen wird, dass selbst die bereits jetzt unter dem Class-One Reglement vereinten Marken jemals zusammen in deren jeweiligen Meisterschaften fahren werden.

Zweifelsohne ist das das Ziel, zu dem diese Kooperation führen soll, aber wir sind noch längst nicht am Ziel, wir stehen am Anfang. Ob die Japaner jemals in der DTM fahren werden, steht mehr als nur in den Sternen.
Das allerdings Audi und BMW schon Anfragen hatten in der GT500 mit ihren DTM Boliden anzutreten bzw. sich offen dazu bereit erklärt haben, sagt noch gar nichts. Dafür müsste den DTM Teams übrigens erlaubt werden ausgiebig Reifen zu testen um sich im Reifenkrieg in japan zurechtfinden zu können.

Ich würde Ihnen raten, nicht zu viel zu Versprechen. Sie werden an Ihren Worten gemessen werden.
Und wenn das, was Sie versprechen nicht erreicht wird, wird man nicht gut über Sie reden, oder vielmehr noch negativer, als einige (mich ausgeschlossen) das ohnehin schon tun, dam BMW Motorsport über viele Bühnen hinweg nicht allzu gute Leistungen erzielt.

Smokey
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Re: Marquardt: Weniger Werksautos pro Hersteller als Zukunftsper

Beitrag von Smokey » Di Okt 29, 2019 1:23 pm

John Thyssen hat geschrieben:
Di Okt 29, 2019 10:29 am
Zweifelsohne ist das das Ziel, zu dem diese Kooperation führen soll, aber wir sind noch längst nicht am Ziel, wir stehen am Anfang. Ob die Japaner jemals in der DTM fahren werden, steht mehr als nur in den Sternen.
Das allerdings Audi und BMW schon Anfragen hatten in der GT500 mit ihren DTM Boliden anzutreten bzw. sich offen dazu bereit erklärt haben, sagt noch gar nichts. Dafür müsste den DTM Teams übrigens erlaubt werden ausgiebig Reifen zu testen um sich im Reifenkrieg in japan zurechtfinden zu können.
Das mit Reifen ließe sich ja sogar vielleicht lösen, aber was ist mit den Motoren? In der DTM werden die ja für zwei Jahre eingefroren, während die Entwicklung in Japan komplett freigegeben ist. Würde BMW also z.B. den M4 DTM in der Super GT an den Start schicken (meinetwegen auch mit Kundenteams), müsste man entweder gegen das DTM-Reglement verstoßen oder zwei Jahre in Japan mit der gleichen Motorspezifikation fahren, womit man chancenlos wäre. Für die japanischen Hersteller gilt natürlich das gleiche in anderer Reihenfolge, wobei auch deren Motoren vielleicht nicht in der DTM erfolgreich wären, da diese ja sukzessive und nicht auf ein bestimmtes Datum hin weiterentwickelt werden.

John Thyssen
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Re: Marquardt: Weniger Werksautos pro Hersteller als Zukunftsper

Beitrag von John Thyssen » Di Okt 29, 2019 2:23 pm

Smokey hat geschrieben:
Di Okt 29, 2019 1:23 pm
Das mit Reifen ließe sich ja sogar vielleicht lösen, aber was ist mit den Motoren? In der DTM werden die ja für zwei Jahre eingefroren, während die Entwicklung in Japan komplett freigegeben ist. Würde BMW also z.B. den M4 DTM in der Super GT an den Start schicken (meinetwegen auch mit Kundenteams), müsste man entweder gegen das DTM-Reglement verstoßen oder zwei Jahre in Japan mit der gleichen Motorspezifikation fahren, womit man chancenlos wäre. Für die japanischen Hersteller gilt natürlich das gleiche in anderer Reihenfolge, wobei auch deren Motoren vielleicht nicht in der DTM erfolgreich wären, da diese ja sukzessive und nicht auf ein bestimmtes Datum hin weiterentwickelt werden.
Nein, würde man nicht. Dieter Gass hat in dem Artikel, in dem ein potenzieller GT500 Einstieg behandelt wurde, gesagt, dass es sehr einfach wäre die Unterschiede bei den Motoren wettzumachen (was dann offensichtlich auch gemacht werden würde). Hier der Link zu dem Artikel (habe die deutsche Variante leider nicht mehr gefunden, daher vorerst in Englisch):
https://www.autosport.com/gt/news/14321 ... r-gt-entry

Die Reifen sind das größere Problem als der Motor. Die DTM hat das Redglement ausserdem nur für zwei Jahre eingefroren, und wenn man es bei der DTM Kommission beantragt und diese zustimmen sollte, kann man auch jetzt, wenn es notwendig sein sollte, Änderungen/Verbesserungen vornehmen.

h00bi
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Re: Marquardt: Weniger Werksautos pro Hersteller als Zukunftsper

Beitrag von h00bi » Di Okt 29, 2019 4:58 pm

Ich denke ganz wichtig ist, dass man die Herstellerwertung abschafft, denn kein Hersteller will letzter werden.
Wenn man mit 2 Teams startet (Werk+Kunde) dann stehen die Chancen dass das Werkteam nicht letzter wird ja recht ordentlich.

Cannibals
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Re: Marquardt: Weniger Werksautos pro Hersteller als Zukunftsper

Beitrag von Cannibals » Di Okt 29, 2019 5:12 pm

Auch mit der Weiterentwicklung der Motoren sollte es doch kein Problem sein.
Der Motor wird für die DTM homologiert und darf für 2 Jahre nicht geändert im Einsatz sein.
Es ist doch keinem Hersteller verboten den Motor weiterzuentwickeln. Er darf ihn halt nur nicht einsetzen.
Also können sie ja ohne Probleme für die Super GT den Motor weiterentwickeln und da auch einsetzen und dann zum Sticktag der neuen DTM Antriebe diesen abzugeben.

Ich sehe da gar kein Problem ausser, dass halt mehr Platz für Ersatzteile bzw Antriebe in der Lagerhalle brauchen.

Smokey
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Re: Marquardt: Weniger Werksautos pro Hersteller als Zukunftsper

Beitrag von Smokey » Mi Okt 30, 2019 12:27 am

John Thyssen hat geschrieben:
Di Okt 29, 2019 2:23 pm
Nein, würde man nicht. Dieter Gass hat in dem Artikel, in dem ein potenzieller GT500 Einstieg behandelt wurde, gesagt, dass es sehr einfach wäre die Unterschiede bei den Motoren wettzumachen (was dann offensichtlich auch gemacht werden würde). Hier der Link zu dem Artikel (habe die deutsche Variante leider nicht mehr gefunden, daher vorerst in Englisch):
https://www.autosport.com/gt/news/14321 ... r-gt-entry

Die Reifen sind das größere Problem als der Motor. Die DTM hat das Redglement ausserdem nur für zwei Jahre eingefroren, und wenn man es bei der DTM Kommission beantragt und diese zustimmen sollte, kann man auch jetzt, wenn es notwendig sein sollte, Änderungen/Verbesserungen vornehmen.
Naja, würde, hätte und wäre, auf die genaue Umsetzung wäre ich da schon gespannt. Außerdem: Würden BMW und Audi in der Super GT teilnehmen und am Motoren-Rennrüsten, würde das die Regel in der DTM völlig ad absurdum führen. Denn selbst wenn man Vor-/Nachteile rausnimmt hätten so beide Marken gegenüber Aston Martin einen deutlichen Vorsprung an praktischer Erfahrung, die diese kaum über Tests aufholen könnten, selbst wenn diese nicht begrenzt wären. Im übertragenen Sinne hat man ja dieses Jahr bei der Rally Estland gesehen, bei der einige WRC-Werksteams angetreten sind, die dann für Finnland einen eindeutigen Erfahrungsvorsprung hatten und sich zusätzlich Testtage gespart haben.

John Thyssen
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Re: Marquardt: Weniger Werksautos pro Hersteller als Zukunftsper

Beitrag von John Thyssen » Mi Okt 30, 2019 6:33 am

Smokey hat geschrieben:
Mi Okt 30, 2019 12:27 am
Naja, würde, hätte und wäre, auf die genaue Umsetzung wäre ich da schon gespannt. Außerdem: Würden BMW und Audi in der Super GT teilnehmen und am Motoren-Rennrüsten, würde das die Regel in der DTM völlig ad absurdum führen. Denn selbst wenn man Vor-/Nachteile rausnimmt hätten so beide Marken gegenüber Aston Martin einen deutlichen Vorsprung an praktischer Erfahrung, die diese kaum über Tests aufholen könnten, selbst wenn diese nicht begrenzt wären. Im übertragenen Sinne hat man ja dieses Jahr bei der Rally Estland gesehen, bei der einige WRC-Werksteams angetreten sind, die dann für Finnland einen eindeutigen Erfahrungsvorsprung hatten und sich zusätzlich Testtage gespart haben.
Ich habe keine Ahnung, wie sie es genau umsetzen wollen. Aston ist nur eingestiegen wegen der Internationalisierung. Ich denke also, dass selbst wenn man jetzt noch Fuji ausspart, auch dort auf jeden Fall das Ziel ist, in Japan zu fahren.
Das Reglement ist ja eh nur für 2019 und 2020 eingefroren worden, danach kann man wieder an den Motoren arbeiten.
Aber das könnte man unter Umständen auch jetzt schon, wenn man die DTM Kommission überzeugen kann (in der auch Audi, BMW und Aston Martin vertreten sind - je nachdem, wer den Antrag stellt), dass es notwendig ist um zu den anderen aufzuschließen...
Natürlich hätte R-Motorsport niemals die Ressourcen von Audi oder BMW, mal schauen wie es läuft und ob es überhaupt passiert.

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