Pietro Fittipaldi: Was in der DTM schwieriger ist als in der

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Pietro Fittipaldi: Was in der DTM schwieriger ist als in der

Beitrag von Redaktion » So Mai 12, 2019 8:29 pm

Pietro Fittipaldi vergleicht seinen Job als Rookie in der DTM mit dem als Testfahrer in der Formel 1 und erkennt wesentliche Unterschiede auf mehreren Gebieten

Pietro Fittipaldi hat sein erstes Rennwochenende als DTM-Pilot hinter sich. Beim Saisonauftakt 2019, der am vergangenen Wochenende in Hockenheim über die Bühne ging, fuhr der Enkel von Formel-1- und IndyCar-Größe Emerson Fittipaldi als Debütant auf Anhieb in die Punkte. Im ersten Rennen belegte der junge Fittipaldi mit seinem Audi des Kundenteams WRT den zehnten Platz. Im zweiten Lauf kam er als 15. ins Ziel.

Während es Großvater Emerson in der Formel 1 auf zwei WM-Titel gebracht hat und auch Onkel Christian jahrelang im Grand-Prix-Sport Rennen fuhr, beschränkt sich die Formel-1-Erfahrung von Pietro Fittipaldi bislang auf wenige Testfahrten für das Haas-Team. Doch selbst mit vergleichsweise wenig Routine sowohl in der Formel 1 als auch in der DTM sind dem 22-jährigen Brasilianer schon einige beträchtliche Unterschiede aufgefallen.

"In der DTM muss der Fahrer mehr arbeiten, was ja Absicht ist", urteilt Fittipaldi im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' und begründet dies damit, dass den DTM-Piloten längst nicht so viele Daten zur Verfügung stehen wie den Formel-1-Piloten: "Es gibt keine Sensorendaten auf dem Lenkrad, wie das in der Formel 1 der Fall ist. In der DTM benötigt man ein sehr gutes Gefühl. Man muss die Reifen richtig gut kennen. Da macht die Erfahrung einen großen Unterschied."

"Wenn man keine Erfahrung mit den Reifen oder mit dem Auto hat, muss das lernen. Man muss ein Gefühl dafür entwickeln, wann die Reifen ins richtige Fenster kommen, wann sie funktionieren und wie sie abbauen. Das ist eine große Herausforderung", sagt der 22-Jährige, findet aber Gefallen daran: "Als Fahrer mag man das, weil man viel mehr denken muss. Das ist interessant."

Doch die Menge an Daten ist nicht der einzige Unterschied, der Fittipaldi in seiner noch jungen DTM-Karriere bereits aufgefallen ist. "Auch der Fahrstil ist ganz anders. Da kann man die DTM nicht mit der Formel 1 vergleichen. Ein Formel-1-Auto ist eben ein Monoposto", bemerkt der Champion der Formel V8 3.5 von 2017, der im darauffolgenden Jahr bei sechs IndyCar-Rennen am Start war.

Mit Blick auf das Handling seines Audi RS5 DTM geht Fittipaldi ins Detail: "Dieses Auto fühlt sich ganz anders an als alles, was ich bisher gefahren bin. In den Formelautos fiel mir die Eingewöhnung leichter, weil ich schon viele Formelautos gefahren habe."

Im Gegensatz dazu ist die DTM in jeglicher Hinsicht Neuland für Fittipaldi. "Das ist ein bisschen wie in der NASCAR früher, als es noch keine Telemetrie gab, die dem Fahrer beim Fahren hilft", zieht der Rookie einen Vergleich und weiß: "Ein schneller, erfahrener Pilot ist da gegenüber einem jungen Rookie natürlich im Vorteil, denn wenn man auf einer gewissen Strecke schon seit zehn oder 15 Jahren fährt und es keine Telemetrie gibt, die einem sagt, wo man Zeit verliert oder inwiefern jemand anders fährt, dann wirkt sich das aus."

Dass die DTM für Routiniers vom Schlage Marco Wittmann oder Rene Rast, die in Hockenheim jeweils einen Lauf gewonnen haben, einfacher ist, will Fittipaldi aber nicht uneingeschränkt behaupten: "Die Erfahrung hilft sehr, aber der Fahrer muss auch schnell sein." Und so kommt der junge Brasilianer nach seinem ersten DTM-Rennwochenende zum Schluss: "Das Auto ist schwierig zu fahren. aber es macht Spaß."

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