"Wie vom anderen Stern": So brutal spielt Mercedes mit der Konkurrenz

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Redaktion
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"Wie vom anderen Stern": So brutal spielt Mercedes mit der Konkurrenz

Beitrag von Redaktion » Do Aug 06, 2020 5:23 pm

Wie viel Reserve Mercedes wirklich noch hat und warum Toto Wolff sich nach dem ersten Silverstone-Rennen in seiner Vorahnung bestätigt fühlt

"Dass Red Bull bei der Pace so nahe an uns dran war, das war echt", sagt Lewis Hamilton. Mit dieser Aussage bezieht er sich auf den Großbritannien-Grand-Prix in Silverstone, den er für Mercedes dominiert hatte. Doch "nahe", das ist relativ: Max Verstappen als Red-Bull-Speerspitze hatte im Rennen nicht den Hauch einer Chance gegen Mercedes.

Die Abstandswerte zeigen: Alleine zwischen den Runden 18 und 48 verlor Verstappen insgesamt 13,5 Sekunden auf Hamilton. Das entspricht gut vier Zehnteln pro Runde.

Im Qualifying waren die Unterschiede noch größer ausgefallen: Hamilton nahm Verstappen 1,022 Sekunden ab. Selbst auf Valtteri Bottas betrug Verstappens Rückstand noch 0,707 Sekunden.



Trotzdem spricht Hamilton davon, er mache sich angesichts des jüngsten Grand Prix die Hoffnung, "nächstes Mal ein enges Rennen" zu sehen. Und er beteuert: "Wir hatten nicht heruntergedreht oder dergleichen." Was er und Mercedes in Silverstone gezeigt hätten, das sei die wahre Mercedes-Leistung.

Teamchef Toto Wolff allerdings widerspricht Hamilton und meint bei 'Sky': "Wir hatten ein wenig mehr im Köcher, aber das bedeutet nicht, dass wir mit Modi unterwegs waren, die komplett runtergedreht wurden. Meist dreht man im Rennen ein wenig zurück, weil man sich die 'scharfen' Modi gar nicht so lange erlauben kann."

Dass Mercedes beim Großbritannien-Grand-Prix zumindest zeitweise im "Schongang" gefahren ist, das will Red-Bull-Teamchef Christian Horner erkannt haben. Seine These bei 'Sky': "Ich denke, sie haben sich erst einmal ausreichend abgesetzt und anschließend das Tempo kontrolliert."



Er könne seine Meinung auch mit Daten belegen. Red Bull habe eigens Nachforschungen dazu angestellt. Ergebnis: "Mercedes ließ es in den Kurven 1, 2 und 9 etwas ruhiger angehen. Das konnte man sehen."

Für McLaren-Teamchef Andreas Seidl steht ohnehin fest, dass Mercedes "wie vom anderen Stern" unterwegs sei. Eine Änderung des Kräfteverhältnisses sei nicht in Sicht, sondern es werde beim Grand Prix zum 70-jährigen Jubiläum der Formel-1-WM (hier im Liveticker verfolgen!) "recht ähnlich" sein.

Die Formel-1-Hackordnung laut Seidl: Auf Mercedes folgen Racing Point und Red Bull. "Die sind ziemlich ausgeglichen", sagt er über die ersten Verfolger. "Und danach kommen Ferrari, wir und Renault."



Renault, das sei an dieser Stelle noch erwähnt, fehlten im Qualifying zuletzt 1,7 Sekunden auf die Pole-Zeit von Hamilton. Doch trotz dieses gewaltigen Vorsprungs will Mercedes-Teamchef Wolff nicht von seinen skeptischen Prognosen Abstand nehmen. Das Grand-Prix-Ergebnis gebe ihm Recht.

"Ich weiß, ich muss viel Kritik einstecken, wenn ich sage, es kann auch mal was passieren", erklärt Wolff. "Wir hätten [in Silverstone] leicht zwei Autos verlieren können, aus den Punkten rausfallen können. Dann wäre der Punktevorteil auf einen Schlag weg gewesen. Wir hätten zwar das schnellste Auto gehabt, Silverstone aber ohne Punkte verlassen."

Das wiederum hätte direkte Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft gehabt, die Wolff noch lange nicht als gewonnen ansieht. "Ich betone immer wieder: Die Meisterschaft ist erst durch, sobald es rechnerisch nicht mehr möglich ist, dass wir eingeholt werden. Das Rennen ist auch erst mit der Zielflagge beendet."



"So gesehen bin ich nicht so froh, dass meine Vorhersagen manchmal eintreffen", sagt Wolff. "Aber das liebe ich ja auch am Motorsport: Es ist einfach sehr unvorhersehbar, bis ganz zum Schluss."

Auch die Fahrer-WM bleibe offen. Wolff versichert bei 'Channel 4', es werde jetzt "definitiv keine" Stallregie zugunsten von Hamilton geben, nur um den Fahrertitel abzusichern.

Bottas, dessen Mercedes-Vertrag gerade um ein Jahr verlängert wurde, bekomme auch in Zukunft "die gleichen Chancen", so Wolff. "Keine Ahnung, wie viele Rennen noch kommen. Es sind wohl mindestens zehn oder so. Es gibt also noch genügend Möglichkeiten."

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Lipperlandexpress
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Re: "Wie vom anderen Stern": So brutal spielt Mercedes mit der Konkurrenz

Beitrag von Lipperlandexpress » Do Aug 06, 2020 10:16 pm

Tja, Langeweile pur, wie in der Bundesliga....

Danke Mercedes, mit der vielen Kohle gebt ihr der Formel 1 den Rest.
Zuschauer und Sendeanstalten springen ab, in fünf Jahren ist die F1 Geschichte.
Wenn ein anderes Team so überlegen wäre, würde natürlich Betrug unterstellt.....

damiechal
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Re: "Wie vom anderen Stern": So brutal spielt Mercedes mit der Konkurrenz

Beitrag von damiechal » Fr Aug 07, 2020 12:36 am

würde natürlich Betrug unterstellt.....
oder FIA hätte eingegriffen und Regeln "spezifizert" :lol:

Emperor1982
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Registriert: Do Aug 06, 2020 1:59 pm

Re: "Wie vom anderen Stern": So brutal spielt Mercedes mit der Konkurrenz

Beitrag von Emperor1982 » Fr Aug 07, 2020 8:26 am

Nun ja, wenn man diversen Berichten zu den Budgets 2019 glauben mag, lag das Budget von Mercedes mit 434 Mio nur knapp vor Ferrari mit 416 Mio und Red Bull mit 400 Mio. Vielleicht muss man einfach mal akzeptieren, dass Mercedes fantastische Arbeit leistet aktuell. Warum sollten sie absichtlich langsam machen?

Als BVB-Fan kann ich schließlich auch sehr gut akzeptieren und respektieren, dass die Bayern einfach gute Arbeit leisten. Manchen Menschen fällt dies aber offenbar schwer.

AdRe
Beiträge: 11
Registriert: Do Aug 06, 2020 3:54 pm

Re: "Wie vom anderen Stern": So brutal spielt Mercedes mit der Konkurrenz

Beitrag von AdRe » Fr Aug 07, 2020 8:35 am

Entwicklungsvorsprung ist keine Rechtfertigung für großartige Leistung!
Dann Ferrari und andere durch Corona gebremst!
Dann jetzt noch alles eingefroren!
Tolle Reglungen und gute Arbeit der F1.
Hut ab !
Könnt zusperren denke ich!

desl
Beiträge: 28
Registriert: Fr Mai 18, 2018 9:23 am

Re: "Wie vom anderen Stern": So brutal spielt Mercedes mit der Konkurrenz

Beitrag von desl » Fr Aug 07, 2020 9:07 am

Signifikant ist nicht nur der Vorsprung von Mercedes auf Red Bull. Zwar baute man Runde um Runde mehr gegenüber Verstappen auf, aber es reichte nicht, um einen Gratis-Boxenstop zu machen, wie man ihn ab und an in der letzten Saison gesehen hat.

Sehr deutlich ist z.B. der Abstand zwischen Verstappen und Leclerc. Verstappen ist nämlich jede Runde gut eine Sekunde schneller gefahren ... auch unabhängig von der Reifenpanne bei Bottas wäre Verstappen wohl für die schnellste Rennrunde nochmal in die Box gekommen.

Und Leclerc hatte keinerlei Druck von hinten durch die McLaren, Renault und Stroll.
Norris hielt einen gewissen Respektsabstand zu Sainz der vor ihm lag und dahinter dauerte es ziemlich lange, bis er sich von Grosjean absetzen konnte und dieser mit seinen alten Reifen nach und nach von anderen überholt wurde.

Wir haben die letzten Jahre schon gesehen, dass hinter den Top3 eine klare Lücke klafft. 2017 war es die Lücke zwischen Red Bull und den Force India. 2018 die zwischen Red Bull und Hülkenberg.

2019 waren Ferrari und Red Bull ähnlich schnell und dahinter war eine klare Lücke zu McLaren ... naja ... Gasly geisterte zumeist irgendwo dazwischen umher.


2020 ist in dem Sinne spannender, dass sich noch keine klare Nummer 3 herauskristallisiert hat. Ferrari, McLaren, Renault ... sie sind auf ähnlichem Niveau. Racing Point fährt manchmal in deren Gegend ... zuweilen können sie sich auch mit den Red Bull messen.
Das Kräftemessen hinter den Mercedes und Verstappen ist da spannender als z.B. letztes Jahr hinzuschauen, wer mit McLaren mithalten kann, die recht klare 4te Kraft waren.


Wie dem auch sei ... solche Lücken gab es früher auch.

Wenn 1995 die Benetton und die Williams ins Ziel gekommen waren, dann waren die dahinter platzierten Ferrari oft schon eine Minute dahinter gelegen ... oder gar überrundet.
McLaren, Sauber, Jordan, Ligier usw. hätten damals keine Podest-Plätze geholt, wenn die Boliden ähnlich zuverlässig wie heute gewesen wären.

kindasport
Beiträge: 15
Registriert: Mo Aug 03, 2020 2:09 pm

Re: "Wie vom anderen Stern": So brutal spielt Mercedes mit der Konkurrenz

Beitrag von kindasport » Fr Aug 07, 2020 2:06 pm

Emperor1982 hat geschrieben:
Fr Aug 07, 2020 8:26 am
Nun ja, wenn man diversen Berichten zu den Budgets 2019 glauben mag, lag das Budget von Mercedes mit 434 Mio nur knapp vor Ferrari mit 416 Mio und Red Bull mit 400 Mio. Vielleicht muss man einfach mal akzeptieren, dass Mercedes fantastische Arbeit leistet aktuell. Warum sollten sie absichtlich langsam machen?

Als BVB-Fan kann ich schließlich auch sehr gut akzeptieren und respektieren, dass die Bayern einfach gute Arbeit leisten. Manchen Menschen fällt dies aber offenbar schwer.
Hier konnte man vor einiger Zeit ein Interview mit Di Montezemolo lesen wo er sagte das Ferrari einst den Hybridmotoren zugestimmt aber nicht gewusst hätten, dass Mercedes bereits zwei Jahre zuvor anfing damit zu testen.
Ich denke bei allem Ingenieur-technischen Geschick muss man auch sagen das Mercedes auch immer wieder von schönen Zufällen profitiert hat oder einem Vettel der 2x ohne not den Titel weggeschmissen hat weil er einfach seine Nerven nicht zügeln konnte. Für mich ist die Leistung Mercedes unbestritten aber ein Zufall kommt eben selten allein.

Micha_r1
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Registriert: Mo Mär 26, 2018 9:16 am

Re: "Wie vom anderen Stern": So brutal spielt Mercedes mit der Konkurrenz

Beitrag von Micha_r1 » Fr Aug 07, 2020 2:31 pm

kindasport hat geschrieben:
Fr Aug 07, 2020 2:06 pm
Hier konnte man vor einiger Zeit ein Interview mit Di Montezemolo lesen wo er sagte das Ferrari einst den Hybridmotoren zugestimmt aber nicht gewusst hätten, dass Mercedes bereits zwei Jahre zuvor anfing damit zu testen.
Ich denke bei allem Ingenieur-technischen Geschick muss man auch sagen das Mercedes auch immer wieder von schönen Zufällen profitiert hat oder einem Vettel der 2x ohne not den Titel weggeschmissen hat weil er einfach seine Nerven nicht zügeln konnte. Für mich ist die Leistung Mercedes unbestritten aber ein Zufall kommt eben selten allein.
Merc hat einfach sehr gute Arbeit geleistet das muss man vollkommen neidlos anerkennen.
Fer bzw Vettel hatte nie ernsthaft eine Chance auf den Titel da Merc über eine gesamte Saison einfach immer das deutlich überlegenere Material hatte. Und was die Hybridmotoren angeht munkelte man ja immer wieder das Merc die technischen Direktiven schon vor allen anderen wusste, ob das stimmt o nicht ist allerdings ein anderes Thema.
Eines ist klar und das ist, dass MErc schon jahrelang mit der Konkurrenz spielt daher auch immer das aufgesetzte Understatement. Aber wie auch immer wenn Merc den besten Job macht kann man andere für ihr "Versagen" nicht schuldig machen. Wenn dann muss man hier an die Regelhüter gehen nicht aber an Merc.

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