Offiziell: Aston Martin trennt sich von DTM-Partner HWA

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Redaktion
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Offiziell: Aston Martin trennt sich von DTM-Partner HWA

Beitrag von Redaktion » Do Okt 24, 2019 1:10 pm

Aston-Martin-Lizenznehmer R-Motorsport trennt sich nach nur einem DTM-Jahr von Antriebspartner und Einsatzteam HWA: Die Hintergründe einer gescheiterten Ehe

Die Trennung zwischen DTM-Neuling Aston Mattin und Antriebspartner und Einsatzteam HWA ist beschlossene Sache. Das hat Aston-Martin-Lizenznehmer R-Motorsport in einer Pressemitteilung offiziell bekanntgegeben. Gerüchte halten sich schon seit einigen Wochen, am Montag fiel aber laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' die endgültige Entscheidung, dass die beiden Partner nach nur einer gemeinsamen Saison in der DTM getrennte Wege gehen werden.

"Bedauerlicherweise haben wir für die weitere Zusammenarbeit mit der HWA AG keinen Konsens hinsichtlich der Durchführung unseres DTM-Engagements finden ko?nnen, sodass uns in letzter Konsequenz nur eine Beendigung der gemeinsamen DTM-Teilnahme mit HWA mit dem Fokus in die Zukunft bleibt", erklärt Teamchef Florian Kamelger.

"Wir planen aber unser DTM-Engagement auch nach dem Ende unserer Zusammenarbeit mit HWA fortzusetzen und werden uns dafür unter anderen Vorzeichen in Abstimmung mit Aston Martin 2020 neu orientieren."



Wie diese Neuorientierung genau aussehen wird, werde das Team "in absehbarer Zukunft bekanntgeben". Als mögliche Motorenpartner werden Honda und BMW gehandelt, den Einsatz soll ein Team aus Großbritannien durchführen.

Aber wie kam es eigentlich zur Trennung? HWA hatte R-Motorsport im Vorfeld ein Angebot für eine Verlängerung des Einjahresvertrags gemacht, dieses wurde aber von Teamchef Kamelger und seinem Partner Andreas Baenziger nicht angenommen.

Ein Problem sind die hohen Kosten, wie bereits HWA-Vorstand Ulrich Fritz im Interview mit 'Motorsport-Total.com' klarstellte: "Man muss sich in einem Wettbewerb mit Werksteams wie Audi und BMW gut überlegen, ob man die Ressourcen zur Verfügung hat oder bereitstellen will, um dort wirklich vorne mitzukämpfen."



Damit spielt Fritz auf die schwierige finanzielle Ausgangssituation im Kampf gegen die Werke an: Durch die zahlreichen Motorschäden und Defekte, die in der Debütsaison vom neuen Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor ausgelöst wurden, waren die Kosten dieses Jahr höher als erwartet, was bei R-Motorsport auf wenig Begeisterung stieß.

Dazu kommt, dass die Weiterentwicklung des Triebwerks und eventuelle Nachbesserungen, wie sie bereits während der Saison Thema waren, weitere Gelder verschlungen hätten. Deswegen sah R-Motorsport laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' auch davon ab, eine Nach-Homologation des HWA-Motors zu beantragen.

Wichtiger Hintergrund: Obwohl die Weiterentwicklung der Triebwerke eigentlich eingefroren ist, arbeiten Audi und BMW hinter den Kulissen weiter daran, ausgemachte Schwachstellen zu beseitigen - um gerüstet zu sein, wenn dann im Winter über mögliche Nachbesserungen unter dem Vorwand der Zuverlässigkeit diskutiert wird.



Denn wenn es gelingt, ein Performance-Thema als Haltbarkeitsthema zu präsentieren, könnte man sich so einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten. HWA hat allerdings im Gegensatz zu Audi und BMW keinen Konzern im Hintergrund, der die Entwicklung bezahlt. Selbst wenn es zu Nachbesserungen kommt, hätte man also einen schweren Stand.

Um den enormen Aufwand zu stemmen, musste HWA-Boss Hans Werner Aufrecht, wie 'Motorsport-Total.com' von mehreren Quellen erfahren hat, selbst die Löcher stopfen. Ein weiterer Hinweis: Bei der Vynamic GmbH, dem gemeinsamen Joint-Venture von HWA und R-Motorsport, das unter anderem für den DTM-Einsatz zuständig ist, gab es am 30. April 2019 eine Erhöhung des Stammkapitals von vier Millionen auf 8,1 Millionen Euro.



Mit dem Ende der Partnerschaft geht voraussichtlich auch eine Ära zu Ende, schließlich war Aufrecht von 1986 bis 2017 Chef der DTM-Dachorganisation ITR und spielte auch nach seiner Ablösung durch Gerhard Berger in der DTM als HWA-Chef eine tragende Rolle. Das Unternehmen aus Affalterbach war bis Ende 2018 für den Mercedes-Einsatz verantwortlich und bescherte den Stuttgartern im Abschiedsjahr Titel in allen drei Meisterschaften.

Nach dem Mercedes-Ausstieg nutzte man die Gelegenheit, dass Neueinsteiger Aston Martin einen erfahrenen Partner sucht, und entwickelte den neuen Vantage samt Turbomotor für Lizenznehmer R-Motorsport in Rekordzeit - und fungierte auch als Einsatzteam für die Neueinsteiger. Wenn HWA nach der Trennung nicht in anderer Funktion in die DTM zurückkehrt, ist die Ära Aufrecht nun endgültig vorbei.

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John Thyssen
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Re: Offiziell: Aston Martin trennt sich von DTM-Partner HWA

Beitrag von John Thyssen » Do Okt 24, 2019 2:26 pm

Ok, das ist krass. War so oder so ähnlich aber erwartet worden nach dem, was in den letzten Wochen geschrieben wurde.

Ich finde den Schritt folgerichtig. Zwar hatte man mit HWA einen starken Partner der über viel Erfahruzng verfügte, aber die Motoren ware die ganze Saison das große Problem. Und vor allem vor dem Hintergrund das Audi und BMW Verbesserungen vornehmen, würde ich Kontakt zu Honda aufnehmen.

Diese Arbeiten auch in der Formel 1 mit Aston Martin zusammen. Da es jetzt keine Verbindung zu Mercedes mehr gibt, denke ich wird es so kommen.
Herr Marko hat nur für Red-Bull zu entscheiden. Nicht für Honda. Und es wäre der nächste ultimative Prüfstein, ob die Kooperation zwischen DTM und Super GT ernst gemeint ist.

Tristan
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Re: Offiziell: Aston Martin trennt sich von DTM-Partner HWA

Beitrag von Tristan » Do Okt 24, 2019 5:09 pm

Von Aston wird sicher nichts mehr kommen, da ein grosser Partner fehlt! Ab 2020 sehe ich wieder eine Zweimarkenmeisterschaft, die dann 2021 entgültig aufgelöst wird.

Kappes74
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Re: Offiziell: Aston Martin trennt sich von DTM-Partner HWA

Beitrag von Kappes74 » Do Okt 24, 2019 7:05 pm

John Thyssen hat geschrieben:
Do Okt 24, 2019 2:26 pm
(...)Ich finde den Schritt folgerichtig. Zwar hatte man mit HWA einen starken Partner der über viel Erfahruzng verfügte, aber die Motoren ware die ganze Saison das große Problem. (...)
Also wenn man in 90 Tagen ein DTM-Auto auf die Piste stellt das dann sogar Punkte holt ist alleine das schon eine Leistung.
Man hätte auch das Jahr 2019 nur zum testen nutzen können, vielleicht sogar sollen, dann wäre das mit dem know-how von HWA bestimmt besser abgelaufen.

Nun aber den zwangsläufig nicht ausgetesteten Motor als Grund für die Trennung zu nehmen halte ich für äusserst schwach von R-Sport. Was bitte hat man den erwartet nach 90 Tagen zu bekommen? Einen ausgereiften Dauerläufer? Wie soll das gehen?

Ich denke die Trennung ist ein großer Fehler. Sollte man Honda nehmen ist deren Motor eigentlich auf Langstreckenrennen ausgelegt und Änderungen würden auch auf kosten der Haltbarkeit gehen. Sollte man gar einen BMW-Motor nehmen kann man auch gleich mit M5-Silhouette fahren, weil alle von BMW-Punkten sprechen werden (siehe Rasen-Ballsport in der F1 mit TAG-Heuer. Da hat man auch weiter von Renault gesprochen.)
Was Krupp in Essen bin ich im Trinken.

Petunia
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Re: Offiziell: Aston Martin trennt sich von DTM-Partner HWA

Beitrag von Petunia » Do Okt 24, 2019 10:50 pm

Diese Änderung ist schon interessant. Mich würde es nicht wundern, wenn Prodrive der neue Partner wird. Prodrive entwickelt bekanntermaßen die ganzen GT-Fahrzeuge und haben auch den AMR-One damals entwickelt. Sie setzen auch die Fahrzeuge in der WEC ein. Sie sind quasi Standardpartner von Aston Martin und entsprechend würde es mich nicht wundern, wenn sie auch in Zukunft die DTM-Fahrzeuge bereitstellen. Anfang des Jahres kündigte man auch Probleme wegen der Fahrerwahl ab, denn viele Aston-Martin-Werksfahrer haben ihren Vertrag bei Prodrive, sprich, man ließ Fahrer wie Maxim Martin oder Nicki Thiim nicht in der DTM für R-Motorsport fahren. Wenn Prodrive und R-Motorsport sich nun zusammentun sollten, würden sich diese Probleme eben auflösen

John Thyssen
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Re: Offiziell: Aston Martin trennt sich von DTM-Partner HWA

Beitrag von John Thyssen » Fr Okt 25, 2019 10:10 am

Kappes74 hat geschrieben:
Do Okt 24, 2019 7:05 pm
Also wenn man in 90 Tagen ein DTM-Auto auf die Piste stellt das dann sogar Punkte holt ist alleine das schon eine Leistung.
Man hätte auch das Jahr 2019 nur zum testen nutzen können, vielleicht sogar sollen, dann wäre das mit dem know-how von HWA bestimmt besser abgelaufen.

Nun aber den zwangsläufig nicht ausgetesteten Motor als Grund für die Trennung zu nehmen halte ich für äusserst schwach von R-Sport. Was bitte hat man den erwartet nach 90 Tagen zu bekommen? Einen ausgereiften Dauerläufer? Wie soll das gehen?

Ich denke die Trennung ist ein großer Fehler. Sollte man Honda nehmen ist deren Motor eigentlich auf Langstreckenrennen ausgelegt und Änderungen würden auch auf kosten der Haltbarkeit gehen. Sollte man gar einen BMW-Motor nehmen kann man auch gleich mit M5-Silhouette fahren, weil alle von BMW-Punkten sprechen werden (siehe Rasen-Ballsport in der F1 mit TAG-Heuer. Da hat man auch weiter von Renault gesprochen.)
Der Motor wurde nicht neu entwickelt, es war der Motor den Mercedes ürsprünglich für diese neue Ära entwickelt hatte.
Mercedes hatte Class-One aber immer wieder verschoben. HWA hätte selber keinen Motor entwickeln können in 90 Tagen.

Der Honda-Motor würde keinen Nachteiul aufweisen, dass hat man ja eindrucksvoll bei Buttons Aufholjagd gesehen.
Mal schauen was wird. Man kann ja doch nur abwarten.

Rotato
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Re: Offiziell: Aston Martin trennt sich von DTM-Partner HWA

Beitrag von Rotato » Fr Okt 25, 2019 7:41 pm

John Thyssen hat geschrieben:
Fr Okt 25, 2019 10:10 am
Der Motor wurde nicht neu entwickelt, es war der Motor den Mercedes ürsprünglich für diese neue Ära entwickelt hatte.
Mercedes hatte Class-One aber immer wieder verschoben. HWA hätte selber keinen Motor entwickeln können in 90 Tagen.

Der Honda-Motor würde keinen Nachteiul aufweisen, dass hat man ja eindrucksvoll bei Buttons Aufholjagd gesehen.
Mal schauen was wird. Man kann ja doch nur abwarten.
Mercedes hat den Motor nicht entwickelt, sondern HWA. Der Ausstieg von Mercedes war jedoch bereits im Juli 2017 beschlossene Sache, das ist 15 Monate vor der Verkündung, dass AM mit HWA als Partner in die DTM einsteigt. Mercedes hat spätestens ab dem Tag keinen einzigen Cent mehr in die Weiterentwicklung gesteckt und entsprechend von HWA auch vollen Fokus auf das nächste Jahr gefordert. Der Motor dürfte daher sicherlich für ein komplettes Jahr ohne Weiterentwicklung verbracht haben, da HWA ihr Geld ja auch gewinnbringend investieren muss und nicht spekulativ, in der Hoffnung, dass den Motor vielleicht doch noch jemand haben will.

Daher ja, der Motor war sicherlich keine vollkommene Neuentwicklung, hatte zum Zeitpunkt, als für AM weiter daran gearbeitet wurde, aber schon massiven Rückstand auf Audi und BMW, die den Motor zudem mit voller Werksunterstützung gebaut haben, im Gegensatz zu HWA. Das war daher wohl eher ein Flickwerk, um den halbfertigen Motor in den 90 Tagen fertig zu bekommen. Bis dahin fehlten sicherlich massig Testeinheiten und Erfahrungswerte, was sich ja in den vielen Ausfällen mit Motorschaden gezeigt hat.

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