Pirelli-Analyse nach Reifenschäden in Silverstone: Trümmerteile nicht schuld

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Redaktion
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Pirelli-Analyse nach Reifenschäden in Silverstone: Trümmerteile nicht schuld

Beitrag von Redaktion » Di Aug 04, 2020 4:30 pm

Die späten Reifenschäden beim Grand Prix von Großbritannien sind von Pirelli genau untersucht worden, mit dem Ergebnis, dass nicht Trümmerteile das Problem waren

Nach den Plattfüßen von Valtteri Bottas, Lewis Hamilton (beide Mercedes) und Carlos Sainz (McLaren) in den Schlussrunden den Silverstone-Grand-Prix hat Pirelli das Ergebnis seiner Analysen verlautbart. Demnach waren die besonderen Rennumstände und nicht etwa Trümmerteile auf der Strecke dafür verantwortlich.

Wie Pirellis Formel-1-Chef Mario Isola bereits am Sonntag vermutet hatte, sind die unerwartet langen zweiten Stints, die durch die frühe Safety-Car-Phase ausgelöst wurden, als ursächlich für die Reifenschäden anzusehen. Die Mehrheit der Piloten war während des Safety-Cars in Runde zwölf und 13 an die Box gekommen, um auf die harte der drei verfügbaren Mischungen zu wechseln.

Der daraus resultierende, besonders lange Finalstint betrug rund 40 Runden. "Das sind mehr als drei Viertel der gesamten Rennlänge auf einer der anspruchsvollsten Strecken des Kalenders", betont Pirelli.

"In Kombination mit dem deutlich erhöhten Tempo der Formel-1-Autos des Jahres 2020 (die Pole-Position war 1,2 Sekunden schneller als 2019) machte dies die letzten Runden besonders hart", heißt es weiter. Das habe in der Konsequenz zu den denkbar "schwierigsten Betriebsbedingungen für die Reifen" geführt sowie den "größten Kräften, die je auf Reifen beobachtet wurden".

Aufgrund der Streckencharakteristik wird der linke Vorderreifen in Silverstone besonders beansprucht, weshalb es hier angesichts der hohen Anzahl von Runden zu den besagten Schäden kam. Der hohe Verschleiß habe dazu, "dass er vor den extremen Kräften, die auf ihn einwirkten, weniger geschützt war", erklärt Pirelli.

Spekulationen, denen zufolge der beschädigte Frontflügel von Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) eine Rolle bei den Reifenschäden gespielt haben könnte, bestätigten sich nicht. In der Stellungnahme von Pirelli ist kein Hinweis auf Trümmerteile zu finden.

Der Reifenhersteller hält für das zweite Formel-1-Rennen in Silverstone an seinem ursprünglichen Plan fest und weicht von der Allokation des ersten Wochenendes ab. Die härteste Mischung C1 steht nicht zur Verfügung, stattdessen hat man sich mit C2, C3 und C4 für die etwas weichere Variante entschieden. Als Sicherheitsvorkehrung könnten jedoch höhere Mindestdrücke vorgeschrieben werden.

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Misno
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Re: Pirelli-Analyse nach Reifenschäden in Silverstone: Trümmerteile nicht schuld

Beitrag von Misno » Di Aug 04, 2020 5:04 pm

Die Autos sind nicht deutlich schneller als letztes Jahr, den Unterschied in den Polezeiten heranzuziehen ist überhaupt nicht repräsentativ dafür, wie viel mehr Belastung das schnellste Auto tatsächlich im Rennen mehr auf die Reifen ausübt...
Und von den angesprochenen 40 Runden waren einige unter dem Safety Car.
Nichtsdestoweniger dürfen die Reifen nicht so kaputt gehen. Und jetzt kommen die mit den weicheren Mischungen daher. Ich bin mal gespannt, was das am Sonntag wird. Reifenschonen ohne Ende...

Wie lange hat Pirelli eigentlich noch die Rechte als Ausrüster?

Veritas
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Re: Pirelli-Analyse nach Reifenschäden in Silverstone: Trümmerteile nicht schuld

Beitrag von Veritas » Di Aug 04, 2020 5:25 pm

Auch der rechte Reifen von Hamilton stand kurz vor dem Platzen. Der Gürtel hat sich bereits an der Oberfläche durch gedrückt. Kimi hat nichts mit den Platzer zu tun. Bottas meldete schon vorher über Vibrationen. Sollte es am kommenden Sonntag heiss sein, werden wir ein wahres Pirelli-Desaster sehen.

painkiller
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Re: Pirelli-Analyse nach Reifenschäden in Silverstone: Trümmerteile nicht schuld

Beitrag von painkiller » Di Aug 04, 2020 6:25 pm

Vergleicht mal auf den Fotos die rechten Vorderreifen von Hamilton und dem Ferrari daneben! Ganz schöner Unterschied.

Martin82
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Re: Pirelli-Analyse nach Reifenschäden in Silverstone: Trümmerteile nicht schuld

Beitrag von Martin82 » Di Aug 04, 2020 8:12 pm

Misno hat geschrieben:
Di Aug 04, 2020 5:04 pm
Die Autos sind nicht deutlich schneller als letztes Jahr, den Unterschied in den Polezeiten heranzuziehen ist überhaupt nicht repräsentativ dafür, wie viel mehr Belastung das schnellste Auto tatsächlich im Rennen mehr auf die Reifen ausübt...
Und von den angesprochenen 40 Runden waren einige unter dem Safety Car.
Nichtsdestoweniger dürfen die Reifen nicht so kaputt gehen. Und jetzt kommen die mit den weicheren Mischungen daher. Ich bin mal gespannt, was das am Sonntag wird. Reifenschonen ohne Ende...

Wie lange hat Pirelli eigentlich noch die Rechte als Ausrüster?
Hmmm nicht ganz. Nach dem safty car wurden mehr als 40 Runden gefahren.
Verstehe nicht, warum pirelli immer in die kritik kommt? Sie sagten klar, wie viele runden vertretbar sind. Und zudem, finde ich gut, das die mischungen am kommenden weekend so ist. Endlch mal rennen, die ev spannender werden, wenn man fix 2 stops machen muss, und alle nicht mehr gleich gute reifen hat. So ist das rennen nach dem ersten stop nicht schon endschieden. Eigentlich wäre es ev eine idee, denn langsameren teams, 1 frischen satz mehr gibt, alss den top teams, das wenigstens noch eine minimale chance auf ein spannendes rennen gibt

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Shapeshifter
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Re: Pirelli-Analyse nach Reifenschäden in Silverstone: Trümmerteile nicht schuld

Beitrag von Shapeshifter » Di Aug 04, 2020 10:14 pm

Martin82 hat geschrieben:
Di Aug 04, 2020 8:12 pm
Hmmm nicht ganz. Nach dem safty car wurden mehr als 40 Runden gefahren.
Verstehe nicht, warum pirelli immer in die kritik kommt? Sie sagten klar, wie viele runden vertretbar sind. Und zudem, finde ich gut, das die mischungen am kommenden weekend so ist. Endlch mal rennen, die ev spannender werden, wenn man fix 2 stops machen muss, und alle nicht mehr gleich gute reifen hat. So ist das rennen nach dem ersten stop nicht schon endschieden. Eigentlich wäre es ev eine idee, denn langsameren teams, 1 frischen satz mehr gibt, alss den top teams, das wenigstens noch eine minimale chance auf ein spannendes rennen gibt
Stimmt nicht, das mit nehr als 40 Runden...
Hamilton wechselte wie fast alle in Runde 12, bzw. 13 die Reifen, gleich zu bedinn der 2. Safty Car Phase.
Dies blieb bis Runde 19 draussen. Runde 19 SC Ende bis Runde 52 Rennende =34 Runden
im Renntempo, sollten die Schlappen doch wohl halten, die 6-7 Runden hintern SC lassen wir mal aussen vor.

Eigentlich sollte sich Pirelli schämen, die backen die Reifen ja schon seit 2 Jahren so, Benz im übrigen auch, schliesslich waren sie einer der Hauptakteure das Pirelli diesen Reifentyp durchsetzte.

btw: fest vorgeschriebene Boxenstops machen kein Rennen spannender, lass die Teams einfach selbst entscheiden, was und wie sie es machen wollen.
Als nächstes kommt noch ein Handicap Gewicht für die schnelleren Teams. :jupi: Andererseits keine schlechte Idee, wie will man denn sonst Leclerc zum WM machen.......
Im linken Unterbauch macht der Dickdarm eine leichte S-Kurve. Dieser Abschnitt heißt Sigma. Am Ende des Sigma endet der Dickdarm, und daran der Mastdarm an.
Erklärt so einiges, nicht wahr Alpha Sigma
6:11,13 35 Jahre Rekord!

F1achmann
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Re: Pirelli-Analyse nach Reifenschäden in Silverstone: Trümmerteile nicht schuld

Beitrag von F1achmann » Mi Aug 05, 2020 9:31 am

Der große Unterschied zu "früher" ist, daß die Autos immer schwerer werden. 100 kg mehr machen da bei schnellen Kurven bestimmt sehr viel aus. Ein Reifen der nie kaputt geht, wäre dann vermutlich ein Traktorreifen.

Racefan66
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Re: Pirelli-Analyse nach Reifenschäden in Silverstone: Trümmerteile nicht schuld

Beitrag von Racefan66 » Mi Aug 05, 2020 12:39 pm

painkiller hat geschrieben:
Di Aug 04, 2020 6:25 pm
Vergleicht mal auf den Fotos die rechten Vorderreifen von Hamilton und dem Ferrari daneben! Ganz schöner Unterschied.
Dir ist aber schon klar, dass bei Hamiltons Vorderreifen das "Pick-up"-Gummi einfach deutlicher zu sehen ist, oder?

Steff0111
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Re: Pirelli-Analyse nach Reifenschäden in Silverstone: Trümmerteile nicht schuld

Beitrag von Steff0111 » Mi Aug 05, 2020 1:00 pm

Ich finde es merkwürdig, dass es ausgerechnet die beiden vorne getroffen hat.
Auch wenn sie laut Toto Wolf sich etwas gepusht haben, ist es das Auto, welches am allerbesten liegt.
Im Vergleich zum Rest des Feldes konnten sie cruisen...
Wenn es wirklich nur an den Runden lag, hätte ich erwartet, dass die Reifen allesamt im Mittelfeld kaputtgegagen wären.
Dort waren viele innerhalb von wenigen Sekunden- dort wurde versucht und verteidigt.
Und deren Reifen sollen das alles besser vertragen haben, als 1 McLaren & ausgerechnet Mercedes?
Wenn es so ist, ok.
Aber es passt für mich überhaupt nicht zu der Performance eines jeden Autos!

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