Di Resta nach Aston-Martin-Debüt: Haben Rückstand frühestens

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Di Resta nach Aston-Martin-Debüt: Haben Rückstand frühestens

Beitrag von Redaktion » Fr Mai 10, 2019 12:16 pm

Warum Paul di Resta nicht daran glaubt, dass Aston Martin den Rückstand auf Audi und BMW diese Saison aufholen kann und wo man sich verbessern muss

Nach dem ITR-Test auf dem Lausitzring wurde DTM-Neuling R-Motorsport wegen der starken Longruns als Geheimtipp gehandelt, und in Hockenheim lag Paul di Resta im Aston Martin Vantage sogar kurz in Führung. Dennoch sieht der Schotte seine Truppe klar im Hintertreffen, wenn es um die reine Performance des Autos geht.

"Das war die erste echte Standortbestimmung für unser Auto", sagt di Resta, der am Sonntag immerhin Platz sieben einfuhr. "Wir sind nicht nur im Qualifying, sondern auch im Rennen viel langsamer - um eine bis 1,2 Sekunden pro Runde." Damit sei man ungefähr dort, wo man sich selbst erwartet habe, meint der Routinier, der Zweifel hat, ob dieser Rückstand bis zum Saisonfinale in Hockenheim Anfang Oktober aufzuholen ist.

"Für uns ist jedes Rennen ein Test", erklärt er die Herangehensweise. "Wir werden auch zu Saisonende noch Rückstand haben, da machen wir uns nichts vor, aber wir können im Winter versuchen, diese Lücke zu schließen." Damit sagt di Resta, dass seine Truppe nur unter außergewöhnlichen Umständen - wie eben dieses Wochenende in Hockenheim - eine Chance haben wird.



Der Status quo überrascht di Resta aber nicht. "Wenn man sich anschaut, wie lange BMW und Audi bereits an diesen Motoren arbeiten, die so komplex sind, und wie viele Ressourcen sie haben, dann spielt das schon eine Rolle. Vynamic ist eine relativ kleine Firma, die Erfahrung in der DTM hat, aber sie haben ziemlich spät entschieden, einen Motor zu bauen. Und man muss nicht nur die Hardware, sondern auch die Software in den Griff kriegen", spielt er auf die Fahrbarkeit an.

Die Motoreneinstellungen dürfen übrigens auch nach der Homologationsfrist, die auf den 1. April angesetzt war, verändert werden. Doch auch in Sachen Leistung hat der Neueinsteiger noch Luft nach oben: Im Topspeed-Klassement reihten sich die vier Aston Martins im zweiten Rennen auf trockener Piste geschlossen am Ende des Feldes ein: Auf den besten Audi fehlen neun, auf den besten BMW vier km/h.



Enttäuscht sei di Resta aber von Vynamic - dem Joint-Venture aus R-Motorsport und HWA - überhaupt nicht, denn der Mannschaft gelang es, innerhalb von nur 90 Tagen ein DTM-Auto fertigzustellen: "Und jetzt mit vier Autos aufzukreuzen, ist schon eine Leistung."

Doch nicht nur das: R-Motorsport ist es in Hockenheim gelungen, im verregneten ersten Qualifying mit di Resta ein Auto unter die Top 3 und mit Jake Dennis eines unter die Top 6 zu bringen - im Rennen holte man durch Daniel Juncadellas neunten Platz die ersten Punkte. Und am Sonntag sammelte di Resta sogar Führungskilometer und holte Platz sieben. Das sind insgesamt neun Punkte in der Hersteller-Wertung.



"Es wird mir jeder zustimmen, dass uns ganz wenige hier so erwartet haben, wie wir uns präsentiert haben", zieht Teamchef Florian Kamelger ein "sehr positives Fazit". Dennoch sei ihm bewusst, "wie hoch der Berg ist, den es zu erklimmen gilt. Wir sind noch nicht wirklich weit oben. Ich würde sagen, wir sind gerade erst beim Basecamp angekommen. Aber wenn man Basecamps kennt: Da geht man auch schonmal eineinhalb Tage hin. Wir sind also auf dem richtigen Weg."

Wichtig sei auch, dass man im ersten Rennen zwei und im zweiten drei von vier Autos ins Ziel brachte. "Die Jungs haben unglaublich viel Arbeit in diese Autos reingesteckt. Jetzt sehen sie, dass sie auch funktionieren. Das ist unglaublich wichtig, denn der Stolz hebt auch wieder die Motivation. Das brauchen wir alle", erklärt Kamelger.



Doch wie geht es jetzt weiter? Schon in einer Woche steigt das zweite DTM-Wochenende der Saison in Zolder, der für alle völliges Neuland bedeutet. Bis dahin will Kamelger, dessen Truppe am Samstag ein Motorenproblem (Ferdinand Habsburg), einen Bremsdefekt (di Resta) und ein Kupplungsproblem (Dennis) verzeichnete, vor allem die Haltbarkeit verbessern.

"Das müssen wir auf jeden Fall angehen, aber da müssen auch die anderen durch", spielt er darauf an, dass die Turbo-Motoren für deutlich größere Vibrationen sorgen. "Da gibt es einige Dinge, die man einfach durchstudieren muss. Wir haben ja mega-viele Daten gesammelt."

Wo Kamelger noch deutliches Entwicklungspotenzial sieht? "Es gibt in so einer neuen Konstellation, die sich so schnell finden hat müssen und in der kurzen Zeit sehr gut gefunden hat, immer noch sehr viele Kleinigkeiten, Schnittstellen und Kommunikationswege, die wir optimieren müssen", sagt der Südtiroler. "All diese kleinen Dinge lassen am Ende den großen Berg kleiner erscheinen. Und da müssen wir hin."

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