Helmut Marko: "Vettel hat für uns keine Relevanz"

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Redaktion
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Helmut Marko: "Vettel hat für uns keine Relevanz"

Beitrag von Redaktion » Mi Sep 11, 2019 6:43 pm

Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko betont erneut, dass der künftige Teamkollege von Max Verstappen voraussichtlich nicht Sebastian Vettel heißen wird

Nach dem für ihn desaströs verlaufenen Monza-Wochenende erhalten Spekulationen neue Nahrung, wonach Sebastian Vettels Zukunft bei Ferrari trotz eines bestehenden Vertrags für 2020 auf wackeligen Beinen stehen könnte. Doch zu einer Rückkehr zu Red Bull wird es trotz immer noch guter Beziehungen zwischen Vettel und dem Energydrink-Hersteller offenbar nicht kommen.

In der Fachpublikation 'Speedweek', die bekanntlich zum Red-Bull-Konzern gehört, erklärt Helmut Marko, dass er "keine Ahnung" habe, "was Vettels Zukunft angeht. Wir hatten einige wunderbare Jahre zusammen, aber wir haben unsere vier Piloten. Vettel hat für uns keine Relevanz."

Erst kürzlich hat Marko ein Gespräch mit Vettels Rechtsanwälten bestätigt. Doch dabei sei es nur um eine "geschäftliche Angelegenheit" gegangen, "rein privat". Davor hatte bereits Christian Horner klargestellt, dass Vettel für 2020 bei Ferrari unter Vertrag steht und sich das Thema damit erübrige.

Die Spekulationen rund um Vettels Zukunft waren nach dem Grand Prix von Italien in Monza übrigens auch Thema im Formel-1-Podcast 'Starting Grid'. In der Talkshow wird unter anderem erklärt, warum eine Vettel-Rückkehr zu Red Bull unwahrscheinlich ist und was das mit Max Verstappen zu tun hat.

Im zitierten 'Speedweek'-Interview kündigt Marko zudem an, dass Red Bull "nach dem USA-Rennen" evaluieren möchte, "wer wo 2020 fahren wird". Sollte Alexander Albon bis dahin ordentliche Leistungen zeigen, sind seine Chancen auf das zweite Red-Bull-Cockpit wohl am größten.

Übrigens: Dass der Thailänder Albon die Chance im A-Team erhalten hat, habe "rein gar nichts" mit der thailändischen Yoovidhya-Familie zu tun, die 51 Prozent von Red Bull kontrolliert: "Die haben noch nie mitgesprochen. Das ist allein Sache von uns."

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seahawk
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von seahawk » Do Sep 12, 2019 7:30 am

Das ist mal eine ehrliche und deutliche Einschätzung der Leistung von Vettel in der Saison 2019. Das Urteil ist zurecht vernichtend.

102030
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von 102030 » Do Sep 12, 2019 7:59 am

Helmut meint das bestimmt nicht abwertend.
Wie bekannt sein sollte, redet er immer sehr direkt.
Fettel macht derzeit die gleichen Flüchtigkeitsfehler, wie Schummel in seiner zweiten Karriere.
Vielleicht ist es dem fortgeschrittenen Alter geschuldet, oder einer TCP-Vergiftung aufgrund Vielfliegens.

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flingomin
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von flingomin » Do Sep 12, 2019 8:03 am

102030 hat geschrieben:
Do Sep 12, 2019 7:59 am
Helmut meint das bestimmt nicht abwertend.
Wie bekannt sein sollte, redet er immer sehr direkt.
Fettel macht derzeit die gleichen Flüchtigkeitsfehler, wie Schummel in seiner zweiten Karriere.
Vielleicht ist es dem fortgeschrittenen Alter geschuldet, oder einer TCP-Vergiftung aufgrund Vielfliegens.
Ich weiß nicht ob das Flücktigkeitsfehler sind.
Vom Gefühl her würde ich eher sagen, Vettel ist mental zerstört.
Ob er da nochmal raus kommt?
Bin skeptisch aber möglich ist alles.

Snip
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Snip » Do Sep 12, 2019 8:04 am

Das Leben im Grenzbereich ist halt nicht so einfach. TH kann euch da mehr zu berichten :D

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flingomin
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von flingomin » Do Sep 12, 2019 9:38 am

Sicher nicht. Wenn’s einfach wäre könnte es jeder

Fairplay
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Fairplay » Do Sep 12, 2019 10:22 am

Wer ist Vettel?

Hr. Gesheimer
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Hr. Gesheimer » Do Sep 12, 2019 10:41 am

seahawk hat geschrieben:
Do Sep 12, 2019 7:30 am
Das ist mal eine ehrliche und deutliche Einschätzung der Leistung von Vettel in der Saison 2019. Das Urteil ist zurecht vernichtend.
Das ist in erster Linie mal eine ehrliche und deutliche Einschätzung der Unternehmensstrategie von Red Bull, deren Teil auch das F1 Team ist, keinesfalls eine Einschätzung von Vettel Leistung.

Warum sollte man bei Red Bull den viel zu alten und dazu noch viel zu teuren Vettel neben Max Verstappen setzten? Man würde diesem den Job unnötig schwer machen und hat mit Vettel auch kein "Vorbild"für die werberelevante Zielgruppe? Red Bull ist jung, unangepasst, furchtlos und etwas verrückt. Das passt Vettel nicht zu.

Abgesehen davon würde vermutlich auch Vettel das nicht wollen. Er hätte keinen Nr. 1 Status und einen fahrerisch starken Teamkollegen. Vettel wird denke ich nur dann wechseln, wenn er a)Teamleader ist und b)irgendwie die Chance auf einen Kampf um die WM sieht. So wie Schumacher seinerzeit.

SchumiOne
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von SchumiOne » Do Sep 12, 2019 10:55 am

Fairplay hat geschrieben:
Do Sep 12, 2019 10:22 am
Wer ist Vettel?
Was ein unnützer Kommentar.
So wie man hier oft liest "Schummel-Schumi"

Was viele dann nicht wissen wollen...als Schumi zu Ferrari ging,hörten die Schummelvorwürfe schlagartig auf.

Klaro...Schumi baute Benetton auf....und fuhr zu der Zeit sog. Top Teams wie Ferrari in Grund und Boden.
Das man da Schummelein vermuten muß, ist fast klar.

Hr. Gesheimer
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Hr. Gesheimer » Do Sep 12, 2019 11:27 am

SchumiOne hat geschrieben:
Do Sep 12, 2019 10:55 am

Klaro...Schumi baute Benetton auf....und fuhr zu der Zeit sog. Top Teams wie Ferrari in Grund und Boden.
Das man da Schummelein vermuten muß, ist fast klar.
Die fragwürdigen Praktiken bei Benetton muss man letztlich natürlich Briatore ankreiden, nicht Schumacher. Letzterer profitierte aber davon. Top an Ferrari war zu jener Zeit bestenfalls das Budget und der Spritdurchsatz, vielleicht auch die Fahrer, ansonsten war das eine unsagbar ineffiziente Chaos-Truppe. Nicht umsonst hat damals Prost in den Sack gehauen.

Schumacher hat sicherlich viele Dinge in die F1 gebracht, bzw. signifikant verbessert, die es vorher in der Ausprägung nicht gab: Akribie, Fitness, Perfektionismus. Darüber hinaus war er ein außerordentlich schneller Pilot. Dass er aber auf Grund seines außergewöhnlichen Talents im hoffnungslos unterlegenen Auto die übermächtige Konkurrenz niedergerungen hat, gehört in das Land der Mythen und Legenden, bestenfalls noch in einen Asterix-Comic.

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Maglion
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Maglion » Do Sep 12, 2019 11:41 am

Lustig wie die üblichen Verdächtigen hier Dinge lesen, die nie geasgt wurden und die auch nicht ziwschen den Zeilen zu lesen sind, außer man ist ein Vettel-Hasser und konstruiert sich die eigene Realität. Manchmal kommt mir der Gedanken, dass leute, die so schreiben, einfach nichts intelligenteres zustande bekommen und mit ihrem hasserfüllten Leben wirklich gestraft sind - echt trostlos. ;-)

Zum Einen ging es um 2020 und da hat vettel sicher keine Relevanz für RedBull, da 2020 Verstappen für RedBull fährt - das hat Marko mit seiner Aussage kurz und schmerzlos auf den Punkt gebracht. Auch ein Tausch Vettel gegen Verstappen ist unrealistisch, da sich Verstappen bei RedBull wohl fühlt, gerade auch, weil es jetzt für ihn und das Team wirklich gut läuft.
Marko hat mit keinem Wort Bezug auf vettels Leistung genommen, denn er weiß selbst genau wie Vettel tickt und was er kann.

Über das viel interressantere Jahre 2021 wurde nicht gesprochen, denn für 2021 haben weder Verstappen, noch Vettel einen Vertrag und dann steht ja auch noch die Reglementsrevolutiin ins Haus - ich denke nicht, dass Marko auf für 2021 die Aussage machenn würde, dass Vettel keine Relevanz hat, denn er weiß nicht, ob Verstappen da noch bei RedBull ist und echten Ersatz aus dem eigenen Nachwuch hat RedBull auch nicht - ich sehe da aktuell keine echte Granate, die einen Verstappen ersetzen könnte - Vettel könnte das, denn ich bin mir sicher, dass ein Teamwechsel ihn mental wieder in Spur bringen würde und bei RedBull weiß er was ihn erwartet und RedBull weiß, wie sie mit Vettel arbeiten müssen.

Aussagen, dass Vettel mental zerstört sind, halt ich für ausgemachten Blödsinn, er ist ischer nicht mental bei voller Stärke, aber das ist weit von zerstört entfernt, aber in der F1 reichen kleine Fehler und mangelnde Konzebtration, um ein komplettes Rennen in den Sand zu setzen. Im Umkehrschluss braucht es nicht viel, um dann wieder gute Rennen abliefern zu können. Wäre er mental zerstört, wäre er in Monza nicht mindestens auf Augenhöhe mit Leclerc in der Quali gewesen - wenn das jemand schaffen würde, der mental zerstört ist, kann man auch gleich Leclerc feuern, weil er dann nichts taugt. Leclerc hatt dieses Saison auch schon seine aussetzer, ich erinner mich an mind. 2 Situationen, in denen er sich selbst als dumm bezeichnete....

Fakt ist doch, dass diese Saison weder Leclerc noch Vettel so fehlerfrei gefahren sind, wie es nötig gewesen wäre, um Mercedes maximal unter Druck zu setzen und um die WM deutlich enger zu halten. Ich bin mir auch sicher, dass Vettel in den nächsten Rennen Leclerc weiterhin die Stirrn bieten kann und auch schlagen wird. Dassaktuell Monza extrem aufgeblasen wird und sich die Vettel-Antis darauf stürzen, ist nachvollziehbar, aber es verzerrt auch das tatsächliche Bild. Ich sehe aktuell eine übertriebene Überzeichnung der guten Leistung von Leclerc und eine übertriebene Überzeichnung bei der Beruteilung der schlechten Leistung von Vettel. Ich bin mir sicher, dass es zwischen Leclerc und Vettel viel enger bleiben wird, als es viele gerade denken. Trotzdem würde ich es für besser halten, wenn Vettel einen fähigen Mentalcoach hätte, der ihm dabei unterstützen könnte, aus den negativen Erfahtungen und dem Frust, postive Anreize und neue Motivation zu generieren. Ich sehe aktuell die Gefahr, dass Vettel in eine Negativspirale abrutschen könnte.

Ich denke, dass Vettel aus dem Monza-Wochenende sein Konsequnezen, gerade auch im Umgang mit Leclerc und seinem Team, ziehen wird und wenn er es richtig anstellt, zieht er aus seinem Zorn eine neue Motivation. Ich bin mir sehr sicher, dass es bei Ferrari in den nächsten Wochen deutlich unharmonischer zugehen wird. Und wenn man sich den lieben Binotto und den Grinsebär Camilleri anschaut, könnte Vettel seine bekannten Psychospielchen deutlich weiter treiben, als es Hamilton und Rosberg das bei Mercedes konnten, bevor es für ihn Konsequenzen gibt.

Da inzwischen auch das harte Fahren erlaubt ist, für das vettel in der Vergangeheit immer wieder bestraft wurde, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Ferraris gegenseitig von der Strecke rempeln.
SimSeat-Racer

Micha_r1
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Micha_r1 » Do Sep 12, 2019 11:54 am

Im Enddefekt ist es so keiner weiß es wirklich ausser Vettel selbst. Meiner Meinung nach will Vettel einfach zu viel und das endet meistens in einem Dreher o Fehler. Zudem glaube ich langsam das er ein Problem mit dem Auto hat er hat dieses Jahr schon dreimal das Heck verloren und ist dadurch in einen Fehler geraten. Ob es an der Bremsbalance liegt oder ob er zu viel möchte kann ich von außen nicht beurteilen.

Ich würde an seiner Stelle auf jedenfall die Konsequenz daraus ziehen und was mein Jungen Kollegen und eventuelle Teamorder angeht keinen Streich mehr nachgeben. Wie das dann ausgeht ist dann eine andere Sache.
Lec ist auf jedenfall schnell und wenn er keine Fehler macht auch mit Sicherheit eine harte Nuss aber man muss abwarten was die Zukunft bringt. Eines ist aber mit Sicherheit klar er wird Vettel keine Geschenke machen.

Darkstar
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Darkstar » Do Sep 12, 2019 12:48 pm

LEC ist gut, VET steht unter Druck. Was machen Menschen unter Druck? Fehler. Richtig!
Hinzu kommt wahrscheinlich noch die Frustration, dass man im 4. Jahr immer noch nicht auf zumindest Augenhöhe mit Mercedes ist.

Wenn ein HAM unter Druck gerät und auch mal über 100% gehen muss, dann macht er auch Fehler, wie man in Monza sehen konnte.
Dass es vergleichsweise seltener bei ihm vorkommt, liegt höchstwahrscheinlich daran, dass er aufgrund des Materials seltener über 100% gehen muss...

Bei Vettel kommt hinzu, dass er, wenn er einen Fehler gemacht hat, vor Wut(?) gleich aussetzt und irrational handelt, bzw. versucht seinen Fehler sofort wieder zu bereinigen.
Vielleicht hat er Stroll wirklich nicht gesehen. Trotzdem muss man, wenn man an 4. Stelle abfliegt immer damit rechnen, dass Autos kommen.

Fairplay
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Fairplay » Do Sep 12, 2019 4:25 pm

Wer ist Vettel?
Antwort: Jemand, dem die Rennfahrerlizenz entzogen gehört.
Wenn ich im vorderen Feld von der Strecke abkomme und dann blind quer über die Strecke fahre, bin ich eine riesige Gefahr für mich und alle anderen, die nachkommen.
Und das gerade mal eine Woche nach einem tödlichen Unfall in der F2.
Nein danke, solche Fahrer (Gefährder) braucht die F1 nicht.

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flingomin
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von flingomin » Do Sep 12, 2019 6:16 pm

Diesen Aspekt sollte man wirklich nicht vergessen: Eine Woche vorher starb ein junger Kollege. Man sollte von einem mittelintelligenten Menschen erwarten dass er das 7Tage später noch im Hinterkopf hat.
Aber ich glaube es ist wie eben jemand schrieb: Vettel hört in solchen Situationen auf zu denken und beginnt in blinder Wut irrational zu handeln.
Sicher, seine derzeitige Situation ist alles andere als angenehm.
Im Moment ist er unterwegs wie in seiner letzten RB Saison als er von Ricciardo gebügelt wurde.
Bin gespannt ob er auch diesmal davon läuft.

Smokey
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Smokey » Do Sep 12, 2019 7:09 pm

Im Endeffekt ist Vettel gerade in einer ähnlichen Situation wie Schumacher bei Mercedes 2010-12: Schumi war damals auch der deutlich erfahrenere Fahrer (und mehrfache Weltmeister) neben Rosberg, und trotzdem war letzterer schneller. Der Unterschied ist, dass Schumi da alles schon erreicht hatte, während Vettel seit 2015 nem WM-Titel mit Ferrari hinterherläuft und es nicht gebacken kriegt. Vettel hat seine Chancen 2017 und 2018 nicht genutzt und weiß jetzt, dass er keine weitere bekommt.

Nutcase
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Nutcase » Fr Sep 13, 2019 1:20 am

Maglion hat geschrieben:
Do Sep 12, 2019 11:41 am
Über das viel interressantere Jahre 2021 wurde nicht gesprochen, denn für 2021 haben weder Verstappen, noch Vettel einen Vertrag und dann steht ja auch noch die Reglementsrevolutiin ins Haus
Das neue Reglement könnte Vettel gewaltig in die Karten spielen.

Ich persönlich folge inzwischen auch der Theorie, dass Vettel am Kurvenausgang einfach ein brutal stabiles Heck braucht. Keinen Schimmer mehr, wer das mal gesagt hat (glaube Rosberg, von dessen Gerede ich ja eigentlich nicht so viel halte), aber ganz so abwegig ist es nicht. Erinnern wir uns mal daran, was gerade Trend war, als Vettel so richtig aufblühte:

Zuerst war es der Doppeldiffusor. Brawn fuhr mit einem extrem simplen Auto fast konkurrenzlos zum Titel. Bis Red Bull den Doppeldiffusor vernünftig zum Arbeiten bekam. Da hat Vettel dann sowas ähnliches wie einen WM-Kampf gestartet, konnte Button am Ende aber doch nicht mehr einholen - was nicht schlimm ist, da Brawn ähnlich dominant in die Saison startete, wie Mercedes es dieses Jahr tat.

Und dann kam DAS Ding überhaupt... Der angeblasene Diffusor. Mitten in der Kurve aufs Gas latschen und statt den Hintern zu verlieren, gewinnt die Karre noch an Grip. Und plötzlich war Vettel der absolute King! In der Ära war Vettel unantastbar.

Heute gibt es keine Doppeldiffusoren mehr, mit den Abgasen kann man auch nicht mehr wirklich spielen und die Aerodynamik wurde gerade im für den Diffusor kritischen Bereich (Frontflügel-Endplatten, Bargeboards) extrem gestutzt. Man kann einfach nicht mehr so extreme Wirbel erzeugen, um den Diffusor seitlich abzudichten. Und was macht Vettel? Verliert den Hintern in den Kurven. Mehrfach.

Ich glaube, Vettel steckt ein klein wenig in seinem alten Fahrstil fest. Nicht das er sich nicht umgestellt hätte, das hat er mit Sicherheit! Aber irgendwo schlummert eben doch noch der Wille, in der Kurve so richtig aufs Pedal zu latschen. Und manchmal kommt das wohl einfach durch. Anders kann ich mir solche Dinger wie in Monza einfach nicht erklären.

2021 könnte allerdings wieder eine Menge Abtrieb auf der Hinterachse liegen. Kann also gut sein, dass wir da schlagartig den alten Vettel zurückbekommen.

Snip
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Snip » Fr Sep 13, 2019 12:27 pm

Nutcase hat geschrieben:
Fr Sep 13, 2019 1:20 am
Und plötzlich war Vettel der absolute King! In der Ära war Vettel unantastbar.
Wir wissen nicht, ob Vettel unantastbar war. Webber ist kein richtiger Gradmesser gewesen. Alonso und Hamilton hätten im Red Bull die Titel auch geholt denke ich.

Und so schlimm kann der 2019er Ferrari für Vettel gar nicht sein. Denn während der Testfahrten hat er vom Auto geschwärmt und gesagt, er fühlt sich wohl darin und das Auto verhält sich in den Kurven genau so wie er das möchte.

Nutcase
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Nutcase » Fr Sep 13, 2019 2:09 pm

Snip hat geschrieben:
Fr Sep 13, 2019 12:27 pm
Wir wissen nicht, ob Vettel unantastbar war. Webber ist kein richtiger Gradmesser gewesen. Alonso und Hamilton hätten im Red Bull die Titel auch geholt denke ich.
Auch Webber hätte die Titel geholt, hätte Red Bull auf ihn gesetzt. Die Karre war halt ne Wucht. Aber warum sollte man auf Webber setzen, wenn man mit Vettel einen Fahrer hat, der aus dem Paket das Optimum herausholt? Natürlich entwickelt man dann nach Vettels Wünschen. Webber war sicher nicht auf Vettels Niveau, aber wäre man auf ihn eingegangen, hätte auch er locker drei oder vier Titel geholt. Webber war Arschloch genug (absolut positiv gemeint), um einem Alonso im WM-Kampf Probleme zu bereiten.
Snip hat geschrieben:
Fr Sep 13, 2019 12:27 pm
Und so schlimm kann der 2019er Ferrari für Vettel gar nicht sein. Denn während der Testfahrten hat er vom Auto geschwärmt und gesagt, er fühlt sich wohl darin und das Auto verhält sich in den Kurven genau so wie er das möchte.
Vettel hat aber ebenfalls gesagt, dass der Ferrari nicht mehr der Wagen ist, den er bei den Testfahrten unterm Hintern hatte. Ausserdem war man bei den Testfahrten absolut konkurrenzlos unterwegs, da muss man also nicht bis ans absolute Limit. Mercedes hat allerdings irgendwas gefunden, weshalb Ferrari nun nicht gemütlich zum Titel cruisen kann. Und will man das letzte Zehntelchen rausquetschen, um doch irgendwie dranzubleiben, reagiert die Karre dann doch ein wenig anders. Das beste Beispiel dafür ist wohl Hamilton in Monza. Er musste alles geben, um mit Leclerc mithalten zu können. Und urplötzlich flog der "Schienen-Benz mit Pirelli-Bevorzugung" hinter Leclerc von der Strecke, weil die Reifen komplett im Eimer waren. Das passiert halt mal, wenn man im Grenzbereich unterwegs ist. Und so wird es auch Vettel gehen.

Zu Vettels Misere kommt noch hinzu, dass Leclerc irgendwas Entscheidendes anders macht. Dieses Detail scheint aber einen gewaltigen Unterschied beim Reifenmanagement auszumachen. Deshalb ist Leclerc derzeit schneller UND Reifenschonender unterwegs als Vettel. Da sieht man dann halt doppelt doof aus.

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Alboreto
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Alboreto » Fr Sep 13, 2019 6:41 pm

Ja, der Webber: Wo lag er in den vier Jahren, in denen Vettel WM wurde in der WM-Wertung? Doch bestimmt immer auf P2! :roll:

Hr. Gesheimer
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Hr. Gesheimer » Fr Sep 13, 2019 7:46 pm

Alboreto hat geschrieben:
Fr Sep 13, 2019 6:41 pm
Ja, der Webber: Wo lag er in den vier Jahren, in denen Vettel WM wurde in der WM-Wertung? Doch bestimmt immer auf P2! :roll:
Sooo schlecht war er auch nicht, der Webber. 2010 war er bis zum Ende dabei, man hat sich in der Folge bei Red Bull nur halt auf Vettel konzentriert. Wenn Alonso nicht im Ferrari gesessen hätte, wäre es vermutlich auf P1 und P2 hinausgelaufen.

SchumiOne
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von SchumiOne » So Sep 15, 2019 2:35 am

Hr. Gesheimer hat geschrieben:
Do Sep 12, 2019 11:27 am
Die fragwürdigen Praktiken bei Benetton muss man letztlich natürlich Briatore ankreiden, nicht Schumacher. Letzterer profitierte aber davon. Top an Ferrari war zu jener Zeit bestenfalls das Budget und der Spritdurchsatz, vielleicht auch die Fahrer, ansonsten war das eine unsagbar ineffiziente Chaos-Truppe. Nicht umsonst hat damals Prost in den Sack gehauen.

Schumacher hat sicherlich viele Dinge in die F1 gebracht, bzw. signifikant verbessert, die es vorher in der Ausprägung nicht gab: Akribie, Fitness, Perfektionismus. Darüber hinaus war er ein außerordentlich schneller Pilot. Dass er aber auf Grund seines außergewöhnlichen Talents im hoffnungslos unterlegenen Auto die übermächtige Konkurrenz niedergerungen hat, gehört in das Land der Mythen und Legenden, bestenfalls noch in einen Asterix-Comic.
Dann nenn mir doch bitte mal nur einen Piloten aus dem akt Feld,der es fertig bringen würde, in einem Boliden zu fahren,der nur noch 3 Gänge hat,respektable Zeiten zu fahren und zu gewinnen?Ich kenn keinen.

Das Rennen war kein Mythos!

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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Turrican4D » So Sep 15, 2019 4:39 am

Smokey hat geschrieben:
Do Sep 12, 2019 7:09 pm
Im Endeffekt ist Vettel gerade in einer ähnlichen Situation wie Schumacher bei Mercedes 2010-12: Schumi war damals auch der deutlich erfahrenere Fahrer (und mehrfache Weltmeister) neben Rosberg, und trotzdem war letzterer schneller.
Auch wenn Rosberg das immer noch gerne behauptet: Nein, er war nicht schneller.

Hr. Gesheimer
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von Hr. Gesheimer » So Sep 15, 2019 8:29 am

SchumiOne hat geschrieben:
So Sep 15, 2019 2:35 am
Dann nenn mir doch bitte mal nur einen Piloten aus dem akt Feld,der es fertig bringen würde, in einem Boliden zu fahren,der nur noch 3 Gänge hat,respektable Zeiten zu fahren und zu gewinnen?Ich kenn keinen.

Das Rennen war kein Mythos!
Darüber kann man nur spekulieren. Wenn es seinerzeit genau so gewesen ist, dann würde auch ein heutiger Top-Pilot dies zu jener Zeit in jenem Auto vollbracht haben können. Dass eine derartige Situation heute nicht mehr denkbar ist, liegt an der heutigen technischen Ausrichtung der Autos und dem deutlich homogeneren Fahrer- und Fahrzeugfeld.

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flingomin
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Re: Helmut Marko:

Beitrag von flingomin » Mo Sep 16, 2019 7:28 am

SchumiOne hat geschrieben:
So Sep 15, 2019 2:35 am
Dann nenn mir doch bitte mal nur einen Piloten aus dem akt Feld,der es fertig bringen würde, in einem Boliden zu fahren,der nur noch 3 Gänge hat,respektable Zeiten zu fahren und zu gewinnen?Ich kenn keinen.

Das Rennen war kein Mythos!
Du meinst Spanien '94?

Sieh es von der anderen Seite her:
Damals waren die Leistungsunterschiede zwischen den Fahrzeugen derart groß, dass es im entsprechenden Fahrzeug auch mit einem Gang möglich war, aufs Podium zu fahren. (Gelang Damon Hill übrigens auch in Ungarn 1997).
Der schnellste Verfolger und dritter auf dem Podium in Barcelona (ich glaube nur 5 Fahrzeuge kamen überhaupt ins Ziel) war damals Marc BLundell im Tyrrell Yamaha.
Ein Fahrer der in seiner ganzen Karriere ganze 3 Podestplätze errang.
Soviel zum "Mythos" :D


Bei der heutigen Leistungsdichte entscheidet schon eine um 3 oder 4 Runden "suboptimalere" Strategie über Sieg oder Niederlage.

Also immer schön die Kirche im Dorf lassen.

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