DTM-Boss Berger gegen Teamorder: Müllers Ruf steht auf dem S

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Redaktion
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DTM-Boss Berger gegen Teamorder: Müllers Ruf steht auf dem S

Beitrag von Redaktion » Do Aug 15, 2019 11:11 am

DTM-Boss Gerhard Berger warnt Audi-Pilot Nico Müller in der Teamorder-Debatte davor, sich unterzuordnen, kann aber Audis Push-to-pass-Erklärung nachvollziehen

DTM-Boss Gerhard Berger warnt Nico Müller in der Audi-Teamorder-Debatte davor, den eigenen Ruf als Rennfahrer auf Spiel zu setzen. "Ich kann ihn verstehen, wenn er sagt, er hätte ein großes Risiko eingehen müssen, um Rast ernsthaft zu attackieren", akzeptiert Berger die Rechtfertigung für die ausbleibende Attacke in Brands Hatch gegen DTM-Leader Rene Rast.

Müller stehe jetzt aber "im Blickpunkt, er fährt um den Titel. Wenn er als Titelkandidat stets leichtfertig zurücksteckt und sich mit einem zweiten Platz zufriedengibt, dann nimmt sein Ruf als Rennfahrer Schaden. Dann hätte er nicht den Killerinstinkt, der bei den letzten Rennen bei ihm aufgeblitzt ist und der mir zeigte, dass er diesen Instinkt eigentlich hat."

Ein Fahrer müsse zwar abwägen, ob sich eine Attacke auszahlt und Berger könne der Argumentation des Schweizers "in Bezug auf seine Zurückhaltung in Brands Hatch ein Stück folgen, aber Müller muss bei den nächsten Rennen wieder seinen Biss zeigen. Er kann keine Punkte liegen lassen."



Der Abt-Audi-Pilot liegt in der Meisterschaft sechs Rennen vor Schluss bereits 37 Punkte hinter Leader Rast. Im zweiten Rennen in Brands Hatch hatte er nach dem verpatzten Stopp rasch auf den führenden Rast aufgeholt, diesen aber in 20 Runden kein einziges Mal attackiert und dies mit einem zu hohen Risiko erklärt. Lieber habe er auf einen Einbruch von Rasts Reifen gewartet. Auch seine Überholhilfen nutzte er nur teilweise.

Audi-Sportchef Dieter Gass erklärte Müllers Verzicht auf Push-to-pass im Duell mit Rast damit, dass man Zuverlässigkeitsprobleme beim Motor fürchte und das System, das über einen Bypass Sprit für 30 Zusatz-PS in die Brennräume einspritzt, nur im Duell mit der Konkurrenz einsetze: "Gegen den Teamkollegen Push-to-pass zu nutzen, ist eigentlich eine Verschwendung."



"Man muss zunächst einmal die Aussagen von Gass und Müller akzeptieren", sagt Berger. "Niemand hat einen vollständigen Einblick." Berger könnte sich durchaus vorstellen, dass das System bei den Ingolstädtern ein wunder Punkt ist.

"Für mich sieht es von außen betrachtet so aus, als hätte Audi einen Turbomotor mit einer sehr hohen Grundleistung entwickelt und ist aus diesem Grund sehr um die Haltbarkeit besorgt", erklärt der DTM-Boss. Die guten Audi-Topspeed-Werte sind ein Indiz dafür.

"Also geht man mit der Zusatzleistung durch das Push-to-pass, dessen Aktivierung stets eine zusätzliche Belastung für den Motor bedeutet, recht vorsichtig um, weil darin ein Risiko für die Haltbarkeit liegt." Sollte das tatsächlich der Fall sein, dann "kann ich verstehen, dass man Push-to-pass nur im Kampf gegen Autos anderer Hersteller einsetzt, und nicht bei Audi-internen Duellen".



Dennoch war der Aufschrei nach dem Brands-Hatch-Wochenende vor allem bei den Fans in den sozialen Netzwerken groß, zumal Audi-Sportchef Gass klarstellte, man werde die beiden Führenden in der Meisterschaft "da vorne so kurz vor Schluss, wenn die Abstände so klein sind, nicht in einen Fight schicken".

Berger bemüht sich nun darum, die Gemüter zu beruhigen. "Man muss in der Debatte sachlich sein und differenzieren. Es sollten keine voreiligen Schlüsse gezogen werden. In Brands Hatch wurde niemand vorbeigewunken, niemand hat angehalten, um einen Sieg an den Kollegen herzuschenken."

Vielmehr müsse Müller in solchen Situation "mit Blick auf seine eigenen Titelchancen abwägen, ob er den Titelkandidaten und Teamkollegen Rast angreift und damit seine 18 Punkte riskiert."

Abschließend stellt er aber klar, dass er sich ein offenes Duell um den DTM-Titel wünscht: "Ich habe schon mehrfach gesagt, dass mir als ehemaligem Rennfahrer Stallorder sehr zuwider ist. Wir werden sicher bei den nächsten Rennen genau hinschauen - und die Fans sowieso."

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alex_kre
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Re: DTM-Boss Berger gegen Teamorder: Müllers Ruf steht auf dem S

Beitrag von alex_kre » Do Aug 15, 2019 12:17 pm

Gerhard Berger kann man ja echt nichts vorwerfen.
Er betrachtet es neutral, aber zieht den Pfaden bei der richtigen Person. Er kann ja nur an Müller appellieren und nicht an den Hersteller.
Auch wenn man nur von den Fahrern spricht macht auch Berger ein echt guten Job und aus der DTM wieder eine attraktive Rennserie. So als Außenstehender betrachtet.

h00bi
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Re: DTM-Boss Berger gegen Teamorder: Müllers Ruf steht auf dem S

Beitrag von h00bi » Do Aug 15, 2019 12:57 pm

Bitte für nächste Saison das Push-to-Pass ans DRS koppeln, dann wirds wenigstens benutzt.
Explodierende Motoren sind gut für die Show, bzw. schon alleine die Chance auf explodierende Motoren.

In Brands Hatch wurde niemand vorbeigewunken, niemand hat angehalten, um einen Sieg an den Kollegen herzuschenken."
Natürlich ist das passiert, in Rennen 1 und Rennen 2 haben die anderen Audis handzahm für Rast und Müller platz gemacht.

alex_kre
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Re: DTM-Boss Berger gegen Teamorder: Müllers Ruf steht auf dem S

Beitrag von alex_kre » Do Aug 15, 2019 3:41 pm

Bitte für nächste Saison das Push-to-Pass ans DRS koppeln, dann wirds wenigstens benutzt.
Explodierende Motoren sind gut für die Show, bzw. schon alleine die Chance auf explodierende Motoren.
Das geht höchstens ein Jahr gut, danach will es keiner mehr. Die Fans nicht, weil es Grid-Strafen regnet und nur künstliche Auswirkungen hat, die Hersteller nicht, weil es Grid-Strafen regnet und die Hersteller nicht, weil die DTM wieder teuer bzw. noch teurer wird und die Fahrer nicht, weil nicht mehr deren eigene Leistung bewertet wird, weil es Grid-Strafen regnet.

Lieber P2P lassen wie es ist. So kann man selber entscheiden welches Risiko mein eingehen will.

Hr. Gesheimer
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Re: DTM-Boss Berger gegen Teamorder: Müllers Ruf steht auf dem S

Beitrag von Hr. Gesheimer » Fr Aug 16, 2019 10:49 am

alex_kre hat geschrieben:
Do Aug 15, 2019 12:17 pm
Gerhard Berger kann man ja echt nichts vorwerfen.
Er betrachtet es neutral, aber zieht den Pfaden bei der richtigen Person. Er kann ja nur an Müller appellieren und nicht an den Hersteller.
Ganz im Gegenteil: Der Müller ist bei seinem Team angestellt und kann erst mal nichts machen. Dass er den Rast nicht angegriffen hat war nicht seine Entscheidung und auch nicht die des Teams, sondern die des Herstellers. Letztlich ist die gesamte DTM eine reine Marketingveranstaltung der Hersteller. Genau dort sollte Herr Berger ansetzen. Tut er aber nicht, ganz im Gegenteil: Er drängt das technische und sportliche Reglement in eine Richtung, die "freies" Racing (und dazu gehört meiner Meinung auch freie Entwicklung) unmöglich macht und ordnet alles der Show unter. Das kann ich verstehen, wenn man sich die Entwicklung der "alten" DTM Mitte der 90er anschaut. Dann aber soll man auch den Mut haben, dies offen zu kommunizieren und sich dieses Geschwurbel von "echtem Racing" sparen.

alex_kre
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Re: DTM-Boss Berger gegen Teamorder: Müllers Ruf steht auf dem S

Beitrag von alex_kre » Fr Aug 16, 2019 4:29 pm

Ganz im Gegenteil: Der Müller ist bei seinem Team angestellt und kann erst mal nichts machen. Dass er den Rast nicht angegriffen hat war nicht seine Entscheidung und auch nicht die des Teams, sondern die des Herstellers. Letztlich ist die gesamte DTM eine reine Marketingveranstaltung der Hersteller. Genau dort sollte Herr Berger ansetzen. Tut er aber nicht, ganz im Gegenteil: Er drängt das technische und sportliche Reglement in eine Richtung, die "freies" Racing (und dazu gehört meiner Meinung auch freie Entwicklung) unmöglich macht und ordnet alles der Show unter. Das kann ich verstehen, wenn man sich die Entwicklung der "alten" DTM Mitte der 90er anschaut. Dann aber soll man auch den Mut haben, dies offen zu kommunizieren und sich dieses Geschwurbel von "echtem Racing" sparen.
Ich glaube wir reden etwas aneinander vorbei.
Wenn er den Hersteller kritisiert, dann sagt der Hersteller vielleicht schnell "Alles klar. Dir gefällt nicht wie wir das handhaben, ja dann tschüss.", wenn er an den Fahrer appelliert, dann wird er vielleicht stur und ignoriert Anordnungen seitens Audis. Damit verliert Müller vielleicht seinen Job, aber es ist im Sinne des Racings und damit im Sinne von Gerhard Berger. Müller kann ihm in dem Sinne ja egal sein. An Fahrern hat es noch nie gemangelt.
Aber ist die Show und das Spektakel nicht echtes Racing? Es sollen Fahrer gegen sich und mit den Autos kämpfen, das verlangt er doch oder habe ich da was falsch verstanden was "echtes Racing" sein soll?
Und Kollege, die Reglementierung entsteht nur, weil die Hersteller sonst wieder Milliarden in die Projekte investieren und es am Ende gar nicht mehr finanzierbar ist. Siehe WEC. Die Serie ist vollkommen am Ende, weil man genau deinen Weg eingeschlagen hat.

Hr. Gesheimer
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Re: DTM-Boss Berger gegen Teamorder: Müllers Ruf steht auf dem S

Beitrag von Hr. Gesheimer » Fr Aug 16, 2019 7:30 pm

alex_kre hat geschrieben:
Fr Aug 16, 2019 4:29 pm
Ich glaube wir reden etwas aneinander vorbei.
Wenn er den Hersteller kritisiert, dann sagt der Hersteller vielleicht schnell "Alles klar. Dir gefällt nicht wie wir das handhaben, ja dann tschüss.", wenn er an den Fahrer appelliert, dann wird er vielleicht stur und ignoriert Anordnungen seitens Audis. Damit verliert Müller vielleicht seinen Job, aber es ist im Sinne des Racings und damit im Sinne von Gerhard Berger. Müller kann ihm in dem Sinne ja egal sein. An Fahrern hat es noch nie gemangelt.
Aber ist die Show und das Spektakel nicht echtes Racing? Es sollen Fahrer gegen sich und mit den Autos kämpfen, das verlangt er doch oder habe ich da was falsch verstanden was "echtes Racing" sein soll?
Und Kollege, die Reglementierung entsteht nur, weil die Hersteller sonst wieder Milliarden in die Projekte investieren und es am Ende gar nicht mehr finanzierbar ist. Siehe WEC. Die Serie ist vollkommen am Ende, weil man genau deinen Weg eingeschlagen hat.
Das, "Kollege", meinte ich mit der alter DTM. Es war das Aus für die Serie, ja. Aber die Jahre 93 bis 96 waren die besten bislang.
Wenn sich -z.B.- Müller stur stellt, ist er ein Idiot. Er weiß genau, dass er auf dem Audi Rennen gewinnen kann und eventuell sogar um die Meisterschaft fährt. Und er weiß auch, dass es ihn dafür eigentlich nicht braucht. Deshalb tut er genau das, was Audi ihm sagt. Genauso wie jeder andere Fahrer auch.

Was der Fan für "echtes Racing" hält, ist ihm selbst freigestellt. Für mich heißt es jedenfalls nicht, dass auf Grund des Reglements jedes einzelne Rennen künstlich spannend gehalten wird. Die Anzahl der unterschiedlichen Sieger oder der möglichst geringe Abstand der Rundenzeiten sind für mich kein Qualitätsmerkmal, sondern insbesondere ein Zeichen dafür, dass die Autos nicht selektiv genug sind. Vermutlich würde Taki Inoue auf dem Audi um den Sieg fahren können. Eine Öffnung des Reglements in Sachen Weiterentwicklung würde diesen Missstand beheben können.

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