Berger über DTM auf der Nordschleife: "Manchmal werden Träum

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Berger über DTM auf der Nordschleife: "Manchmal werden Träum

Beitrag von Redaktion » Fr Jun 21, 2019 8:24 am

DTM-Boss Gerhard Berger im Interview: Wieso er sich ein DTM-Comeback auf der Nordschleife vorstellen könnte und welche Herausforderungen er derzeit sieht

Vor 26 Jahren fuhr die DTM das letzte Mal auf der legendären Nürburgring-Nordschleife, aber nach wie vor übt die 25,3 Kilometer lange Berg-und-Talbahn (inklusive Grand-Prix-Strecke) nicht nur auf die Fans, sondern auch auf die Fahrer eine unglaubliche Faszination aus.

Ist ein Comeback völlig unrealistisch? 'Motorsport-Total.com' hat bei DTM-Boss Gerhard Berger nachgefragt, der für seine puristischen Ansätze bekannt ist - und ist dabei keinesfalls auf taube Ohren gestoßen.

Frage: "Herr Berger, was halten Sie von der Idee, ein DTM-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife auszutragen? Welche Herausforderungen sehen Sie diesbezüglich?"Gerhard Berger: "Ich sehe zwei Aspekte. Da gibt es erstens den Sicherheitsaspekt, der sicher eine Rolle spielt. Da habe ich gemischte Gefühle. Unsere DTM-Autos sind so sicher, dass unter normalen Umständen niemand zu Schaden kommen sollte."

"Wenn du aber mit mehr als 600 PS, mit diesen Geschwindigkeiten und mit dieser Aerodynamik auf dem Nürburgring fährst, dann würde ich es mich nicht trauen, so eine klare Aussage zu treffen. Die Auslaufzonen an der Nordschleife sind halt sehr begrenzt."

"Zweitens haben wir 18 bis 20 Autos am Start. Der Nürburgring ist aber so lang, dass du dort Großveranstaltungen brauchst, bei denen verschiedene Autos gemischt werden und man mindestens 40 bis 50 Starter hat, damit die Zuschauer auch ständig unterhalten werden. Auch das ist eine Schwierigkeit, die nicht dafür sprechen würde."

"Dennoch wäre es meiner Meinung nach eine tolle Aktion. Ich würde es ja auch schon super finden, wenn wir auf der Grand-Prix-Strecke fahren und nur die letzte Runde über den großen Kurs führt."

Frage: "Das wäre aber wahrscheinlich vom logistischen Aufwand her enorm, wenn man die Nordschleife nur für eine Runde nutzt."Berger: "Ja, ich glaube das sind am Ende alles Träumereien, aber manchmal werden auch Träume zur Wirklichkeit."

Frage: "Das heißt, Sie könnten es sich tatsächlich vorstellen, dass so etwas gemacht wird?"Berger: "Ich könnte es mir durchaus vorstellen, aber da bräuchte es mehr dazu. Wie gesagt: Der Sicherheitsgedanke ist da der wichtigste."

Frage: "Marco Wittmann sieht interessanterweise die Sicherheit nicht als Problem, aber er glaubt, dass es unmöglich wäre, mit einem DTM-Auto auf der Nordschleife zu überholen. Wie sehen Sie das?"Berger: "Ich glaube, das kann man erst sagen, wenn man dort gefahren ist. Ich würde das nicht als Problem sehen."

Frage: "Zumal ja auch früher dort in der DTM nicht viel überholt wurde und die Strecke dennoch eine wahnsinnige Faszination ausstrahlt."Berger: "Ja. Und ich glaube trotzdem, dass Überholmanöver stattfinden würden. Alleine schon, weil die Fahrer dort viele unterschiedliche Linien fahren würden und unterschiedlich schnell wären. Der eine kennt die Nordschleife besser, der andere weniger gut, der eine hat 'big Balls', der andere weniger."

"Ich glaube, dass die Möglichkeiten für Überholmanöver auf der Nordschleife schon gegeben wären. Und wenn es früher geklappt hat, warum dann nicht auch heute?"

Frage: "Haben Sie mit den Herstellern über das Thema gesprochen?"Berger: "Nein, habe ich nicht. Aber die Hersteller wissen sowieso, dass meine Denke immer ein bisschen extremer ist als die von vielen anderen. Und da passt das auch gut dazu."

Frage: Würden Sie ein DTM-Rennen auf der Nordschleife als eigene Veranstaltung sehen oder wie in alten Zeiten im Rahmenprogramm des 24-Stunden-Rennens? Dann wäre die Strecke ja schon vorbereitet."Berger: "Die DTM tritt grundsätzlich als eigenständige Veranstaltung auf."

Frage: "Martin Tomczyk ist ja im Vorjahr mit einem DTM-BMW auf der Nordschleife gefahren. Haben Sie ihn nach seiner Einschätzung gefragt?Berger: "Nein, habe ich nicht, aber die Einschätzung kann ich auch selbst treffen: Wenn man dort früher mit einem Porsche 956 und mit Formel-1-Autos gefahren ist, dann ist die Strecke heute sicher noch besser geeignet, weil sie neu asphaltiert wurde und auch sonst einiges gemacht wurde."

"Das sollte also für ein DTM-Auto allemal ausreichen und dadurch passen. Ich denke, wir müssen es derzeit auch dabei belassen, weil es im Moment nur Träumereien sind."

Frage: "Welche Erlebnisse verbinden Sie selbst mit der Nordschleife?"Berger: "Gar keine. Ich sollte dort nur einmal ein Formel-3-Rennen gefahren (am 27.3.1983 in der Formel-3-EM im Team von Helmut Marko; Anm. d. Red.), und da hat es geschneit. Das war auch sehr bezeichnend für die Nordschleife."

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Einladungsrennen mit Super GT

Beitrag von X5 494 » Fr Jun 21, 2019 11:24 pm

Es wird ja schon seit einiger Zeit über ein zukünftiges Einladungsrennen spekuliert, bei dem die SuperGT (GT500) Autos aus Japan nach Europa kommen und gegen die DTM Autos fahren sollen.
Sollte so ein Rennen tatsächlich zustande kommen wäre das die optimale Gelegenheit für ein Rennen auf der Nordschleife.

Das Gemeinschaftsrennen würde vermutlich ohnehin nicht zur DTM Meisterschaft zählen. Also muss man sich nicht ans normale Regelbuch halten sondern man kann bei der Gelegenheit auch Nordschleifen-Spezifische Sonderregeln einführen. (Z.B. würden die aktuellen DRS/P2P Regeln bei dieser Streckenlänge keinen Sinn machen, man braucht ein anderes Quali-Format, etc.)

Man hätte ein paar zusätzliche Autos auf der Strecke, ein Thema das Berger ja schon angesprochen hat.

Bei der Gelegenheit kann man dann aber auch gleich voll durchgreifen und das ganze Rennformat an dem der Super GT anlehnen: Langstreckenrennen mit Fahrerwechsel! Jedes DTM-Auto bekommt 2 Fahrer, wobei die Teams selber aussuchen können ob sie jeweils einen Stammfahrer plus einen Gaststarter zusammenspannen wollen, oder ob sie 2 Stammfahrer in einem Auto und 2 Gastfahrer in einem anderen haben wollen. Die Japaner kommen ja ohnehin mit 2 Stammfahrern pro Auto.
Das Rennen geht dann über 20 Runden auf der Gesamtstrecke (~500km bzw. gut 3 Stunden)

Wenn man noch einen Schritt weiter gehen will lädt man auch noch die GT300 Teams aus der Super GT sowie ein paar GT3 Teams aus VLN, GTMasters, etc. ein um eine 2. Klasse zu bilden. Wenn man sagen wir mal 35 DTM/GT500 Autos plus 30-40 GT3/GT300 Autos zusammen trommelt dann wird auch die Nordschleife voll genug dass keinem Fan mehr langweilig wird.

Solch ein Rennen wäre dann auf jeden Fall groß genug dass sich der Aufwand (hunderte Streckenarbeiter, Kameras, Hubschrauber, etc.) auch für ein Einzelevent auszahlen würde.

BrummBrumm
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Re: Berger über DTM auf der Nordschleife: "Manchmal werden Träum

Beitrag von BrummBrumm » Di Jun 25, 2019 1:40 pm

So schön die Nordschleife ist, so langweilig wäre wohl ein Rennen auf der NS. Überholen geht dann nämlich nur auf dem GP Kurs und auf der Döttinger Höhe. Alles andere wäre hinterherfahren.

Warum nicht ein Nachtrennen auf dem GP Kurs? Aber ohne große Leuchtmasten.

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