HWA: So schwierig war's nach dem Mercedes-Aus wirklich

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HWA: So schwierig war's nach dem Mercedes-Aus wirklich

Beitrag von Redaktion » Fr Feb 22, 2019 11:42 am

Wieso der Aston-Martin-Einstieg für das erfolgreichste DTM-Team der Geschichte die Rettung ist und welche Rolle HWA bei Adrian Neweys Valkyrie-Projekt spielt

Stand die renommierte Rennwagenschmiede HWA nach dem Mercedes-Ausstieg aus der DTM vor dem Aus? Darauf deuten die Aussagen des Firmengründers und Namensgebers Hans Werner Aufrecht hin. "Wenn man 30 bis 40 Prozent des Umsatzes verliert, dann weiß man - wenn man etwas von Wirtschaft versteht -, dass nicht viele Firmen so ein Problem überleben", sagt der Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens aus Affalterbach, das abgesehen von der Formel 1 für den gesamten Motorsportauftritt von Mercedes verantwortlich zeichnete.

Dass es nun weitergeht, hat auch damit zu tun, dass man sich nicht mehr wie seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1998 nur auf Mercedes spezialisiert. "Ich danke Ola Källenius dafür, dass er diesen Weg für uns geöffnet hat", richtet Aufrecht dem künftigen Nachfolger von Daimler-Boss Dieter Zetsche aus, der derzeit noch als Forschungs- und Entwicklungschef agiert.

Dass HWA nun gemeinsam mit dem Schweizer R-Motorsportteam der beiden Ärzte Florian Kamelger und Andreas Baenziger den eben präsentierten DTM-Einstieg von Aston Martin umsetzt, sichert den Fortbestand der Firma, bei der sich die Hälfte der 300 Mitarbeiter auf die DTM konzentieren.



"Das bedeutet eine neue Zukunft für HWA", stellt Aufrecht klar. "Ich bin wirklich froh, dass es diese Zusammenarbeit mit R-Motorsport gibt. Ich habe die Probleme kommen sehen - mit Mercedes-Benz - und spreche Dr. Kamelger und Dr. Baenziger meinen Dank aus, was sie da gemeinsam mit Aston Martin auf die Beine gestellt haben."

Die Zusammenarbeit bedeutet eine Win-Win-Situation für beide Unternehmen: Das bislang im Langstrecken-Sport aktive R-Motorsport-Team sollte durch den Ausstieg von Mercedes nach Wunsch von Boss Gerhard Berger nicht erst wie ursprünglich geplant 2020, sondern bereits dieses Jahr in die DTM einsteigen, es fehlte allerdings die Expertise in diesem Bereich. Und HWA hatte einen Vier-Zylinder-Turbomotor entwickelt, der zum neuen DTM-Reglement passt, es fehlte allerdings ein Partner.



Das deutsch-schweizerische Joint-Venture birgt zudem Synergien: So wird man auch das von Red-Bull-Stardesigner Adrian Newey entwickelte Aston-Martin-Hypercar Valkyrie produzieren, wie vergangenes Jahr im Juli bekanntgegeben wurde. Das erste Modell soll Ende dieses Jahres ausgeliefert werden. Auch das war eine Maßnahme von HWA, um keine Mitarbeiter abbauen zu müssen.

Denn das Formel-E-Engagement, dass man seit Saisonbeginn betreibt, brachte nicht ausreichend Auslastung für das mit 13 Team-, sechs Marken- und zehn Fahrertitel erfolgreichste DTM-Team der Geschichte. Das hat damit zu tun, dass beim Formel-E-Projekt nicht nur weniger, sondern auch anders ausgebildete Mitarbeiter gebraucht werden.

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