Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

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Redaktion
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Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von Redaktion » Di Jun 02, 2020 7:00 am

Teamchef Christian Horner ist begeistert von der Idee, in Spielberg ein neues Format auszuprobieren, und kritisiert: "Der Einzige, der das nicht unterstützt hat, war Toto"

Christian Horner bedauert, dass die Idee eines Qualifying-Rennens am Samstag möglicherweise am Veto zweier Teams scheitern wird. Der Vorschlag von Liberty Media und der FIA, der den Formel-1-Teams vergangene Woche unterbreitet wurde, habe grundsätzlich "überwältigende Unterstützung", verrät Horner im Interview mit 'Sky'. Aber: "Der Einzige, der das nicht unterstützt hat, war Toto. Weil er glaubt, dass das Lewis' Chancen auf eine siebte Weltmeisterschaft zu sehr beeinträchtigt."

Die Idee ist revolutionär: Auf jenen Strecken, auf denen zweimal hintereinander gefahren wird (Stand heute Spielberg und Silverstone), soll das zweite Rennwochenende unter einem neuen Format abgehalten werden. Angedacht ist ein Qualifying-Rennen am Samstag, für das die Startpositionen in gestürzter Reihenfolge des aktuellen WM-Stands eingenommen werden.

Wer dieses Qualifying-Rennen gewinnt, der steht dann am Sonntag auf Pole-Position, wenn es um WM-Punkte geht. Doch die Idee kann nur bei Einstimmigkeit umgesetzt werden, und die ist momentan nicht in Sicht. Horner bedauert das: "Eine bessere Möglichkeit als bei diesen Back-to-Back-Rennen werden wir nicht kriegen", sagt er im Interview mit 'Motorsport-Total.com'.

Interessant: Horner bestätigt zwar, dass das Format-Experiment für Spielberg und Silverstone angedacht ist, spricht aber gleichzeitig von einem möglichen weiteren Event "später im Jahr". Um welchen Austragungsort es sich dabei handeln könnte, ist nicht klar. Als denkbar gilt aber, dass etwa in Bahrain gegen Jahresende auch zwei Grands Prix hintereinander gefahren werden.



"Das Problem ist", sagt Horner, "dass das Ergebnis sehr wahrscheinlich das gleiche sein wird, wenn wir zweimal unter dem gleichen Format auf der gleichen Strecke fahren. Jetzt hätten wir die Chance, mal etwas anderes auszuprobieren. Und solange vor Beginn des ersten Rennens klar ist, was wir machen, und das nicht während der Saison geändert wird, hätten wir damit kein Problem."

"Leider" habe es aber "ein Team" gegeben, "das dagegen war. Schade, dass wir diese Chance deswegen nicht nutzen können." Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' hat auch Racing Point, das Team von Toto Wolffs Freund Lawrence Stroll, Bedenken gegen das angedachte Format geäußert und sich bisher nicht klar dazu bekannt.

Red Bull, betont Horner, habe keine Angst, dass man sich am Samstag erstmal von hinten nach vorne arbeiten muss, um am Sonntag in einer guten Ausgangslage zu sein. Kein Wunder, hat man doch mit Max Verstappen einen der kompromisslosesten Überholer der Formel 1 im eigenen Stall. Richtig ist aber: Es sind die Topteams, die bei gestürzter Startaufstellung am meisten zu verlieren haben.

"Wir haben den Grand Prix von Österreich die vergangenen beiden Jahre gewonnen. Wir haben potenziell genauso viel zu verlieren, besonders auf der Strecke", wischt Horner die angeblichen Mercedes-Bedenken vom Tisch. "Es wäre so positiv für die Formel 1. Eine bessere Möglichkeit als wenn wir zweimal auf der gleichen Strecke fahren werden wir nicht bekommen."



"Ich sehe nicht, was einen dazu bringen soll, sich eine Woche später das gleiche Rennen noch einmal anzuschauen. Ändern wir aber das Format, steigen der Reiz und die Neugier. Ich hoffe, dass es sich Mercedes doch noch überlegt und die Idee unterstützt. Letztendlich ist die Herausforderung ja für alle Teams und Fahrer gleich", argumentiert Horner.

Ansonsten habe die Formel 1 kaum Möglichkeiten, beim jeweils zweiten Spielberg- und Silverstone-Rennen etwas anders zu machen. Die besonders von Fans heiß diskutierte Idee, in entgegengesetzter Fahrtrichtung zu fahren, um das Spektakel anzuheizen, hat FIA-Rennleiter Michael Masi aus Sicherheitsgründen ja bereits ausgeschlossen.

Eine andere Möglichkeit könnte sein, unterschiedliche Streckenvarianten zu fahren. Horner: "Silverstone hat unterschiedliche Layouts. Es wäre trotzdem schade, wenn wir uns die Möglichkeit entgehen lassen, hier maximal zu experimentieren. Das ist die perfekte Gelegenheit, auch im Hinblick auf die Zukunft mal etwas anderes auszuprobieren."

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flingomin
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Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von flingomin » Di Jun 02, 2020 8:08 am

Puh, da sollten wir dem Toto aber dankbar sein!
Starten in umgekehrter Reihenfolge, Handicapgewichte, dem Polesitter eine Hand hinter den Rücken binden.....das hätte das Ganze doch noch mehr zu einer Kirmesveranstaltung gemacht, als es heute schon der Fall ist.
Also Herr Horner: Hinsetzen, Hausaufgaben machen und weiterarbeiten. Dann klappt’s auch bald mit dem Gewinnen ohne solche Spielchen.

Mitsuha
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Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von Mitsuha » Di Jun 02, 2020 8:51 am

flingomin hat geschrieben:
Di Jun 02, 2020 8:08 am
Puh, da sollten wir dem Toto aber dankbar sein!
Sehe ich nicht so. Mercedes blockiert seit geraumer Zeit jedwede Innovation, denn das könnte ja den eigenen Vorteil reduzieren. Und die Reverse Grid Rennen wären ja auch überschaubar gewesen... der Vorschlag sollte lediglich die "Zwei Rennen"-Rennen betreffen, und von das wären ja nicht 50% der Rennen.
flingomin hat geschrieben:
Di Jun 02, 2020 8:08 am
Starten in umgekehrter Reihenfolge, Handicapgewichte, dem Polesitter eine Hand hinter den Rücken binden.....das hätte das Ganze doch noch mehr zu einer Kirmesveranstaltung gemacht, als es heute schon der Fall ist.
Zumindest würde es etwas mehr Spannung und Feuer in die Sache bringen. Und sofern man dann Strecken wie Monaco rauswirft, auf denen Überholen quasi unmöglich ist (was ja ohnehin dem Geist von Rennsport widerspricht), sollten die schnellen Teams ja trotzdem nach vorne kommen.
flingomin hat geschrieben:
Di Jun 02, 2020 8:08 am
Also Herr Horner: Hinsetzen, Hausaufgaben machen und weiterarbeiten. Dann klappt’s auch bald mit dem Gewinnen ohne solche Spielchen.
Die Aussage impliziert, dass es bereits Rennen mit Reverse Grid gegeben hätte und Red Bull nur dort gewonnen hätte. Weder trifft Aussage 1 zu noch Aussage 2. Das mit dem Hausaufgaben trifft folglich eher auf dich zu.

Zed
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Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von Zed » Di Jun 02, 2020 9:57 am

Ist halt schon heftig wenn ein Team so sehr dominiert dass es auf normalem Wege nicht gestoppt werden kann, und man deshalb eine Regel erfinden muss um spannung zu erzeugen.

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flingomin
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Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von flingomin » Di Jun 02, 2020 10:24 am

Mitsuha hat geschrieben:
Di Jun 02, 2020 8:51 am
Sehe ich nicht so. Mercedes blockiert seit geraumer Zeit jedwede Innovation, denn das könnte ja den eigenen Vorteil reduzieren. Und die Reverse Grid Rennen wären ja auch überschaubar gewesen... der Vorschlag sollte lediglich die "Zwei Rennen"-Rennen betreffen, und von das wären ja nicht 50% der Rennen.

Zumindest würde es etwas mehr Spannung und Feuer in die Sache bringen. Und sofern man dann Strecken wie Monaco rauswirft, auf denen Überholen quasi unmöglich ist (was ja ohnehin dem Geist von Rennsport widerspricht), sollten die schnellen Teams ja trotzdem nach vorne kommen.

Die Aussage impliziert, dass es bereits Rennen mit Reverse Grid gegeben hätte und Red Bull nur dort gewonnen hätte. Weder trifft Aussage 1 zu noch Aussage 2. Das mit dem Hausaufgaben trifft folglich eher auf dich zu.
Dann sieh es eben nicht so, bleibt dir ja unbenommen. Wie „Spannung“ entstehen soll wenn der Beste bestraft wird erschließt sich mir nich.
Du nennst es Innovation, ich nenne es Kasperltheater.
Was definitiv entsteht: Mehr Show!
Wenn es natürlich das ist was herbeigefleht wird, nur zu!
Ist in etwa, wie wenn man Usain Bolt Bleiplatten an die Schuhe schraubt oder Bayern München je nach Tabellenstand nur zu Zehnt oder zu neunt antreten darf, der BVB zu elft und die Abstiegskandidaten dafür zu 12. oder zu 13.
Warum nicht, macht das ganze dann sicher „spannender“.
Oder?

Chairos
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Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von Chairos » Di Jun 02, 2020 12:21 pm

Ein größeres Eingeständnis, als dass man glaubt, ohne so einen Schwachsinn keine Chance gegen die Kombination HAM/Mercedes/Toto zu haben, kann es gar nicht mehr geben.
Wenn ich eine Show und Spektakel haben will gehe ich in den Zirkus - eine Formel 1 Meisterschaft sollte dazu da sein, dass am Ende der Saison der beste Fahrer Weltmeister und das beste Team am meisten Punkte hat.
Nur weil die anderen Teams unter regulären Umständen kein Land sehen, will man mit einer Portion Zufall die Schwachmathiker nach vorne bringen ... einfach armselig, absurd und der finale Todesstoß für eine Formel 1, die noch irgendwelchen sportlichen Gesichtspunkten genügen möchte.

Hr. Gesheimer
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Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von Hr. Gesheimer » Di Jun 02, 2020 2:13 pm

Chairos hat geschrieben:
Di Jun 02, 2020 12:21 pm
Wenn ich eine Show und Spektakel haben will gehe ich in den Zirkus - eine Formel 1 Meisterschaft sollte dazu da sein, dass am Ende der Saison der beste Fahrer Weltmeister und das beste Team am meisten Punkte hat.
Beides gleichzeitig geht nicht. Wenn das beste Team (im Sinne des Konstrukteurs) gewinnen soll, wird aller Wahrscheinlichkeit auch einer der beiden Piloten Fahrer-Weltmeister, ohne zwingend der beste sein zu müssen.

Wenn umgekehrt der beste Fahrer Weltmeister werden soll, muss man mit Einheitstechnologie an den Start gehen. Da wiederum lässt sich das beste Team nicht finden.

Sonoma
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Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von Sonoma » Di Jun 02, 2020 7:21 pm

Das klassische Format allgemein aufzugeben, wäre der Anfang vom Ende. Beim zweiten Rennen in Silverstone finde ich ein anderes Layout die bessere Lösung. Donington mit und ohne GP-Variante, das wär's. In Spielberg könnte man die Spritmenge freigeben beim zweiten Rennen.

AlphaSigma

Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von AlphaSigma » Mi Jun 03, 2020 7:53 am

Umgang formt den Menschen, Horner ist das Paradebeispiel, der ist schon viel zu lange im Dunstkreis des unsympathischen Lügendoktors.
Und wer, wie Red Bull, in einer Saison alleine schon mehrmals beim Betrügen erwischt wurde, oder dieses erbärmliche Motorengejammer in seiner Vita hat, der sollte besser nicht mit dem Finger auf andere zeigten, denn es zeigen dabei immer 3 auf einen selber zurück.

Ach sooo, kurze Frage, WER hatte gleich nochmal über Jahre eine Budget Obergrenze blockiert(?), richtig Red Bull und Ferrari.
Wer hatte gleich nochmal mit Ausstieg gedroht, wenn sein Motorenpartner nicht den V8 nachbessern (weiterentwickeln) darf(?), richtig Red Bull.
Und wer hatte mit Ausstieg gedroht, falls die neue Motorenformel nicht kommt, weil man sich selber davon Vorteile versprach(?), richtig RedBull/Renault.
Wer wollte mit aller Macht den Doppeldiffusor verbieten lassen, weil man es selber nicht hatte(?), richtig Red Bull.
Sollte eigentlich reichen, um aufzuzeigen, das alle nur um ihre persönlichen Vorteile bedacht sind und darum einfach auch öfter mal nichts sagen sollten, weil es eben nur heuchlerisch und verlogen ist.

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flingomin
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Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von flingomin » Mi Jun 03, 2020 8:36 am

Hr. Gesheimer hat geschrieben:
Di Jun 02, 2020 2:13 pm
Beides gleichzeitig geht nicht. Wenn das beste Team (im Sinne des Konstrukteurs) gewinnen soll, wird aller Wahrscheinlichkeit auch einer der beiden Piloten Fahrer-Weltmeister, ohne zwingend der beste sein zu müssen.

Wenn umgekehrt der beste Fahrer Weltmeister werden soll, muss man mit Einheitstechnologie an den Start gehen. Da wiederum lässt sich das beste Team nicht finden.
Hmm mal überlegen:
Es wurde doch 20 Jahre lang wiederholt, das Fahrer wie Schumacher oder Senna im eben NICHT besten Auto Weltmeister geworden sind.
Wie kommts?
Oder sehen wir auf 2008.
WM Hamilton aber KWM Ferrari.
Zufall?

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flingomin
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Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von flingomin » Mi Jun 03, 2020 8:38 am

Sonoma hat geschrieben:
Di Jun 02, 2020 7:21 pm
Das klassische Format allgemein aufzugeben, wäre der Anfang vom Ende. Beim zweiten Rennen in Silverstone finde ich ein anderes Layout die bessere Lösung. Donington mit und ohne GP-Variante, das wär's. In Spielberg könnte man die Spritmenge freigeben beim zweiten Rennen.
Stimmt erst mal.
Allerdings: Die Sprit enge freizugeben hilft dann ALLEN.
Und somit kann mans dann auch wieder bleiben lassen.
Ist wie: 100 PS mehr für alle.
Bringt keinem was, also kann mans sein lassen.

Misno
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Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von Misno » Mi Jun 03, 2020 8:43 am

AlphaSigma hat geschrieben:
Mi Jun 03, 2020 7:53 am
Sollte eigentlich reichen, um aufzuzeigen, das alle nur um ihre persönlichen Vorteile bedacht sind und darum einfach auch öfter mal nichts sagen sollten, weil es eben nur heuchlerisch und verlogen ist.
Das stimmt, ist aber auch nichts neues in der Formel 1. Warum man den Teams überhaupt derartige Entscheidungen überlässt, versteh ich auch nicht. Sobald ein Team einen Vorteil oder Nachteil aus einer Sache schlägt, ist es entweder dafür oder dagegen. Business as usual.
Dass man öffentlich darüber "diskutiert" oder andere Gründe als nur den eigenen Vorteil in den Vordergrund schiebt, heizt derartige Debatten an, letztendlich nur um den Gegner in ein schlechtes Licht zu rücken. Das ist natürlich irgendwie Kindergarten, aber auch irgendwie lustig mitzuverfolgen.
Generell bin ich aber auch froh, dass Mercedes, natürlich nur weil sie am meisten benachteiligt wären, gegen diese Reverse-Grid Qualifying Rennen sind. Was das Finanzielle und Politische angeht, ist der Sport schon unfair genug - da braucht es nicht noch eine so offensichtliche Benachteiligung auf der Strecke. Lieber weniger gekünstelte Show, mehr langweiligere Rennen, dafür fairer Motorsport als ein Spektakel erzwingen. Dann hat man am Ende zwar weniger, aber wenigstens die richtigen Fans...

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flingomin
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Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von flingomin » Mi Jun 03, 2020 8:51 am

Die Formel 1 hat schon immer das gleiche Problem:
Wenn die Regeln für alle gleich sind ist es zwar Sport, sollte dabei ein Team dominieren wird’s aber schnell eintönig.
Beispiele in der jüngeren Historie gibts massenhaft: Williams, Ferrari, McLaren, RedBull, jetzt Mercedes.
Alle hatten ihre dominante Zeit und bei allen war es so daß vor dem Rennen klar war daß sie gewinnen, wenn sie nicht ausfielen.
Natürlich ruft daß regelmäßig die restlichen Teams auf dein Plan. Denn auch die geben hunderte von Millionen aus, gewinnen aber nichts.
Bisher versuchte man das durch häufige Regeländerungen zu lösen.
Half zwar das dominante Team einzubremsen, führte aber regelmäßig nur dazu, daß dann ein anderes Team dominant war. Zu einem ausgeglicheneren Feld führte es noch nie.

Das klappt nur wann? Wenn man eine Handicap oder eine Zufallsformel hinzu mischt.
Zufall hatten wir erst: Pirelli Reifen die kein einziges Team verstanden hat.
Mal war man eine Sekunde vorne, 3 Wochen später lag man eine halbe Sekunde zurück.
Manchmal gewann der spätere Weltmeister und wusste nicht warum, 14 Tage später siegte irgendein Hinterbänkler in dominanter Weise. WM wurde, wer öfter die richtige Nummer aus dem Hut gezogen hat als andere.
Und hatte auch keinen blassen Schimmer davon warum er gewonnen hat.
War also irgendwie auch nicht das richtige.

Jetzt will man also direkt eingreifen: Wer gut ist soll bestraft werden, wer schlecht ist wird belohnt.
Kann man natürlich machen. Bringt bestimmt auch eine Menge Show.
Die Amerikaner betreiben „Rennsport“ in ähnlicher Weise.
Da kommt „einfach mal so“ das SC auf die Strecke, wenn der Führende zu weit enteilt ist.
Und die Massen überschlagen sich vor Jubel.
Und die weniger intelligenten Zeitgenossen werden ihre Freude daran haben, wie gut „ihr“ Idol plötzlich ist.
Die anderen werden begreifen warum.
Will sagen:
Wenn man vor allem eine Show will, dann kann man das alles so machen. Wenn man Sport will eher nicht.
Ich will mich aber nicht als Dr. Allwissend profilieren. Vielleicht bin ich aus der Zeit gefallen, vielleicht darf man eine Serie wie die Formel 1 im Jahr 2020 einfach nicht mehr nur als Sport ansehen.

Hr. Gesheimer
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Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von Hr. Gesheimer » Mi Jun 03, 2020 11:03 am

flingomin hat geschrieben:
Mi Jun 03, 2020 8:36 am
Hmm mal überlegen:
Es wurde doch 20 Jahre lang wiederholt, das Fahrer wie Schumacher oder Senna im eben NICHT besten Auto Weltmeister geworden sind.
Wie kommts?
Oder sehen wir auf 2008.
WM Hamilton aber KWM Ferrari.
Zufall?
Nein, kein Zufall, aber auch nicht zwingend ein Widerspruch. Daher schrieb ich "aller Wahrscheinlichkeit nach". Mit 2008 haben Sie sicher Recht, nur ist das bereits 12 Jahre her. Seit ich (F1) denken kann, hat es aber mit Sicherheit mehr Fahrer-Weltmeister gegeben, die nicht -rein fahrerisch- der beste im Feld waren, als Weltmeister, die nicht im besten Auto saßen. Die Streuung fiel "früher" sicher etwas größer aus, da die technische Zuverlässigkeit auf einem ganz anderen Niveau war.

Abgesehen davon: nur weil "irgendjemand" etwas gebetsmühlenartig wiederholt, wird es nicht richtiger. Senna war sicher ein sehr talentierter Fahrer, aber er hat seine Titel nie mit unterlegenem Material geholt. Schumacher war vielleicht eine Zeit lang der beste F1-Pilot, aber auch er hat den Titel '92 und '93 nicht geholt, den Titel '94 ergaunert, '95 gleichwertiges Material gehabt und in den Folgejahren bis 2000 wieder den Kürzeren gezogen.

Ich bleibe dabei: die F1 ist in erster Linie eine Herstellermeisterschaft, da das technische Sportgerät einfach mehr Einfluss hat als der Fahrer. Vermarktet wird das sicherlich anders, der Fahrertitel ist auch mehr wert und eine Geschichte vom "Underdog" lässt sich immer besser verkaufen, jedoch kann auch der talentierteste Fahrer nicht in Frieden zum Titel fahren, wenn der böse Nachbar das bessere Auto baut.

AlphaSigma

Re: Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Beitrag von AlphaSigma » Mi Jun 03, 2020 11:49 pm

So sieht es aus, wenn jemand (T.Wolff) spricht der es zu was gebracht hat, durch Köpfchen

https://www.motorsport-total.com/formel ... t-20060316

Da kann sich Horner noch ein paar Scheiben abschneiden, denn Wolff spielt nicht nur finanziell in einer ganz anderen Liga.

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