F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

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Redaktion
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F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Redaktion » Fr Mai 22, 2020 9:08 am

Die Formel 1 wird sich im Zuge der Corona-Krise maßgeblich verändern - Timo Glock und Eddie Jordan fürchten, dass selbst große Hersteller die Reißleine ziehen werden

Noch ist unklar, wie die Formel 1 die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise überstehen wird. Viele ziehen den Vergleich zur Finanzkrise 2008, ausgelöst durch die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers. In der Folge beendeten neben Reifenhersteller Bridgestone auch BMW und Toyota ihr Engagement in der Formel 1.

Timo Glock, 2008/09 Toyota-Pilot, musste sich damals nach einem neuen Rennstall umsehen. Er fürchtet, die aktuelle Krise könnte ähnliche Folgen haben: "Ja, ich kann mir vorstellen, dass das in den nächsten Wochen und Monaten ein großes Thema sein wird, weil die Zahlen im zweiten und dritten Quartal jetzt erstmal kommen werden."

Bisher gab es aufgrund der Corona-Beschränkungen kein einziges Rennen. Liberty Media verzeichnete im ersten Quartal bereits einen Verlust von 84 Prozent. Doch das dicke Ende kommt erst noch, glaubt Glock im Interview mit dem Podcast 'Starting Grid', wenn die nächsten Monate "das wirkliche Ausmaß der Corona-Krise" zeigen.



"Und da kann es ungemütlich werden für den einen oder anderen Automobilhersteller", weiß Glock. "Denn wer denkt jetzt gerade darüber nach, ein Auto zu kaufen? Man sieht es bei uns in der DTM: Audi hat sich entschieden, Ende der Saison wegen der Gegebenheiten auszusteigen. Das ist schon mal ein Warnschuss in die Richtung."

Das betreffe nicht nur den Motorsport, sondern die gesamte Wirtschaft: "Für alles, was man sieht, ist das eine Gefahr, so wie das gerade gehandelt wird - dass Länder komplett zum Lockdown kommen und alles runtergefahren wird, ist momentan eine Gefahr für alle. Da ist es egal, welcher Sport das ist - ob Tennis, Handball, kleine Sportvereine."

Glock erwartet folglich "eine große Krise" für den Sport allgemein. Und diese könnte in der Formel 1 nicht nur kleinere Teams zum Ausstieg bewegen. Der Ex-Teambesitzer Eddie Jordan prophezeite bereits vor wenigen Wochen im Interview mit 'Sport1', "dass Hersteller wie Mercedes, Honda und vielleicht auch Renault die Reißleine ziehen werden".



Vor allem von seiner Mercedes-These ist Jordan überzeugt: "Die Mercedes-Führung kann gar nicht anders entscheiden: Sie haben alles erreicht, alles gewonnen. Weitere Erfolge können sie unter den gegebenen Umständen nicht mehr vermarkten. Sie werden ihr Team verkaufen", legt sich fest und hat auch schon einen Abnehmer parat.

"Vielleicht an Lawrence Stroll, der das Ziel hat, mit seinem Sohn und seiner neuen Marke Aston Martin Weltmeister zu werden. Das wird mit seinem aktuellen Racing-Point-Team aber schwer." Es könnte also die große Chance für Privatteams werden. Als Motorenlieferant werde Mercedes der Formel 1 aber erhalten bleiben, so Jordan.

Er kann sich - wie früher - eine "intensivere Partnerschaft" mit McLaren vorstellen. Ein Motorenliefervertrag ab 2021 ist bereits unterschrieben. Mercedes selbst hat sich, was seine eigenen Fahrer angeht, für diese Zeit noch nicht festgelegt - auch wenn es sich, gerade was Hamilton angeht, nur noch um Formalitäten handeln soll.



Ex-Formel-1-Pilot Glock wundert sich im Gespräch mit 'Starting Grid' trotzdem. "Die Frage ist, wieso man auf Mercedes-Seite so lange braucht, um die zwei Fahrer vertraglich zu verlängern. Früher ging das etwas schneller, wenn ich mich richtig erinnere. Es ist sehr ruhig geworden um die Verhandlungen", meint der Deutsche.

"Kann natürlich sein, dass man sagt, man muss abwarten, wie es weitergeht. Und kann deswegen momentan keine Fahrerverträge unterschreiben und hängt so ein bisschen in der Warteschleife. Das könnte ein Thema sein. Und vielleicht auch ein Thema für Lewis Hamilton." Bei ihm wurde schon über einen 90-Mio-Dollar-Vertrag gemunkelt.

Allerdings war das der Fall, bevor Corona den Sport stilllegte. Glock wagt daher keine Prognose: "Das ist so ein bisschen die Glaskugel, die wir da gerade in der Hand halten. [...] Es sind zu viele offene Fragen. Mercedes committed sich nicht, weil sie so ein bisschen abwarten und schauen, wie sich die Lage gerade entwickelt, glaube ich."

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Maik Aefer
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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Maik Aefer » Fr Mai 22, 2020 12:45 pm

Also das Mercedes über kurz oder lang den Stecker zieht ist recht sicher einfach weil sie alles erreicht haben und irgendwann nur noch verlieren können. Das durch die Coronakrise diese Entscheidung früher fallen könnte ist da auch nur logisch.

Anders sieht es da bei Renault aus die ja immer wieder gesagt haben das sie kein kurzfristiges F1 Engagement anstreben. Die haben aber grad einen Antrag auf 5 Mrd Euro Staatshilfe gestellt und der Staat will da logischer Weise gewisse Auflagen erfüllt sehen. Der französische Wirtschaftsminister sagte sogar das der Autobauer ums Überleben kämpft (soll sicher dramatisch klingen aber den Kollaps würde der Staat wohl verhindern). Da könnte das Aus in der F1 schneller kommen als befürchtet.

Was Honda betrifft hört man jetzt nicht so viel was gut oder schlecht sein kann. Ich könnte mir aber vorstellen das man da auf einen baldigen Ausstieg von Mercedes hofft um vielleicht Weltmeister zu werden und dann den Stecker ziehen.

Es könnte also schneller gehen als man geglaubt hat und Ferrari hat die Serie für sich allein was dann wohl auch das Ende der F1 bedeuten würde. Ich glaube zumindest nicht das die Serie mit nur einer Marke und ansonsten nur Kundenteams auf Dauer funktionieren wird. Ich sehe aber derzeit kein Werk was sich die aktuellen Bedingungen antun würde. Wenn natürlich Ferrari auch Schluss machen würde und nur Kundenteams fahren würden gäbe es eine Chance aber ob so eine Serie als Maß der Dinge durchgehen würde bliebe abzuwarten.

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Maglion
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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Maglion » Fr Mai 22, 2020 3:04 pm

Renault hat das Problem, dass sie keine Kundenteams mehr haben und so alle Kosten alleine tragen müssen. Das ist sehr teuer und ich befürchte, dass sie bald aussteigen müssen.

Mercedes wird wie beschrieben auch früher oder später aussteigen, aber das wurde schon vor Corona geplant und könnte durch Corona beschleunigt werden. Der ideale Zeitpunkt wäre nach der Saison 2021, denn so lange könnten sie preiswert mit der aktuellen Technik mitfahren und sie könnten alle Entwicklungen für 2022 einstellen und so viel Geld sparen.

Als Motorenlieferant ist die F1 für Mercedes ein profitables Geschäft, das sie sicher so lange weiterführen werden, wie es sich rechnet. Dann gewinnt Mercedes noch immer Rennen und verdient dabei noch gutes Geld - was will man mehr? Das geht dann in Richtung McLaren Mercedes bevor Mercedes mit dem eigenen Team in die F1 eingestiegen ist.

Bei Honda sehe ich aktuell wenig, das für einen Ausstieg spricht, das sie nur die Antriebseinheit liefern. Ich könnte mir vorstellen, dass sie auch Interesse daran haben, z.B. bei einem Ausstieg von Renault das Nachfolgeteam mit Motoren zu beliefern - das reduziert die Kosten erheblich. Zudem denke ich, dass Honda aus ihrem Rückzug mit ihrem F1 Team gelernt haben, als Brawn die Früchte erntete, die Honda bezahlt hat und Honda die großen Loser waren.

Tendenziell wird sich die Formel 1 wieder mehr in Richtung private Teams entwickeln, die ihre Motoren zukaufen. Und diese Entwicklung wäre gut für die Formel 1, denn eine Rennserie, deren Kern erfolgreiche private Teams sind, stehen auf viel solideren Beinen, als eine Rennserie, die von den Herstellern abhängig sind. Dann hätte auch Williams mal wieder eine Chance, sich mit dem guten Namen und der langen Historie, wieder nach oben zu kämpfen, denn wenn die namhaften Hersteller weg sind, werden sich die Sponsoren auf die privaten Teams konzentrieren und da macht Williams als Marke mehr her, als z.B. Racing Point.
In Bezug auf den Status der Formel 1 als schnellste / hochklassigste Rennserie mache ich mir keine Sorgen, denn sie wird durch den Ausstieg der Hersteller sicher nicht langsamer, denn der Speed wird vom Reglement vorgegeben. Aktuell wird doch das meiste Geld in das kompensieren von Einschränkungen durch das Reglement ausgegeben und die Autos sind im Verhältnis, was für diese ausgegeben wird, viel zu langsam und die Rennen sind viel zu unspektakulär. Ohne die Hersteller, die das Reglement nach ihren Wünschen verbogen haben, wäre eine komplett neue Ausrichtung der Formel 1 möglich.
Man darf ja auch nicht vergessen, dass selbst die kleinen Teams in der F1 ein Budget haben, von denen andere Rennserien nur träumen können, selbst die in denen noch die Hersteller das Sagen haben. Mit diesen Budgets kann man sicher weiterhin der Maßstab im Motorsport bleiben.

Für die Sponsoren ist weniger interessant, ob sie jetzt ein privates Team oder einen Hersteller sponsern, sondern ihnen geht es darum, dass so viele Zuschauer wie möglich ihre Werbung sehen, im Idealfall auf dem Siegerauto. Und Zuschauer generiert man nicht über namhafte Hersteller, sondern über aufregendes Racing und eine größere Ausrichtung in Richtung Fans. Die Formel 1 als Marke ist groß genug, um ohne namhafte Hersteller auskommen zu können - noch.

Ich denke, dass Toto Wolffs Einstieg bei Austin Martin kein reines Investment ist, sondern er stellt wahrscheinlich schon die Weichen für die Zeit nach Mercedes und da gibt es sicher auch schon konkrete Pläne für die Übernahme die Mercedes-Teams. Wollf ist sicher schon dabei Investoren zu suchen, bzw. die aktuellen Investoren zu überreden ihr Investment beizubehalten - z.B. die Familie Lauda. Dass Stroll sicher auch an Mercedes interessiert sein dürft, sollte klar sein, die Frage ist nur, in wieweit die Corona-Krise seine Geschäfte und Vermögen beeinflusst hat und ob er jetzt schon wieder das Team wechseln möchte. Vielleicht steigt ja auch Hamilton als Investor ein und plant nach der aktiven Laufbahn einen Job in der Teamführung.
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TifosiF40
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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von TifosiF40 » Fr Mai 22, 2020 3:07 pm

Vielleicht muss die F1 einfach mal eingehen, um sie dann von Grund auf neu zu starten. Fahrergehälter im hohen zweistelligen Millionenbereich, wird es dann nicht mehr geben. Wer soviel Geld scheffeln will, soll einfach erfolgreicher Musiker werden ;)
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Maglion
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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Maglion » Fr Mai 22, 2020 3:14 pm

TifosiF40 hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 3:07 pm
Vielleicht muss die F1 einfach mal eingehen, um sie dann von Grund auf neu zu starten. Fahrergehälter im hohen zweistelligen Millionenbereich, wird es dann nicht mehr geben. Wer soviel Geld scheffeln will, soll einfach erfolgreicher Musiker werden ;)
Ein Neustart eröffnet viele Möglichkeiten und Cahncen - aktuell ist die F1 in einer Sackgasse und eher auf dem absteigenden Ast.

Wenn man das Budget massiv kürzt und die fahrer mehr einfluss auf das Rennergebnis haben, wäre auch wieder Geld für hohe Gehälter vorhanden und auch die Akzeptanz bei den Fans - siehe Fußball, Basketball usw.
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HolgerSausB
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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von HolgerSausB » Fr Mai 22, 2020 4:07 pm

Wenn man schlau wäre, würde man endlich zulassen, dass Chassis an mehrere Teams verkauft werden können, eine gewisse Kompatibilität zu unterschiedlichen Motoren, und dann könnte man auch wieder einen Wettbewerb bei den Reifen einführen. Auch dass ein Team kein Ein-Wagen-Team oder 3 oder 4 Wagen-Team bringen kann, mit unterschiedlichen Sponsoren, ist eine Regelung die den fetten Jahren geschuldet ist und für mich nicht begreiflich. Wenn man sich die Indycars anschaut oder Nascar, was da für geile Rennen zu sehen sind, trotz großer Teams die als Platzhirsche gelten kann dort eigentlich jeder gewinnen. Dass wäre Racing und wirklich klasse.

Nutcase
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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Nutcase » Fr Mai 22, 2020 5:19 pm

HolgerSausB hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 4:07 pm
Wenn man schlau wäre, würde man endlich zulassen, dass Chassis an mehrere Teams verkauft werden können, eine gewisse Kompatibilität zu unterschiedlichen Motoren, und dann könnte man auch wieder einen Wettbewerb bei den Reifen einführen.
Das halte ich für genau den falschen Weg. Die F1 ist eine Konstrukteursmeisterschaft - und damit ist nicht die Reifenkonstruktion gemeint!

Die Teams sollten ihre Autos schon noch selber bauen. Sonst gibt es am Ende zwei Chassis aus denen man wählen kann. Hat man sein Chassis gewählt, nimmt man den Motor der am besten passt und den Reifen der am besten damit funktioniert. Dann hat man im Grunde zwei Einheitsautos, aus denen man auswählen kann. Völlig daneben, sorry.
HolgerSausB hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 4:07 pm
Auch dass ein Team kein Ein-Wagen-Team oder 3 oder 4 Wagen-Team bringen kann, mit unterschiedlichen Sponsoren, ist eine Regelung die den fetten Jahren geschuldet ist und für mich nicht begreiflich.
Ist sehr begreiflich. Stell dir mal 4 Mercedes, 4 Red Bull und 4 Ferrari vor. Da gäbe es für kein anderes Team mehr Aussicht auf Punkte. Am Ende müsste man dann auf 6 Autos pro Team aufstocken, damit nach dem Massen-Exodus nicht nur 12 Autos um den Kurs gurken. Was aber dann das "drittbeste" (also schlechteste) Team macht, wenn es bei 12 stärkeren Konkurrenten nicht mehr in die Punkte kommt, sollte auch klar sein. Die DTM hat ähnliches schon hinter sich.
HolgerSausB hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 4:07 pm
Wenn man sich die Indycars anschaut oder Nascar, was da für geile Rennen zu sehen sind, trotz großer Teams die als Platzhirsche gelten kann dort eigentlich jeder gewinnen. Dass wäre Racing und wirklich klasse.
Amerikanischer Rennsport ist nicht mit europäischem Rennsport vergleichbar. Wenn sich da ein Fahrer ein Abreißvisier vom Helm rupft und aus dem Auto wirft, kommt das Safety Car raus, damit die Marshalls es von der Strecke sammeln können. Nicht etwa weil es eine zu große Gefahr darstellt, sondern weil dadurch das Feld wieder zusammengeführt wird. Bist du dann auf Position 4, 5, 6 oder noch weiter hinten, hast du auf dem Oval einen perversen Windschatten. Ich stimme dir hier tendenziell schon zu, das ist Action pur und großartig anzuschauen. Aber es ist halt einfach eine ganz andere Einstellung zum Motorrsport, als wir sie in Europa haben.

Um ähnlich spannendes "Racing" zu bekommen, müsste die Formel 1 eigentlich nichts an den Autos oder Regeln ändern. Man müsste nur öfters das Safety Car rausschicken und hätte sofort einen ähnlichen Effekt. Ist ja heute schon so, dass die spannendsten Momente eines Rennens die Restarts nach den SC-Phasen sind. Ich zumindest freue mich jedes mal wie ein kleines Kind, wenn ein Fahrer über die fallenden Reifentemperaturen hinterm Safety Car meckert. Das verspricht Action, sobald Bernd Mayländer in die Box biegt!

Ist halt nur die Frage, wie viele künstliche SC-Phasen die europäische F1 verträgt. Denn... das führt ein Stück weg vom Sport, hin zur Show. Und da ticken wir einfach anders als die Amis. Die würden es auch feiern, wären die Rennverläufe vorher vom Veranstalter diktiert worden. Wir reden hier schließlich von einem Land, in dem sogar Wrestling als Sport gefeiert wird. Dabei ist Wrestling eher sowas wie ne Theateraufführung... Könnte man aber auch im Motorsport machen. "Okay, Lewis, this is the final lap and you're leading the race. Charly wants you to push the button 'Engine Failure' now." :betrunken:

Natürlich hast du im Grunde aber recht! Die F1 muss etwas tun, damit sie nicht zur Schlaftablette verkommt. Und hier reden wir vermutlich nicht davon, den Frontflügel zu vereinfachen, um Verwirbelungen hinterm Auto zu reduzieren. Da muss dramatisch an der Konzeptschraube gedreht werden. Das ganze aerodynamische Thema ist heutzutage einfach ein anderes, als es in den 80ern oder frühen 90ern noch war. Die Teams werden nicht mehr vergessen, wie man auf präziseste Weise Luftströme manipuliert. Dieses Wissen ist da und dieses Wissen wird man nutzen. Und damit wird man immer auch die nachfolgenden Autos beeinflussen. Niemand hat Interesse daran, langsamer zu werden UND auch noch dem Hintermann das Überholen zu erleichtern. Niemand! Da braucht es also drastische Maßnahmen. Und wohl auch ein Umdenken bei der Streckenwahl. Da sind viel zu viele Langweiler im Kalender. Für Ungarn zum Beispiel, bleibe ich Sonntags nicht mehr zuhause. Ganz schlimmes Rennen. Das wird auch nichts mehr, völlig unabhängig davon, wie sehr man die Autos aerodynamisch vereinfacht.

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Maglion
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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Maglion » Fr Mai 22, 2020 6:13 pm

Ein guter Ansatz wäre die Möglichkeit, dass man die zwei Autos unterschiedlich lackiert, um mehr Sponsoren in die F1 zu bringen, die gerne ein Auto in ihren Farben sehen würden, aber nicht bereit sind die Kosten für die Werbung für zwei Autos zu bezahlen. So könnten die kleinen Teams ihre Werbeflächen effektiver verkaufen. Das hätte zudem ncoh den Vorteil, dass man die Autos leichter den Fahrern zuordnen kann. Außerdem kann es nicht schaden, wenn die Formel 1 etwas bunter wird und mehr Sponsoren die Möglichkeit haben in der F1 aktiv zu werden.

Dass die Teams mehr als 2 Autos einsetzen dürfen, halte ich für den falschen Weg. Das ist höchstens als Notlösung eine Option, wenn das Starterfeld zu klein wird. Aber dann sollte das 3. Cockpit an einen Rookie gehen und die Rookies fahren eine eigene Meisterschaft aus. Das bedeutet, das die 3. Autos der Top-Teams den kleinen Teams keine Punkte und Positionen weg nehmen.

Man sollte sich auch mal die Farge stellen, ob die Formel 1 überhaupt eine Konstrukteurs-WM braucht?! Oder ob es nicht reizvoller wäre, wenn die leistung der Fahrer in Zukunft entscheiden, wer Weltmeister wird und nicht das Auto in dem er sitzt. So lange man eine K-WM hat, wird es immer wieder dominante Teams geben und das schadet dem Sport. Es macht auch keinen Sinn, wenn man die Leistungen der Konstrukteure durch Strafgewichte wieder relativiert und damit überflüssg macht.

Die Formel 1 muss wieder mit ihren Fahrern glänzen, denn nur die Fahrer schaffen es eine große Fanbase zu schaffen und die Leute für die Formel 1 und die Fahrer zu begeistern. Die Formel 1 braucht wieder echte Superstars, deren leistung offensichtlich und vergleichbar ist. Und es reicht nicht ein Superstar, der alleine ohne echte Konkurrenz von Sieg zu Sieg fährt, sondern es mus mehrere Fahrer geben, die auf Augenhöhe umd die WM kämpfen und ihre Fans mitreißen können. Man stelle sich mal vor, in der F1 fahren Hamilton, Vettel, Leclerc, Verstappen und Alonso auf nahezu gleich schnellen Autos um die WM - DAS wäre Motorsport vom feinsten und dafür würde ich auf die K-WM gerne verzichten.

Man darf nicht vergessen, dass die Jugend sich inzwischen ihre Stars / Heroes auf vielen Platformen sucht und die Auswahl ist im Vergleich zu früher viel viel Größer - Stichwort Youtube-Stars, Reality-Stars usw. Da muss sich die Formel1 weit strecken, um da mithalten zu können. Die F1 sollte nicht nur Motorsportfans ansprechen, sondern auch Leute, die mit Motorsport noch nichts am Hut haben, denn eins ist auch klar - die Motorsportfans sterben langsam aus. Das Durchschnittsalter der F1-Zuschauer bei RTL erinnert inzwischen schon stark an den guten alten Musikantenstadl oder dem Fernsehgarten. :D :wink2:
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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von RowdyKB18 » Fr Mai 22, 2020 7:31 pm

Nutcase hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 5:19 pm
Amerikanischer Rennsport ist nicht mit europäischem Rennsport vergleichbar. Wenn sich da ein Fahrer ein Abreißvisier vom Helm rupft und aus dem Auto wirft, kommt das Safety Car raus, damit die Marshalls es von der Strecke sammeln können. Nicht etwa weil es eine zu große Gefahr darstellt, sondern weil dadurch das Feld wieder zusammengeführt wird. Bist du dann auf Position 4, 5, 6 oder noch weiter hinten, hast du auf dem Oval einen perversen Windschatten. Ich stimme dir hier tendenziell schon zu, das ist Action pur und großartig anzuschauen. Aber es ist halt einfach eine ganz andere Einstellung zum Motorrsport, als wir sie in Europa haben.

Ist halt nur die Frage, wie viele künstliche SC-Phasen die europäische F1 verträgt. Denn... das führt ein Stück weg vom Sport, hin zur Show. Und da ticken wir einfach anders als die Amis. Die würden es auch feiern, wären die Rennverläufe vorher vom Veranstalter diktiert worden. Wir reden hier schließlich von einem Land, in dem sogar Wrestling als Sport gefeiert wird. Dabei ist Wrestling eher sowas wie ne Theateraufführung... Könnte man aber auch im Motorsport machen. "Okay, Lewis, this is the final lap and you're leading the race. Charly wants you to push the button 'Engine Failure' now." :betrunken:
Na gut,das mit dem Abreißvisier ist natürlich etwas übertrieben. Deswegen wird kein IndyCar-Rennen unterbrochen. Gelbphasen dienen der Sicherheit und besonders auf Ovalen,wo Gegenstände auf der Strecke mitunter heftigere Auswirkungen haben können als auf Rundstrecken mit großen Auslaufzonen und weiter entfernten Tribünen.
Absichtliche Aktionen,welche das Renngeschehen beeinflussen und somit nichts anderes als Manipulation sind,stehen bei NASCAR übrigens seit 2013 unter Strafe! Punktabzug,Geldstrafen,Disqualifikation bis hin zum Sperren des gesamten Teams...alles möglich und im Reglement verankert,weil es einfach keiner sehen will und es teilweise heftige Reaktionen von Fans auf solche Aktionen gab.
Und die Sache mit "Rennverläufe vom Veranstalter diktiert"...naja,das kommentiere ich jetzt lieber nicht... :roll:
Go Rowdy KB #18! 8) :top:

Elch75
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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Elch75 » Fr Mai 22, 2020 10:12 pm

Maglion hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 3:04 pm


Bei Honda sehe ich aktuell wenig, das für einen Ausstieg spricht, das sie nur die Antriebseinheit liefern. Ich könnte mir vorstellen, dass sie auch Interesse daran haben, z.B. bei einem Ausstieg von Renault das Nachfolgeteam mit Motoren zu beliefern - das reduziert die Kosten erheblich. Zudem denke ich, dass Honda aus ihrem Rückzug mit ihrem F1 Team gelernt haben, als Brawn die Früchte erntete, die Honda bezahlt hat und Honda die großen Loser waren.
Da denkst du falsch! Ich als Honda-Fan muss schweren Herzens zugeben, der Motor hätte nicht die Kraft gehabt um Weltmeister zu werden! Ausserdem ist Honda nicht freiwillig ausgestiegen, zu der Zeit war eine Wirtschaftskrise die auch später BMW und Toyota zum Ausstieg Zwang. Auch andere Rennserien waren in der Zeit betroffen.

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Maglion
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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Maglion » Fr Mai 22, 2020 11:42 pm

Elch75 hat geschrieben:
Fr Mai 22, 2020 10:12 pm
Da denkst du falsch! Ich als Honda-Fan muss schweren Herzens zugeben, der Motor hätte nicht die Kraft gehabt um Weltmeister zu werden! Ausserdem ist Honda nicht freiwillig ausgestiegen, zu der Zeit war eine Wirtschaftskrise die auch später BMW und Toyota zum Ausstieg Zwang. Auch andere Rennserien waren in der Zeit betroffen.
Gezwungen wurde niemand - das sind Multi-Milliarden-Dollar-Konzern, deren Zukunft nicht davon abhängt, ob sie lächerliche Milliönchen in der F1 verbrennen oder nicht. Da dienen Krisen höchsten als praktische Hintertür/Ausrede, um das Gesicht nicht ganz zu verlieren.

Honda ist mit RedBull auf einem guten Weg und sie werden nicht den Stecker ziehen, bevor sie ihr Ziel erreicht haben oder zu dem Schluss kommen, dass sie das Ziel nicht erreichen können. Mit der Aussicht, dass Mercedes als Team geht, hat Honda mit RedBull die beste Chance auf ihren WM Titel. Ferrari ist ja inzwischen keine ernste Konkurrenz mehr, die verzetteln sich gerade wieder in alten Verlierermustern. Die Mercedes Kundenteams sind noch nicht stark genug und wenn Mercedes geht, werden deren Reste vom Mercedes Team nicht auf dem Niveau bleiben, wie sie sind. So ein Ausstieg schadet dem Team immer - egal wer es übernimmt.

Honda wird die neuen Verhältnisse in der F1 2022 abrwarten. Die Antriebseinheit sollte ja schon nahezu fertig sein, denn der Start war ja für 2021 geplant - das meiste Geld ist also schon ausgegeben. Im Gegensatz zu Mercedes müssen sie nicht das Budget eines riesen Teams stemmen, das für 2022 ein komplett neues Auto entwickeln muss - den Job übernimmt RedBull und die bleiben ganz sicher in der Formel 1. Honda wird sich auf jeden Fall dem Vergleich ab 2022 stellen und frühestens nach 2023, also für 2024 überlegen, ob und wie es weiter geht. Honda hat sicher auch langfristige Verträge mit RedBull und da ist es nicht so einfach den Stecker zu ziehen, wie beim eigenen Team.

Bei Renault sieht es aktuell am schlechtesten aus, denn bei denen läuft es nirgends rund, weder bei der Antriebseinheit, noch beim Chassis, noch beim Management des Teams. Und durch Corona müssen sie mit diesem miesen Paket noch ein Jahr länger überstehen, in der Hoffnung, dass ihre Antriebseinheit für 2022 ein echter Erfolg wird - aber wie wahrscheinlich ist das? 2 Jahre (2020/2021) in der F1 rumeiern wird sich der Vorstand sicher nicht anschauen und finanzieren wollen. Man darf auch nicht vergessen, dass der französische Staat mit 15% am Konzern beteiligt ist und es dem eh sehr kritischen französischem Volk schwer zu erklären ist, dass man den Konzern mit X Milliarden Corona Hilfen unterstützt und damit auch gleich noch ein erfolgloses und teures F1 Team finanziert.
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