Rast über Aston-Martin-Hilfe: "Und wenn sie dann vor uns sin

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Redaktion
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Rast über Aston-Martin-Hilfe: "Und wenn sie dann vor uns sin

Beitrag von Redaktion » Fr Jul 12, 2019 9:56 am

Aston Martin war auch am Norisring nicht auf Augenhöhe mit Audi und BMW: Wie Rene Rast & Co dazu stehen, dass dem Neuling möglicherweise geholfen wird

Eine mögliche Hilfe für Aston Martin ist in der DTM derzeit das große Thema. Der Neueinsteiger präsentierte sich auf dem Norisring zwar verbessert, ohne Strategietricks ist die Spitze aber nach wie vor außer Reichweite. Aber was sagen eigentlich die Konkurrenten der Aston-Martin-Piloten zu potenziellen Zugeständnissen für das Joint-Venture aus R-Motorsport und HWA?

"Das kann natürlich auch nach hinten losgehen", warnt DTM-Leader Rene Rast im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Sagen wir mal, wir helfen ihnen jetzt, und am Ende des Jahres sind sie überlegen. Was macht man dann?"

Andererseits findet der Audi-Pilot, dass die DTM ein konkurrenzfähiges Aston-Martin-Team braucht. "Keiner wünscht sich, dass Aston Martin hinten rumfährt. Das will kein Mensch. Von dem her wäre es schön, wenn die da vorne mitfahren würden", sagt er. "Das wäre für die DTM, für alle Beteiligten, für die Zuschauer und für uns natürlich interessanter."



Aber wäre es aus sportlicher Sicht gerechtfertigt, dem Neuling, der eigentlich erst 2020 einsteigen wollte, aber dann kurzfristig ein Jahr früher antrat, unter die Arme zu greifen? "Sie haben spät angefangen, was ich so gehört habe. Wenn sie mit dem ganzen Aufbau, mit der ganzen Entwicklung früher angefangen hätten, wären sie mit Sicherheit auch einen Tick besser geworden. Sie haben ja auch viele Testtage verpasst."

Und während Audi und BMW bei den Herstellertests zumindest Vergleichswerte hatten, war Aston Martin später auf sich alleine gestellt, als man die Testtage nachholte. "Es ist immer schwierig, zu sehen, wo deine Schwächen und Stärken liegen, wenn du alleine für dich fährst und keine Konkurrenz um dich hast", meint Rast.

Er ist aber froh, dass er die Entscheidung nicht treffen muss, wie man dem Neueinsteiger nun hilft. "Da sind 1.000 Fragen, die man vorher beantworten muss", sagt er. "Das macht es schwierig."



Auch für Rasts BMW-Rivalen Marco Wittmann ist es "ein schwieriges Thema", ob und wie man Aston Martin helfen soll, denn "natürlich will man nicht, dass ein Hersteller für zwei Saisons hinterherfährt."

Dennoch versteht der zweimalige DTM-Meister nicht ganz, wieso die Neueinsteiger eine Sonderbehandlung verdient haben. "Im Prinzip muss man sagen, dass sie eine sehr ähnliche Vorbereitung hatten wie wir auch, da HWA als Team ja schon bestanden hat und genügend Erfahrung hatte. Es ist also kein kompletter Neuaufbau eines DTM-Engagements", relativiert der BMW-Pilot im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Und die Testtage, die ihnen gefehlt haben, haben sie bereits nachgeholt."



Welche Zugeständnisse Wittmann gerecht fände? "Man könnte schon sagen, dass man sie ein, zwei, drei Tage mehr testen lässt, weil sie natürlich wesentlich weniger Vorbereitungszeit hatten, aber ich würde es nicht so gut finden, wenn sie jetzt nachentwickeln dürfen, denn es ist kein neues Engagement", hat er eine klare Meinung, ist aber ebenfalls froh, dass es nicht seine Entscheidung sei.

"Das sollten sich Gerhard Berger und die Hersteller ausmachen", sagt Wittmann. Für seinen BMW-Teamkollegen Timo Glock ist hingegen klar, dass man Aston Martin "einen Schritt entgegenkommen muss".

Seine Begründung? "Die Vorbereitung war natürlich für das gesamte Team zu kurz", meint Glock. "Und es wäre schöner, wenn die auch vorne dabei wären, klar." Man darf also gespannt sein, wie die DTM nun mit der Situation umgehen wird - und wie lange es dauern wird, bis Aston Martin wirklich auf Augenhöhe mit Audi und BMW sein wird.

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Hanno
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Re: Rast über Aston-Martin-Hilfe: "Und wenn sie dann vor uns sin

Beitrag von Hanno » Fr Jul 12, 2019 2:22 pm

Genau so ist es richtig Rene Rast,

ihr müsst euch nur Konkurrenten suchen, die hinter euch bleiben :lol:
Ich weiß nicht ob man sie dann Konkurrenz nennen kann,
aber das ist euch ja egal.

Maik Aefer
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Re: Rast über Aston-Martin-Hilfe: "Und wenn sie dann vor uns sin

Beitrag von Maik Aefer » Sa Jul 13, 2019 9:30 am

Hanno hat geschrieben:
Fr Jul 12, 2019 2:22 pm
Genau so ist es richtig Rene Rast,

ihr müsst euch nur Konkurrenten suchen, die hinter euch bleiben :lol:
Ich weiß nicht ob man sie dann Konkurrenz nennen kann,
aber das ist euch ja egal.
Du scheinst vergessen zu haben das Audi wegen genau solcher Zugeständnisse an die Konkurrenten schon zwei Meistertitel verloren hat obwohl man eigentlich das beste Paket hatte. Bei Mercedes die einfach absolut schlecht gearbeitet hatten (weil alle Kraft in die F1 gesteckt wurde) genehmigte man das sie weiter entwickeln durften (umgedreht hat Mercedes bei ähnlicher Situation in der F1 die Konkurrenz jahrelang blockiert) und BMW durfte leichter sein und größere Spoiler als im Reglement festgelegt fahren. Dazu kam dann noch das selbst als gemerkt wurde das die bevorteilten Marken auf gleichem Level waren diese nicht auf ihre Zugeständnisse für den weiteren Saisonverlauf verzichten mussten und selbst auch nicht verzichteten sondern es schön weiter ausnutzten um die Titel dann als motorsportliche Leistung zu feiern und nicht auch nur einmal der Konkurrenz für die Zugeständnisse zu danken.

Also komm hier nicht mit so einem sinnlosen Gequatsche um die Ecke sondern schau dir die Fakten an und vielleicht verstehst du dann auch warum man gerade bei Audi da ein "gebranntes Kind" ist und nicht mit Geschenken um sich werfen will.

John Thyssen
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Re: Rast über Aston-Martin-Hilfe: "Und wenn sie dann vor uns sin

Beitrag von John Thyssen » Sa Jul 13, 2019 11:23 am

Ich finde die Kritik an der Aston Martin Hilfe nicht berechtigt.
Denn Aston Martin wollte eigentlich erst 2020 einsteigen. Dass
sie früher eingestiegen sind, ist nur passiert weil Mercedes ausgestiegen ist.

Dass heißt wiederum, dass sie freiwillig auf Entwicklungszeit verzichtet haben, um der DTM auszuhelfen.
Klar hätte die DTM auch ein Übergangsjahr nur mit Audi und BMW verkraften können. Aber wir sind uns doch alle
einig, dass wir es lieber so haben wie es jetzt ist.

Rast scheint auch für die Aston-Hilfe zu sein, nur nicht in übertriebenem Ausmaß. Jeder will, dass sie konkurrenzfähig sind.
Marco Wittmann kann ich absolut nur widersprechen. Sein Argument, dass HWA ja schon in der DTM engagiert war und deswegen
der Einstieg von Aston Martin kein kompletter Neu-Einstieg ist, mag schon stimmen. Aber nie war ein einzelnes Team dafür verantwortlich,
einen komplett neuen Motor zu entwickeln. Das waren und sind immer die Hersteller, das kann man nicht vergleichen. Das unter solchem Zeitdruck dann Fehler
passieren, die ein Hersteller in einer viel längeren Entwicklungszeit und sehr viel größeren Ressourcen nicht begeht, ist klar. Ich denke, dass sollte die DTM Kommission beherzigen und Ihnen die Chance geben. Wir alle können nur davon profitieren!

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Joshzi
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Re: Rast über Aston-Martin-Hilfe: "Und wenn sie dann vor uns sin

Beitrag von Joshzi » Sa Jul 13, 2019 1:14 pm

Sehr geehrter Herr Rast. Ihre Worte: "Und wenn sie dann vor uns sind", die haben mich sehr berührt. Es ist dieses "vorne sein", dass uns als Gesellschaft, ja als Menschen immer wieder beschäftigt, um nicht zu sagen umhertreibt.

"Vorne sein" hat in manchen Lebenslagen unübersehbare Vorteile! Sei es die bessere Aussicht, dieses Gefühl der Freiheit, wenn die Natur vorüberzieht und in ihrem Beispiel natürlich auch die Auspuffgase des Vordermannes, welche man und so ganz vorne, nicht in seiner Nase hat.

"Und wenn sie dann vorne sind", das beengende Antizipieren von solch bedrohlichen Situationen kann wohl nicht einfach mit einer Reflexion der soziokulturellen Einstellungsmuster aufgelöst werden. So habe ich mich entschlossen, nach reiflicher Überlegung und nach Rücksprache mit Niki Lauda, ihnen folgenden Rat zu geben: Überholen sie Herr Rast!

Überholen sie! Brechen sie aus aus ihrer demotivierten Introperspektive, schauen sie nach vorne - geben sie Gas und .... ÜBERHOLEN sie. Überholen sie, wie Gott sie geschaffen hat meinetwegen, aber überholen sie. Fahren sie vorbei, links, rechts, lassen sie sie raus, ihre Ängste. Am Ende aller Überholvorgänge werden sie vorne sein und alle anderen werden sich fragen: "Und wenn der Rast morgen wieder vorne ist." - Guten Abend
©joshzi

Kimi81
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Re: Rast über Aston-Martin-Hilfe: "Und wenn sie dann vor uns sin

Beitrag von Kimi81 » Sa Jul 13, 2019 1:27 pm

Auch für Rasts BMW-Rivalen Marco Wittmann ist es "ein schwieriges Thema", ob und wie man Aston Martin helfen soll, denn "natürlich will man nicht, dass ein Hersteller für zwei Saisons hinterherfährt."

Dennoch versteht der zweimalige DTM-Meister nicht ganz, wieso die Neueinsteiger eine Sonderbehandlung verdient haben.

Gerade vom Wittmann muss dieser Spruch kommen. :betrunken:

Wie war das damals? Weniger Gewicht und 5cm mehr Heckflügel für ihn und BMW.

Cannibals
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Re: Rast über Aston-Martin-Hilfe: "Und wenn sie dann vor uns sin

Beitrag von Cannibals » So Jul 14, 2019 8:59 pm

Ich muss Wittmann mit dem HWA Thema schon recht geben.
Wo wurden die Mercedes gebaut. Ich denke das würde alles bei HWA gemacht. Auch der Motor glaub ich.

https://www.motorsport-total.com/dtm/ne ... a-18072301.
Wenn ich den obigen Artikel lese, dann bestärkt mich das in meiner Meinung.
So schnell kann doch keine Firma einen Renn Motor vom weißen Blatt Papier aus bauen.
Das wird im Grunde der Mercedes Motor sein, der ja eigentlich schon 2017 kommen sollte und wegen Mercedes um 2 Jahre verschoben wurde.
Jetzt ist halt ein anderer aufkleber drauf.

Das Glorreiche Mercedes in der Formel 1 hat auch nicht viel mit Stuttgart zu tun. Da kommt doch auch alles aus England

Steilstrecke
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Re: Rast über Aston-Martin-Hilfe: "Und wenn sie dann vor uns sin

Beitrag von Steilstrecke » So Jul 14, 2019 9:33 pm

John Thyssen hat geschrieben:
Sa Jul 13, 2019 11:23 am
Ich finde die Kritik an der Aston Martin Hilfe nicht berechtigt.
Denn Aston Martin wollte eigentlich erst 2020 einsteigen. Dass
sie früher eingestiegen sind, ist nur passiert weil Mercedes ausgestiegen ist.

Dass heißt wiederum, dass sie freiwillig auf Entwicklungszeit verzichtet haben, um der DTM auszuhelfen.
Klar hätte die DTM auch ein Übergangsjahr nur mit Audi und BMW verkraften können. Aber wir sind uns doch alle
einig, dass wir es lieber so haben wie es jetzt ist.

Rast scheint auch für die Aston-Hilfe zu sein, nur nicht in übertriebenem Ausmaß. Jeder will, dass sie konkurrenzfähig sind.
Marco Wittmann kann ich absolut nur widersprechen. Sein Argument, dass HWA ja schon in der DTM engagiert war und deswegen
der Einstieg von Aston Martin kein kompletter Neu-Einstieg ist, mag schon stimmen. Aber nie war ein einzelnes Team dafür verantwortlich,
einen komplett neuen Motor zu entwickeln. Das waren und sind immer die Hersteller, das kann man nicht vergleichen. Das unter solchem Zeitdruck dann Fehler
passieren, die ein Hersteller in einer viel längeren Entwicklungszeit und sehr viel größeren Ressourcen nicht begeht, ist klar. Ich denke, dass sollte die DTM Kommission beherzigen und Ihnen die Chance geben. Wir alle können nur davon profitieren!
Eine kurze Anmerkung zu Ihrer Meinung:
Wäre Mercedes nicht ausgestiegen, hätte Aston-Martin nicht einsteigen können, denn dann hätte Mercedes sein Material - Motoren und andere Komponenten- selbst benötigt. Ein komplett neues Auto stampft man nämlich nicht mal so eben aus dem Boden, denn das ist reine Augenwischerei a'la AMG/ Mercedes.

John Thyssen
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Re: Rast über Aston-Martin-Hilfe: "Und wenn sie dann vor uns sin

Beitrag von John Thyssen » So Jul 14, 2019 10:05 pm

Das Mercedes ausgestiegen ist, war im ersten Moment natürlich schlecht.
Aber wenn man es genau betrachtet, ist es das Beste was passieren könnte.

Dadurch wurde in Kombination mit Gerhard Berger als ITR-Chef dass Class-One Reglement
finalisiert. Mercedes war jenes Team, was Class-One zu ein früheren Zeitpunkt hat scheitern lassen.

Welcher Hersteller gekommen wäre, darüber kann man streiten. Audi und BMW haben Glück gehabt,
dass Aston nicht wie Anfangs geplant den Honda GT500 Motor bekommen hat.

Da hätten die deutschen Hersteller nicht den Hauch einer Chance gehabt.
Ich bin mal gespannt ob nächste Saison neue Hersteller kommen.

P. S.: Ich werde in Hockenheim dabei sein :)

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