Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

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Redaktion
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Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von Redaktion » Fr Feb 28, 2020 11:48 pm

Kolumne von Chefredakteur Christian Nimmervoll: Wie Whistleblower Ferrari in die Bredouille gebracht haben und die Affäre noch viele Millionen kosten könnte



es war 15:30 Uhr, als Mattia Binotto am Freitagnachmittag in Barcelona vor die Presse trat. Ein eigentlich harmloser Medientermin. Er wiederholte vieles, was er schon einmal gesagt hatte. Dass andere schneller seien als Ferrari, dass er nicht davon ausgehe, in Melbourne siegfähig zu sein. Und nein, das sei kein Bluff, kein Tiefstapeln. Sondern die Wahrheit.

Keine drei Stunden später (die E-Mail der FIA landete um punkt 17:49 Uhr MEZ in unserer Inbox) wurde Ferrari von einem Erdbeben erfasst. Eines mit einem ganz harmlos klingenden Titel: "FIA beendet Analyse der Formel-1-Power-Unit der Scuderia Ferrari", steht in der Betreffzeile des hochexplosiven Dokuments (am Ende dieser Kolumne im Original-Wortlaut).

Max Verstappen hat in Bezug auf den Ferrari-Motor schon im November 2019 das böse Wort "betrügen" in den Mund genommen. Hochoffiziell, im Rahmen einer FIA-Pressekonferenz. Und er wurde dafür gerügt. Er sei "unreif" und "nicht professionell", feuerte Sebastian Vettel, stellvertretend für das Ferrari-Camp, eine Verbalsalve in Richtung Verstappen.

Jetzt ist der 22-Jährige rehabilitiert.



Für die FIA-Mitteilung von Freitagabend gibt es unter Experten nur eine Lesart: Der Ferrari-Motor hat 2019 nicht dem Reglement entsprochen - genau so, wie das viele ohnehin vermutet haben. Ferrari hat sich immerhin aus freien Stücken auf einen Deal mit der FIA eingelassen, der Ferrari nach außen hin in einem schiefen Licht dastehen lässt. Wenn auch ohne ganz konkreten Schuldspruch.

Wir leiten daraus ab: Ferrari hätte eine solche Optik nie und nimmer akzeptiert, wenn man sich keiner Schuld bewusst wäre. Und man fragt sich jetzt: Warum wird Ferrari nicht bestraft? Und was wird unter dem Deckmantel eines "Settlements" unter den Teppich gekehrt?

Dass die FIA-Aussendung ausgerechnet zehn Minuten vor Ende des letzten Testtags veröffentlicht wurde, ist kein Zufall. Zu dem Zeitpunkt waren die Journalisten damit beschäftigt, unter Hochdruck ihre reichweitenstarken Berichte vom wichtigsten Testtag des Winters zu formulieren und verbreiten. Und die meisten Teamchefs waren längst aus dem Paddock abgereist.

Vermutlich haben die Verantwortlichen gehofft, dass so kein Medienvertreter mehr mit einem Teamchef sprechen würde, bis sich die kleine Formel-1-Gemeinde Mitte März in Melbourne trifft. Und dass die Nachricht in der schlagzeilenbestimmenden Berichterstattung über das Coronavirus und mögliche Grand-Prix-Absagen untergeht.

Wir haben spät am Freitagabend mehrere Teamchefs auf ihren Handys kontaktiert. Drei haben tatsächlich zurückgerufen - und waren durchaus gesprächsbereit. Offiziell äußern wollte sich keiner. Verständlich bei einem so brisanten Thema. Aber das, was hinter vorgehaltener Hand erzählt wird, steht vom Krimi-Potenzial her der "Crashgate"-Affäre um wenig nach.



Dass Ferrari salopp gesagt "beschissen" hat, das ahnte man schon 2019, als Ferrari über Nacht plötzlich den besten Motor im Feld hatte. Die Konkurrenzteams ballerten die FIA mit technischen Anfragen zu, basierend auf ihren Verdachtsmomenten. Und die FIA veröffentlichte als Reaktion darauf eine ganze Reihe technischer Richtlinien. Zunächst ohne Auswirkungen.

Erst im Herbst, der Formel-1-Zirkus befand sich gerade in Amerika, landeten die "Schrotflinten" von Red Bull, Mercedes & Co. einen ersten Volltreffer. Die FIA eliminierte einen Regel-Graubereich in Sachen Benzindurchfluss. Wie genau das funktioniert haben könnte, darauf sind wir bereits in unserem großen Video-Jahresrückblick eingegangen.

Spätestens in Abu Dhabi war die Geduld von Red Bull und Mercedes am Ende. Es kam zu einem geheimen Treffen. Am Sonntag vor dem Rennen stimmte die Benzinmenge auf dem von Ferrari an die FIA übermittelten Datenblatt nicht mit der tatsächlichen Benzinmenge im Tank von Charles Leclerc überein. Die FIA ließ Ferrari mit 50.000 Euro Geldstrafe davonkommen.

Über den Winter wurde es in der Angelegenheit nur oberflächlich betrachtet ruhiger. Hinter den Kulissen aber stieg der Druck auf die FIA, etwas zu unternehmen. Die Optik, wenn sich die Verdachtsmomente gegen ein Team erhärten, es aber keine Konsequenzen gibt, ist zwangsläufig schief. Besonders dann, wenn der FIA-Präsident Jean Todt heißt und das Team Ferrari.

Helmut Marko stellte bereits Ende 2019 gegenüber 'Motorsport-Total.com' unmissverständlich klar: "Ich gehe davon aus, dass solche Ferrari-Eskapaden im nächsten Jahr nicht mehr stattfinden." Sollte die FIA nicht handeln, werde Red Bull aktiv, kündigte er an: "Wenn wir 2020 wieder den Verdacht haben, dass es Unregelmäßigkeiten gibt, werden wir definitiv Protest einlegen."



In den darauffolgenden Wochen passierten in der Geschichte zwei entscheidende Dinge. Erstens: Whistleblower aus dem Ferrari-Lager, möglicherweise solche, die von Binottos Führungsstil nicht angetan waren oder mit betrügerischen Aktivitäten einfach nichts zu tun haben wollten, lieferten den Ermittlern entscheidende Hinweise, die Ferrari belasteten. Behauptet zumindest einer unserer Informanten.

Parallel dazu sickerten immer mehr Informationen aus FIA-Kreisen an einige Teams durch. Offiziell hat die FIA die anderen neun Teams vor Freitagabend gar nicht über den Stand der Ermittlungen gegen Ferrari und die geplante Aussendung informiert. Inoffiziell wussten einige Teamchefs schon im Dezember, manche auch erst im Januar: Der Strick um Ferrari zieht sich immer weiter zu.

Die FIA, so erzählen es Personen, die es eigentlich wissen müssen (und auf ihre Anonymität allergrößten Wert legen), zeigte kein großes Interesse daran, Ferrari öffentlichkeitswirksam des Betrugs zu beschuldigen. Im besten Fall, weil man Angst hatte, man könne die Vorwürfe nicht ausreichend belegen, wenn es in ein knallhartes Berufungsverfahren gehen sollte.

Im schlechtesten Fall, weil mächtige, einflussreiche Männer in der FIA verhindern wollten, dass Ferrari beschädigt wird. Und das noch dazu in einer sportpolitisch hochsensiblen Phase, in der gerade ein neues Concorde-Agreement verhandelt wird. Ein verschnupftes Ferrari-Team, das mit Ausstieg aus dem Grand-Prix-Zirkus droht, wäre für den Börsenkurs der Formel 1 und Rechteinhaber Liberty Media eine Katastrophe.



Manche ahnten schon Ende 2019, dass sich dunkle Wolken über Ferrari zusammenbrauen. Binotto war in diversen Meetings bis in den Herbst hinein stets recht selbstbewusst aufgetreten. Danach wurde er plötzlich kleinlaut. Die Wesensveränderung fällt ungefähr in jene Zeit, in der Ferrari seine Bedenken gegen die neuen Regeln 2021 plötzlich aufgab und die Drohung eines Vetos zurückzog.

Und als Ferrari in Austin, als die erste technische Richtlinie getroffen hatte, plötzlich auf den Geraden hinterherfuhr, redete Binotto auf einmal von einer Taktik-Änderung. Man habe beim Set-up bisher stets auf wenig Luftwiderstand gesetzt. Nun probiere man es mal mit steileren Flügeln. Damit, dass der Motor durch eine FIA-Richtlinie geschwächt sei, habe der geringere Topspeed nichts zu tun.

Böse Zungen unterstellen heute: Binotto wusste zu dem Zeitpunkt schon, dass Ferrari die Motorentricks von 2019 nicht ins Jahr 2020 übertragen kann. Und bereitete mit solchen Aussagen Ferraris "Alibi" vor.

Am Freitagnachmittag, keine drei Stunden vor dem Platzen der FIA-Bombe, sagte er: "Was die Gesamtperformance und die Spitzenleistung des Motors betrifft, sind wir nicht mehr so stark wie vergangenes Jahr." Die Ergänzung, das liege daran, dass man sich vor allem auf die Zuverlässigkeit konzentriert habe, nimmt ihm jetzt wohl keiner mehr ab.

Dass Ferrari auf den Geraden plötzlich ungewöhnlich viel Zeit verliert, hatte die Konkurrenz bereits in der ersten Barcelona-Testwoche festgestellt. Da unterstellte Mercedes noch, Ferrari fahre mit gedrosselter Leistung. Im Nachhinein glaubt man Binotto, wenn er sagt: "Wir verstecken nichts. Das ist unsere wahre Performance." Vertuscht wird nur, warum die Power plötzlich weg ist!



Natürlich kann man sich im Nachhinein fragen, ob jener Mercedes-Text, in dem Ferrari unterstellt wurde, man fahre mit gedrosselter Leistung, nicht ein gefinkelter Versuch war, Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Spätestens in Melbourne, wenn Ferrari auch im Rennen nicht an Leistung zulegen kann, würde die Welt aufwachen und erahnen, dass 2019 nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein kann.

Das spielt im größeren Kontext dieser Story aber überhaupt keine Rolle. Und die Strategie einiger Beteiligter, die FIA im Fall Ferrari so unter Druck zu setzen, dass es sich Präsident Todt gar nicht mehr erlauben kann, nichts zu unternehmen, war zumindest teilweise erfolgreich. Auch wenn sich die offizielle Aussendung harmlos liest: In der Branche versteht jeder, was das wirklich bedeutet.

Bei der FIA scheint man der Meinung zu sein, dass Ferrari auch ohne offizielle Strafe hart genug sanktioniert ist. Wasser auf den Mühlen derer, die immer schon der Meinung waren, das F in FIA stehe nicht für Federation, sondern für Ferrari.

Doch bei genauerer Betrachtung kommt Ferrari gar nicht so ungeschoren davon, wie es zunächst den Anschein hat.



Auch wenn der SF1000 im Chassisbereich ein Fortschritt ist: Ferrari hat den Vorteil seiner überlegenen (mutmaßlich illegalen) Motorentechnologie verloren und wurde in diesem Bereich um ein Jahr Entwicklung zurückgeworfen. Das wirkt sich bei den Topspeed-Messungen aus. Mit dem aktuellen Motor ist Ferrari 2020 aus eigener Kraft nicht WM-fähig.

Außerdem ist Teil des "Settlements" zwischen FIA und Ferrari, dass Ferrari die FIA bei verschiedenen Initiativen unterstützen muss. Zum Beispiel bei der Forschung im Bereich CO2-Emissionen und nachhaltige Treibstoffe. Ferrari könnte hier Entwicklungskosten übernehmen, die sonst die FIA hätte tragen müssen. Das kommt einer Geldstrafe in Millionenhöhe gleich.

Ferner entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass die FIA Ferrari dabei mithelfen lassen möchte, Regeln zu entwickeln, damit im Bereich der Power-Units in den nächsten Jahren nicht mehr getrickst werden kann. Die Betrüger wissen am besten, wie man Betrügern das Handwerk legt, lautet die bestechende Logik dahinter. Klingt einleuchtend.

Mein erster Gedanke beim Durchlesen der FIA-Aussendung lautete: Wenn die FIA offenbar sicher ist, dass Ferrari betrogen hat, Ferrari aber nicht bestraft - dann müssen in den Deal auch die anderen Teams eingeweiht gewesen sein und zugestimmt haben. Aber mitnichten: "Wir sind damit ganz sicher nicht einverstanden", stellt ein Teamchef unmissverständlich klar.



Ein anderer geht sogar noch einen Schritt weiter: Der 28. Februar 2020 sei noch lange nicht das Ende der Geschichte um die Ferrari-Betrugsaffäre - sondern der "Anfang eines sehr langwierigen Prozesses". Gut möglich, dass sich der eine oder andere überlegen wird, gegen den Kuhhandel vor Gericht zu ziehen. Denn letztendlich geht es dabei auch um viel Geld.

Wenn Ferrari mit illegalen Mitteln Zweiter in der Konstrukteurs-WM wurde, dann könnte ein vom Formel-1-Zirkus unabhängiges Gericht durchaus zu dem Urteil kommen, dass eigentlich Red Bull das Preisgeld für den zweiten Platz zusteht, McLaren das für den dritten Platz, und so weiter und so fort.

Dabei geht es um beträchtliche Summen. Der Unterschied in der fraglichen "Column 2" zwischen P2 und P3 lag 2019 (als die Zahlen auf Basis des WM-Ergebnisses 2018 ausbezahlt wurden) bei rund zehn Millionen US-Dollar. Um die könnte sich Red Bull betrogen fühlen.

McLaren bekäme ohne Ferrari in der Wertung acht Millionen mehr. Und selbst Williams, der Letzte der Konstrukteurs-WM, hätte bei einem Ferrari-Ausschluss aus der WM um mindestens zwei Millionen mehr kassiert.

Insgesamt kämen die acht geschädigten Teams durch ein Aufrücken um je eine Position auf Mehreinnahmen in der Höhe von 40 Millionen Dollar.

Sehr viele Gründe, die Sache nicht einfach auf sich beruhen zu lassen ...

Ihr#w22#

PS: Folgen Sie mir oder meinen Kollegen auf Twitter unter @MST_ChristianN!



FIA concludes analysis of Scuderia Ferrari Formula 1 Power Unit

The FIA announces that, after thorough technical investigations, it has concluded its analysis of the operation of the Scuderia Ferrari Formula 1 Power Unit and reached a settlement with the team. The specifics of the agreement will remain between the parties.

The FIA and Scuderia Ferrari have agreed to a number of technical commitments that will improve the monitoring of all Formula 1 Power Units for forthcoming championship seasons as well as assist the FIA in other regulatory duties in Formula 1 and in its research activities on carbon emissions and sustainable fuels.

Original-News aufrufen

AlphaSigma

Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von AlphaSigma » Sa Feb 29, 2020 2:41 am

Das ist ein riesen Skandal und eine unfassbare Schweinerei.
Und es ist bezeichnend, das die Ferrari/Vettel Fans plötzlich auf Tauchstation sind.
Letzte Saison wurde argumentiert, weil die FIA nichts macht, wäre damit bewiesen das Ferrari unschuldig wäre.
Absurd hoch 10, das war schon damals klar, zumal die Fakten ersichtlich waren.
Aber hier tun sich Abgründe auf, denn haben nicht nur Ferrari und Vettel vorsätzlich und mehrfach gelogen, dreist in jede Kamera und zudem die anderen Teams provoziert, mit den Worten die FIA könnte ruhig alles überprüfen, wohl wissend, das die FIA Ferrari schützt, sondern Ferrari hat auch noch andere beleidigt,
welche den Ferrari Betrug aussprache.
Die FIA ist Ferrari, das ist wieder einmal bewiesen, genauso wie, das Ferrari betrügt und zudem mit Hilfe der FIA Konkurrenten ausbremsen lässt, in dem man immer wieder Dinge verbieten lässt, die man selber nicht hat, oder nicht gut genug hinbekommen.
Man stelle sich vor, Ferrari hätte mit Betrug auch noch die WM gewonnen.
Es ist einfach ein Skandal und wird die F1 nachhaltig schädigen, was sich die FIA da geleistet hat und ja, die Sache ist noch nicht abgehakt, auch wenn die FIA versucht hat es beiläufig abzuhandeln, denn alle wurden betrogen, nicht nur die Teams, auch die Zuschauer, Werbepartner usw.!

Turrican4D
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von Turrican4D » Sa Feb 29, 2020 3:31 am

Immervoll, der Schmierfink. :shake:

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flingomin
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von flingomin » Sa Feb 29, 2020 6:06 am

Tja wer hätte das gedacht.
Gewusst hat es jeder, der aus eigener Kraft bis drei zählen kann.
Nun da die Katze aus dem Sack ist, ändert sich wenig.
Wäre zwarinteressant wie viele ihrer WM-Titel mit Hilfe von „oben“ errungen wurde, aber man wird’s nie erfahrenen damit soll’s auch gut sein.
OK, Ferrari kann ein paar ihrer faulen Tricks nun fürs erste mal nicht mehr nutzen.
Aber dennoch werden genügend Leute auf ihrer Gehaltsliste stehen - an oberster Stelle ein kleingewachsener Franzose - damit sie sich auch künftig solche Spielchen erlauben können.
Pfeif drauf, ist halt Ferrari.

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2CV
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von 2CV » Sa Feb 29, 2020 7:18 am

:eek: Fliiiiingo, oh Schreck :shock: Das ist doch nicht etwa eine Verschwörungstheorie???

:D
Halo ist nicht Sicherheits- od.Schönheits-,sondern Prinzipfrage: F1 sind offene Monoposti, der einzigartige Mix v.Mopped&Auto: Ungefährlicher als Mopped, gefährlicher als Auto; wem's zu gefährlich ist, ab zu Sport-&Tourenwagen. Nein zu Halo i.d.F1

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2CV
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Etwas ist legal bis es illegal erklärt wurde

Beitrag von 2CV » Sa Feb 29, 2020 7:27 am

In einem Motorsportreglement gibt es naturgemäß immer Grauzonen. Etwas aus der Grauzone ist legal bis es illegal erklärt wurde. Den sogenannten "Geist des Reglements" als weiteres Regulativ zur Spezifizierung der Grauzone zu benutzen ist problematisch, da der meist keinen konkreten Richtwert liefert, sondern Spielraum bietet und so selbst eine ungenaue Definition ist.

Nehmen wir mal zu Ferraris Gunsten an, daß ihre Lösung Grauzone war und hart an der Grenze zum Verstoß gegen den Geist des Reglements, aber nicht eindeutig genug drüber. Vielleicht hat Ferrari selbst die komplette PU (und Funktionsweise derselben) der FIA dann genau erklärt, weil die von allein nicht draufkam, wo da Grauzonenlösungen sind. Das hilft der FIA nun, auch alle anderen PUs checken zu können.

Daher hat man sich gütlich geeinigt. Das gibt es auch in der Justiz: Strafminderung oder gar Straffreiheit, wenn man mit den Behörden zusammenarbeitet und bei der Aufdeckung gewisser Sachverhalte und Zusammenhänge hilft. Genaue Details werden dann im Allgemeinen nicht publik gemacht. Vielleicht ist das die Position der FIA.

Hier der Link zu einem neutraleren Artikel (zum selben Thema): https://www.speedweek.com/formel1/news/ ... Motor.html
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Knatterton
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von Knatterton » Sa Feb 29, 2020 8:13 am

Alle Achtung 2CV. :top: :schumi: :top:

Es so wertefrei auf den Punkt zu bringen sollte der Redaktion zu denken geben.

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shuyuan
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von shuyuan » Sa Feb 29, 2020 8:17 am

flingomin hat geschrieben:
Sa Feb 29, 2020 6:06 am
Tja wer hätte das gedacht.
Gewusst hat es jeder, der aus eigener Kraft bis drei zählen kann.
Nun da die Katze aus dem Sack ist, ändert sich wenig.
Wäre zwarinteressant wie viele ihrer WM-Titel mit Hilfe von „oben“ errungen wurde, aber man wird’s nie erfahrenen damit soll’s auch gut sein.
OK, Ferrari kann ein paar ihrer faulen Tricks nun fürs erste mal nicht mehr nutzen.
Aber dennoch werden genügend Leute auf ihrer Gehaltsliste stehen - an oberster Stelle ein kleingewachsener Franzose - damit sie sich auch künftig solche Spielchen erlauben können.
Pfeif drauf, ist halt Ferrari.
ah da kommen wieder die Üblichen aus der Deckung gekrochen, die immer alles scon gewusst haben :lol:
Die beste Idee der Neuzeit ist, das Atmen zu besteuern und es CO2 Abgabe zu nennen

AlphaSigma

Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von AlphaSigma » Sa Feb 29, 2020 8:34 am

@shuyuan - Echt jetzt, leugnet ist die neue Strategie der Ferrari Fans?
Das ist peinlich, denn schon jemand ohne Fanboybrille war klar, was bei Ferrari los war und wu2hier massenhaft und nachprüfbar niedergeschrieben.

@2CV - Objektivität war nie Ihre Stärke, sondern Befangenheit in Bezug auf Ferrari und wenn das Thema Mercedes betroffen hätte, wäre Ihre Wortwahl und Ihr Urteil aber ganz anders ausgefallen.

Echt schade, daß man es nach wie vor nicht schaffen Objektiv zu sein und vor allem Fehler einzuräumen, denn was haben sich die Ferrari Fans die Finger wundgeschrieben, das Ferrari nicht betrügen würde, weil die FIA ja nichts macht, das wäre der Beweis und die plötzliche Leistungsexplosin hat man genauso ignoriert wie den plötzlichen Leistungsabfall und die dazugehörigen schlechten Ausreden von Ferrari.

Martin82
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von Martin82 » Sa Feb 29, 2020 8:55 am

Ohhh mannn... was soll man von so einer Meldung jetzt halten? Gut,Ferrari hat die Grauzone genutzt, bis an die Schmerzgrenze... aber auch nicht Total betrogen.. und die Schmerzgrenze bis an dan äusserste ausgereizt... nicht das erste team, die das gemacht hat. Hätte Ferrari beschiessen, wären sie Def. bestraft worden. Die. FIA hat einmal mehr gemerkt, das sie alle Ihre Regeln selbst nicht kennen& kommen jetzt mit so einer Meldung , wo die Saison 2019 betrifft🤷‍♂️ Ich warte nur, bis die Meldung kommt, das Racing Point doch mehr bekam von Mercedes, als erlaubt.... und dann hat man ja die Ausrede schon parat, weil bei Ferrari auch keine harte Strafe gab...und auch das, mit dem DAS-System... ist es Legal, oder nicht, blablabla. FIA ist ein Clwon‘sverein und die Fans die denn Sport verfolgen, ist es immer Lächerlicher. Wie viele deals hat die FIA schon gemacht in der Geschichte der Formel 1...... Zb 2007
Lasst doch die Saison 2020 beginnen. 2019 ist vorbei....

Tb87
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von Tb87 » Sa Feb 29, 2020 9:57 am

AlphaSigma hat geschrieben:
Sa Feb 29, 2020 8:34 am
@shuyuan - Echt jetzt, leugnet ist die neue Strategie der Ferrari Fans?
Das ist peinlich, denn schon jemand ohne Fanboybrille war klar, was bei Ferrari los war und wu2hier massenhaft und nachprüfbar niedergeschrieben.

Nein. Die wirklichen Ferrari Fans fordern einen Rückzug aus der Formel Mercedes. Im Motorsport bewegt man sich immer in grau Zonen. Deshalb Ferrari sollte schnellst möglich den Stecker des F1 Projektes ziehen.

Fairplay
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von Fairplay » Sa Feb 29, 2020 10:11 am

2019 ist vorbei, aber deswegen darf man noch lange nicht darüber hinwegsehen, wenn ein Team sich einen unerlaubten Vorteil verschafft, weil es eben weiter ausgenützt würde, wenn man keine Konsequenzen fürchten muß.
Max Verstappen hatte recht. Trotzdem wurde er massiv angefeindet und bekam Schimpfnamen. Wo bleiben die Entschuldigungen ihm gegenüber?
Mercedes ist aber ebenfalls kein Unschuldslamm. Die versteckte Traktionskontrolle hat wahrscheinlich schon einige Titel beschert, die auf legale Weise nicht errungen worden wären.
Fazit: Noch strengere Regeln oder gleich alles bis auf Maße und Gewicht freigeben.

Maik Aefer
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von Maik Aefer » Sa Feb 29, 2020 10:45 am

Ich würde ja Aussagen wie von 2CV und Martin82 zustimmen das es Grauzonen schon immer gab und alle versucht haben diese bis zum Erbrechen auszunutzen. Im Falle von Ferrari habe ich da aber ein Problem damit. Wenn es wirklich nur ein Ausnutzen einer nicht klar im Reglement dargelegten Technik gewesen wäre gäbe es keinen Grund für einen Vertuschungsversuch und nichts anderes wurde ja versucht. Jeder weis das es nicht illegal wäre wenn etwas nicht explizit verboten ist. Wenn es also nur eine Grauzone war wäre es doch sowohl für die FIA als auch für Ferrari das beste gewesen wenn sie damit an die Öffentlichkeit gehen zumal die Reglementänderungen diese Sache ja offensichtlich eh mittlerweile ausgeschlossen haben sollte.

Da aber weiterhin alles dafür getan wird die Sache unter den Tisch zu kehren muss man zum Schluss kommen das hier eine ziemliche Mauschelei stattfindet. Das Ferrari das macht ist für mich ja sogar noch verständlich (auch wenn ich es nicht gut heisse) denn nahezu jedes Team würde so lange wie möglich versuchen sich gut darzustellen. Das aber die FIA sich auf dieses dünne Eis bewegt zeigt wieder einmal gut welchen Stellenwert Ferrari für die F1 hat. Hier liegt auch der Grund für diese ganze Entwicklung. Für die FIA war der Leistungssprung von Ferrari ein Segen und ohne die aufkommenden Fragen der anderen Teams hätte die FIA das auch einfach so hingenommen weil es für die F1 aktuell nichts besseres geben konnte als ein echtes Herausfordererteam gegen die Dauersieger Mercedes. Wie offensichtlich die Regeln positiv für Ferrari ausgelegt wurden konnte auch jeder beim Monza-Sieg sehen der faktisch von der FIA an Ferrari geschenkt wurde obwohl eindeutig strafbare Fahrmanöver stattfanden. Das Problem ist jetzt nur das man seitens der FIA nicht mehr zurück kann und die Untätigkeiten nicht anders erklärbar sind das sie ein Interesse an einem konkurrenzfähigen Ferrari Team hatten.

Es ist ja auch nichts neues das Ferrari in der F1 einen Sonderstatus hat und auch schon während der Schuhmacheraera oder noch früher gab es Entwicklungen in denen die F1 Verantwortlichen nicht immer ganz neutral sondern eher mal pro Ferrari entschieden haben. Heute mit den ganzen sozialen Medien und dem höheren technischen Interesse/Verständnis ist es aber schwieriger solche Dinge durchzuwinken. Wenn man sich dann auch noch so anstellt wie jetzt grad Ferrari und die FIA braucht sich am Ende niemand wundern wenn dann die Fragen nach der Legalität und der Unabhängigkeit aufkommen.

PS: Ich will jetzt Ferrari gar nicht den dauerhaften schwarzen Peter zuschieben denn auch andere Teams nehmen es mit der Legalität nicht immer so genau aber in der ganzen F1 Zeit sind die Ferrari Fälle wohl die überwiegenden.

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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von 2CV » Sa Feb 29, 2020 10:48 am

AlphaSigma hat geschrieben:
Sa Feb 29, 2020 8:34 am
@2CV - Objektivität war nie Ihre Stärke, sondern Befangenheit in Bezug auf Ferrari und wenn das Thema Mercedes betroffen hätte, wäre Ihre Wortwahl und Ihr Urteil aber ganz anders ausgefallen.

Echt schade, daß man es nach wie vor nicht schaffen Objektiv zu sein und vor allem Fehler einzuräumen, denn was haben sich die Ferrari Fans die Finger wundgeschrieben, das Ferrari nicht betrügen würde, weil die FIA ja nichts macht, das wäre der Beweis und die plötzliche Leistungsexplosin hat man genauso ignoriert wie den plötzlichen Leistungsabfall und die dazugehörigen schlechten Ausreden von Ferrari.
:eh: Fällt dir nicht auf, daß ich mit "Nehmen wir mal an" begann und mein Schlußsatz mit "Vielleicht" (Vielleicht ist das der Standpunkt der FIA)???

Das bedeutet mitnichten, daß das in meinem ersten Kommentar Geschriebene meine eigene Meinung zum Fall war, sondern daß ich einen neutraleren Standpunkt darstellen wollte als die offensichtlich hetzerischen&reisserischen Argumente und selbiger Tonfall in diesem Artikel von mst, die solche wie dich anstacheln.

Nimmervolls Interpretationsansatz teile ich sehr wohl zum Großteil (als Annahme/ Glaube/ Meinung, ich habe aber keine Beweise und da ist keine Verurteilung durch die FIA, es bleibt also eine Annahme/ Vermutung/ Meinung), aber nicht die Hetze. Ich wollte die nur ausgleichen.

Wenn du meine persönliche Meinung dazu kennen willst, siehe: https://www.motorsport-total.com/forum/ ... f#p1454688; den Kommentar verfaßte ich, bevor ich den hier in diesem Thread verfaßte (siehe Uhrzeiten).

Nein, Ferrarifan bin ich schon lang nicht mehr, das war mal, damals fuhren Regazzoni und Lauda für Ferrari. Doch spätestens mit der Schumelära mit Brawn und Todt war Ferrari bei mir unten durch, ich mag alle drei heute noch nicht (aber sie waren schon ein gutes Ganoventeam). Benz mag ich allerdings auch nicht, das ist aber ein anderes Thema.

Zu Nimmervolls Verschwörungstheorie, die FIA und Ferrari würden zusammenarbeiten, sag ich nur: Ja sicher, deswegen werden sie seit 6 Jahren auch dauernd WM (/Irony off) :jupi:
Halo ist nicht Sicherheits- od.Schönheits-,sondern Prinzipfrage: F1 sind offene Monoposti, der einzigartige Mix v.Mopped&Auto: Ungefährlicher als Mopped, gefährlicher als Auto; wem's zu gefährlich ist, ab zu Sport-&Tourenwagen. Nein zu Halo i.d.F1

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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von Maceo » Sa Feb 29, 2020 11:20 am

Meanwhile back at the Ranch... :zzz:
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von enrgy » Sa Feb 29, 2020 11:21 am

bei der dauerhaften, alles interesse tötenden überlegenheit von mercedes drückt man halt beim verfolger mal ein auge zu, sonst haben die letzten zuschauer bald nur noch silberkappen auf. :dead:

vandamm
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von vandamm » Sa Feb 29, 2020 11:32 am

Ja die Vettelfans sind alle auf Tauchstation :green: .

Vettel ist ja persönlich verantwortlich für den Skandal....

Nimmervoll ist zu 100% auf den Holzweg. Der Skandal liegt auf Seiten der FIA. Man wollte die komplexen Powerunits und die FIA ist nicht in der Lage die Technik zu kontrollieren. Egal was die gemacht haben, es ist genau das Querdenken was die technische Seite der F1 ausmacht. Bis in die absolute Grauzone. Genau was jedes Team macht. Sei es ein Redbull mit dem angeblasenen Diffusor, Mercedes mit den Aerofelgen und jetzt DAS. Btw ein VER noch mit seiner Fahrweise.....

Sollen sich doch alles freuen. AMG hat letztes Jahr nicht alles gewonnen, FIA hat sich mit ausgezeichneter Planlosigkeit selbst der Lächerlichkeit preisgegeben. Dieses Jahr hat Mercedes das DAS, welches auch über das Reglement hinaus geht und VER darf ordentlich Spurwechseln beim Bremsen.. .

Bin mal gespannt ob Bino in Australien ist....
Totto Wolf: "Für mich steht Michael über allen anderen."

Zed
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von Zed » Sa Feb 29, 2020 12:11 pm

Bescheißen, und dennoch nicht gewinnen. :mrgreen:
Tja Ferrari, selber schuld, ne?
Man kann Nudeln machen warm, man kann Nudeln machen kalt.

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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von flingomin » Sa Feb 29, 2020 1:01 pm

AlphaSigma hat geschrieben:
Sa Feb 29, 2020 8:34 am
@shuyuan - Echt jetzt, leugnet ist die neue Strategie der Ferrari Fans?
Das ist peinlich, denn schon jemand ohne Fanboybrille war klar, was bei Ferrari los war und wu2hier massenhaft und nachprüfbar niedergeschrieben.

Nein, das ist schon immer die Strategie :wink2:

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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von flingomin » Sa Feb 29, 2020 1:05 pm

Martin82 hat geschrieben:
Sa Feb 29, 2020 8:55 am
Ohhh mannn... was soll man von so einer Meldung jetzt halten? Gut,Ferrari hat die Grauzone genutzt, bis an die Schmerzgrenze... aber auch nicht Total betrogen..
Doch, haben sie.
Die die etwas dagegen tun können haben lediglich die Füße still gehalten.
Ist jetzt aber vorbei, braucht man nicht weiter thematisieren.
Wird aber nicht lange bis zur nächsten italienischen „Grauzone“ dauern.

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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von 2CV » Sa Feb 29, 2020 1:11 pm

vandamm hat geschrieben:
Sa Feb 29, 2020 11:32 am
[...] die FIA ist nicht in der Lage die Technik zu kontrollieren [...]
Vandamm :top: das hört sich IMHO vernünftig und logisch an: Die FIA war bisher nicht in der Lage, die Technik zu kontrollieren. Der ganze Elektronikscheiss war zu hoch für die Leut.

Laut a-m-s gibt es Gerüchte, die FIA hätte über den Winter einen kompletten Ferrari beschlagnahmt....Und wahrscheinlich hatte sie soviele Fragen, daß sie Ferrari gebeten bzw. gezwungen haben, ihnen am praktischen Objekt Nachhilfeunterricht zu geben und da sind ihnen die Augen ordentlich aufgegangen, was man da alles machen kann und wo da überall Grauzonen stecken.
Vielleicht hat Ferrari dabei wirklich ALLE Karten aufgedeckt (wenn schon, denn schon) und dafür sind sie Ferrari dankbar. Jetzt können sie alle Motoren checken (zumindest stehen sie nicht mehr volldumm davor wie bisher).

Wenn's stimmt, dann dürfen sich mit dieser Depesche heut alle PU-Hersteller etwas wärmer anziehen. :D Vielleicht findet seit heute in einigen Fabriken ein heftiges Rückrüsten statt :naughty: Bis Australien müssen sie damit fertig sein.
Halo ist nicht Sicherheits- od.Schönheits-,sondern Prinzipfrage: F1 sind offene Monoposti, der einzigartige Mix v.Mopped&Auto: Ungefährlicher als Mopped, gefährlicher als Auto; wem's zu gefährlich ist, ab zu Sport-&Tourenwagen. Nein zu Halo i.d.F1

Nutcase
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von Nutcase » Sa Feb 29, 2020 1:37 pm

Na ich weiß ja nicht, wie hier alle auf "Grauzone" kommen. Es ist klar definiert, wieviel Sprit ein F1-Bolide maximal verbrauchen darf und dass ich bei der FIA korrekt angeben muss, wie viel Sprit ich getankt habe. Wenn ich nun mehr Sprit im Tank habe als angegeben und die Sensoren austrickse die die Einhaltung des Verbrauchs überwachen, dann ist das keine Grauzone, oder ein Verstoß gegen den "Geist des Reglements", sondern schlcht und ergreifend Betrug.

Und bevor jetzt wieder die ganzen "Aber Tyrell-Ilmor... DAS-System... Formel Mercedes..."-Fraggles aus den Löchern kommen: Ja, auch das DAS-System ist fragwürdig. Ob es ein direkter Regelverstoß ist, wird sich wohl im Laufe der Saison klären. Grauzone halt... Ausser Frage steht allerdings, dass es klar gegen den Geist des Reglements verstößt, wenn man die Position der Räder in gegensätzliche Richtungen, mit einer Bewegung am Lenkrad verändert die keine Lenkbewegung ist. Dafür ist das Lenkrad nicht da. Aber was soll Mercedes bitte machen, wenn man eine solche Grauzone bei der FIA abklärt und ein "Ist legal!" als Antwort bekommt? Die FIA auf den Geist des Reglements hinweisen?

Ferrari hätte die FIA jedenfalls nicht fragen brauchen, ob es legal ist mehr zu tanken als angegeben und die Durchflusssensoren auszutricksen. Was bei der Anfrage herauskommt, weiß man nämlich vorher.

Ist die ganze Nummer nun ein Skandal? Ja, eindeutig!
Sollte man Ferrari tatsächlich bestrafen, statt eine "Kooperation" in diversen FIA-Projekten bekanntzugeben? Natürlich!
Hat es der Saison gut getan, dass Ferrari gegen Mercedes kämpfen konnte? Absolut!
Ist das nun eine Rechtfertigung für Betrug? Scheiße, nein!

Mal ehrlich... Mercedes kann wenig dafür, dass sie seit Jahren einfach besser sind als alle anderen. Man kann klare Regelverstöße nicht gutheißen, weil "Nur noch Silberkapperl, Fans laufen weg, Formel Langeweile, Louise 'Loisl' Hammelton..." Es gibt viel schönere Möglichkeiten, sich lächerlich zu machen. Man könnte zum Beispiel nackt den Bundestag stürmen, die Hüften kreisen lassen und laut "Ich bin eine Propellermaschine" rufen. Macht genauso viel Sinn, aber wenigstens hat dann ganz Coronapanikland mal wieder was zu lachen. Ferrari allerdings auf die Schulter zu klopfen, weil sie ganz innovativ eine Grauzone genutzt haben, ist völlig ohne Unterhaltungsfaktor. In der Clownsschule würde man damit im Fach Humor eine 6 bekommen und sitzenbleiben.

Mixter
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Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von Mixter » Sa Feb 29, 2020 2:37 pm

Ich denke die FIA hat Angst, dass die Leute alle nen Kotzreiz bekommen, wenn Mercedes 2020 erneut absolut dominant sein wird, während die restlichen Teams 2 Jahre im Rückstand sind. Ferrari hat aber noch die größte Chance dem entgegen zu setzen.

Andererseits: Es wird nun viel Porzellan zerbrochen, das Vertrauen beschädigt und Misstrauen erhöht. Ferrari muss für seine Taten büßen. Damit wäre es konsequent und verleitet die anderen nicht dazu, ähnlich wie Ferrari zu agieren.

Ich freue mich schon auf Australien. Da liegen die Karten dann auf dem Tisch. Aber ich schätze ohnehin schon, dass Mercedes absolut unschlagbar sein wird und die Saison mindestens genauso lame wird wie schon 2019, 2017, 2016 usw. (2018 war ja immerhin etwas spannend, wenn Vettel nicht so eingebrochen wäre)

AlphaSigma

Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von AlphaSigma » Sa Feb 29, 2020 2:54 pm

😂👍 Die Vettel Fanboys geben wirklich alles, jetzt ist die FIA schuld, das Ferrari betrogen hat.
Das sollte sich jeder Täter merken, "nein, ich bin unschuldig, die Bank ist schuld, dass ich die überfallen habe, schließlich haben die mich nicht dran gehindert", so die absolut groteske "Logik" der Vettel Fanboys!!
Und das man Ferrari nicht richtig bestraft, ist auch für die in Ordnung, weil Mercedes ja so stark ist. :betrunken:
Darf man fragen, wie alt diese Schreiber sind, denn wenn man soll absurde Fanboy Texte liest, so eine abstruse, bzw. nicht vorhandene Rechtsauffassung, kommt man unweigerlich zum Schluss, das es sich um keine Volljährigen handeln kann!?
Auf jeden Fall möchte man sich gar nicht ausmalen was gerade hier losgewesen wäre, hätte FIA mit Mercedes so eine Nummer abgezogen.
Aber bei Ferrari ist es halt kein Problem, nicht nur das die immer wieder, mit Hilfe der FIA, die Konkurrenz ausbremsen, alles kein Problem, nein, auch Betrügen und dann noch Vertuschen ist o.k.! :schumi:
Es stimmt wohl doch, die F1 ist am Ende, auf jeden Fall mit solchen "Fans" und solcher FIA.

AlphaSigma

Re: Die Inside-Story zum geheimen Deal zwischen FIA und Ferrari

Beitrag von AlphaSigma » Sa Feb 29, 2020 3:01 pm

@Mixter - Heiß also, wen einer seine Arbeit gut macht und der Andere nicht, dann geht das voll in Ordnung, wenn der Schlechte seiner Energie dafür aufbringt zu betrügen.
Das ist nicht nur die Umkehr des Leistungsprinzips, sondern das Aufkündigen von Regeln, Vorschriften, Gesetze, von Anstand, Moral und Ethik.
Die Befangenheit, gerade im Sport, treibt schon seltsame Blüten.
Aber im Grunde deckt sich das auch mit dem realen Leben, wie man aktuell wieder sieht, da fällt ein Land völkerrechtswidrigen in einen souveränen Staat ein und fühlt sich dann noch angegriffen, wenn das überfallenen Land sich verteidigt.
Wie Welt ist wirklich ein Irrenhaus.

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