Hat Ferrari ein falsches Spiel getrieben? Nick Heidfeld sagt: "Nein!"

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Redaktion
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Hat Ferrari ein falsches Spiel getrieben? Nick Heidfeld sagt: "Nein!"

Beitrag von Redaktion » Sa Mai 23, 2020 8:39 am

Ferrari wird unterstellt, mit Sebastian Vettel bei den Vertragsverhandlungen ein falsches Spiel getrieben zu haben, aber Nick Heidfeld nimmt Mattia Binotto in Schutz

Besonders in Deutschland steht das Ferrari-Team dieser Tage nicht besonders gut da. Man habe Sebastian Vettel im Stich gelassen und mit ihm im Hinblick auf 2021 ein falsches Spiel getrieben, unterstellen Fans und manche Medien gleichermaßen. Weil mit Carlos Sainz längst verhandelt wurde, als Teamchef Mattia Binotto Vettel noch als "erste Option" bezeichnet hat (11. Februar).

Wer am Tag der Präsentation des SF1000 genau hingehört hat, der konnte aber schon da die Hintertürchen erkennen, die sich Binotto sorgfältig gelegt hat. "Im Moment" sei Vettel die "Präferenz", hieß es am Rande der pompösen Veranstaltung. Und: Wenn die Verhandlungen einmal begonnen haben, werde man sich die Zeit dafür nehmen, "die notwendig ist".

Drei Monate später war klar, dass Sainz kommt und Vettel geht. Und Binotto und Ferrari stehen als unehrlich da - was laut Nick Heidfeld nicht gerechtfertigt ist. Er würde "nicht sagen", dass Ferrari ein falsches Spiel getrieben hat, denn: "Man muss sich da sowohl als Fahrer als auch als Team natürlich in alle Richtungen absichern."

"Das mag dem einen oder anderen dann ein bisschen sauer aufstoßen, aber man kann sich nicht nur eine einzige Option lassen. Wenn die nicht funktioniert, muss man einen Plan B haben", erklärt Heidfeld in der 'Sky'-Formel-1-Show 'Warm Up'.

Man stelle sich vor, Ferrari hätte über den Winter nicht Kontakt zu Sainz (und womöglich weiteren Fahrern) aufgenommen, und Vettel hätte dann überraschend seinen Rücktritt erklärt, wenn alle anderen Teams die besten Fahrer längst unter Vertrag genommen haben: Das ist ein Risiko, das ein Topteam nicht eingehen kann.

Oder selbst wenn man mit Vettel in Verhandlungen eintritt und das ehrliche Ziel verfolgt, diese zu einem Abschluss zu bringen: Wenn Ferrari nur mit Vettel spricht, tut man sich in den Verhandlungen schwer, etwaige Gehaltsutopien einzufangen. Hat man hingegen einen Plan B, kann man jederzeit sagen: "Sorry, zu teuer - dann nehmen wir eben den anderen."

Insofern nimmt Heidfeld Binotto in Schutz - und unterstellt keine bösen Absichten: "Was letztendlich wirklich der Plan von Ferrari war oder ob er sich wirklich geändert hat über die Monate, ist schwierig einzuschätzen", sagt der 43-Jährige.

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Maik Aefer
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Re: Hat Ferrari ein falsches Spiel getrieben? Nick Heidfeld sagt: "Nein!"

Beitrag von Maik Aefer » Sa Mai 23, 2020 10:40 am

Also ich kann schon die beiden Seiten der Argumentation verstehen. Wenn Verträge auslaufen versucht jeder Arbeitgeber und auch Angestellter alle Möglichkeiten auszuloten zumindest wenn es kein absolutes Vertrauen gibt. Was mich an der Geschichte nur etwas stört und warum ich persönlich finde das Ferrari nicht ganz mit offenen Karten gespielt hat ist die Tatsache das man als Alternative für Vettel von Anfang an kein ähnliches Kaliber gesucht hat. Wenn ich schon seit letzter Saison Gespräche mit einem jungen und sicherlich guten Fahrer führe der aber zumindest noch nicht Vettels Niveau hat zeigt das doch das man schon damals auf Leclerc als Zukunft gesetzt hat. Das ist natürlich ihr gutes Recht denn sie müssen selbst entscheiden wie sie die Zukunft gestalten wollen auch wenn darüber unterschiedlichste Meinungen herrschen. Dann sollte man das aber auch ebenso zeitig dem Fahrer mitteilen den das dann betrifft denn so hätte Vettel auch mehr Zeit gehabt um seine Zukunft zu klären auch wenn das am Ende vielleicht aufs gleiche heraus gelaufen wäre.

Für Vettel muss es aber ein Schlag ins Gesicht gewesen sein als er gemerkt hat das er so früh schon für Leclerc geopfert wurde und sein Cockpit an einen weiteren Jungspund ohne top Karriere gehen könnte und das eben auch schon längerfristig geplant. Ich finde es zwar noch gut das man Vettel trotzdem ein Angebot gemacht hat aber das wohl zu solchen Bedingungen das auch Vettel erkannt haben muss das man in Zukunft eh nicht auf ihn setzt. Bezeichnend ist halt das man sich bei Ferrari in der Zeit nicht auch um die echten Top Stars wie Hamilton, Verstappen oder Ricciardo bemüht hat zumindest hat man davon nicht wirklich etwas gehört. Von daher kann ich es absolut verstehen das ein mehrfacher Weltmeister lieber die Karriere beendet als bei so einem Arbeitgeber ohne Rückhalt ein Gnadenbrot zu bekommen.

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