Hill vergleicht Senna & Prost: "Hatten sehr unterschiedliche Arbeitsweisen"

Hier diskutieren Fans über News und aktuelle Themen rund um die Formel 1
Antworten
Redaktion
Beiträge: 25787
Registriert: Do Nov 08, 2001 1:01 am

Hill vergleicht Senna & Prost: "Hatten sehr unterschiedliche Arbeitsweisen"

Beitrag von Redaktion » Mo Feb 03, 2020 12:33 pm

Damon Hill wurde in seinen ersten beiden Jahren bei Williams mit zwei Formel-1-Legenden als Teamkollegen konfrontiert: Alain Prost und Ayrton Senna

Damon Hill blickt auf eine bewegte, ungewöhnliche Karriere zurück. Der Sohn von Graham Hill kam erst im Alter von 31 Jahren in die Formel 1 und musste sich bereits in seiner ersten vollen Saison 1993 gegen Alain Prost bei Williams behaupten. Ein Jahr später folgte Ayrton Senna.

"Meiner Erfahrung nach kann ich nur sagen, dass die beiden sehr unterschiedliche Arbeitsweisen hatten", analysiert Hill im Interview bei 'auto motor und sport'. Der Brite ergänzt fairerweise, dass Prost nach einem Jahr Pause 1993 erst wieder in die Königsklasse zurückkam.

Während Hill in Ungarn seinen ersten Formel-1-Sieg einfuhr, war Prost der große Favorit. Er war klar die Nummer 1 beim britischen Traditionsteam und startete mit einem Sieg in die Saison. Als Rookie konnte der Brite viel vom erfahrenen Routinier lernen.

"Er war ruhig, hat alles überlegt gemacht. Er war sehr höflich und hat nie auf den Tisch geschlagen. Er hat einfach seinen Job gemacht, ist auf die Rennstrecke gefahren und hat Runden gedreht", erinnert sich Hill an sein erstes Jahr bei Williams.

Er schaffte insgesamt drei Siege und sieben weitere Podestplätze und wurde WM-Dritter. Als Teamkollege sei Prost in diesem einen Jahr sehr "umgänglich" gewesen. Nachdem der Franzose nach dem Gewinn seines vierten WM-Titels seine Karriere endgültig beendete, kam Ayrton Senna zu Williams ins Team.

1994 änderte sich die Stimmung bei den Briten. Das Auto sei ein "Biest" gewesen, erinnert sich Hill. Und sein neuer Teamkollege sei nicht so zugänglich gewesen. "Er war sehr förmlich im Umgang, aber auch sehr angestrengt. Er hatte oft eine Falte auf der Stirn und wollte alles verstehen. Er musste Williams erst kennenlernen."

Senna war zuvor sechs Jahre für McLaren gefahren und wurde dreimal Weltmeister, er musste sich an den Teamwechseln erst gewöhnen und die Mannschaft von Frank Williams verstehen. Nachdem der Saisonauftakt nicht nach Wunsch lief (zwei Ausfälle in Serie) sei der brasilianische Superstar immer besorgter geworden.

"Fast beunruhigt", schildert Hill. "Mit mir ist er aber gut ausgekommen, auch wenn er wohl ein wenig misstrauisch mir gegenüber war. Wozu er keinen Grund hatte." Denn es sollte eigentlich Senna die klare Nummer 1 im Team sein und um den WM-Titel kämpfen. Hill musste seine Rolle nach dem schrecklichen Unfall von Imola übernehmen.

Im Vergleich der beiden ewigen Rivalen Senna und Prost lautet Hills Fazit: "Die beiden waren einfach verschiedene Charaktere. Ayrton war im Fahrstil aggressiver."

Original-News aufrufen

vampiresclub
Beiträge: 291
Registriert: Do Okt 18, 2018 6:09 pm

Re: Hill vergleicht Senna & Prost:

Beitrag von vampiresclub » Mo Feb 03, 2020 4:10 pm

Was ich an Damon Hill absolut bewundere ist dass er die Situation tatsächlich gemeistert hat.
Ich meine, mit Senna starb der anerkannt beste Fahrer jener Tage.
Schon damals war Senna eine lebende Legende.
Und die Aufgabe plötzlich das Team führen zu müssen, muss für Hill kolossal gewesen sein.
Gerade wo bei Williams den Gerüchten zu folge die Atmosphäre eher als kühl gilt, ist nicht zu unterschätzen
wie schwer die Aufgabe für Hill gewesen sein muss.
it´s a sad day for formula one when privateers really do go.
But I think we are entering a new era where the privateers are the Red Bulls.
They are really well funded. ------Paul Stoddart-----

Antworten